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Erfahrungsbericht von Patriot2

Eine Reise nach Mallorca

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wenn einer eine Reise tut
Einmal raus, keine Termine, kein Telefon, kein Fax und auch keine E-Mails. Ende September, Anfang Oktober schien die günstigste Zeit. Doch wohin? Warm und sonnig sollte der Urlaub werden. Daher war der erste Gedanke: ab in die Türkei. Vier bis fünf Sterne und vor allem „all inklusive“ mußte es auch diesmal sein. Schnell wurde ich eines besseren belehrt, kein Angebot, egal bei welchem Anbieter im Internet ich mich auch anmeldete. Ferien standen bevor. Da viel mir Mallorca ein, war schon mehrmals da, hatte aber in letzter Zeit nur negative Kritiken gehört. Travel Channel bot das „olaHotel Maioris“ an. In einem Pinienwald an der Südwestküste, nur fünf Kilometer von El Arenal entfernt sollte es liegen, also in der Nähe von Llucmajor. Verteilt auf drei Gebäudekomplexe sollten über 240 Zimmer untergebracht sein. Zwei Swimmingpools, ein Terrassenbereich und verschiedene Sonnenterrassen wurden ebenfalls angeboten. Die Zimmer sollten elegant möbliert sein um den größtmöglichen Komfort zu bieten. Alle Zimmer mit Balkon oder Terrasse, zum Strand nur 800 m. Da dieses Hotel mit vier Sternen ausgezeichnet war und all inklusive anbot, wurde kurzfristig gebucht. Veranstal-ter war die bisher bei mir völlig unbekannte „Frosch-Touristik“.
Die Flugtickets, eine hervorragende Beschreibung der Insel Mallorca und alle benötigten Informationen lagen bald im Briefkasten. Nun konnte die Reise beginnen. Zum Flughafen hatte ich gut eine Stunde zu fahren, Abflug war erst gegen 18 Uhr. Nach ruhigen zwei Stunden Flug landeten wir in Palma. Einen Mitarbeiter von FTI (Frosch Touristik) konnten wir so schnell nicht ausmachen, den Bus, der uns in das Hotel bringen sollte, fanden wir auch allein. Als fünf Ehepaare im Bus Platz genommen hatten, kam auch ein Reiseführer. Wir hatten uns wohl im Gedränge verfehlt. Nach rund 45 Minuten fuhren wir dann endlich nach „Puig de Ros“, dem grünen Paradies am Meer, Standort des OlaHotels Maioris.
Der erste Eindruck war schon mehr als positiv, herrliche Anlage, gepflegt und sehr sauber, das Personal an der Rezeption freundlich. Da es schon spät war, bot man uns einen kleinen, abgepackten Imbiss an. Was hätte ich jetzt gern ein Bier getrunken, doch leider gab es nur Wasser, pur. Nach dem Verzehr wollten wir unser Zimmer beziehen. Groß und geräumig lag in der fünften und damit letzten Etage. Mit den vorhandenen Liften kein Problem. Koffer auspacken, wieder runter fahren war eins, denn der Durst war „stechend“. Das Wetter war warm genug um draußen zu sitzen, Getränke gab es reichlich und von jeder gewünschten Art.
Morgens war ich wie gerädert, nicht weil ich zuviel getrunken hatte, aber mit der Matratze konnte ich mich absolut nicht anfreunden. Nach einem Besuch und kurzem Gespräch an der Rezeption erschienen prompt zwei Mitarbeiter mit einem Ersatz, auf dem ich die nächsten 13 Tage mein Haupt besser betten konnte. Alle interessanten Neuigkeiten, Sehenswürdigkeiten und alle angebotenen Touren über die Insel wurden uns von einer sehr freundlichen und kompetenten Reiseleiterin der FTI näher gebracht. Anschließend hieß es erst mal die nähere und weitere Umgebung des Hotels selbst erkunden.
Bei der Entfernung zum Strand muß man vergessen haben zu erwähnen, dass mit 800 m die Luftlinie bis zur Steilküste gemeint war. Anschließend war der Strand nur über weiter rund 500 m Serpentinen oder aber ungefähr 80 Stufen und noch etlichen Metern Trampelpfad zu erreichen. Am Wasser angelangt stellten wir fest, dass das Wasser nur über Steine und Felsen zu erreichen war. Diese waren so glitschig, dass sich einer unserer Hotelgäste sogar den Arm brach, als der arme Kerl einmal im Meer schwimmen wollte.
In einem kleinen Einkaufzentrum in unmittelbarer Nähe zum Hotel bekam man alle nur denkbaren Utensilien, so dass ein Weg nach Palma nicht erforderlich, aber dennoch ratsam war, wollte man diese schöne Stadt mit der Kathedrale, dem Königspalast und der wunderschönen Altstadt einmal kennen lernen.
Zum Hotel ist noch zu sagen, dass am Sonntag jeglicher Zimmerservice entfällt und die Bettwäsche sowie die Handtücher zum Teil Löcher aufwiesen beziehungsweise nicht ganz sauber aussahen. Das Essen entsprach nicht ganz meinen Wünschen. Da gab es viele rohe Salate, jedoch keinerlei Dressing sondern nur Öl und Essig. Nachdem ich meinen Salat viermal selbst angerichtet hatte und er viermal zuviel Essig abgekriegt hatte, war ich es leid. Es gab auch fertige Salate, aber die standen vor Mayonnaise und dann gab es nur fünf verschiedene Sorten und die konnte ich dann bald nicht mehr sehen. Ich blieb ja nur 14 Tage. Fisch wurde reichlich angeboten, Fleisch war da schon etwas knapper. Oft stand Fleisch auf der Hinweistafel, aber anstatt Hühnerfleisch waren es zum Beispiel schlicht und einfach Kartoffelkroketten. „Irren ist menschlich“ aber bitte nicht zweimal die Woche.
Als wir am Mittwoch anreisten konnten wir noch die Hinweistafel „Mittwoch: Gala Dinner“ sehen, also freuten wir uns auf den nächsten Mittwoch. Weit gefehlt mit Gala Dinner, das gab es erst zwei Wochen später und da waren wir bereits auf dem Rückflug.
Alles in allem war es ein schöner Urlaub doch ob das olaHotel Maioris wirklich vier Sterne verdient hat, stelle ich in Zweifel. Ein Hotel, in dem es an der Bar nur Plastikbecher gibt, und das auch während der Abendstunden und für alle Getränke inklusive Sekt und Longdrinks, dem fehlt der letzte Schliff. Und wenn der Barkeeper das Bier über die Theke reicht und dabei einen Finger im Getränk hat, dann stimmt etwas mit der Ausbildung oder der Aufsicht nicht.

Wenn FTI im nächsten Jahr wieder ein gutes Angebot hat, und dann in der Türkei, bin ich wieder dabei denn Urlaub auf Mallorca, und zwar außerhalb des Hotels, ist auch mir zu teuer. Da mußte ich doch tatsächlich in Palma für 0,3 ltr Bier sage und schreibe 4,50 € zahlen. Ja, glauben die etwa ich bin ein „Euroesel“?

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