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Erfahrungsbericht von augsburg

Welsche Nuss - was nun?

Pro:

gesund,vielfältig und lecker

Kontra:

mühsame Knackerei

Empfehlung:

Ja

Wir haben unteranderem 3 Walnussbäume auf unserem Feldgrundstück stehen und alle Jahre wieder kommt die gleiche Frage auf : Was tun mit soviel Nüssen?

Zuerst gibt es eine kollektive Sammelaktion der ganzen Familie und von Freunden und dann wird geknackt auf Teufel komm´ raus.

Aber bevor ich nun verrate für was bei uns im Haushalt die Walnuss noch so herhalten muss ausser zum Kuchen backen und zum Verzehr im original Zustand hier ein kleiner Lebenslauf der Walnuss.

Der Namensursprung der Walnus (Juglans regia) ist eine Zusammenziehung aus dem Lateinischen Jovis glans = Jupiters Eichel, das geht auf die Zeit zurück als unsere Vorfahren die Nüsse für eine Götterspeise hielten.
Die Walnuss ist eine \"welsche Nuss\" und das ist eine Anspielung auf die Zeit, als die Deutschen die Bewohner von Frankreichs (Gallien) im algemeinen als Walchen oder Welsche bezeichneten.
Die Walnuss hat sich nicht nur nach Westen ausgebreitet sondern auch nach Osten. Vor ca. 2000 Jahren wurde sie in China eingeführt unter dem Namen \"hutao\" was soviel wie \"ausländischer Pfirsich\" bedeutet und in der traditionellen chinesischen Medizin ist die Walnuss seit dem 8.Jahrhundert bekannt.

Die Walnuss zählt zu den Gerbstoffdrogen und ihre Blätter enthalten ausserdem ätherische Öle. Die Frucht, die ja schliesslich in unserem Magen landet enthält fettes Öl, die Vitamine A, B1, B2, B5, C und Eiweiss. Mit ihrem natürlichen Kalk-, Phosphor- und Vitamin-B-Gehalt ist die Walnuss Nervennahrung des ersten Ranges.

Natürlich hat die Walnuss auch in der Naturheilkunde ihren Platz, aber ich verwende sie hauptsächlich in der Küche.

Aber nun zur Verwendung der Walnuss in meiner Küche ausser für Kuchen und Knabbereien.

Als erstes wird bei uns zur Walnuss-Zeit literweise Walnusslikör produziert. Der wird natürlich selbst getrunken und muss immer mal wieder als Mitbringsel herhalten.

Zutaten:
25 grüne Walnusse
1 Liter Korn
1 Zimtstange
1 Vanillestange (aufgeschlizt)
4 Nelken
2 Teel. Rosinen
275 g Zucker oder Honig
500 ml Wasser

Zubereitung:
Die frisch geernteten Nüsse grob zerleinern und in ein weithalsiges Glas mit Schraubdeckel füllen.
Zimt, Vanille, Nelken und Rosinen zugeben und mit Korn auffüllen.
Zuschrauben und 4 Wochen an der Sonne oder an einem warmen Ort stehen lassen. Danach abseihen.
Den Zucker mit Wasser aufkochen oder den Honig in warmen Wasser auflösen und der Walnussessenz beigeben.
In Flaschen füllen und nochmal gut 2 Monate im Keller reifen lassen.
Na dann, Prost.

Als nächstes wird Apfel und Walnuss kombiniert.
Da unsere Apfelbäume auch meist nicht schlecht bestückt sind, schlage ich 2 Fliegen mit einer Klappe.
Das ganze nennt sich dann Rusischer Apfel.

Zutaten:
4 Äpfel
100 g gehackte Walnüsse
50 g Korinthen
50 g Pflanzenmargarine
250 ml Wasser
1 Orange
1 Zitrone
Preiselbeerkompott

Zubereitung:
Das Kerngehäuse der Äpfel ausstechen.
Nüsse und Korinthen mischen und die Äpfel damit füllen. Die Äpfel in eine Kasserole setzen und mit Butterflöckchen belegen.
Wasser, Orangen- und Zitronensaft miteinander mischen und über die Äpfel giessen.
Das ganze zugedeckt im Backofen ca. bei 200 Grad Celsius 30 Minuten garen und dann mit Preiselbeerkompott belegt anrichten.


So und als drittes gibts dann noch Walnusspastete zur der natürlich ganz hervorragen der Walnusslikör als Aperitif passt.

Zutaten:
500 g Kartoffel
1 1/2 Tassen frisch gemahlene Walnüsse
1 1/2 Tassen scharfer Käse z.B. Rezenter Greyer
3 Eier
1 Teel. grüner Pfeffer
1 Teel. Salz
1 Teel. Basilikum

Zubereitung:
Die Kartoffeln weich kochen und schälen. Mit dem Kartoffelstamper oder der Presse zerdrücken.
Die Walnüsse, den kleingeschnittenen Käse, Eigelb, Pfeffer, Salz und Basilikum zugeben.
Das steifgeschlagene Eiweiss unterheben und in eine gefettete Backform geben (Spring- oder Kastenform)
Bei mittlerer Hitze das ganze 30-40 Minuten goldbraun backen.
Mit etwas saurer Sahne und natürlich Walnusslikör servieren.

So, fröhliches sammeln und knacken !

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