Mehr zum Thema Rechtsschutzversicherung Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von willibald-1

Eine wichtige Versicherung: die Rechtsschutz-Versicherung

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor 7 Jahren hatte ich einen Autounfall, an dem ich völlig unschuldig war. Das Auto (3 Jahre alt) hatte einen Totalschaden, der auf ca. 11000 DM zu beziffern war. Ich hatte ein HWS-Schleudertraume und war 14 Tage krank geschrieben.

Mich um die Schadensabwicklung kümmern? Dazu fehlten mir wirklich die Nerven. Denn die waren eigentlich schlimmer ramponiert als die Wirbelsäule. Also beauftragte ich einen Anwalt.

In diesem Fall war die Schuldfrage so eindeutig zu beantworten, daß schon klar war, daß der Gegener alles - also auch meinen Anwalt - zu zahlen hatte. Was aber wäre gewesen, wenn ich hätte vor Gericht gehen müssen?
Zunächst hätte ich die Gerichtskosten vorstrecken müssen. Das ist bei dem hohen Schaden keine Kleinigkeit. Dann wäre es womöglich vor Gericht wie so oft bei solchen Prozessen zu einem Vergleich gekommen, was bedeutet hätte, daß ich auch meinen Anwalt hätte bezahlen müssen. Schon wieder kein Pappenstiel.

Das hat mich dann doch sehr nachdenklich gemacht. Und seitdem habe ich eine Rechtsschutzversicherung, die in solchen Fällen immer in Vorleistung tritt.

Seither habe ich die Rechtsschutzversicherung schon einige Male in Anspruch genommen. Z.B.:
- als ich von meinem Ex-Freund die Hälfte der Wohnung abgekauft habe, habe ich mich auf Kosten der Versicherung von einem Anwalt zu den vertraglichen Regelungen beraten lassen
- als meine Wohnung neue Fenster brauchte, habe ich mir erklären lassen, daß die Teilungserklärung aussagte, daß die Eigentümergemeinschaft die Kosten tragen mußte, und mit dieser Rechtssicherheit konnte ich dann entsprechend argumentieren
- ein \"Knöllchen\" konnte ich mit Hilfe meines Rechtsanwaltes auch schon mal abwehren.

Leider tritt eine Rechtsschutzversicherung nicht immer ein. Natürlich bezahlt sie mir nicht die Kosten eines Notarvertrags (wohl aber die anwaltliche Beratung vorher!). Und leider mußte ich auch bei den Unterhaltsstreitigkeiten für meine Kinder immer wieder selber zahlen, da dies zum Familienrecht gehört, das nicht abgesichert ist. Übrigens ist auch das Erbrecht nicht versicherbar.
Auch als Vermieter bin ich durch die normale Rechtsschutzversicherung nicht abgesichert, ich müßte dafür eine eigene abschließen. Das habe ich nicht getan, und prompt hatte ich schon mal Mieter, die die Miete nicht gezahlt haben. Miete einfordern, einklagen, Räumungsklage, Räumung - das alles muß man dann bezahlen. Sicherlich könnte man die Kosten beim (ehemaligen) Mieter geltend machen, aber wenn der nichts hat und womöglich auch in den nächsten Jahren nichts haben wird, bleibt man eben drauf sitzen. Eine Rechtsschutzversicherung würde diese Kosten, die in meinem Fall immerhin ein paar tausend Mark betrugen, übernehmen. Allerdings hoffe ich für die Zukunft, daß ich diesen Fall nicht mehr habe - und habe deshalb auch die Versicherung nicht abgeschlossen.

Aber gerade weil ich gesehen habe, wie teuer solche Rechtsstreitigkeiten werden können, bin ich froh, die Versicherung zu haben. Und so manch eine Beratung, die Sicherheit gibt, Mißverständnisse ausräumt und kostspieligen Prozessen vorbeugt, würde ich vielleicht ohne Rechtsschutzversicherung auch nicht in Anspruch nehmen.

6 Bewertungen, 1 Kommentar

  • campino

    21.10.2007, 10:28 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH - lg, andrea