Mehr zum Thema Reisen mit der Deutschen Bahn Testbericht

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Erfahrungsbericht von SabineG1959

Vom Guten des Schlechten

Pro:

ich finde, es gibt nix Bequemeres und Angenehmeres als Reisen mit der Bahn

Kontra:

manchmal funktioniert halt nicht alles so klasse wie in obigem Beispiel ...

Empfehlung:

Ja

Da ja immer so viel über die DB geschimpft wird, kopiere ich hier einen meiner Berichte, die ich mal für ciao geschrieben habe, herein. Da ich im Augenblick hier bei yopi noch nicht so ganz durchblicke, bitte ich um Nachsicht, falls die Kategorie nicht so ganz richtig sein sollte - könnte eh Romane über das Reisen mit der DB schrieben. Hier also der Bericht von meinen Erlebnissen im letzten Herbst:

Donnerstag, 21. Oktober 2004 Schwer bepackt verlasse ich das Haus in Frankenthal City- und Bahnhofsnähe, entsorge unterwegs noch meine Post, die ich am Vortag zwischen Ciao und Packen auch noch so nebenbei erledigt hatte, und bin Punkt 10.30h am Fahrkartenschalter, rechtzeitig genug - denke ich - um mir bis 10.59h eine Fahrkarte gekauft zu haben. \"Früher\" - noch in diesem Sommer - konnte man ja noch im Zug eine Fahrkarte mit Scheckkarte kaufen, jetzt braucht man Bares oder eine Kreditkarte, ec-Karte geht nur noch am Schalter. Also muss ich warten ... Ach so: mit meinem Behindertenausweis habe ich es noch immer geschafft, den 10% Aufpreis für Fahrkarte im Zug kaufen nicht zu bezahlen.
Nun gut, 10.55h waren meine Vorgänger mit ihren Problemen endlich fertig - und die vor dem anderen Schalter mit der ursprünglich längeren Schlange wurden auch immer mehr statt weniger ...
Aber der Fahrkartenverkäufer ließ nett mit sich flirten und suchte mir eine tolle alternative Verbindung raus, die billiger war aber genauso schnell und mit Zug von dem Gleis, wo ich mit meinem ganzen Zeugs keine Treppen steigen musst und in Ruhe meine Fahrkarte kaufen konnte ...
Da saß ich dann in meinem Zug nach Mainz und kam pünktlich an - keine Selbstmörder, keine abgerissenen Oberleitungen - nix ... Aber fast eine Stunde Warten in Mainz, wo ich mich mit einem leckeren Essen bei McDoof verwöhnen wollte. Außerdem gehe ich da so gern auf\'s Clo, weil die immer so schnuckelige Clomänner haben, einer süßer als der andere und aus aller Herren Länder ... na gut, das ist ein anderes Thema ... Außerdem braucht man kein passendes Kleingeld wie für die öffentliche Toilette im Keller des Bahnhofs, die ich nie wieder besucht habe, nachdem sie mein Kleingeld nicht wollte, ich aber dringend mal musste. Aber ich sag\'s ja: McDonalds ist einfach gut und manchmal halt Retter in letzter Not ...
Aber das war ja nicht das Thema. Thema ist: die Verspätung. Mit McDoof im Mainzer war dann nichts, als ich sah, dass der ICE, der bei Ankunft schon 6 Minuten weg sein sollte, 25-30 Minuten Verspätung hatte und auch noch direkt bis Nürnberg fuhr - bei der anderen Variante hätte ich in Frankfurt Flughafen Fernbahnhof umsteigen müssen. Ich also auf das entsprechende Gleis und auf den Zug gewartet. Er war ein bisschen voll, aber trotzdem fand ich einen gemütlichen Fensterplatz am Gang in einem Sechserabteil, wo wir uns zu dritt ausgebreitet hatten und sich dann auch keiner mehr rein traute.
Ich steckte mir meine Stöpsel ins Ohr und hörte Musik aus dem ICE-Radio oder ICE-CD-Player. In die Armlehnen kann man ganz normale Discman-Ohrstöpsel einstecken und endlos Musik oder Kinderprogramm hören. Wer keine mit hat, kann welche im Speisewagen kaufen oder bei dem Menschen, der mit Kaffee durch den Zug läuft und den verkauft - was nur noch in einigen ICEs passiert, im ICE haben sie das wohl abgeschafft, weil da die Leute oft genug im Gang sitzen und keiner mehr durch passt. Beim ICE passiert das eigentlich nur Richtung Berlin von Düsseldorf aus.
Da der Zug in Würzburg eh 10 MINUTEN Pause zum Umsteigen hat, holt er da meistens alle Verspätungen wieder auf.
Vorbildlich war es, wie man sich Mühe gab, die Reisenden über die Züge zu informieren, die wegen der Verspätung noch erreicht wurden bzw. welchen man als Ersatz nehmen konnte.
Bis Nürnberg war es also nur noch eine 10-15-minütige Verspätung. Und statt des RE, der mich gemäß ursprünglichem Fahrplan erwartete, wartete nun der einzige IC, der pro Tag diese Strecke fährt, auf mich - - Ziel Prag. Nun fuhr ich also in einem tschechischen Zug und war ganz erstaunt, wie modern dieser Zug war, lediglich die Flure waren mit Gepäck etwas eng. ich stieg aber schon kurz vor der Grenze in Marktredwitz aus, wo der Zug halt aufgrund der Wartezeit in Nürnberg mit 10 Minuten Verspätung ankam. Diese musste ich lediglich weniger auf meinen Zug nach Marktleuthen warten, wo ich jetzt ein paar Tage Urlaub mache.
In Marktleuthen hält nur die Vogtlandbahn, die zum Verkehrsverbund zwischen Sachsen-Vogtland, Bayern-Nordost und Tschechien gehört, die alle drei ganz vorbildlich zusammen arbeiten.
Was ich sagen wollte: manchmal haben Verspätungen auch ihr Gutes: ich war dadurch eine ganze Stunde eher in Marktleuthen und hatte noch ausgiebig Gelegenheit den schönen Sonnenschein, der mich den ganzen Tag schon begleitete, auch im Freien zu genießen. Um 18h war ja schon alles vorbei, die Sonne ging unter, und dann wird es auch gleich ziemlich kühl im sibirischen Teil von Deutschland ...


Nun könnt Ihr also anfangen, auf die DB zu schimpfen *g*

Alles Liebe von Sabine :)

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • oexel

    03.04.2005, 20:54 Uhr von oexel
    Bewertung: sehr hilfreich

    So schlecht, wie die Bahn immer gemacht wird ist sie ja nun auch wirklich nicht. Zumindest fährt man mit ihr sehr ökologisch!