Erfahrungsbericht von Stehberger
ÖKO-Steuer ja, dann aber keine Kfz-Steuer mehr
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ich bin nicht gegen die Öko-Steuer, aber ich bin der Meinung, daß dann über die normale Kfz-Steuer bzw. deren Wegfall neu diskutiert werden muß!
Ich besitze mehrere Fahrzeuge, von denen ich immer eines bewege. Vater Staat kassiert aber für alle meine Autos Kfz-Steuer, Versicherungssteuer und Mehrwertsteuer für alle Ausgaben rund ums Auto.
Der Staat will uns die „Oldtimerei“ vermiesen, indem die Kraftfahrzeugsteuer immens erhöht wurde. Ich zahle inzwischen für meine Autos (Durchschnittsalter rund 17 Jahre) mehr Kfz-Steuer als Versicherungsbeiträge.
Sehr viele der durch die hohe Kfz-Steuer betroffenen Fahrzeuge sind Liebhaberstücke.
Umweltpolitisch ist es nicht sinnvoll, ein nicht mit einem geregeltem Katalysator ausgestattetes Automobil gegen ein neues mit geregeltem Katalysator zu tauschen. Im Vergleich zu einem Fahrzeug ohne Katalysator spart eines mit geregeltem Katalysator in 10 Jahren bei normaler Fahrleistung (rund 15.000 km) ca. 5 t Kohlendioxid ein. Dies mag im ersten Moment viel klingen, bei der Produktion eines neuen Fahrzeuges entstehen jedoch 15 t Kohlendioxid. Daraus läßt sich folgern, daß erst in 30 Jahren ein Nutzen für die Umwelt entstehen würde. Nicht berücksichtigt ist hierbei, daß dementsprechend alte Fahrzeuge weniger als die normale Fahrleistung zurücklegen. Je älter ein Fahrzeug wird, desto weniger oft wird es gefahren, ist es einmal 25 Jahre alt, und somit ein Oldtimer, wird es meist nur noch sonntags bei schönem Wetter bewegt. Die Rechnung geht also nicht einmal nach 30 Jahren zugunsten des Kat-Fahrzeuges auf.
Katlose Fahrzeuge, die nicht als Liebhaberfahrzeuge behandelt werden, sondern als Alltagsfahrzeuge, sind ebenfalls nicht umweltbelastend, wenn sie nicht länger als 30 Jahre benutzt werden. Bei Liebhaberfahrzeugen verlängert sich der Zeitraum durch die geringere Fahrleistung entsprechend.
Damit ein neues, mit geregeltem Katalysator ausgestattetes, Fahrzeug die Umwelt entlastet, muß es ebenfalls 30 Jahre benutzt werden (Kohlendioxid bei der Herstellung 15 t - Einsparung Kohlendioxid in 30 Jahren ebenfalls 15 t), und ich frage mich, welcher Hersteller derzeit ein Alltagsfahrzeug anbietet, welches 30 Jahre voll genutzt werden kann.
In vielen europäischen Ländern wird ein Fahrzeug von der Kraftfahrzeugsteuer befreit, wenn es ein gewisses Alter (in den meisten Fällen 25 Jahre) erreicht hat. Doch bei uns in Deutschland, der eigentlichen Wiege des Automobils, wird man für den Erhalt alter Fahrzeuge mit Strafsteuern belohnt. Sollte man alle alten Autos ohne geregelten Katalysator aus dem Verkehr ziehen, wäre unser Straßenbild um einiges ärmer, es fänden keine Oldtimer-Treffen mehr statt. Der Großvater könnte seinem Enkel nur noch im Museum zeigen, was er in seiner Jugend für ein Auto fuhr. Dies natürlich auch nur, wenn er schon damals ein besonderes Auto fuhr. Denn Fahrzeuge wie einen Ford Taunus oder einen Opel Ascona wird man wohl kaum in einem öffentlich zugänglichen Museum vorfinden.
Die von unserem Staat eingeführte Ökosteuer ist nur insofern "öko", als dass man noch sparsamer fährt, ansonsten dient sie um Defizite an anderer Stelle auszugleichen (Rentenversicherung). Das Mäntelchen des Umweltschutzes zieht man schnell über, damit sich niemand zu widersprechen traut, denn der wäre dann ein böser Umweltsünder.
Durch den Wegfall der alten Fahrzeuge gehen m.E. sogar Arbeitsplätze verloren. Z. B. im Bereich der Werkstätten, da neuere Autos weniger reparaturanfällig sind. Die geleisteten Reparaturen müßten zum Teil vom Kunden nicht einmal bezahlt werden, da sie auf Garantie erledigt werden. Außerdem gibt es meines Wissens nach kein Auto mehr, daß nur in Deutschland produziert wird. Und zu guter letzt kauft auch nicht jeder Neuwagenkäufer ein deutsches Fabrikat.
Einen Widerspruch sehe ich auch darin, daß von Seiten unseres Staates die Nachrüstung eines ungeregelten Katalysators in den Achtziger Jahren mit 550,-- DM gefördert wurde und diese Fahrzeuge, bzw. der ungeregelte Katalysator nun verteufelt wird.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch fragen, welche Fahrzeuge wird uns dann der Staat im Jahr 2010 durch entsprechende Steuerpolitik vorschreiben. Wird es durch rücksichtslose Steuererhöhungen soweit kommen, daß wir uns alle fünf Jahre ein neues Auto kaufen müssen.
Was passiert eigentlich mit dem Altfahrzeug ohne geregelten Katalysator? Man würde doch versuchen es zu einem möglichst hohen Preis zu verkaufen. Die Fahrzeuge werden so also in unsere ärmeren Nachbarländer verkauft bzw. verschenkt, da ansonsten die Entsorgunggebühr bezahlt werden muss. Es würde also nicht weniger, sondern mehr Autos geben und somit einen höheren Schadstoffausstoß.
Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, daß bei der Abgasuntersuchung die Abgase in Volumenprozent gemessen werden. Das heißt: Wieviel Prozent Schadstoffe sind im Abgas, also wieviele Teile von hundert Teilen des Abgases sind Schadstoffe . Dabei wird außer Acht gelassen, daß ein Kleinwagen der 60er Jahre mit fünf bis sieben Litern bleifreien Normalbenzin auf 100 Kilometern auskommt und somit weniger Abgase erzeugt als z.B. ein Geländewagen oder Luxuslimousinen, die das Drei- bis Vierfache an Sprit verbrauchen und deren Hubraum den von Kleinwagen um das zehnfache übersteigt.
Vom neu eingeführten H-Kennzeichen halte ich nicht sehr viel, da Fahrzeuge hierfür 30 Jahre alt sein müssen, ein Gutachten erforderlich ist, absoluter Originalzustand gefragt ist, ein Erstwagen erforderlich ist, man bezahlt auf jeden Fall 191,73 € (375,-- DM) Steuer, das H-Kennzeichen rentiert sich also erst ab 700 ccm usw..
Wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald nur noch Autos vor Baujahr 1970 (H-Kennzeichen siehe oben) mit großem Hubraum (Steuer grundsätzlich 191,73 €) und Autos neueren Datums mit E3 oder D4 Abgasnorm. Alles andere ist ein teuerer Spaß, und wer sich den leisten kann, der hebt keinen Alltags-Opel oder Fiat oder dergleichen auf...
Ich werde also weiterhin schöne alte Allerweltsautos fahren und kein schlechtes „Umweltgewissen“ haben, schleißlich bin ich eine der finanziellen Stützen unserer Finanzministers. In diesem Sinne verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Hans Stehberger
Ich besitze mehrere Fahrzeuge, von denen ich immer eines bewege. Vater Staat kassiert aber für alle meine Autos Kfz-Steuer, Versicherungssteuer und Mehrwertsteuer für alle Ausgaben rund ums Auto.
Der Staat will uns die „Oldtimerei“ vermiesen, indem die Kraftfahrzeugsteuer immens erhöht wurde. Ich zahle inzwischen für meine Autos (Durchschnittsalter rund 17 Jahre) mehr Kfz-Steuer als Versicherungsbeiträge.
Sehr viele der durch die hohe Kfz-Steuer betroffenen Fahrzeuge sind Liebhaberstücke.
Umweltpolitisch ist es nicht sinnvoll, ein nicht mit einem geregeltem Katalysator ausgestattetes Automobil gegen ein neues mit geregeltem Katalysator zu tauschen. Im Vergleich zu einem Fahrzeug ohne Katalysator spart eines mit geregeltem Katalysator in 10 Jahren bei normaler Fahrleistung (rund 15.000 km) ca. 5 t Kohlendioxid ein. Dies mag im ersten Moment viel klingen, bei der Produktion eines neuen Fahrzeuges entstehen jedoch 15 t Kohlendioxid. Daraus läßt sich folgern, daß erst in 30 Jahren ein Nutzen für die Umwelt entstehen würde. Nicht berücksichtigt ist hierbei, daß dementsprechend alte Fahrzeuge weniger als die normale Fahrleistung zurücklegen. Je älter ein Fahrzeug wird, desto weniger oft wird es gefahren, ist es einmal 25 Jahre alt, und somit ein Oldtimer, wird es meist nur noch sonntags bei schönem Wetter bewegt. Die Rechnung geht also nicht einmal nach 30 Jahren zugunsten des Kat-Fahrzeuges auf.
Katlose Fahrzeuge, die nicht als Liebhaberfahrzeuge behandelt werden, sondern als Alltagsfahrzeuge, sind ebenfalls nicht umweltbelastend, wenn sie nicht länger als 30 Jahre benutzt werden. Bei Liebhaberfahrzeugen verlängert sich der Zeitraum durch die geringere Fahrleistung entsprechend.
Damit ein neues, mit geregeltem Katalysator ausgestattetes, Fahrzeug die Umwelt entlastet, muß es ebenfalls 30 Jahre benutzt werden (Kohlendioxid bei der Herstellung 15 t - Einsparung Kohlendioxid in 30 Jahren ebenfalls 15 t), und ich frage mich, welcher Hersteller derzeit ein Alltagsfahrzeug anbietet, welches 30 Jahre voll genutzt werden kann.
In vielen europäischen Ländern wird ein Fahrzeug von der Kraftfahrzeugsteuer befreit, wenn es ein gewisses Alter (in den meisten Fällen 25 Jahre) erreicht hat. Doch bei uns in Deutschland, der eigentlichen Wiege des Automobils, wird man für den Erhalt alter Fahrzeuge mit Strafsteuern belohnt. Sollte man alle alten Autos ohne geregelten Katalysator aus dem Verkehr ziehen, wäre unser Straßenbild um einiges ärmer, es fänden keine Oldtimer-Treffen mehr statt. Der Großvater könnte seinem Enkel nur noch im Museum zeigen, was er in seiner Jugend für ein Auto fuhr. Dies natürlich auch nur, wenn er schon damals ein besonderes Auto fuhr. Denn Fahrzeuge wie einen Ford Taunus oder einen Opel Ascona wird man wohl kaum in einem öffentlich zugänglichen Museum vorfinden.
Die von unserem Staat eingeführte Ökosteuer ist nur insofern "öko", als dass man noch sparsamer fährt, ansonsten dient sie um Defizite an anderer Stelle auszugleichen (Rentenversicherung). Das Mäntelchen des Umweltschutzes zieht man schnell über, damit sich niemand zu widersprechen traut, denn der wäre dann ein böser Umweltsünder.
Durch den Wegfall der alten Fahrzeuge gehen m.E. sogar Arbeitsplätze verloren. Z. B. im Bereich der Werkstätten, da neuere Autos weniger reparaturanfällig sind. Die geleisteten Reparaturen müßten zum Teil vom Kunden nicht einmal bezahlt werden, da sie auf Garantie erledigt werden. Außerdem gibt es meines Wissens nach kein Auto mehr, daß nur in Deutschland produziert wird. Und zu guter letzt kauft auch nicht jeder Neuwagenkäufer ein deutsches Fabrikat.
Einen Widerspruch sehe ich auch darin, daß von Seiten unseres Staates die Nachrüstung eines ungeregelten Katalysators in den Achtziger Jahren mit 550,-- DM gefördert wurde und diese Fahrzeuge, bzw. der ungeregelte Katalysator nun verteufelt wird.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch fragen, welche Fahrzeuge wird uns dann der Staat im Jahr 2010 durch entsprechende Steuerpolitik vorschreiben. Wird es durch rücksichtslose Steuererhöhungen soweit kommen, daß wir uns alle fünf Jahre ein neues Auto kaufen müssen.
Was passiert eigentlich mit dem Altfahrzeug ohne geregelten Katalysator? Man würde doch versuchen es zu einem möglichst hohen Preis zu verkaufen. Die Fahrzeuge werden so also in unsere ärmeren Nachbarländer verkauft bzw. verschenkt, da ansonsten die Entsorgunggebühr bezahlt werden muss. Es würde also nicht weniger, sondern mehr Autos geben und somit einen höheren Schadstoffausstoß.
Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, daß bei der Abgasuntersuchung die Abgase in Volumenprozent gemessen werden. Das heißt: Wieviel Prozent Schadstoffe sind im Abgas, also wieviele Teile von hundert Teilen des Abgases sind Schadstoffe . Dabei wird außer Acht gelassen, daß ein Kleinwagen der 60er Jahre mit fünf bis sieben Litern bleifreien Normalbenzin auf 100 Kilometern auskommt und somit weniger Abgase erzeugt als z.B. ein Geländewagen oder Luxuslimousinen, die das Drei- bis Vierfache an Sprit verbrauchen und deren Hubraum den von Kleinwagen um das zehnfache übersteigt.
Vom neu eingeführten H-Kennzeichen halte ich nicht sehr viel, da Fahrzeuge hierfür 30 Jahre alt sein müssen, ein Gutachten erforderlich ist, absoluter Originalzustand gefragt ist, ein Erstwagen erforderlich ist, man bezahlt auf jeden Fall 191,73 € (375,-- DM) Steuer, das H-Kennzeichen rentiert sich also erst ab 700 ccm usw..
Wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald nur noch Autos vor Baujahr 1970 (H-Kennzeichen siehe oben) mit großem Hubraum (Steuer grundsätzlich 191,73 €) und Autos neueren Datums mit E3 oder D4 Abgasnorm. Alles andere ist ein teuerer Spaß, und wer sich den leisten kann, der hebt keinen Alltags-Opel oder Fiat oder dergleichen auf...
Ich werde also weiterhin schöne alte Allerweltsautos fahren und kein schlechtes „Umweltgewissen“ haben, schleißlich bin ich eine der finanziellen Stützen unserer Finanzministers. In diesem Sinne verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Hans Stehberger
19 Bewertungen, 3 Kommentare
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21.03.2002, 15:02 Uhr von greinha
Bewertung: sehr hilfreichwenn die Einnahmen der Öko-Steuer wenigsten ausschließlich zu Öko-Themen ausgegeben würde, OK, aber weit gefehlt ...
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21.03.2002, 14:50 Uhr von clauds22
Bewertung: sehr hilfreichsehr informativ, wenn auch gar kein Thema, von dem ich Ahnung habe ;) Grüssle, Claudi
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21.03.2002, 14:44 Uhr von constantin
Bewertung: sehr hilfreichnee, überhaupt nicht ausführlich:-)) gruss Cons
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