Memento (VHS) Testbericht

Memento-vhs-thriller
ab 10,05
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

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Erfahrungsbericht von Seraphim.Annegret

Film mal rückwärts

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Viel hab ich von diesem Film im Vorfeld so gehört. Hat nen Haufen Preise gekriegt und der Regisseur Christopher Nolan, ein neuer Stern am Filmhimmel.
Naja, ich hab mir die DVD ausgeliehen um mal selber zu schauen ob mich das ganze so in Begeisterungsausbrüche versetzt.
So viel zu bieten hat die DVD ja nicht, außer ein paar Trailern und cast & crew und ein paar Worten zum Regisseur ist da nicht viel zu holen. Aber nun erstmal zum Film, ich werde versuchen nicht allzu viel zu verraten, aber den Schluss darf ich diesmal zum besten geben denn der ist in diesem Film der Anfang HÄHÄHÄHÄH!

Ja richtig gelesen dieser Film beginnt mir dem Schluss und er läuft auch weiterhin in umgekehrter chronologischer Reihenfolge (also rückwärts, für die Akademiker) ab.
Wir sehen das Polaroid einer Leiche das sich \"zurückentwickelt\", kurz darauf sieht man wie der darauf abgebildete Mann erschossen wird, und zwar von der Hauptfigur Leonard (Guy Pearce). Von nun an läuft die Zeit zurück, es werden immer wieder kurze Abschnitte von Leonards Tun gezeigt bis zu dem Punkt an dem sie sich mit der vorhergegangenen Episode überschneiden.
Dieser Leonard ist auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau. Sie wurde, wie man mit der Zeit erfährt im Haus der beiden vergewaltigt und ermordet. Leonard der den Mörder überraschte wurde von ihm niedergeschlagen und hat seitdem kein Kurzzeitgedächtnis mehr. Er erinnert sich an alles was vor dem Mord geschah, kann sich aber nichts neues mehr merken. Deshalb schießt er Photos von allen Leuten mit denen er zu tun hat auf die er deren Namen schreibt und weitere Informationen, von seinem Hotel, seinem Auto, einfach allem.
Die wichtigsten Informationen tätowiert er sich auf den Körper.
Zu anfang ist man ebenso ahnungslos wie Leonard, er wacht immer wieder aufs neue auf und muss sich orientieren. Genauso ergeht es auch dem Zuschauer. So erfährt man im Laufe des Filmes, dass der Mann denn Lenny am Anfang/Ende erschießt nicht der richtige war, dass die Kellnerin Natalie(Carrie-Anne Moss) die Leonard scheinbar so selbstlos geholfen hat ihn eigentlich nur benutzt hat und dass sich Lennys Geschichte mehr und mehr als eine Illusion herausstellt.
Jedem den er trifft erzählt Lenny die Geschicht von Sammy, einem Mann den er vor dem Vorfall bei seiner Tätigkeit als Versicherungsermittler kennenlernt. Sammy litt an dem selben Problem, aber nach Tests an ihm befand Lenny dass die Krankheit psychisch bedingt war und deshalb keine Unterstützungen von der Versicherung dafür anfallen. Sammys Frau dachte dass die Tests besagen dass ihr Mann nur simulierte. Um es zu überprüfen lies die Diabetikerin sich von ihrem Mann kurz hintereinander Insulin spritzen weil sie glaubte er müsse sich daran erinnern es schon getan zu haben.
Diese Geschichte stellt sich immer mehr als Lennys eigene heraus und so weiß man zwar am Ende des Films wie es zu den Ereignissen am Beginn gekommen ist, inwieweit sie jedoch wahr oder nur von Lenny selbst konstruiert sich weiß man jedoch nicht.

Der Film ist in jedem Fall sehenswert. Die ungewöhnliche Erzählweise macht ihn zwar anspruchsvoll aber auch extrem spannend. Man glaubt zwar mit dem Toten zu Beginn den Täter und das Ergebnis von Lennys Ermittlungen zu kennen aber die Handlung führt einen immer wieder geschickt auf den Holzweg.
Eine herausragende Schauspielleistung liefert Guy Pearce dem man in jedem Moment abnimmt einerseits verzweifelt und überfordert zu sein aber auch wie er seine Situation mir strikter Organisation und Zielstrebigkeit zu meistern versucht.
Eher blass bleibt Carrie-Anne Moss. Irgendwie wirkt sie als augenring- und tränensackbewehrte Kellnerin Natalie weder richtig nett als man noch glaubt dass sie zu den Guten gehört noch fies genug wenn man mitbekommt dass sie Leonard nur benutzt hat.
Regisseur Christopher Nolan hat ein kleines Filmjuwel geschaffen, das mit minimaler Crew und einer sehr eingeschränkten Zahl an Schauplätzen die Spannung und die Tragik verdeutlicht.

Mein Fazit: auf jeden Fall ansehen, es wird nicht viel geredet also kann man sich diesen Film auch als Nicht-Englisch-Genie im Original ansehe. Angeblich gibt es auf der DVD auch noch ein Easteregg mit dem man sich den Film in der \"richtigen\" Abfolge ansehen kann, habs aber nicht gefunden.

20 Bewertungen