Memento (VHS) Testbericht

Memento-vhs-thriller
ab 10,05
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Erfahrungsbericht von emmtie

Ein Film, der mit dem Ende beginnt ..

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

.. und mit dem Anfang aufhört. Das klingt doch absolut faszinierend, oder?

Aber da ich euch nicht zu sehr verwirren will, werde ich mich bei meinem Bericht nicht an dieses Schema halten, sondern in einigermaßen normaler Reihenfolge schreiben.

Das jährliche Fantasy Filmfest, das in mehreren deutschen Städten präsentiert wird, macht im august 2001 wieder in Frankfurt Station. Wer jetzt ein reines SF-, Fantasy- oder Horror-Event erwartet, liegt aber falsch. Der Rahmen wird mittlerweile viel weiter gefasst und es gibt neben den Vertretern der o.a. Genre auch gute Psychothriller und ähnliches.

Gerade in diesem Bereich haben wir in den letzen Jahren auf dem Festival einige „Perlen“ gesehen, z.B. „Stir of Echos“ oder „Frequenzy“. Daher haben wir uns auch in diesem Jahr hauptsächlich solche Filme ausgewählt.

Der ersten Film, den wir uns angesehen haben, war „Memento“ und schon wieder war es ein absoluter Volltreffer. Doch hiermit beginnen nun auch schon die Schwierigkeiten meines Berichtes:

Denn es ist aus meiner Sicht unverantwortlich, mehr als einige Worte zur Handlung zu erzählen ohne jemandem, der den Film noch sehen will, ein Teil der Faszination dieses Filmes zu verderben.

Also nur einige dürrer Worte zum Inhalt: Der Film beginnt einer Hinrichtung, die eigentlich das Ende aller Handlungsstränge ist. Der Mann der diese Tat begeht, leidet an einer besonderen Form von Gedächtnisverlust. Er ist seit einem bestimmten Zeitpunkt in seinem Leben nicht mehr in der Lage, neue Erinnerungen zu behalten. Um dieses zumindest in gewissem Maße zu kompensieren, hantiert er mit Zetteln und Sofortbildern, auf die er aus seiner Sicht wichtige Information schreibt und die er immer bei sich trägt (z.B. ein Foto, daß zeigt, in welchem Hotel er wohnt), scheinbar ganz wichtige Infos hat er sich als Tattoos überall an seinem Körper anbringen lassen. Natürlich weiß er aufgrund seines „Zustandes“, wie er es bezeichnet, nicht warum er den Mord begangen hat...

Das eigentlich Faszinierende an diesem Film ist aber die Tatsache, dass er, wie in der Überschrift schon angedeutet, wirklich im wahrsten Sinn des Wortes von hinten nach vorne abläuft. Man sieht ein Stück Handlung, die sich ab einem bestimmten Punkt in der Vergangenheit bis zum dem Zeitpunkt, an dem der „Handlungssprung“ begonnen hat, bewegt. Und plötzlich erscheint die Handlung ein einem ganz anderen Licht, wenn die Vorgeschichte, die ja auch die Hauptperson nicht kennt, deutlich wird. Und sobald man wieder am Startpunkt dieses „Sprunges“ angekommen ist, wird wiederum weiter Richtung Anfang gesprungen. Der ganze Film, besteht eigentlich nur aus solchen sich Richtung Anfang arbeitenden Versatzstücken. Klingt verwirrend, ist aber beim Anschauen gleichermaßen faszinierend wie einleuchtend. Eine absolut geniale Idee, einen Film aufzusetzen.

Mit jedem Rücksprung stellen sich die schon gesehenen Ereignisse in einem ganz neuen Licht dar und Infos, die man eigentlich glaubt verstanden zu haben, bedeuten plötzlich etwas ganz anderes. Der ganze Film zeigt eigentlich, wie manipulierbar man ist, wenn man nur einen bestimmten Teil der Fakten präsentiert bekommt.

Im Programmheft werden als Vergleich Filme wie „6th Sense“ oder „Die üblichen Verdächtigen“ genannt; ich persönlich würde auf jeden Fall auch noch „Fight Club“ in diese Reihe einfügen. Und „Memento“ kann sich mit diesen wirklich großen Filmen messen. Wie in diesen Filmen gibt es Täuschungen, falsche Spuren, Intrigen; man ist eigentlich bis zum Ende, dass ein echter Knaller ist, nie ganz sicher ob man wirklich alles mitbekommen hat. Aber außerdem regt der Film auch noch zum Nachdenken über den breiten Themenkomplex "Was sind Fakten, was sind Tatsachen, in wie weit kann man Erinnerungen trauen" an.

Das der Film so gut ist, liegt natürlich neben dem genialen Plot auch an den guten Schauspielern, neben dem mir bisher unbekannten Guy Pearce, der absolut überzeugend ist (und das, obwohl er laut Programmheft durch die Soap „Neighbours“ bekannt wurde; spielen die „GZSZ“-Leute in 3-4 Jahren auch so hervorragende Stoffe? Neeeeeeee) zwei gute alte Bekannte aus Matrix, Carrie-Anne Moss, die Hauptdarstellerin, und Joe Pantoliano, der den kleinen, schleimigen Verräter spielte und auch hier eine ähnliche Charakter hat.

Und auch bei den Kritikern scheint der Film gut angekommen zu sein, denn bei den Nomminierung zum diesjährigen Oscar ist er sowohl für bestes Originadrehbuch als auch für besten Schnitt nominiert.

Ich hoffe, dass ich zum einen nicht zuviel verraten habe, aber zum anderen genügend Appetit gemacht habe auf einen der besten Filme, die ich seit langem gesehen habe.

Aufgrund des genialen Plots auch garantiert ein Film, der auch jetzt, nachdem er aus der normalen Rotation der Kinos verschwindet, immer wieder in den Programmkinos auftauchen wird. Angeblich gibt es auf der DVD-Fassung, die es aber noch nicht in Deutschland gibt, auch die Möglichkeit, den Film in der "richtigen" Ablauffolge anzuschauen.

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Raileigh

    03.03.2002, 01:14 Uhr von Raileigh
    Bewertung: sehr hilfreich

    Es gibt noch eine menge Filme anzuschauen. Memento schon wegen Guy Pearce.