Memento (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Nietzsche
Wo bin ich und warum?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Manche Filme beginnen leise, ohne daß man ahnen kann, was für den Zuschauer bereitgehalten werden wird. Memento ist anders – vielleicht aber auch nicht... .
------------------------------------------------------
Die Story:
°°°°°°°°°
Der Film beginnt mit seinem Ende: Leonard (Guy Pearce) erschießt den vermeintlichen Mörder und Vergewaltiger seiner Frau. Dort, wo ein Film normalerweise aufhört, beginnt Memento. Die Story wird Episoden weise von hinten aufgerollt.
Leonard leidet seit dem Überfall, der auf seine Frau verübt wurde und bei dem er den Täter überraschte, an einer Beeinträchtigung seines Kurzzeitgedächtnisses. Er ist seit dem Unfall nicht mehr in der Lage sich Dinge mehr als ein paar Minuten zu merken.
Das hat Folgen: Um die Personen, die ihn umgeben, wie Teddy (Joe Pantoliano), der vorgibt Leonards Freund zu sein oder Natalie (Carrie-Anne Moss), die meint ihm aus Mitleid zu helfen, später am Tag wiederzuerkennen, schießt er von ihnen Polaroidfotos, die er mit kurzen Sätzen versieht, um die Wertigkeit der Personen auf die Reihe zu bekommen.
Fakten, die den Mörder seiner Frau beschreiben, tätowiert sich Leonard sogar unter die Haut, um sie auf keinen Fall wieder zu vergessen. Ebenso die Tatsache, daß er den Mörder und Vergewaltiger seiner Frau finden und töten will.
Da das Ende des Filmes in diesem Fall am Anfang steht, meint man vielleicht, daß man das, was hier nun das Ende des Filmes darstellt verraten kann, doch weit gefehlt. Das Ende ist in gewisser Weise überraschend und schockierend. Nur eines sei verraten: Zu Beginn des Filmes stand der Mord an Leonards Frau im Vordergrund – zum Ende des Filmes hin rückt immer mehr Leonards Krankheit in den Vordergrund.
------------------------------------------------------
Meine Meinung:
°°°°°°°°°°°°°
Vielen mag es merkwürdig oder sogar anstrengend und vielleicht sogar mißlungen erscheinen, daß der Film das Ende vorwegnimmt, doch im Verlauf des Filmes wird deutlich, daß er dies nur bedingt tut. Außerdem ist diese Erzählperspektive brillant gewählt, zwingt sie doch so den Zuschauer das Geschehen aus Leonards Perspektive zu erleben: Eine Geschichte in kurzen Häppchen, bei der man nicht weiß, was zuvor passiert ist.
Tatsächlich bricht die Erzählstruktur immer dann ab, wenn Leonard wieder im Vergessen verschwindet und neu auftaucht, ohne zu wissen, was zuvor passiert ist. Man könnte annehmen, daß diese Erzählweise auf den Zuschauer verwirrend wirkt, tatsächlich aber kann man der Handlung ohne Probleme folgen.
Diese Szenen sind immer unterbrochen von schwarz-weiß Aufnahmen, bei denen die Erzählstruktur vorwärts läuft. Man sieht Leonard im Motel, telefonieren, sich tätowieren. Stetig erzählt er dabei die Geschichte eines Mannes, die er Jahre zuvor erlebte, der ebenfalls an einem fehlenden Kurzzeitgedächtnis litt. Der Zuschauer wird dabei in Leonards Ritual eingeweiht, das er vollzieht, wenn er irgendwo erwacht, um herauszubekommen, wo er sich befindet und vor allem: warum!?
Leonards Krankheit ist keine Fiktion und wurde vielleicht zum ersten Mal von dem Neurologen Oliver Sacks in einem seiner Bücher aber auch in einem Dokumentarfilm dokumentiert. Regisseur Christopher Nolan scheint sich mit der Materie vor dem Film intensiv auseinander gesetzt zu haben, denn Bemerkungen Leonards, wie „Ich habe das Gefühl gerade aufgewacht zu sein und dieser Moment ist der erste, den ich seit dem Unfall erlebe!“, wurden auch von den Personen geäußerst, die tatsächlich an dem Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses leiden.
Der Film wirft Fragen auf, die der Zustand Leonards mit sich bringt: Was macht den Menschen aus? Oder anders ausgedrückt: Was ist ein Mensch ohne seine Erinnerung? Ohne Erinnerung fehlt ein gewisser Grad an Identität, muß man sich doch jeden Augenblick neu definieren und seine Situation neu einordnen. Freundschaften sind unmöglich, denn in wenigen Augenblicken weiß man nicht mehr, mit wem man es zu tun hat und ob derjenige Freund oder Feind ist.
Auch das Problem der Wirklichkeit wird fragwürdig, konstruiert sich Leonard doch seine Wirklichkeit immer wieder neu und in einer Weise, die von der „objektiven“ Wirklichkeit beständig abrückt.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fazit:
*****
Memento ist ein spannender und interessanter Film, der nicht nur durch seine ungemein originelle, wie treffende Erzählstruktur besticht. Bis zum Schluß bleibt der Zuschauer in Leonards Wirklichkeit verhaftet, die, wenn ihr Ausmaß deutlich wird, schockiert.
Der Film ist unbedingt sehenswert!
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USA 2000
Länge: 113 Minuten
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Guy Pearce (Leonard §Lenny" Shelby), Carrie-Anne Moss (Natalie), Joe Pantoliano (Teddy), Mark Boone jr. (Burt), Russ Fega (Kellner), Jorja Fox (Leonards Frau), Stephen Tobolowsky (Sammy Jankis)
Produktion: I Remember/Newmarket Capital Group/Team Todd
Produzenten: Jennifer Todd, Suzanne Todd, Elaine Dysinger
Buch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan
Kamera: Wally Pfister
Musik: David Julyan, David Bowie
Schnitt: Dody Dorn
Verleih: Helkon
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Die Story:
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Der Film beginnt mit seinem Ende: Leonard (Guy Pearce) erschießt den vermeintlichen Mörder und Vergewaltiger seiner Frau. Dort, wo ein Film normalerweise aufhört, beginnt Memento. Die Story wird Episoden weise von hinten aufgerollt.
Leonard leidet seit dem Überfall, der auf seine Frau verübt wurde und bei dem er den Täter überraschte, an einer Beeinträchtigung seines Kurzzeitgedächtnisses. Er ist seit dem Unfall nicht mehr in der Lage sich Dinge mehr als ein paar Minuten zu merken.
Das hat Folgen: Um die Personen, die ihn umgeben, wie Teddy (Joe Pantoliano), der vorgibt Leonards Freund zu sein oder Natalie (Carrie-Anne Moss), die meint ihm aus Mitleid zu helfen, später am Tag wiederzuerkennen, schießt er von ihnen Polaroidfotos, die er mit kurzen Sätzen versieht, um die Wertigkeit der Personen auf die Reihe zu bekommen.
Fakten, die den Mörder seiner Frau beschreiben, tätowiert sich Leonard sogar unter die Haut, um sie auf keinen Fall wieder zu vergessen. Ebenso die Tatsache, daß er den Mörder und Vergewaltiger seiner Frau finden und töten will.
Da das Ende des Filmes in diesem Fall am Anfang steht, meint man vielleicht, daß man das, was hier nun das Ende des Filmes darstellt verraten kann, doch weit gefehlt. Das Ende ist in gewisser Weise überraschend und schockierend. Nur eines sei verraten: Zu Beginn des Filmes stand der Mord an Leonards Frau im Vordergrund – zum Ende des Filmes hin rückt immer mehr Leonards Krankheit in den Vordergrund.
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Meine Meinung:
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Vielen mag es merkwürdig oder sogar anstrengend und vielleicht sogar mißlungen erscheinen, daß der Film das Ende vorwegnimmt, doch im Verlauf des Filmes wird deutlich, daß er dies nur bedingt tut. Außerdem ist diese Erzählperspektive brillant gewählt, zwingt sie doch so den Zuschauer das Geschehen aus Leonards Perspektive zu erleben: Eine Geschichte in kurzen Häppchen, bei der man nicht weiß, was zuvor passiert ist.
Tatsächlich bricht die Erzählstruktur immer dann ab, wenn Leonard wieder im Vergessen verschwindet und neu auftaucht, ohne zu wissen, was zuvor passiert ist. Man könnte annehmen, daß diese Erzählweise auf den Zuschauer verwirrend wirkt, tatsächlich aber kann man der Handlung ohne Probleme folgen.
Diese Szenen sind immer unterbrochen von schwarz-weiß Aufnahmen, bei denen die Erzählstruktur vorwärts läuft. Man sieht Leonard im Motel, telefonieren, sich tätowieren. Stetig erzählt er dabei die Geschichte eines Mannes, die er Jahre zuvor erlebte, der ebenfalls an einem fehlenden Kurzzeitgedächtnis litt. Der Zuschauer wird dabei in Leonards Ritual eingeweiht, das er vollzieht, wenn er irgendwo erwacht, um herauszubekommen, wo er sich befindet und vor allem: warum!?
Leonards Krankheit ist keine Fiktion und wurde vielleicht zum ersten Mal von dem Neurologen Oliver Sacks in einem seiner Bücher aber auch in einem Dokumentarfilm dokumentiert. Regisseur Christopher Nolan scheint sich mit der Materie vor dem Film intensiv auseinander gesetzt zu haben, denn Bemerkungen Leonards, wie „Ich habe das Gefühl gerade aufgewacht zu sein und dieser Moment ist der erste, den ich seit dem Unfall erlebe!“, wurden auch von den Personen geäußerst, die tatsächlich an dem Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses leiden.
Der Film wirft Fragen auf, die der Zustand Leonards mit sich bringt: Was macht den Menschen aus? Oder anders ausgedrückt: Was ist ein Mensch ohne seine Erinnerung? Ohne Erinnerung fehlt ein gewisser Grad an Identität, muß man sich doch jeden Augenblick neu definieren und seine Situation neu einordnen. Freundschaften sind unmöglich, denn in wenigen Augenblicken weiß man nicht mehr, mit wem man es zu tun hat und ob derjenige Freund oder Feind ist.
Auch das Problem der Wirklichkeit wird fragwürdig, konstruiert sich Leonard doch seine Wirklichkeit immer wieder neu und in einer Weise, die von der „objektiven“ Wirklichkeit beständig abrückt.
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Fazit:
*****
Memento ist ein spannender und interessanter Film, der nicht nur durch seine ungemein originelle, wie treffende Erzählstruktur besticht. Bis zum Schluß bleibt der Zuschauer in Leonards Wirklichkeit verhaftet, die, wenn ihr Ausmaß deutlich wird, schockiert.
Der Film ist unbedingt sehenswert!
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USA 2000
Länge: 113 Minuten
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Guy Pearce (Leonard §Lenny" Shelby), Carrie-Anne Moss (Natalie), Joe Pantoliano (Teddy), Mark Boone jr. (Burt), Russ Fega (Kellner), Jorja Fox (Leonards Frau), Stephen Tobolowsky (Sammy Jankis)
Produktion: I Remember/Newmarket Capital Group/Team Todd
Produzenten: Jennifer Todd, Suzanne Todd, Elaine Dysinger
Buch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan
Kamera: Wally Pfister
Musik: David Julyan, David Bowie
Schnitt: Dody Dorn
Verleih: Helkon
16 Bewertungen, 2 Kommentare
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14.02.2002, 17:40 Uhr von Yakuza
Bewertung: sehr hilfreichSupergeiler Film. Ich freu mich schon auf die DVD, die soll man rückwärts abspielen können.
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14.02.2002, 17:38 Uhr von Christian15
Bewertung: sehr hilfreichhab schon viel drüber gehört. werde ihn mir am dienstag anschauen. super bericht... gruß
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