Mercure Hotel Berlin Tempelhof Airport Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von stefbl
Edel schlafen und relaxen in der Bundeshauptstadt
Pro:
klasse Ausstattung, toller Service, nettes Personal
Kontra:
zum regulären Preis zu teuer - aber für was gibt's Sondertarife? :-)
Empfehlung:
Ja
Berlin und seine zahlreichen Sehenswürdigkeiten sind schon alleine Grund genug dazu, seine eigene Heimatstadt für ein verlängertes Wochenende zu verlassen und auf Sightseeing-Tour zu gehen. Wenn noch dazu in Berlin gerade ein ciao-Stammtisch stattfindet – um so besser! So haben frank.nonnenmann und ich wirklich mehr als spontan im vergangenen Jahr zwei Flüge von München nach Berlin gebucht, um dieser Metropole, die wir beide noch so gut wie gar nicht kannten, einen Besuch abzustatten. Nach ausgiebiger Recherche im Internet über hotel.de hatte Frank auch schnell das passende Hotel gefunden – das „Mercure Berlin Tempelhof Airport“. Für 60 Euro pro Zimmer und Nacht – ein Super-Sonder-Spezial-Tarif – mehr als nur ein Schnäppchen. Und mit seinen vier Sternen das wohl angemessene Kontrastprogramm zu unserem eher „individuellen“ Youth Hostel in Köln, mit dem wir beim dortigen Stammtisch so unsere Bekanntschaften gemacht hatten. Jetzt hieß es also für drei Tage und zwei Nächte Stress und Alltag raus, Urlaub und Entspannung rein – wozu unser Hotel einen wirklich hervorragenden Beitrag geleistet hat. Schon so viel sei vorweggenommen: Im „Mercure Tempelhof Airport“ haben wir uns von der ersten Minute an wirklich rundum wohl gefühlt. Und das ist wohl eines der besten Komplimente, die man einem Hotel machen kann …
Zunächst ein paar allgemeine Fakten:
Wenn man Berlin mit dem Flieger erreicht und an einem deutschen Flughafen gestartet ist, landet man im Normalfall in Tegel. Dieser Flughafen befindet sich im Nordwesten von Berlin, Tempelhof hingegen – hier fliegen unter anderem kleine Maschinen nach Mallorca etc. ab – im Südosten. Obwohl uns also unser Weg zunächst mal quer durch die Stadt führen musste, war die Anbindung gar nicht schlecht. Mit Bus und U-Bahn waren wir knappe 45 Minuten unterwegs und mussten nur zweimal umsteigen. Das Hotel selbst befindet sich in der Hermannstraße 214-216; die nächstgelegene U-Bahn-Station „Boddinstraße“ (Neukölln, U7) liegt nur knappe fünf Gehminuten entfernt.
Das Hotel selbst ist auch nicht gerade klein. 216 Zimmer verteilen sich auf sechs Etagen, dazu gibt es einen großen Fitness- und Wellnessbereich, eine Hotelbar, ein Hotelrestaurant sowie diverse Tagungsräume. Laut hotel.de verfügt das „Mercure Tempelhof Airport“ über vier Sterne, nach eigens für Mercure-Hotels vergebenen Kriterien hat es vier „M“s, was „gehobene Kategorie“ bedeutet. Genau so fühlten wir uns auch vom ersten Augenblick an – auf Händen getragen und in angenehmen Luxus gebadet. Ein gutes Gefühl!
Unsere Eindrücke:
Kaum hat man die Drehtür des doch recht großen Gebäudes passiert, steht man in einer kühlen, weitläufigen Lobby, die mit einer Menge Marmor ausgekleidet ist. Leichte Musik ertönt im Hintergrund, das Personal ist schnell zur Stelle. Obwohl wir nur das günstige Wochenend-Sommer-Special gebucht hatten, wurden wir an der Rezeption empfangen, als wären wir wichtige Geschäftsleute, von deren Zufriedenheit für das Hotel einiges an Prestige abhängen würde. Überaus freundlich bekamen wir die Key-Cards für unser Zimmer, darüber hinaus noch eine Informationsmappe über Berliner Sehenswürdigkeiten sowie eine Münze für das sogenannte „Vitarium“, auf das ich später noch näher eingehen werde. Doch damit nicht genug: Schon fragte uns der Rezeptionist, ob wir denn schon spezielle Pläne für Berlin hätten – worauf er sich den U-Bahn-Plan zur Hand nahm und uns gleich mal ein paar Wege erläuterte. So nett empfangen machten wir uns als nächstes also auf den Weg in unser Zimmer auf dem dritten Stock.
Nur wenige Momente später – Ankunft in unserem Zimmer. Mit einem leichten Surren öffnet sich die Tür – und schon können wir eintreten. In dem Moment, in dem wir die Schlüsselkarte in die kleine Strombox neben der Tür stecken (ein mittlerweile in den meisten Hotels praktizierendes Vorgehen, um Energieverschendung zu vermeiden), flammen im Zimmer sämtliche Lichter auf – und der Fernseher begrüßt uns persönlich. „Herzlich Willkommen, Herr Nonnenmann, wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt“ steht dort auf dem Bildschirm (- klar, dass mal wieder nur die Männer begrüßt werden ;-) -) und per Tastendruck können wir – wenn wir den wollten – nähre Infos zum Hotel abrufen. Ein großes, französisches Bett, ein Schreibtisch, ein kleiner Tisch, mehrere Stühle, ein Regal mit diversen Prospekten, Fernseher, Kofferabstell-Board – so sieht sie aus, die Ausstattung in unserem Zimmer. Gleich am Eingang ein riesiger Einbauschrank, hinter dessen Tür sich sogar eine kleine Küche mit Kühlschrank und Minibar verbirgt, war wohl eine der größten Überraschungen (wenngleich wir von der Küche nun wirklich keinen Gebrauch gemacht haben). Der Hotelprospekt gibt darüber Auskunft, dass es sich bei solchen Zimmern um „Langzeit-Zimmer“ handelt. Übrigens hatten wir ein Nichtraucher-Zimmer.
Hätten wir übrigens unserer Internet-Sucht auch im Hotelzimmer nachgeben wollen und hätten wir einen Laptop dabei gehabt – es wäre kein Problem gewesen, diesen auch in Betrieb zu nehmen. Anschlüsse dafür waren nämlich auch vorhanden.
Was mich (stefbl) zum nächsten Begeisterungsausbruch hat hinreißen lassen, war schließlich unser Bad. Schneeweiße Armaturen, ganz zart grünliche Kacheln, ein riesiger Spiegel, ein großer Waschtisch, alles tiptop sauber und glänzend – genau SO ein Bad hätte ich gerne hier in meiner normalen Münchner Stadtwohnung. Sehr zu meiner Freude verfügte das Bad außerdem über einen Fön und einen separaten Schminkspiegel.. Einziger Nachteil: Die Badewanne hatte nur über eine schmale Glaswand und nicht über eine richtige Duschtür bzw. einen Duschvorhang. So musste ich morgens beim Duschen die nötige Vorsicht walten lassen, um das Bad nicht in einen Pool zu verwandeln …
Rätsel gab mir zunächst der Drehschalter über dem Waschbecken in der Badezimmerwand auf. Sollte dies vielleicht ein Lichtdimmer sein oder eine Art Ventilator? Die Antwort erhielt ich abends, als ich mich gerade im Bad aufhielt und am Schalter spielte, während Frank sämtliche Kabel-TV-Programme durchprobierte. Plötzlich konnte ich nämlich den TV-Sound auch im Bad hören – und die Lautstärke individuell regeln … wie doch manche Dinge gleichzeitig interessant wie unnütz sein können …
Als es nach einem langen Tag in Berlin abends dann schließlich ans Schlafen ging, mussten wir zunächst unsere kleinen, rosa Betthupferl-Bonbon-Herzen vom Kissen räumen, die uns schon bei unserer Ankunft begrüßt hatten. Das französische Bett selbst dürfte eine Breite von ca. 1,50 oder 1,60 gehabt haben – Platz war jedenfalls reichlich da. Zwar war die Matratze für den Geschmack von Frank etwas zu weich, aber geschlafen habe ich auf jeden Fall wunderbar. Bis uns am nächsten Morgen der telefonische Weckdienst mit einem penetranten Klingeln doch eher unsanft weckte.
Auch bereits am ersten Abend haben wir zur Erholung vom vielen Sightseeing den hoteleigenen Wellness-Bereich unter die Lupe genommen. Dieser befindet sich im 6. Stock des Hotels und bietet sowohl ein Fitness- als auch ein Sauna-Areal. Hier lösten wir als erstes unsere Vitariums-Münze ein – ein kleiner Raum, wo man es sich auf zwei Liegen gemütlich macht und den Dingen ausharrt, die da kommen sollen … Vitarium, das bedeutete zunächst entspannende Musik und wechselnde Farbbestrahlung – bis schließlich ein Tropengewitter simuliert wurde und ein warmer, leichter Regen einsetzte. Dafür, dass wir das Vitarium mit im Preis hatten und es also quasi geschenkt war, war dies doch eine ganz angenehme Erfahrung. Regulär muss man für 30 Minuten acht Euro bezahlen – und das wäre es dann auch wieder nicht wert gewesen.
Im Anschluss daran haben wir natürlich auch noch die kleine, aber feine Hotelsauna getestet und anschließend richtig faul bei sanfter Musik auf den Liegen gelegen. Und weil das so schön war und wir so k.o., haben wir auch am nächsten Tag den ciao-Stammtisch schon früh verlassen, um uns diesem Genuss ein weiteres Mal in aller Muße hingeben zu können. Statt einem zweiten Saunagang hätte ich an diesem Tag auch gerne mal das türkische Dampfbad getestet, leider war es gerade ausgeschaltet. Machte aber nichts – es war auch so richtig schön und entspannend.
Kaum zu glauben aber wahr: Sogar ein Frühstück war in unserem Übernachtungspreis von 60 Euro enthalten. Und dies war – wie man es von Hotelketten ja meistens gewohnt ist – richtig feudal. Als Koffein-Junkie habe ich mich zunächst schon einmal sehr darüber gefreut, dass man nicht für jede Tasse Kaffee einzeln nach vorne laufen musste, sondern gleich eine ganze Kanne auf den Tisch gestellt bekam. Dazu gab es jede Menge Frühstücksvariationen (Wurst, Käse, Fisch, zig Sorten Marmelade und Honig, Säfte aus der Maschine sowie Orangensaft zum Selberpressen), warme Speisen (Rührei, Speck, Würstchen, eine Art Gemüseauflauf) und – für mich das gelungene Tüpfelchen auf ein schönes Frühstück – Sekt! Wäre die Zeit in Berlin nicht knapp gewesen und hätten wir nicht ein großes Besichtigungsprogramm vor uns gehabt – allein beim Frühstück hätte ich es locker zwei Stündchen ausgehalten.
Zum Schluss noch ein paar Kleinigkeiten, auf die ich bisher in meinem Bericht noch nicht eingegangen bin:
- die Minibar. Sie gehört auch bei diesem Mercure zur Standardausstattung eines Hotelzimmers, war aber wie alle Minibars für meinen Geschmack vieeeeel zu teuer. Eine Flasche Wasser hätte 3,90 Euro gekostet – da haben wir uns lieber ganz normal im Supermarkt eingedeckt.
- das TV-Programm. Bei einem Wochenendtrip eher unwichtig, aber zum kurzen Zeitvertreib vor dem ins Bett gehen doch interessant: Wir hatten 30 Programme zur Auswahl. Darüber hinaus hätten wir für 12,50 Euro pro Nacht auch noch Zugang zu diversen Pay-TV – und Porno-Kanälen haben können, doch darauf haben wir gerne verzichtet.
- das Umland: Wer nicht unbedingt möchte, muss abends nicht mehr in die Stadt fahren, um zum Beispiel essen zu gehen oder noch etwas zu unternehmen. Denn direkt neben dem Hotel befindet sich der sogenannte „Kindl-Boulevard“ – eine Passage mit diversen Geschäften, Restaurants sowie einem Kinocenter. Darüber hinaus gab es rund ums Hotel diverse Läden und Imbisse.
- die Entfernung zur Stadt: Obwohl das Hotel schon eher am Rande von Berlin liegt, sind alle zentralen Punkte schnell und gut erreichbar. So beträgt die Fahrzeit zum Potsdamer Platz keine zehn Minuten, an der Friedrichsstraße in der Nähe von Reichstag und Brandenburger Tor ist man in weniger als 15 Minuten. Noch kürzer ist der Weg zum Alexanderplatz.
Kommen wir also zum Fazit:
Mit der Buchung des „Mercure Tempelhof Airport“ haben wir nicht nur ein gutes Schnäppchen geschlagen, sondern auch einen richtigen Glücksgriff gemacht. Ob Ausstattung, Service, Zusatzangebote – hier hat einfach rundum alles gestimmt und wir konnten uns auf der ganzen Linie einfach nur wohlfühlen. Übrigens: Regulär kosten die Zimmer hier zwischen 150 und 300 Euro – mit unseren 60 Euro komplett pro Zimmer und Nacht haben wir also eine Menge gespart. Also: Augen aufhalten und Sonderangebote suchen …
Und eine Sache ist jetzt sowieso klar: Wir sind garantiert nicht das letzte Mal in Berlin gewesen. Und genauso wenig das letzte Mal in einem Mercure-Hotel. Solltet ihr also demnächst selbst mal einen Städtetrip planen – Häuser dieser Kette bzw. das „Mercure Tempelhof Airport“ könnt ihr bedenkenlos buchen. 100 Prozent empfehlenswert!
Hier noch die Hotel-Adresse:
Mercure Hotel
Berlin Tempelhof Airport
Hermannstraße 214-216
12049 Berlin
Telefon: 030-62 78 00
Mercure-Hotels im Internet: www.mercure.com
stefbl, 20. September 2003
(Erstveröffentlichung bei ciao im August 2002)
Zunächst ein paar allgemeine Fakten:
Wenn man Berlin mit dem Flieger erreicht und an einem deutschen Flughafen gestartet ist, landet man im Normalfall in Tegel. Dieser Flughafen befindet sich im Nordwesten von Berlin, Tempelhof hingegen – hier fliegen unter anderem kleine Maschinen nach Mallorca etc. ab – im Südosten. Obwohl uns also unser Weg zunächst mal quer durch die Stadt führen musste, war die Anbindung gar nicht schlecht. Mit Bus und U-Bahn waren wir knappe 45 Minuten unterwegs und mussten nur zweimal umsteigen. Das Hotel selbst befindet sich in der Hermannstraße 214-216; die nächstgelegene U-Bahn-Station „Boddinstraße“ (Neukölln, U7) liegt nur knappe fünf Gehminuten entfernt.
Das Hotel selbst ist auch nicht gerade klein. 216 Zimmer verteilen sich auf sechs Etagen, dazu gibt es einen großen Fitness- und Wellnessbereich, eine Hotelbar, ein Hotelrestaurant sowie diverse Tagungsräume. Laut hotel.de verfügt das „Mercure Tempelhof Airport“ über vier Sterne, nach eigens für Mercure-Hotels vergebenen Kriterien hat es vier „M“s, was „gehobene Kategorie“ bedeutet. Genau so fühlten wir uns auch vom ersten Augenblick an – auf Händen getragen und in angenehmen Luxus gebadet. Ein gutes Gefühl!
Unsere Eindrücke:
Kaum hat man die Drehtür des doch recht großen Gebäudes passiert, steht man in einer kühlen, weitläufigen Lobby, die mit einer Menge Marmor ausgekleidet ist. Leichte Musik ertönt im Hintergrund, das Personal ist schnell zur Stelle. Obwohl wir nur das günstige Wochenend-Sommer-Special gebucht hatten, wurden wir an der Rezeption empfangen, als wären wir wichtige Geschäftsleute, von deren Zufriedenheit für das Hotel einiges an Prestige abhängen würde. Überaus freundlich bekamen wir die Key-Cards für unser Zimmer, darüber hinaus noch eine Informationsmappe über Berliner Sehenswürdigkeiten sowie eine Münze für das sogenannte „Vitarium“, auf das ich später noch näher eingehen werde. Doch damit nicht genug: Schon fragte uns der Rezeptionist, ob wir denn schon spezielle Pläne für Berlin hätten – worauf er sich den U-Bahn-Plan zur Hand nahm und uns gleich mal ein paar Wege erläuterte. So nett empfangen machten wir uns als nächstes also auf den Weg in unser Zimmer auf dem dritten Stock.
Nur wenige Momente später – Ankunft in unserem Zimmer. Mit einem leichten Surren öffnet sich die Tür – und schon können wir eintreten. In dem Moment, in dem wir die Schlüsselkarte in die kleine Strombox neben der Tür stecken (ein mittlerweile in den meisten Hotels praktizierendes Vorgehen, um Energieverschendung zu vermeiden), flammen im Zimmer sämtliche Lichter auf – und der Fernseher begrüßt uns persönlich. „Herzlich Willkommen, Herr Nonnenmann, wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt“ steht dort auf dem Bildschirm (- klar, dass mal wieder nur die Männer begrüßt werden ;-) -) und per Tastendruck können wir – wenn wir den wollten – nähre Infos zum Hotel abrufen. Ein großes, französisches Bett, ein Schreibtisch, ein kleiner Tisch, mehrere Stühle, ein Regal mit diversen Prospekten, Fernseher, Kofferabstell-Board – so sieht sie aus, die Ausstattung in unserem Zimmer. Gleich am Eingang ein riesiger Einbauschrank, hinter dessen Tür sich sogar eine kleine Küche mit Kühlschrank und Minibar verbirgt, war wohl eine der größten Überraschungen (wenngleich wir von der Küche nun wirklich keinen Gebrauch gemacht haben). Der Hotelprospekt gibt darüber Auskunft, dass es sich bei solchen Zimmern um „Langzeit-Zimmer“ handelt. Übrigens hatten wir ein Nichtraucher-Zimmer.
Hätten wir übrigens unserer Internet-Sucht auch im Hotelzimmer nachgeben wollen und hätten wir einen Laptop dabei gehabt – es wäre kein Problem gewesen, diesen auch in Betrieb zu nehmen. Anschlüsse dafür waren nämlich auch vorhanden.
Was mich (stefbl) zum nächsten Begeisterungsausbruch hat hinreißen lassen, war schließlich unser Bad. Schneeweiße Armaturen, ganz zart grünliche Kacheln, ein riesiger Spiegel, ein großer Waschtisch, alles tiptop sauber und glänzend – genau SO ein Bad hätte ich gerne hier in meiner normalen Münchner Stadtwohnung. Sehr zu meiner Freude verfügte das Bad außerdem über einen Fön und einen separaten Schminkspiegel.. Einziger Nachteil: Die Badewanne hatte nur über eine schmale Glaswand und nicht über eine richtige Duschtür bzw. einen Duschvorhang. So musste ich morgens beim Duschen die nötige Vorsicht walten lassen, um das Bad nicht in einen Pool zu verwandeln …
Rätsel gab mir zunächst der Drehschalter über dem Waschbecken in der Badezimmerwand auf. Sollte dies vielleicht ein Lichtdimmer sein oder eine Art Ventilator? Die Antwort erhielt ich abends, als ich mich gerade im Bad aufhielt und am Schalter spielte, während Frank sämtliche Kabel-TV-Programme durchprobierte. Plötzlich konnte ich nämlich den TV-Sound auch im Bad hören – und die Lautstärke individuell regeln … wie doch manche Dinge gleichzeitig interessant wie unnütz sein können …
Als es nach einem langen Tag in Berlin abends dann schließlich ans Schlafen ging, mussten wir zunächst unsere kleinen, rosa Betthupferl-Bonbon-Herzen vom Kissen räumen, die uns schon bei unserer Ankunft begrüßt hatten. Das französische Bett selbst dürfte eine Breite von ca. 1,50 oder 1,60 gehabt haben – Platz war jedenfalls reichlich da. Zwar war die Matratze für den Geschmack von Frank etwas zu weich, aber geschlafen habe ich auf jeden Fall wunderbar. Bis uns am nächsten Morgen der telefonische Weckdienst mit einem penetranten Klingeln doch eher unsanft weckte.
Auch bereits am ersten Abend haben wir zur Erholung vom vielen Sightseeing den hoteleigenen Wellness-Bereich unter die Lupe genommen. Dieser befindet sich im 6. Stock des Hotels und bietet sowohl ein Fitness- als auch ein Sauna-Areal. Hier lösten wir als erstes unsere Vitariums-Münze ein – ein kleiner Raum, wo man es sich auf zwei Liegen gemütlich macht und den Dingen ausharrt, die da kommen sollen … Vitarium, das bedeutete zunächst entspannende Musik und wechselnde Farbbestrahlung – bis schließlich ein Tropengewitter simuliert wurde und ein warmer, leichter Regen einsetzte. Dafür, dass wir das Vitarium mit im Preis hatten und es also quasi geschenkt war, war dies doch eine ganz angenehme Erfahrung. Regulär muss man für 30 Minuten acht Euro bezahlen – und das wäre es dann auch wieder nicht wert gewesen.
Im Anschluss daran haben wir natürlich auch noch die kleine, aber feine Hotelsauna getestet und anschließend richtig faul bei sanfter Musik auf den Liegen gelegen. Und weil das so schön war und wir so k.o., haben wir auch am nächsten Tag den ciao-Stammtisch schon früh verlassen, um uns diesem Genuss ein weiteres Mal in aller Muße hingeben zu können. Statt einem zweiten Saunagang hätte ich an diesem Tag auch gerne mal das türkische Dampfbad getestet, leider war es gerade ausgeschaltet. Machte aber nichts – es war auch so richtig schön und entspannend.
Kaum zu glauben aber wahr: Sogar ein Frühstück war in unserem Übernachtungspreis von 60 Euro enthalten. Und dies war – wie man es von Hotelketten ja meistens gewohnt ist – richtig feudal. Als Koffein-Junkie habe ich mich zunächst schon einmal sehr darüber gefreut, dass man nicht für jede Tasse Kaffee einzeln nach vorne laufen musste, sondern gleich eine ganze Kanne auf den Tisch gestellt bekam. Dazu gab es jede Menge Frühstücksvariationen (Wurst, Käse, Fisch, zig Sorten Marmelade und Honig, Säfte aus der Maschine sowie Orangensaft zum Selberpressen), warme Speisen (Rührei, Speck, Würstchen, eine Art Gemüseauflauf) und – für mich das gelungene Tüpfelchen auf ein schönes Frühstück – Sekt! Wäre die Zeit in Berlin nicht knapp gewesen und hätten wir nicht ein großes Besichtigungsprogramm vor uns gehabt – allein beim Frühstück hätte ich es locker zwei Stündchen ausgehalten.
Zum Schluss noch ein paar Kleinigkeiten, auf die ich bisher in meinem Bericht noch nicht eingegangen bin:
- die Minibar. Sie gehört auch bei diesem Mercure zur Standardausstattung eines Hotelzimmers, war aber wie alle Minibars für meinen Geschmack vieeeeel zu teuer. Eine Flasche Wasser hätte 3,90 Euro gekostet – da haben wir uns lieber ganz normal im Supermarkt eingedeckt.
- das TV-Programm. Bei einem Wochenendtrip eher unwichtig, aber zum kurzen Zeitvertreib vor dem ins Bett gehen doch interessant: Wir hatten 30 Programme zur Auswahl. Darüber hinaus hätten wir für 12,50 Euro pro Nacht auch noch Zugang zu diversen Pay-TV – und Porno-Kanälen haben können, doch darauf haben wir gerne verzichtet.
- das Umland: Wer nicht unbedingt möchte, muss abends nicht mehr in die Stadt fahren, um zum Beispiel essen zu gehen oder noch etwas zu unternehmen. Denn direkt neben dem Hotel befindet sich der sogenannte „Kindl-Boulevard“ – eine Passage mit diversen Geschäften, Restaurants sowie einem Kinocenter. Darüber hinaus gab es rund ums Hotel diverse Läden und Imbisse.
- die Entfernung zur Stadt: Obwohl das Hotel schon eher am Rande von Berlin liegt, sind alle zentralen Punkte schnell und gut erreichbar. So beträgt die Fahrzeit zum Potsdamer Platz keine zehn Minuten, an der Friedrichsstraße in der Nähe von Reichstag und Brandenburger Tor ist man in weniger als 15 Minuten. Noch kürzer ist der Weg zum Alexanderplatz.
Kommen wir also zum Fazit:
Mit der Buchung des „Mercure Tempelhof Airport“ haben wir nicht nur ein gutes Schnäppchen geschlagen, sondern auch einen richtigen Glücksgriff gemacht. Ob Ausstattung, Service, Zusatzangebote – hier hat einfach rundum alles gestimmt und wir konnten uns auf der ganzen Linie einfach nur wohlfühlen. Übrigens: Regulär kosten die Zimmer hier zwischen 150 und 300 Euro – mit unseren 60 Euro komplett pro Zimmer und Nacht haben wir also eine Menge gespart. Also: Augen aufhalten und Sonderangebote suchen …
Und eine Sache ist jetzt sowieso klar: Wir sind garantiert nicht das letzte Mal in Berlin gewesen. Und genauso wenig das letzte Mal in einem Mercure-Hotel. Solltet ihr also demnächst selbst mal einen Städtetrip planen – Häuser dieser Kette bzw. das „Mercure Tempelhof Airport“ könnt ihr bedenkenlos buchen. 100 Prozent empfehlenswert!
Hier noch die Hotel-Adresse:
Mercure Hotel
Berlin Tempelhof Airport
Hermannstraße 214-216
12049 Berlin
Telefon: 030-62 78 00
Mercure-Hotels im Internet: www.mercure.com
stefbl, 20. September 2003
(Erstveröffentlichung bei ciao im August 2002)
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