Mesa Verde National Park Testbericht

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Erfahrungsbericht von Radar

Nationalpark der Anasazikultur

Pro:

Interessant und sehenswert

Kontra:

Überlaufen

Empfehlung:

Ja

Von Cortez auf der US 160 in Richtung Osten. Am Horizont erhebt sich bis zu 700 Metern über der Ebene ein Plateau. In engen Serpentinen geht es hinauf, haarscharf am Abgrund entlang, manchmal durch freigesprengte Stellen, und hin und wieder schweift der Blick über das Montezuma Valley zu den schneebedeckten San Juan Mountains.

Das Plateau in der Südwestecke Colorados heißt Mesa Verde, spanisch für „Grüner Tisch“, wegen seiner ebenen, dichtbewachsenen Oberfläche. Hier haben Menschen vor Jahrhunderten in den tief ins Plateau schneidenden Canyons hochinteressante Spuren hinterlassen.

Wie sich die Menschen, die einst dort lebten, selbst nannten, ist in Vergessenheit geraten. Der heute populärste Name ist Anasazi, er stammt von den Navajo und bedeutet „Alte Feinde“. Die Hopi und Ute nennen dieses verlorene Volk schlicht und einfach „Old Ones“.

Allzuviel ist auch heute nicht über die Anasazi bekannt. 700 Jahre lang siedelten sie auf dem Plateau, woher sie kamen ist unbekannt. 4000 Ruinen, darunter 600 Felswohnungen haben sie hinterlassen. Zwischen 500 und 750 n. Chr. Begannen sie ihre Bauten auf dem Plateau. Bis ca. 1100 perfektionierten sie ihre Baukunst mit mehrstöckigen Steinhäusern, den Pueblos, und runden Zeremonienräumen, den sogenannten Kivas. Zwischen 1100 und 1300 stand ihre Kultur in höchster Blüte. Um 1200 zogen sie hinab in die Canyons und bauten ihre berühmten Felswohnungen. Die Gründe für diesen Umzug sind ebenso unbekannt wie die Gründe für ihren Wegzug 100 Jahre später.

Die Ruinen von Mesa Verde konzentrieren sich an der Südkante. Die 13 Meilen lange Mesa Top Road verbindet die sehenswerten Stätten miteinander. Viele der Ruinen können nur auf geführten Touren besichtigt werden. Tickets dazu gibt es im Far View Visitor Center. Frühzeitiges Erscheinen ist zu empfehlen, da jede Menge Besucher in langen Schlangen auf die begrenzte Anzahl von Tickets warten.
Touren, z.B. zum Cliff Palace und zum Balcony House finden in der Zeit von Mai bis Labor Day täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr alle 30 Minuten statt.

Vom Eingang des Parks fährt man über das Far View Visitor Center und dann auf der Chapin Mesa, die meistbefahrene Parkstraße entlang. Kurz hinter der Abzweigung zum Cedar Tree Tower geht es rechts ab zum Chapin Mesa Museum. Dort bekommen die Besucher eine Einführung in die Geschichte der Anasazi und Broschüren zu den wichtigsten Ruinen. Mit dem Info – Blatt zum Spruce Tree House findet man den 400 Meter langen Weg zur besterhaltenen Ruine des Parks. Der kurze Weg hinunter führt zwischen den einheimischen Eichen hindurch in den Canyon.
Die Anasazi haben den Komplex mit 114 Räumen so eng unter einen riesigen Felswust eingepaßt, dass noch heute fast die komplette, 60 Meter breite Steinstruktur mit ihren T – förmigen Türen zu sehen ist. Ungefähr 100 Personen lebten hier und benutzten acht Kivas, das sind unterirdische Zeremonienstätten. Durch ein Rauchloch kann man in eine dieser dunklen Kammern hinabsteigen.
Auch wenn man entlang des 4,5 Kilometer langen Petroglyph Trails große Felszeichnungen sehen kann, geht es hier um die Natur. Im Park leben auch überraschend viele Tiere. Zu den häufigsten gehören der antilopenartige Maultierhirsch, Truthähne, Eichhörnchen und Stinktiere. Wer einem Schwarzbären oder einem Puma begegnet, sollte vorsichtig den Rückzug antreten.
Anschließend fährt man auf die Hauptstraße zurück und biegt auf die Ruins Road ab, die den Besucher über zwei Ringstrecken zu den Prunkbauten der früheren Hochkultur führt.
Am besten nimmt man zuerst den Cliff Palace Loop zum Parkplatz des Cliff Palace. Nach ein paar Schritten steht man vor der größten Felswohnung Nordamerikas mit 217 Räumen. Besonders interessant sind die Felsmalereien oben in Square Tower.
Ein kleines Abenteuer ist die Besichtigung des Balcony House, mit 40 Räumen die eindrucksvollste Behausung im Park. Die Besucher müssen zehn Meter hohe Leitern hinaufklettern und durch Tunnel kriechen. Belohnung ist ein herrlicher Blick über den grünen Soda Canyon, der von den buschbewachsenen Tafeln der Hochebene überragt wird.
Außerdem lohnt sich ein Besuch der Early Pueblo Ruins und des Sun Temples. Vom Canyonrand hat man einen überwältigenden Blick auf das Cliff Palace.

Die Übernachtungsmöglichkeiten im Park sind begrenzt. Es gibt einen Campingplatz. Der Morefield Campground ist von Mai bis Oktober geöffnet und bietet eingeschränkten Service.
Die Far View Lodge liegt beim Visitor Center hoch über dem Soda Canyon und kostet pro Nacht 100 bis 130 Dollar. Ohne lange Voranmeldung ist jedoch wie in allen Nationalparks kein Zimmer zu bekommen.

Weitere Unterkünfte gibt es zum Beispiel in Durango, etwa 1,5 Autostunden östlich des Parks.
Durango ist mit 12500 Einwohnern die größte Stadt der Region im Südwesten Colorados und ist mit ihren viktorianischen Steinhäusern eine angenehme Basis für Trips in die San Juan Mountains, einem wunderschönen Teil der Rocky Mountains. Ihre Hauptattraktion führt aus ihr heraus und ist zugleich eine Zeitreise in 120 Jahre zurückliegende Pioniertage. Über 200000 Passagiere transportiert die nostalgische, von einer Dampflok gezogene, Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad jeden Sommer ins tausend Meter höher gelegene Silverton und zurück. Die Fahrt dauert ca. neun Stunden und kostet 49,10 $. Dort wo man früher Edelmetalle förderte, hat man erfolgreich auf Tourismus umgeschaltet. Die Bahn ist eine spektakuläre Tagestour durch hochalpine Wildnis mit Schwindel erregenden Passagen und unvergesslichen Panoramen.

Der beste Ausgangspunkt für Trips in den Mesa Verde National Park ist das freundliche Westernstädtchen Cortez, ungefähr 10 Meilen westlich des Parks. Cortez ist heute das Zentrum innovativer Navajo Folk Art, zu sehen und zu kaufen in der Galerie – Folk Art of the Four Corners – in der Main Street.
Über die Anasazi informiert das Cow Canyon Archeological Center an der Road K.
Rund um die Main Street gibt außerdem viele gute Hotels und Motels.

Der Eintritt in den Mesa Verde National Park kostet 10$ pro Fahrzeug, die geführten Touren 1,35$ extra.

Das Wetter ist überwiegend trocken und heiß. Da es im Park kaum Wasser gibt sollte man ausreichend Getränke mitführen.
Der Park ist ganzjährig geöffnet, Services und Einrichtungen kann man aber nur von Mai bis Mitte Oktober nutzen. Der Cliff Palace ist ab Mitte April offen. Im Winter wird die Ruins Road bei Schnee sogar ganz gesperrt.

Informationen unter: www.nps.gov/meve

42 Bewertungen, 3 Kommentare

  • manu63

    12.11.2005, 23:27 Uhr von manu63
    Bewertung: sehr hilfreich

    interessanter Bericht lg manu63

  • animaldream

    12.11.2005, 18:41 Uhr von animaldream
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr interessant! LG animaldream

  • Cicila

    12.11.2005, 13:08 Uhr von Cicila
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich an wie ein Traum... <br/>LG Cicila