Miniatur-Wunderland Testbericht

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Erfahrungsbericht von Locke1771

Eine wunderbare Mini-Welt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hamburg ist eine schöne Stadt und hat nicht nur für Touristen viel zu bieten. Ich lebe schon sehr lange in Hamburg und auch ich finde hier immer wieder Neues und Spannendes.

Ich habe euch vor kurzem von Dungeon erzählt. Mein heutiger Bericht befasst sich mit einem direkten Nachbarn, dem Miniatur-Wunderland.

Was ist das nun wieder, Miniatur-Wunderland? Dahinter verbirgt sich die mittlerweile weltgrößte digital gesteuerte Modelleisenbahnanlage. Auf etwa 440 qm Ausstellungsfläche befindet sich eine bis ins kleinste Detail gestaltete Modelllandschaft, und ein Ende ist nicht abzusehen. Ich interessiere mich eigentlich nicht für Modelleisenbahn und bin nur zufällig durch eine Fernsehsendung darauf aufmerksam geworden. Der Bericht hat mich sehr neugierig gemacht und da ich sowieso noch mal ins Dungeon wollte, dachte ich, man könne ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, schnappte mir meinen Mann und auf ging’s in die Speicherstadt.

Das Miniatur-Wunderland ist am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Man fährt mit der U-Bahn (U3) bis zur Haltestelle Baumwall und geht ungefähr sieben Minuten zu Fuß zum Kehrwieder 2. Und da hätten wir unser Ziel auch schon erreicht.

Im Gebäude angekommen war erst mal Treppensteigen angesagt (jeder Gang macht ja bekanntlich schlank :-)), denn die Ausstellung befindet sich im 4. Stock. Selbstverständlich ist auch dieses Bauwerk mit einem Fahrstuhl ausgestattet. Da ich aber eine naturgemäße Abneigung gegen Fahrstühle habe, gab es für mich keine andere Wahl, als meine Füße zu gebrauchen. Endlich in der 4. Etage angekommen mussten wir zunächst an der Kasse vorbei und 9,00 € bezahlen. Weiter ging’s. Vor uns hatten wir Regale, Tische und Ständer mit einer reichhaltigen Auswahl an Modellautos, Eisenbahnwaggongs, Schienen, aber auch Postkarten, Videos und anderen Andenken, die man käuflich erwerben kann. Ein Stück weiter geradeaus befindet sich eine Cafeteria, in der man sich, wenn man denn genug gesehen hat, stärken kann.

Wir machten eine scharfe Linksdrehung und befanden uns nun im Ausstellungsraum. Dort war ich etwas irritiert, denn in diesem Raum war es sehr dunkel. Da fiel mir aber auch schon ein, was ich im Fernsehen gesehen hatte: Durch die Beleuchtung im Raum wird in etwa 15 bis 20 Minuten-Abständen ein Tagesablauf simuliert und es war gerade Nacht, als wir ankamen. Aber bald wurde es wieder hell und vor uns lag eine riesige wunderschöne Modelllandschaft.

Wir waren nur ein paar Schritte gegangen, da trafen wir schon auf eine „alte Bekannte“, Hamburgs Speicherstadt. Hier präsentiert sich eine sehr gelungene Nachbildung der alten Gebäude. Nicht weit entfernt, die Landungsbrücken, Parkende Autos und kleine Leute auf den Gehwegen. Dazwischen fahren U- und S-Bahn und... oh, was ist denn das? – Es brennt! Jetzt ist aber die Feuerwehr gefragt, die ist auch schon mit Blaulicht und heulenden Sirenen zur Stelle. Die Brandbekämpfung ist erfolgreich. Na das ist ja noch mal gutgegangen...!

Kommen wir nun von den Landungsbrücken zur AOL-Arena. Dort findet gerade ein Fußballspiel zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli statt. Auf der nachgebildeten Videowand kann man die Tore mitverfolgen. Typische Stadiongeräusche sind zu vernehmen, aber das für mich beeindruckendste: in der Arena „sitzen“ mehrere tausend(!) Mini-Zuschauer. Was muss da für eine Arbeit drinstecken?

Doch nicht nur Hamburg kann man bestaunen. Landschaftsabschnitte etwa vom Harz, den Alpen einen Amerika-Teil und vieles mehr kann man hier vorfinden. Felder, Wiesen, Straßen, Brücken, Flüsse sind sehr originalgetreu nachgebildet und sehr schön anzusehen. Überall fahren Eisenbahnen. Da hätten wir z. B. die Ice-Züge der neuen Generation oder Regionalexpress-Züge. In der Nacht-Phase sind alle Eisenbahnen und Autos mit kleinen Lämpchen beleuchtet. Das sieht einfach fantastisch aus.

Da möchte man immerzu stehen bleiben, einfach diese tolle Landschaft betrachten und ein bisschen mit den Gedanken abschweifen... und man merkt gar nicht, wie die Zeit rennt.

Am Ende des Ausstellungsraumes sind auf der rechten Seite viele Monitore zu sehen. Hier steckt wohl die gesamte Technik der Anlage drin. Damit habe ich mich dann auch nicht beschäftigt, das ist mir eh zu kompliziert. Da fand ich die linke Seite schon viel interessanter. Hier ist die Entstehungsgeschichte des Wunderlandes in Bildern und Texten dokumentiert.

Wenn man geradeaus weitergeht, kommt man in eine Halle, wo noch kräftig gebastelt wird, denn die Anlage ist anscheinend immer noch nicht groß genug.

Wir haben die Ausstellung nach zwei Stunden wieder verlassen und hatten bestimmt noch nicht alles gesehen. Es wurde aber immer voller und man kam sehr schlecht an die einzelnen Objekte heran. Außerdem wurde die Raumluft zunehmend unerträglicher.

Mit dem Miniatur-Wunderland hat Hamburg eine weitere großartige Attraktion hinzubekommen. Nicht nur für Eisenbahn-Fans ist diese Ausstellung sehr beeindruckend und auf jeden Fall einen Besuch Wert. Man sollte aber viel Zeit mitbringen.

Es lohnt sich auch, mal einen Blick auf die Internetseite der Betreiber zu werfen. Unter www.miniaturwunderland.de gibt es reichlich Informationen. Nicht nur Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Anfahrtsweg kann man dort nachlesen, auch über die Entsehungsgeschichte wird berichtet und Fotos gibt es auch jede Menge. Und, wer mag, kann im Internet auch einen geführten Rundgang buchen. Einen Rundgang hinter die Kulissen.

Wenn ihr euch das Wunderland ansehen wollt, dann macht es bitte nicht so wie ich, sondern nehmt auf Jeden Fall einen Fotoapparat oder die Videokamera mit. Ich habe mich sehr geärgert, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Andererseits ist das aber auch kein Weltuntergang, denn ich hab’s ja nicht weit und war dort mit Sicherheit nicht zum letzten Mal.

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