Minolta DiMAGE 7 Testbericht

Minolta-dimage-7
ab 12,04
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Erfahrungsbericht von mephisto99

Bananenstrategie

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Untertitel: Meine erste und letzte Minolta

Zunächst zum Titel: warum Bananenstrategie? Nun, das Produkt reift beim Kunden... In diesem Bericht soll es um die Digitalkamera Minolta Dimage 7 gehen. Da der Bericht aufgrund des recht komplexen Produkts etwas länger werden wird, bemühe ich mich, eine Gliederung hineinzubringen, die es dem Leser ermöglicht, für ihn interessante Aspekte zu lesen und die weniger interessanten zu übergehen -- falls mir dies gelingt (oder auch nicht) bitte ich um ein kurzes Feedback.

Inhalt:
1. EINORDNUNG
2. FOTOGRAFIEREN
3. EINFLUSSMÖGLICHKEITEN
4. MOTIVKONTROLLE
5. SENSOR/OPTIK
6. SPEICHER/STROMVERSORGUNG
7. AUTOFOKUS -- Die unendliche Geschichte
8. DESIGN
9. MENÜFÜHRUNG
10. LOB UND TADEL
11. DIMAGE 7 IM WEB
12. ZUSAMMENFASSUNG


1. EINORDNUNG

Zielgruppe für die Kamera ist der vielbeschworene ambitionierte Amateur; jener Hobbyist also, der bereit ist für sein Hobby auch ein paar Euro zu investieren, und der bei der einer Kamera Gestaltungsmöglichkeiten wünscht. Die technischen Daten der Dimage 7, die ich in diesem Bericht nur auszugsweise wiedergeben werde, da sie an anderen Stellen im Netz nachlesbar sind, werden dem auch durchaus gerecht -- im Lager der analogen Spiegelreflexkameras (SLRs) findet die Dimage 7 ihre Gefährten etwa in der Canon EOS 50, auch EOS 30; das sind jene SLRs, für die man vor 5 Jahren allein für den Body ab ca. 700 Mark zahlte und für eine 28-200mm Gummilinse von Tamron, Sigma, ... nochmals ca. 700 Mark.

Diesem Anspruch wird die Dimage 7 durchaus gerecht: man kann nahezu alles damit tun, was auch mit der EOS 50 geht, hie und da sogar noch etwas mehr.

2. FOTOGRAFIEREN

Die Mehrzahl der Bilder macht man mit einer Programmautomatik, die, sofern genügend Licht vorhanden ist, die optimale Kombination aus Verschlußzeit und Blende ermittelt. Ist nicht genug Licht da, wird die Blende solange geöffnet, bis die Verschlußzeit hinreichend klein ist, um Verwackler auszuschließen ©mephisto99. Wenn nix mehr zu öffnen ist, dann kann die Kamera den ISO-Wert noch zwischen 100 und 800 anpassen, das geht dann aber bereits zu Lasten der Qualität, insbesondere die Stufen 400 und 800 wirken sehr grieslig -- das ist aber bei schnellem analogen Filmmaterial auch der Fall.

Neben der Programmautomatik gibt es noch Blendenautomatik (\"aperture priority\", der Bediener gibt die Blende vor und die Kamera berechnet die Verschlußzeit), Verschlußzeitautomatik (\"shutter speed priority\", der Bediener gibt die Verschlußzeit vor und die Kamera berechnet die Blende) sowie manuell (der Bediener gibt beides vor und die Kamera hat einen Indikator, der anzeigt, ob über/unterbelichtet) -- wie bei den analogen SLRs auch.

3. EINFLUSSMÖGLICHKEITEN

Manuell beeinflussen kann man eigentlich fast alles: ISO-Wert, Verschlußzeit, Blende, Weißabgleich, Farbsättigung, Helligkeit, Über/Unterbelichtung (wichtig z.B. für Schneeflächen), Auflösung, Kompressionsfaktor, die Verschlußsteuerung (direkt durch Auslöser/ durch Zeitgeber/ Serienbildfunktion/ Intervallbildfunktion), Manueller/Autofokus.

Dabei ist die Beeinflussung clever gelöst und intuitiv, wie ich finde. Es gibt links zwei Drehwähler, die im Zentrum jeweils einen Knopf haben. Mit dem Drehwähler wählt man die einzustellende Größe (z.B. ISO), beim Drücken des Knopfes verschwinden alle Angaben aus dem Display mit Ausnahme der gewählten Größe, und mit der rechten Hand kann über das Betätigen eines Rändelrades neben dem Auslöser der Wert manipuliert werden. Alle Werte sind auch irgendwie über das Menü erreichbar, damit arbeite ich jedoch sehr selten ©mephisto99. Für die Fokusumschaltung (auto/manu) gibt es einen eigenen Knopf -- das nenne ich mitgedacht, denn den braucht man tatsächlich am häufigsten.

4. MOTIVKONTROLLE

Motivkontrolle erfolgt mittels eines feststehenden LCD auf der Rückseite der Kamera oder eines elektronischen Suchers, der bei Bedarf stufenlos bis in die senkrechte Positions gestellt werden kann ©mephisto99. Das LCD hat eine Diagonale von 46mm und 122.000 Pixel, der elektronische Sucher (EVF = electronic viewfinder) ist (lt. Minolta) ein ferroelektrisches 0.19\" reflektives LC-Microdisplay mit einer äquivalenten Auflösung von 220,000 pixels. Mir selbst gefällt der EVF überhaupt nicht, er wirkt pixeliger als das große LCD, und die Schärfebeurteilung gelingt mir damit überhaupt nicht. Die Abdeckung ist jeweils \"ca. 100%\" (Minolta), ich habe bisher nicht feststellen können, daß irgendwelche Objekte in das Bild hineinragten, die ich da nicht hätte haben wollen. Ist aber auch kein so großes Problem wie bei analogem Film, da man den Rand bequem zurechtschneiden kann.

Der gesonderte EVF ist immer dann von besonderem Vorteil, wenn das Umgebungslicht zu stark für den Einsatz des großen LCDs ist -- das ist ein Plus der Dimage 7.

5. SENSOR/OPTIK

Der Sensor ist ein 2/3\" CCD Bildsensor mit 4,95 Mio Pixeln, der durch Interpolation 5,24 Mio Pixel ergibt. CCD steht dabei, je nach Quelle, für Charge(d) Couple(d) Device, was an sich nichts aussagt... CCD Sensoren sind jedenfalls momentan der beste Kompromiß zwischen teuer und rauschbehaftet; mich stört bisher das auftretende Rauschen nur in den ISO 400 und 800 Modi, die ich daher auch nicht mehr verwende. Da das Rauschen stets vorhanden ist, ist damit zu rechnen, daß Langzeitaufnahmen (Nachtaufnahmen) im Verhältnis stärker verrauschen -- dies ist aber prinzipbedingt und keine Macke der Dimage 7. Bei Langzeitaufnahmen sind analoge Kameras im Vorteil, deren schwarze Bildbereiche dann auch wirklich schwarz und nicht bunt verrauscht sind.

Die Optik wird durch ein 7,2-50mm Objektiv gebildet, das wahrscheinlich das teuerste Element an der Dimage 7 überhaupt ist, wenn man mal die Preise für Objektive mit derartig kurzen Brennweiten betrachtet. Der Zoombereich beträgt, bezogen auf Kleinbildformat, 28-200mm -- damit kommt man im Alltag eigentlich zurecht. Gepaart mit der hohen Auflösung kann man meistens auf den Einsatz des Telebereiches verzichten, wenn Verwacklung droht ©mephisto99, und dann mit der Bildbearbeitungssoftware einfach den interessierenden Bereich herausheben. Ggf. muß man dazu vorher auf unkomprimierte Bildablage umschalten -- hier hilft nur experimentieren.

Ein dicker Bonus ist die manuelle Zoomsteuerung, die ich jederzeit jeder elektrischen Zoomsteuerung vorziehe, da die elektrischen i.d.R. zu unpräzise arbeiten. Dies war ein für mich ausschlaggebendes Kriterium.

Leider ist das Objektiv nicht wechselbar, aber es bietet die Möglichkeit, 49mm Vorsätze zu verwenden. Unbedingt zu empfehlen ist -- eben wegen des nicht wechselbaren Objektivs -- eine \"Glasscheibe\" vor die ersten Linse des Objektivs zu schrauben (Skylight-Filter), für wenige Euro im Handel erhältlich. Damit wird verhindert, daß man die erste Linse verkrazt, wodurch das Objektiv nebst Kamera einen bleibenden Schaden nehmen würden.

6. SPEICHER/STROMVERSORGUNG

Gespeichert wird auf CompactFlash Typ I/II -- das ist die flexibelste Lösung unter den kleinen Speicherformaten. Microdrivetauglich, das von mir verwendete 1GB-Microdrive funktioniert einwandfrei ©mephisto99. Heute würde ich eine 256MB Flashkarte kaufen und für einen längeren Urlaub eine zweite, einfach weil das Microdrive langsamer ist (z.B. beim Transfer zum Rechner) und mehr Strom verbraucht. Im Februar 02, als ich die Kamera kaufte, gab es zwar schon 256MB, allerdings zu Liebhaberpreisen (etwa so teuer wie damals das 1GB Microdrive).

Die Stromversorgung erfolgt mittels 4 gewöhnlicher AA Zellen ©mephisto99. Dies ist durchaus ein Vorteil, da beliebig viele Akkusätze mit auf Reisen genommen werden können, die im \"normalen\" Leben in Fernbedienungen etc. ihren Dienst tun. Camcorderbesitzer werden die exorbitanten Preise für Spezialakkus kennen, deswegen bin ich wirklich froh über die AA-Akkus. Ich verwende 3 Sätze Ansmann 1800 mAh, ein Satz erlaubt zwischen 40 und 140 Bildern inkl. Transfer zum PC, abhängig davon, wie oft ich einfach nur auf den LCD-Monitor schaue und dann doch kein Bild mache, wieviel Blitz verwendet wird etc.

Der Stromverbrauch ist zuweilen heftig kritisiert worden, ich meine jedoch, wenn er wirklich größer ist als bei anderen Digicams, dann kann das Problem durch ein Schnelladegerät und 1 oder 2 zusätzliche Sätze Akkus, die um 10 EUR erhätlich sind, gelöst werden. Mal zum Vergleich: die Spezialakkus der Canon D30 kosten ca. EUR 90 das Stück; 9 Sätze AA-Akkus in der Dimage 7 ermöglichen weitaus mehr Bilder als dieser Spezialakku.

7. AUTOFOKUS -- Die unendliche Geschichte

Das aus meiner Sicht größte Manko der Dimage 7. Der Autofokus ist langsam für die Liga, in der die Dimage 7 spielen will. Meine analoge Canon EOS ELAN (US-Modell der EOS 50) mit einem Tamron-Objektiv ist 2-3mal schneller, wofür es mehrere Gründe gibt.

Der Hauptgrund liegt meiner Ansicht nach im wirklich dummen Algorithmus, den die Dimage 7 verwendet ©mephisto99. Grundsätzlich wird der gesamte Fokusbereich einmal abgesucht, auch wenn das Bild schon scharf oder zumindest fast scharf war -- das macht die analoge Canon nicht. Die massive Kritik sowohl der Fachpresse als auch der Kunden haben dazu geführt, daß man den Autofokus erheblich überarbeitet hat, bei der Dimage 7i soll er wohl wesentlich schneller sein. Daß es z.T. am Algorithmus liegen muß, zeigt auch der Umstand, daß Minolta eine neue Firmware vertreibt, die den Autofokus um den Faktor 1,5 beschleunigen soll (zu dieser Firmware komme ich später noch zu sprechen).

Ein weiterer Grund liegt darin, daß die Dimage offenbar den eigentlichen Bildsensor, der aber recht langsam ist, zum Fokussieren verwendet, und nicht einen für diese Aufgabe angepaßten kleinen, dafür schnellen Extrasensor. Zwar sehe ich ein, daß der Preis der Dimage 7 knapp kalkuliert werden mußte, um überhaupt ein Produkt in diesem Segment verkaufen zu können, aber so ein gesonderter Autofokus kann nicht die Welt kosten, da er in jeder SLR drin ist, daher in großen Stückzahlen gefertigt wird und entsprechend nicht viel kosten kannt.

Schließlich, das betrifft das Fokussieren bei schlechten Lichtverhältnissen, fehlt der Dimage 7 ganz klar ein Autofokus-Hilfslicht, wie es die SLRs größtenteils haben. Warum man bei einer Semiprofi-Kamera auf so ein wichtiges Detail verzichtet, ist mir unverständlich ©mephisto99. Mir ist nicht bekannt, ob zumindest der Einsatz eines Aufsatz-Blitzgerätes hier Abhilfe schafft, indem der externe Blitz ein solches Hilfslicht mitbringt, das von der Kamera gesteuert wird.

Beim manuellen Fokus übrigens dreht man nicht, wie bei herkömmlichen Objektiven, direkt am Objektivring, sondern an einem gesonderten Ring, der den Fokusmotor steuert. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, da der Fokusring irgendwie taub bzgl. Dynamik ist, will heißen, wenn man schneller am Ring dreht, ändert sich der Fokus mitnichten schneller...

8. DESIGN

Das Design ist mir nicht so wichtig, deshalb erst hier ein paar kurze Bemerkungen. Die Dimage 7 sieht auf den ersten Blick aus wie eine gewöhnliche SLR, der man die (von vorn gesehen) rechte Hälfte abgetrennt hat (die man ja auch nicht benötigt, weil man keine Filmkapsel braucht ©mephisto99). Das Gehäuse ist in zeitgemäßer Silberoptik gehalten, allein der Griffbereich ist grau. Ich konnte mich durchaus schnell damit anfreunden, auch wenn der Eindruck der \"halben\" Kamera am Anfang schon dominierte.

9. MENÜFÜHRUNG

Wie bereits erwähnt, das Menü braucht man selten, und deshalb hier nur wenige Worte. Es gibt einen gesonderten Setup-Modus, zu erreichen über den Kamera-Hauptschalter. Dort kann man Grundeinstellungen vornehmen (Helligkeit der Anzeigen, Tastenklick, Sprache, Datumsformat, Datum/Uhrzeit, Speichermedium formatieren, Ordner anlegen etc.). Zum Navigieren dient eine an der Rückseite angebrachte Vierrichtungswippe, die gleichzeitig der \"Feuerknopf\" ist -- wenn man es schafft, die Wippe zentrisch zu drücken. Das gelingt nicht immer, aber hinreichend oft.

Die Menüführung ist verständlich, der Bildschirm ist für die Menüs groß genug, man muß nicht ewig scrollen. Im Aufnahmemodus kann man über das Menü aufnahmebezogene Einstellungen vornehmen (Blitzmeßverfahren, Autofokusmodus, Schärfe, Datumseinblendung etc.)

10. LOB UND TADEL

Zunächst das Lob: die Dimage 7 ist eine hochauflösende Digitalkamera mit einem hochwertigen Objektiv, die ein durchdachtes Bedienkonzept aufweist. Das Gehäuse ist seinen Aufgaben gewachsen, ebenso wie die Kamera als solche. Trotz häufiger Benutzung funktionieren alle Knöpfe nach wie vor gut. Die Kamera erfüllt in allen Punkten die Erwartungen, übertrifft sie teilweise (siehe oben), es gibt aber auch Kritikpunkte (siehe oben und im folgenden).

Tadel: das Produkt wurde äußerst unreif auf den Markt gebracht -- wie sonst ist zu erklären, daß nach so kurzer Zeit die Dimage 7 überarbeitet wurde und jetzt als Dimage 7i verkauft wird, wobei Grundeigenschaften (Auflösung, Objektiv, Funktionsumfang) gleichgeblieben undnur Details verändert worden sind? Das läßt sich nicht immer verhindern, allerdings ist dann Kulanz gefragt, die ich bei Minolta irgendwie vermisse.

Es gibt keine Möglichkeit, unter Zahlung eines Aufpreises eine Dimage 7 bei Minolta gegen eine Dimage 7i umzutauschen. Besitzer der Dimage 7 werden mit einer Firmware abgespeist, die vermutlich schon zur Produkteinführung hätte fertig sein sollen, aber nicht fertig gewesen ist -- denn schließlich kann eine Firmware nur Funktionen aktivieren, die durch die Hardware bereits unterstützt werden. Völlig neue Funktionen sind damit eigentlich nicht möglich. Der Gipfel ist jedoch, daß Minolta diese Firmware mit deutlicher Gewinnerzielungsabsicht für EUR 59,00 verkaufen will -- und nicht etwa für symbolische EUR 5,00 für Shipping und Handling.

Was man bei Minolta scheinbar nicht merkt, ist, daß für ein so hochpreisiges Produkt wie die Dimage 7 die verspätete Nachlieferung einer Firmware, die die Hardware endlich so ansteuert, wie das von Anfang an zu erwarten gewesen wäre, gegen einen erheblichen Aufpreis schlicht unverschämt ist ©mephisto99. Auf der Website findet sich unter der tollen Marketingüberschrift \"Neue Ausstattungs- und Leistungsmerkmale durch Firmware Upgrade\" neben der Verbesserung des Autofokus um \"bis zu 50%\" (also ist die Verbesserung so toll dann auch wieder nicht) eine Reihe von Merkmalen, die für eine Kamera im angepeilten Segment eigentlich selbstverständlich sind.

Dieses Verhalten von Minolta, d.h. das Ansinnen, eine Fehlerkorrektur als \"neue Merkmale\" für teures Geld verkaufen zu wollen, ist für mich auch der Grund, vom Kauf von Minolta-Produkten zukünftig grundsätzlich Abstand zu nehmen -- ich plane unter anderem die Anschaffung eines Diascanners.

Ferner ist nicht zu verstehen, warum ein neuer Blitzschuh eingeführt werden mußte, der -- natürlich -- mit herkömmlichen Blitzgeräten nur eingeschränkt oder gar nicht funktioniert. Als Folge waren zunächst gar keine Blitzgeräte vorhanden, dann nur die überteuerten von Minolta -- im Februar 02 gab es noch keine Geräte von Drittanbietern wie Metz.

Warum kein AF-Hilfslicht und kein gesonderter Fokussensor vorhanden ist, bleibt unverständlich -- beide Komponenten können den Preis der Kamera um einen höchstens zweistelligen Euro-Betrag nach oben treiben.

Der Trageriemen ist billig und zu schmal; da die Kamera so ca. 700g mit Akkus, Microdrive und Stativaufsatz wiegt, wird längeres Tragen über der Schulter mit der Zeit unbequem. Ich verwende daher den Trageriemen meiner Canon, der ist um einiges besser.

Mitgeliefertes Zubehör: eine 16MB Flashkarte, 4 Alkalibatterien, ein USB-Kabel, ein Videokabel. Die Batterien und die Flashkarte sind ein Scherz der ganz üblen Sorte, weil im Zusammenhang mit der Dimage 7 nicht zu gebrauchen.

An den Kabeln gibt es nix auszusetzen, aber an den dahinterstehenden Funktionen: die Logik in der Kamera, die den USB ansteuert, verlangsamt die ohnehin langsamen Zugriffe nochmals. Ein Transfer von Bildern per Kabel dauert ca. doppelt so lang wie ein Transfer per USB Compactflash-Reader -- warum?

Der Einsatz als mikrofonlose Videokamera wird verhindert, da das Powermanagement der Kamera diese nach spätestens 10 Minuten ohne Aktion abschaltet. Mangels Netzteil konnte ich nicht prüfen, ob das nur im Akkubetrieb so ist. Als Webcam kann man sie ebenfalls nicht verwenden, da das Bildsignal nicht auf USB umgesetzt wird, sondern der USB-Anschluß nur auf das Speichermedium zugreift. Will man den Videoausgang im Zusammenhang mit einer TV-Karte als Webcam hernehmen, besteht wieder das Problem mit den 10 Minuten...

11. DIMAGE 7 IM WEB

Allen, die mit englischen Fotobegriffen umgehen können kann ich die Seite http://www.steves-digicams.com/2001_reviews/dimage7.html empfehlen. Dort gibt es eine gute Aufstellung der technischen Daten, Fotos und einen Bericht zur Dimage 7. Auf den Seiten von Minolta (www.minolta.de) findet man mittlerweilen nur noch den Nachfolger Dimage 7i.

12. ZUSAMMENFASSUNG

Ich bin nach wie vor begeistert von der Kamera, auch wenn sie ein paar Macken hat, allen vorweg der Autofokus. Man kann mit den meisten Macken leben oder sie umgehen, sofern das Motiv solange wartet. Eine Schnappschußkamera ist die Dimage 7 nicht, aber das ist auch nicht ihre Aufgabe.

Wenig begeistert bin ich allerdings davon, wie Minolta mit seinen Kunden umgeht, und kann nur raten, bei Minolta-Produkten grundsätzlich zu warten, bis ein gewisser Reifegrad eingekehrt ist -- die \"early adopters\", jene, die Neuheiten früh kaufen, werden bei Minolta nicht nur durch den anfangs hohen Preis, sondern auch durch teure Upgrades bestraft und nicht etwa, wie andere Firmen dies zuweilen tun, belohnt, indem es z.B. das aktuelle Modell im Austausch gibt. Wer solange nicht warten will, sollte zunächst eine billige Digitalkamera mit geringer Auflösung kaufen und, sobald die Preise für die \"richtigen\" SLR-Digicams von Canon (D30, D60) oder Nikon (da kenn\' ich mich nicht aus) auf ein erträgliches Niveau gefallen sind, zu einer solchen greifen.

(zuerst auf dooyoo als mephist66 gepostet)

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