Minu 3 Testbericht

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Erfahrungsbericht von Comte_de_Flandre

Minu 3 - schlechter Lückenbüßer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Mein Herbsturlaub führte mich heuer erneut nach Wien. Da meine Stamm- Pension, die Pension Caroline, leider belegt war, mußte ich mich auf die Suche nach einem anderen Quartier machen. Über das Internet war es nicht schwer, eine freie Unterkunft zu finden, so daß ich letztlich in der Pension Minu 3 reservierte.


Hier mein Bericht:

Lage:

Die Lage der Pension ist optimal. Sie liegt in der Neubaugasse 11 im 7. Wiener Bezirk unweit der Mariahilfer Str., der Haupteinkaufsstraße der Stadt. Die U3-Station Neubaugasse und die Haltestellen der Autobusse 13A (zum Südbahnhof) und 14A (zum Reumannplatz über Matzleinsdorfer Platz) erreicht man zu Fuß innerhalb weniger Minuten. Die U-Bahn gewährleistet ein schnelles Erreichen der Inneren Stadt bzw. des Westbahnhofs.

In unmittelbare Nähe befinden sich eine Anker-Bäckerei, ein Radatz- Metzger, ein Nordsee-Restaurant und diverse Supermärkte neben den vielen anderen Läden entlang der Mariahilfer Str.

Da man in Wien eigentlich nur in der Inneren Stadt selbst zentraler wohnt, verdient sich die Pension Minu 3 in dieser Kategorie 4 Sterne.


Zimmerausstattung:

Der erste Eindruck meines Zimmers sagte mir, diese Möbel haben auch schon bessere Zeiten erlebt bzw. viel mitgemacht.

Die Zimmer sind mit Dusche/WC, Farbfernseher, Minibar, Safe und Telefon ausgestattet. Das klingt als nüchterne Beschreibung im Prospekt auch immer sehr gut.

Das Badezimmer war so klein, daß man sich bei geschlossener Tür kaum bewegen konnte. Am ersten Morgen hat der Wasserstrahl beim Aufdrehen der Dusche gleich das Sieb aus der Brause geschossen, die Duschwand bestand nur noch aus Einzelteilen und war nahezu unbrauchbar. Die installierte Belüftung, die man vor lauter Flusen doch noch als solche erkennen konnte, war dafür - vielleicht als Ausgleich - nicht zu überhören und stellte somit sicher, daß man nachts garantiert nicht vergaß, daß Klolicht zu löschen. Positiv ist zu bemerken, daß es immer schnell warmes Wasser gab und hier keine Mängel vorhanden waren.

Der Fernseher funktionierte problemlos, leider ohne Fernbedienung, aber durch Satelliten-Anschluß ist eine ausreichende Auswahl an Sendern vorhanden.

Die Minibar war eine reine Katastrophe. Es war vielmehr ein alter Kühlschrank, ohne Bestückung durch die Pension. Etwa alle 10 Minuten ist das Ding angesprungen und hat einen Höllenlärm gemacht. Dazwischen war wieder kurz Ruhe. In der ersten Nacht hat mich das fast um den Schlaf gebracht, so daß ich ihn ausstellte. Die Bescherung folgte am nächsten Morgen in Form eines nassen Teppichs, da die Kiste abgetaut war. Selbst schuld, aber daraus gelernt, schaltete ich das Ding nunmehr jeden Abend ab und legte Handtücher davor. Das ging dann ganz gut so.

Der Safe hätte öS 15 pro Tag extra gekostet, so daß ich ihn mir geschenkt und meine Sachen lieber im Koffer eingeschlossen habe. Auf den Gebrauch des Telefons habe ich auch verzichtet und lieber mein Handy genutzt.

Die Möbel waren alle sehr instabil und alt, das Bett eher eine Schlafcouch und recht hart. Alles machte auch einen etwas pekigen Eindruck. Die undichte Doppelverglasung der Fenster sorgt bei Kälte und Wind sicher für unbehagen, positiv ist, daß sich für heisse Tage ein Ventilator im Zimmer befindet.

Alles in allem ist die Zimmerausstattung in Anbetracht des Vorhandenseins einer Dusche, eines WCs, der Minibar und des Fernsehers auf dem Zimmer noch knappe 3 Sterne wert.


Service / Sauberkeit

Die Zimmerreinigung bestand aus Bettenmachen (nur zurecht legen, kein Wäschewechsel) und Leeren des Mülleimers. Handtücher wurden nicht getauscht, es lagen 4 Stück für meinen Aufenthalt bereit. Das Bad wurde ohne Zweifel kein einziges Mal gereinigt. Auch ansonsten machte die Pension außerhalb der Zimmer auf dem Flur oder im Eingangsbereich einen schmuddeligen Eindruck.

Hier kann ich beim besten Willen nicht mehr als 2 Sterne zugestehen. Einen großen Anteil hieran hat auch die positive Tatsache, daß immer genug Toilettenpapier auf dem Zimmer vorhanden war.


Preise

Für die Zimmer werden folgende Preise verlangt:

EZ öS 500 - öS 560
DZ öS 800 - öS 890
3Z öS 980 - öS 1.250
4Z öS 1.280 - öS 1.600

(öS 100 = ca. DM 14,21)

Hierin ist das Frühstück enthalten. Dieses besteht nicht aus einem Buffet, sondern ist für jeden Gast streng zugeteilt. Man bekommt Tee oder Kaffee, 1 Glas Milch, 1 Glas O-Saft, 2 Brötchen und je 1 mal Butter, Marmelade, Honig und Käse. Diese Angaben finden sich an der Preisliste an der Rezeption und in den Zimmern. Da ich diese Reglementierung nicht richtig glauben konnte, probierte ich es am ersten Morgen aus..... und es stimmte. Dazu war das Zeug noch pappig und hat alt geschmeckt. Der Kaffee war einfach widerlich.

Ich habe mir daraufhin das Frühstück an den anderen Tagen geschenkt und die Nähe des Bäckers und Metzgers zu Nutze gemacht.

Bezahlen kann man in der Pension mit Visa, ec-Scheck oder in bar. Letzteres wird am liebsten gesehen und meine Visa-Karte nur widerwillig akzeptiert. Hier empfehle ich jedem potentiellen Besucher aber hart zu bleiben. Bei mir hat es aber dann auch gereicht zu sagen, daß ich nicht genug Bargeld habe.

Insgesamt sind die Preise - für das was geboten wird - zu hoch. Man kann in Wien gleichzeitig besser und billiger wohnen. Hier macht man sich augenscheinlich die Top-Lage zu Nutze. Daher vegebe ich für diesen Bereich auch nur 2 Sterne.


Sicherheit

Neben dem Zimmerschlüssel erhält man einen Schlüssel für die Haustür und die Eingangstür der Pension. Die Haustür stand nahezu immer offen wie auch die Eingangstür. So wäre es im Hinblick auf die zumeist nicht direkt besetzte Rezeption ein einfaches Unterfangen gewesen, unbefugt zu den Zimmern zu gelangen. Die Zimmertüren sind recht dünn und nur mit einfachen Schlössern versehen. Vermutlich würde ein leichter Tritt reichen um die verschlossene Tür zu öffnen.

Wesentlich krasser ist allerdings die Situation in Notfällen. Ein Lageplan hängt vorschriftsmäßig in allen Zimmern. Es gibt auch einen gekennzeichneten Notausgang. Da die Tür des Notausgangs aber nur die Aufschrift ‚Ausgang‘ trägt, haben in Vergangenheit sicherlich viele diese als Ausgang benutzt. Hierauf hat die Pension reagiert und einen alten Schreibtisch vor die Tür gestellt. Ich erspare mir jeden weiteren Kommentar.

In puncto Sicherheit gebe ich der Pension einen geschmeichelten Stern.


Fazit

Die Pension Minu 3 ist sicherlich in Ordnung für Leute, die einfach nur eine zentrale Unterkunft in Wien suchen, das Zimmer nur zum Schlafen nutzen und anspruchslos im Hinblick auf Ausstattung und Service sind. Das Preis- Leistungs-Verhältnis ist allerdings schlecht, aber wohl in Wien je zentraler man wohnt normal. Es finden sich allerdings leicht bessere und günstigere Unterkünfte, die auch problemlos - wie eigentlich fast jeder Punkt der - Stadt - zu erreichen sind. Künftig werde ich wieder zeitiger buchen.

In der Gesamtwertung gebe ich der Pension 2 Sterne. Dies entspricht auch der offiziellen Klassifizierung.




Ich danke Euch für das Lesen meiner - zugegeben diesmal etwas lang gewordenen - Meinung, mit der ich mich aus einer gut einmonatigen Pause zurückmelde und freue mich über jede Reaktion in Form eines Kommentars oder einer e-Mail.

© Comte de Flandre - 07.11.2000

19 Bewertungen