Mona Lisas Lächeln (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von JimPanse

Frauen gehören an den Herd ...

Pro:

Die jungen Darsteller, die Musik, die Kostüme und Drehorte, die Story (zum Teil)

Kontra:

zu oberflächlich, Julia Roberts leider Fehlbesetzung, nichts besonderes

Empfehlung:

Ja

Hallo meine lieben Leserinnen und Leser!

Seit letzter Woche Donnerstag läuft in den Kinos der Film \"Mona Lisas Lächeln\". Die Kritiken, die ich davor über den Film gelesen hatte, waren zum Teil so geschrieben, dass mir die Lust auf diesen Film fast vergangen ist. Dennoch habe ich ihn mir gestern angesehen, denn ich finde Julia Roberts toll und außerdem klang die Story auch ganz interessant. Ob es wirklich so gewesen ist, wie die Kritiker zum größten Teil geschrieben haben oder ob mich der Film überzeugt hat, das könnt ihr im folgenden lesen..

Wir schreiben das Jahr 1953 und Katherine Watson nimmt an einem konservativen Mädchenkollege in Massachusetts eine Stelle als Dozentin für Kunstgeschichte an. Es ist ihr großer Traum an diesem College zu unterrichten, doch dieser Traum währt nicht lange. Am ersten Tag muss sie schon feststellen, wie der Unterricht an diesem College normalerweise abläuft, nämlich strickt nach Lehrbuch ohne eigene Ideen. Die Schülerinnen machen der modern denkenden Lehrerin das Leben schwer, die schikanieren sie und machen sich über ihren Unterricht lustig. In dem Leben der Schülerinnen dreht sich alles um die Ehe, welcher sie sehnsüchtig entgegen sehen und einer Familie mit vielen Kindern. Eine ziemlich engstirnig denkende Gesellschaft in dieser Zeit, was z.B. dadurch deutlich wird, dass eine Lehrerin, die Verhütungsmittel am College verteilt, suspendiert wird.

Doch Katherine gibt nicht auf, sie versucht den Schülerinnen beizubringen, dass sie eigene Ideen haben sollen, konfrontiert diese mit moderner Kunst und regt sie dadurch zum Nachdenken an. Viele Schülerinnen sind davon beeindruckt, aber eine stellt sich ganz und gar gehen Katherine - die Schülerin Betty Warren, die sehr beliebt zu sein scheint. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit und vertritt der Bild der konservativen, untergeworfenen Frau. Doch sie wird feststellen, dass ihre Denkweise vielleicht doch veraltet ist. Zudem ist sie auch sehr eifersüchtig auf glückliche Menschen, weshalb sie das Glück der anderen des öfteren mal sabotiert oder auch mal ausrastet und unsittsame Worte von sich gibt.

Kann Katherine sich am Wellesley-College mit ihrer außergewöhnlichen Art durchsetzen oder wird ihr ein Strich durch die Rechnung gemacht? Und wie wird es mit der frischverheirateten Betty weitergehen, die innerlich nicht so glücklich zu sein scheint, wie sie immer tut? Und wer ist der geheimnisvolle Lehrer, der ein Auge auf Katherine geworfen hat? Das alles gibt?s natürlich wie immer im Kino zu sehen! ;)

Nun, was habe ich von einem solchen Film erwartet? Wie schon gesagt, waren die Kritiken nicht so vielversprechend, weshalb ich so gut es ging versucht habe, nicht zu große Erwartungen zu haben. Das ist allerdings nicht so einfach, denn Julia Roberts gehört zu meinen Lieblingsschauspielerinnen und da man länger nichts von ihr gehört hat, da sie einige Rollen vor diesem Film abgelehnt hatte, war ich gespannt, was sie an diesem Film gereizt hat, um dort mitzuspielen. Wenn ich schon mal bei Julia Roberts bin, dann kann ich mit meiner Kritik zum Film ja sofort beginnen. Obwohl ich sie wirklich mag, muss ich sagen, dass sie einfach die absolute Fehlbesetzung gewesen ist. Von ihrer ganzen Art, ihrer Kleidung usw. hat sie nicht in die Rolle der Dozentin Katherine Watson gepasst. Klar, sie lächelt wie immer wunderschön in die Kamera und auch ihre anderen Emotionen nimmt man ihr ab, aber ansonsten kann sie nicht überzeugen. Liegt wahrscheinlich einfach an ihrem Typ, dass man ihr die Rolle einer Frau in den 50ern nicht abnimmt, schade eigentlich. Als gute Besetzung in dieser Rolle hätte ich mir z.B. Renee Zellweger oder Nicole Kidman vorstellen können. Aber na ja nun ist es halt Julia Roberts geworden, die sicher eine Garantie dafür ist, dass sich viele Menschen diesen Film ansehen, aber ich sage euch gleich - seit nicht enttäuscht!

Das Julias Darstellung auch eher blass bleibt liegt zum großen Teil auch an den hervorragenden Leistungen der jungen Schauspielerinnen. Kirsten Dunst (u.a. bekannt aus \"Spiderman\") spielt die zickige Betty und man muss wirklich sagen, dass sie ihren Job klasse macht. Als Hausfrau im aufgebauschten Kleid, um das Wohl ihrer Gäste besorgt, oder als hinterhältige Zicke, immer nimmt man ihr die Darstellung ab und man hat dennoch das Gefühl, dass sie aus der damaligen Zeit entsprungen sein könnte, was ich für einen solchen Film wirklich für sehr wichtig halte. Julia Stiles (u.a. \"Save the last dance\") hat die Rolle von Joan übernommen. Nicht nur ihre Frisur ist der Zeit nachempfunden, auch ihre Bewegungen und ihre Art sind einfach so passend. Ihren inneren Konflikt zwischen Ehe und möglichem Jurastudium spielt sie sehr gut und sie schafft es, dass die Zuschauer sich über ihre Situation Gedanken machen. Ich hätte sie mir vorher nie in einer solchen Rolle vorstellen können, aber ich muss sagen, dass ihr das wirklich gut gelungen ist und sie von allen am glaubhaftesten wirkt!

Die aufmüpfige Giséle wird von Maggie Gyllenhaal dargestellt. Diese Schauspielerin habe ich schon in einigen Filmen gesehen, aber in keinem ist sie mir so aufgefallen, wie in \"Mona Lisas Lächeln\". Wie gesagt, sie ist die Schülerin, die am modernsten denkt und sie ist sofort begeistert, von den \"revolutionären\" Ansichten von Katherine. Ihr wird vorgeworfen, dass sie eine Hure ist, weil sie schon verschiedene Männer hat und auch ansonsten ist sie ziemlich rebellisch. Ich habe ihren Charakter sofort ins Herz geschlossen, denn mit ihrer Art ist sie wirklich liebenswert. Bei ihr ließe sich sicher auch darüber streiten, ob sie in die damalige Zeit passt, aber ich finde, dass die Rolle klasse ist und sie auch gut in den Film passt, da sie etwas Abwechslung reinbringt. Dies sind eigentlich die wichtigsten Rollen. Erwähnen muss ich aber noch unbedingt Ginnifer Goodwin, die die Rolle der Connie Baker gespielt hat. Ich habe selten eine solch niedliche Rolle gesehen, sie war wirklich bezaubernd und hat mich manchmal wirklich zu Tränen gerührt. Ansonsten sind die Schauspieler recht gut ausgewählt worden und außer Julia Roberts (leider!) ist mir keiner negativ aufgefallen.

Zur Story muss ich sagen, dass sie wirklich ziemlich interessant gewesen ist. Dieses College hat es wirklich gegeben und auch die Menschen in die 50ern haben zum größten Teil solch konservative Ansichten gehabt. Diese Problematik wurde an vielen Stellen des Filmes sehr deutlich und das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Des öfteren habe ich über diese Zeit und die Rolle der Frau nachgedacht und wenn ein Film das schafft, dann kann er ja so schlecht nicht sein ;) Manchmal habe ich wirklich Mitleid gehabt mit den Mädchen, als sie z.B. Benimmunterricht gehabt haben, aber ich denke, dass viele für die Ideale dieser Zeit wirklich gelebt haben und auch glücklich gewesen sind. Aber bei vielen ist es sicher auch anders gewesen und diese beiden Seiten werden im Film auch gut dargestellt, was erfreulich war. Doch nicht nur diese Problematiken werden angesprochen. Man hört zudem des öfteren noch etwas vom 2. Weltkrieg und den Männern, die davon zurückgekommen sind (oder auch nicht) und wie sich dieser Krieg auf die Beziehungen ausgewirkt hat. Ist etwas oberflächlich behandelt worden, aber darum sollte es ja schließlich im Film nicht gehen. War aber gut, dass es erwähnt wurde!

Die Kulissen sind zum größten Teil auch gut gewählt worden, ich kann leider jedoch nicht sagen, ob auch welche von Originalschauplätze dabei gewesen sind. Das Haus, wo Katherine ein Zimmer genommen hat, ist zum Beispiel richtig kitschig eingerichtet und der schwarz weiß Fernseher mit Originalausschnitten (?) sorgt für das richtige Flair ;) Zudem sind natürlich die Kostüme und das Styling der Schauspieler sehr wichtig, um die richtige Stimmung für einen Film zu schaffen, der in den 50ern spielen soll. Auch hier kann ich nur sagen, dass es zum größten Teil wirklich super gelungen ist (außer bei Julia Roberts, wie ich ja bereits erwähnt habe) und diese Kostüme sind zum Teil auch richtig schrecklich *g* Die Badeanzüge beispielsweise sahen voll schrecklich aus! Ein dritter wichtiger Faktor ist natürlich die Musik, mit der die Szenen untermalt wurden. Hier bin ich absolut begeistert gewesen und ich wusste sofort, dass ich mir den Soundtrack holen werde. Viele alte Lieder neu interpretiert von ziemlich bekannten Stars (u.a. Seal, Barbara Streisand, Celine Dion Elton John u.a.). Die Musik hat mir wie gesagt total gefallen und es war auch kein Lied dabei, was nicht zur Szene gepasst hat.

Nun, bisher ist meine Meinung ja recht positiv ausgefallen, dennoch muss ich einiges bemängeln. Der Film hat eine Länge von 115 Minuten und ich habe mich doch des öfteren etwas gelangweilt. Manchmal hat der Film vor sich hingeplätschert und nichts außergewöhnliches ist passiert. Klar, es ist kein sonderlich spannender Film, das war ja von vornherein klar, aber für ein Drama (was er ja angeblich ist) ist er einfach ein wenig zu langweilig bzw. langgezogen gewesen. Wenn er schon knapp 2 Stunden geht, dann sollte man unwichtige Dialoge bzw. Szenen vielleicht eher weglassen und den Charakteren etwas mehr Tiefgang verleihen, was den genialen Schauspielern gelungen wäre, aber leider hat das Drehbuch dafür anscheinend keinen Platz gelassen. Viele interessante Szenen in \"Mona Lisas Lächeln\" wirken leider total abgehackt und aneinandergereiht, während weniger interessante Szenen unnötig in die Länge gezogen wurden. So kam es, dass bei mir einige Fragen offen geblieben sind, die durch die Story aufgekommen sind und auch bis zum Ende nicht ersichtlich wurde, wie diese nun beantwortet werden würden.

Unbedingt erwähnen muss ich noch, dass man bis zum Abspann sitzen bleiben sollte, denn der Abspann war recht sehenswert. Statt Outtakes einzufügen, wie das ja oft üblich ist, haben die Macher Originalausschnitte aus den 50ern an den Film dran gehangen, um noch mal zu zeigen, dass die Frauen damals wirklich so gewesen sind, wie sie im Film zu sehen sind. Ob das nun Werbeanzeigen waren oder kurze Filmausschnitte, dieser Abspann war sehr gelungen. Besonders gefallen haben mir die Szenen von der ersten (?) Miss United States Wahl. Superlustig, denn damals mussten die Damen auf der Bühne Staubsaugen, putzen usw. um die Jury zu überzeugen *g* Wie gesagt, unbedingt ansehen!


Was ich insgesamt von diesem Film halten soll weiß ich nicht so recht. Einerseits bin ich begeistert von den meisten Darstellern und deren Leistung. Außerdem war die Musik wirklich genial. Zu anderen wiederum fehlt mir das gewisse Etwas an diesem Film. Er ist nett gemacht und die Geschichte ist auch interessant, aber der wirkliche Tiefgang und Anspruch, wie ich es mir erhofft hatte, fehlt leider. Zwar war er zum Teil schon bewegend und ein oder zwei Mal hatte ich auch Tränen in den Augen, aber insgesamt war er doch ziemlich oberflächlich inszeniert. Was mich des weiteren gestört hat, war der Verweis auf die Mona Lisa. Hätte man diesen Film nicht anders nennen können und diese ganze Mona Lisa Geschichte weglassen können? Klar, Julia wird von ihrem Lover mal so genannt und sie hat ja auch ein tolles Lächeln, aber dennoch finde ich den Titel und den Storybezug dazu nicht sonderlich gelungen. Aber ist Ansichtssache, manche finden das sicher ganz toll ;) Insgesamt werde ich 3 Sterne vergeben. Ich habe mit mir gerungen, ob ich 4 vergeben soll, aber so begeistert bin ich dann leider doch nicht.

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