Moulin Rouge (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von juillet

Ein exzentrisches Fest für die Sinne

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wie gut, dass ich einen Französisch-Grundkurs hatte! Den brauchte ich zwar nicht, um „Moulin Rouge“ zu verstehen, aber um gezwungen zu werden, ihn anzusehen. Letztes Jahr im Oktober wurde ich ins Kino gescheucht, um mir das Musical anzuschauen, von dem ich lediglich den Titelsong „Lady Marmelade“, nicht aber die Handlung kannte. Ich ließ mich also voll überraschen und nahm „Moulin Rouge“ danach kurzerhand in meine persönliche Film-Top-Twenty auf. Und für die Unmenge an Filmen, die ich schon gesehen hab, ist das richtig gut!



Handlung:
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Es ist das Jahr 1900. Die Stadt heißt Paris und ist das Zentrum der Bohème wie der Nachtclubs. Der bekannteste und begehrteste ist das Moulin Rouge, wo den Gästen Nacht für Nacht eine Darbietung der Extra-Klasse geboten wird. Mit Can Can und Champagner werden Gefühle in Wallung gebracht, die beim Auftritt der schönsten Kurtisane in ihren Höhepunkt gipfeln. Satine (Nicole Kidman), „The Sparkling Diamond“, schwebt in den Saal und zieht mit ihren Liedern über Verführung und Liebe alle Blicke auf sich. Auch den von Christian (Ewan McGregor), einem jungen Schriftsteller aus London, der in Paris das Leben eines echten Bohemien führen will. Er schreibt den Text zum dadaistischen Theaterstück „Spektakulär Spektakulär“, das der Maler Toulouse Lautrec (John Leguizamo) an Zidler (Jim Broadbent), dem Direktor des Moulin Rouge, verkaufen will. Satine, die die Hauptrolle in dem Stück spielen soll, erliegt nach anfänglichem Widerstand dem Charme des liebestrunkenen Christians und einer glücklichen Romanze steht nichts mehr im Weg... Wäre da nicht noch der reiche Graf von Monroth (Richard Roxburgh), der als Geldgeber gewisse Forderungen stellt: Satine soll ihm allein gehören! Die Kurtisane hat nun große Mühen, den Grafen um den Finger zu wickeln (damit er die Show finanziert) und gleichzeitig die Eifersucht ihres Geliebten zu bändigen. Dazu kommt noch, dass sie unwissentlich an der tödlichen Tuberkulose erkrankt ist....


Gestaltung:
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Laut, grell, bunt, rasant. So in etwa könnte man das Pop-Musical zusammenfassend beschreiben. Über 300 Spezialeffekte und computerdigitalisierte Bilder lassen das „Moulin Rouge“ wie einen Farbklecks im grauen Paris wirken, die Liebesszenen nur so vor Kitsch strotzen (ja, auch der Mond kann singen) und die Tänze in ekstatische Bewegungen verwandeln. Regisseur Baz Luhrmann („Romeo & Julia“) setzt ganz auf Künstlichkeit, die die schillernde Welt der roten Mühle hervorhebt und die Liebe der beiden Hauptakteure um so natürlicher wirken lässt.
Hauptgestaltungsmittel ist natürlich die


Musik:
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Es ist schon witzig, wie einige Zeilen aus bekannten Pop-Songs in die Dialoge eingeflochten sind und die Schauspieler mitten im Satz plötzlich in Gesang ausbrechen. Songs von Elton John, Madonna, Nirvana, David Bowie oder George Michael werden völlig neu interpretiert. (Herrlich, wie der behäbige Zidler „Like a Virgin“ trällert...) Ein besonderes Schmankerl ist das „Elephant Love Medley“, in dem Christian und Satine sämtliche Liebeslieder der Pop-Geschichte aneinanderreihen und sich ihre Zuneigung gestehen (ist allerdings auch der Gipfel des Kitsches). Der Soundtrack wird außerdem noch durch eingespielte Originalsongs komplettiert. An erster Stelle steht hier natürlich „Lady Marmalade“ von Christina Aguilera u.s.w., das den Film überhaupt erst bekannt gemacht hat.


Hauptdarsteller:
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Nicole Kidman spielt sowohl die anfangs kühle, disziplinierte als auch die nach der Begegnung mit Christian veränderte emotionale und liebende Satine sehr überzeugend.
Kaum eine andere Schauspielerin könnte den „Funkelnden Diamanten“ so treffend verkörpern wie sie. Dazu kommt noch, dass sie auch hier ihr Gesangstalent eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Oscar-Nominierung ist also vollkommen gerechtfertigt.

Ewan McGregor hätte ich diese Rolle vorher niemals zugetraut. Ich hatte immer dieses Bild von ihm als Obi-Wan (warum hat er bloß diese Rolle angenommen?) und vor allem aber als Renton („Trainspotting“) im Kopf, so dass ich fast anfangen musste zu lachen, als er das erste Mal losträllerte. Dass der Kerl so gut aussehen und singen kann, glaubt man nicht, wenn man`s nicht selbst sieht. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich auch daran, ihn als naiven und unsterblich verliebten Künstler zu sehen. Eine wirklich gute Schauspielleistung!


Fazit:
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Klar, die Story ist nicht die neueste. Eher so eine Mischung aus Puccinis „La Bohème“ und „Pretty Woman“. Eine typische Liebesgeschichte eben, deren Ende relativ vorhersehbar ist.
Mir persönlich hat der Film jedoch sehr gut gefallen (weil ich endlich mal wieder wie ein Schlosshund heulen durfte *g*). Ich kann mir aber auch vorstellen, dass er nicht jedermanns Sache ist. Auch ich saß am Anfang erst mal eine Weile nur da, hab auf die Leinwand gestarrt und mich gefragt, was denn das sein soll. Die erste Szene im Moulin Rouge ist nämlich ziemlich belastend, wenn man den Film noch nicht gesehen hat. Dieser schreckliche Can Can von Fat Boy Slim (dessen Sachen ich eigentlich ganz gerne mag), die Menschenmassen, die Kameraführung... eine wahre Reizüberflutung, die ich jetzt - im Nachhinein - für sehr gelungen halte. Man muss einfach Geduld haben und sich nicht abschrecken lassen, der Rest wird besser. Allerdings nur, wenn man eine große Portion Rührseligkeit auch vertragen kann. Denn die Eifersuchtsanfälle von Christian und die schnulzigen Liebesbotschaften, die sich die Darsteller gegenseitig zuraunen, sind vielleicht für weniger emotionale Menschen etwas zuviel des Guten. Diejenigen können sich dann aber immer noch an den Kostümen (oscarprämiert) erfreuen – und am Gesang, der manchmal richtig witzig ist (wie „Spectacular Spectacular“) und manchmal gänsehautverursachend (wie „El Tango de Roxanne“).
Aber für mich Sensibelchen ist der gesamte Film richtig gelungen (man muss ja auch nicht alle Kitsch-Szenen so ernst nehmen), deshalb gibt`s sechs Punkte.
Hoffe, mein Bericht hat jetzt nicht ganz abgeschreckt. Wenn nicht, kann ich ja noch gestehen, dass das ganze 126 min dauert... Nur Mut! Ihr übersteht es!

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