Moulin Rouge (VHS) Testbericht

Moulin-rouge-vhs-drama
ab 15,48
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

Erfahrungsbericht von DieEine

Sündig ist hier nur der Regisseur

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

In diesem Semester hab ich in der Uni ein Seminar belegt das \"Filmkritiken schreiben\" heißt. Ich dachte das wäre cool, bis ich hörte das meine erste Aufgabe eine Kritik zu \"Moulin Rouge\" sein soll. Alle Vorschauen und Trailer, die ich zu dem Film gesehen habe, fand ich total doof und ich kann auch Ewan McGregor nicht leiden und Baz Luhrmann halte ich auch für einen Spinner, aber das interessiert in der Uni keinen und so hab ich mir den Film am Sonntag mit ein paar Leuten angeschaut.

Die Story
********

Paris um 1900. Es herrscht Endzeitstimmg in der Stadt. Einziger Lichtblick ist den trist-grauen Straßen ist das grell-bunte verruchte Etablissement \"Moulin Rouge\" im Künstlerviertel Montmatre, wo sich allabendlich die Schönen und Reichen mit leichten Mädchen und jeder Menge Absinth vergnügen.
Auch den Schriftsteller Christian zog es von London zu dieser sündigen Meile Paris´. Von einer Künstlergruppe angestachelt, soll er ein neues Stück für eine Show im Moulin Rouge schreiben. Durch eine Verwechslung kommt es zur Begegnung mit dem Star des Theaters, der schönen Kurtisane Satine.
Bei den Arbeiten zu Christians Stück verlieben sich die beiden ineinander. Christian schreibt sein Stück parallel zur Liebesgeschichte zwischen ihm und Satine, was den Zuschauer gleich zweimal die selbe tragische Geschichte erleben läßt. Was Christian Anfangs nicht weiß: Satine ist dem Geldgeber der Show, dem Duke, versprochen.
Was Satine nicht weiß: sie ist totkrank und hat nicht mehr lange zu leben.
Die beiden müssen also gegen Eifersucht, Intrige, Hass und Tot um ihre wahre Liebe kämpfen.

Die Hauptdarsteller
****************

Nicole Kidmann kann mich in der Rolle der schönen Satine leider gar nicht überzeugen. Der Funke der Liebesgeschichte springt bei ihrer kalten Art einfach nicht über.
Gut, singen kann die Frau und schauspielern wahrscheinlich auch, nur zeigt sie in diesem Film nur eines ihrer Talente. Schade, denn eine glaubwürdigere Umsetzung der Geschichte hätte dem Film nur gutgetan.

Ewan McGregor dagegen spielt sehr hinreißend und überzeugend. Mit seiner schüchternen, zurückhaltenden und naiven Art, ist er die perfekte Besetzung des Christian.

Länge und Freigabe
****************

123 lange Minuten hab ich mich durch diesen Film gequält. Wer das auch möchte, muß mindestens 12 Jahre alt sein.

Meine Meinung
*************

In meiner Uni-Kritik durfte ich sowas ja nicht schreiben, hier darf ich es: der Film ist schei**e.
Die Kameraführung ist rasant und läßt kaum Zeit für einen Blick auf etwas anderes als die Hauptdarsteller. Der Schnitt, der ein Bild nur den Bruchteil einer Sekunde auf dem Bildschirm läßt, vergewaltigt fast die Augen. Baz Luhrmann legt in seinem Filmen immer großen Wert auf schnelle Cuts und viele Bilder pro Minute. Das mag dem ein oder anderen gefallen, aber meiner Meinung nach kommt durch diese Technik die Geschichte des Films zu kurz.
Die Ausstattung des Moulin Rouge mit den vielen aufwenigen Kostüme für die Statisten und Nebendarsteller sind beeindruckend und haben verdientermaßen einen Oscar bekommen, aber leider können die teuren Köstüme und die ausgefeilte Choreographie gar nicht richtig wahrgenommen werden.

Baz Luhrmann hat versucht die Atmosphäre der damaligen Zeit in unser Jahrhundert zu bringen, was ihm aber meiner Meinung nach absolut mißlungen ist.
Man kann nicht den Style von Stummfilmen mit Evergreens der 20er Jahre mischen.
Die Szenen sind teilweise einfach zu überladen und wirken krampfhaft komisch.
Man kann immer schön raten, um welchen Song es sich handelt, aber spätestens nach dem dritten Lied, geht einem das gewaltig auf den Keks.
Die Stimmen der Schauspieler sind zwar angenehm zu hören, aber, wenn ich in einer Schlüsselszene den Mond mitsingen sehe, dann fühl ich mich eher wie in einem Disney-Film als in einer ernsten Adaptation eines Liebesdramas.

Mich störte auch, dass der Zuschauer ganz automatisch von Regie und Schnitt in eine Richtung gelenkt wird.
Man hat einfach nicht die Möglichkeit sich im Moulin Rouge umzusehen und die Kulisse zu genießen.
Die Liebesgeschichte steht ganz klar im Vordergrund und wird in jedem Dialog theatralisch in Szene gesetzt.
Der Film ist einfach nur schrill, laut und bunt und kann mich überhaupt nicht begeistern.

So einzigartig und atemberaubend die Kulissen und Kostüme dieses Films ja sein mögen, die laue Geschichte und Liebe, Sex und Zärtlichkeit in Lollipopfarben und mit Musik der MTV-Generation, können sie nicht aufwerten. Geld, das für aufwendige Kostüme, die immer nur Bruchteile eine Sekunde zu sehen sind und die besten Songwriter ausgegeben wurde, wurde leider am Drehbuch wieder eingespart.

18 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    10.06.2002, 17:53 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, wollte "Moulin Rouge" wirklich die ERNSTE Adaption irgendeiner Liebesgeschichte sein??? - ich hatte das Glück, den Film im Englischen Original bewundern zu dürfen, und wenn einer in seiner Rolle aufblüt und kreuz und quer durch

  • soulfly1972

    07.06.2002, 00:23 Uhr von soulfly1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Bericht zu einem schlechten Film ;o)