Mount Rainier Nationalpark Testbericht
ab 13,42 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von denali
TA HO MA
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ist nicht etwa die Kurzform von: „Tach, hol mal....“, sondern ein indianischer Name, der sich ins Deutsche am besten mit „der Wettermacher“ übersetzen lässt. Gemeint mit diesem Namen ist der Vulkan Mt. Rainier, südlich von Seattle im Bundesstaat Washington, im gleichnamigen Nationalpark gelegen. An schönen Tagen lässt sich der mit 25 Gletschern überhäufte Gipfel schon von weitem erkennen.
Mit einer Gipfelhöhe von 4.394 Metern ist der Berg der höchste Vulkan in der Cascade Range. In den letzten 10.000 Jahren konnten Geologen anhand ihrer Forschungen 11 Ausbrüche identifizieren (zuletzt 1883). Schon die Ureinwohner fürchteten die Naturkräfte des Berges und hielten sich aus Respekt nur in den Tälern auf (....und viele Touristen trampeln respektlos munter drauf los). Heute gilt Mt. Rainier als ein ruhender, keineswegs erloschener Vulkan.
Die Wissenschaft vermag den nächsten Ausbruch nicht vorherzusagen. Vielmehr hofft man, durch eine Reihe von Erdbeben rechtzeitig im Voraus gewarnt zu werden (ähnlich wie bei dem letzten Ausbruch des Mt. St. Helens). Na denn, möge die Übung gelingen.....
Aufgrund seiner Eismassen innerhalb der Gletscher wird der Mt. Rainier als gefährlichster Vulkan der Cascade Range eingestuft. Die glühende Lava wird die Eismassen rasch schmelzen lassen und verheerende Schlammlawinen wären die Folge, die alles unterwegs mitreißen werden. Vor gut 20 Jahren war der Mt. St. Helens auch noch mit Gletschern bestückt...
Der Berg macht, aufgrund seiner Ausmaße, tatsächlich sein eigenes Wetter. Warme Luft, die aus den Tälern aufsteigt, kühlt sich rasch an der „Eiszone“ ab und führt so zu Niederschlägen. So kann ein freier Gipfel binnen Stunden sein Antlitz verhüllen.
Die spektakulären Highlights des 1889 gegründeten Nationalparks (somit der 5. älteste) sind fast alle im Süden und Osten des riesigen Areals gelegen. Den Haupteingang zum Park bildet der Highway entlang des Nisqually Rivers. Von Seattle schnell und unproblematisch zu erreichen über den Interstate 5 gen Süden. Kaum seht Ihr den Tacoma Dome, müsst Ihr über die Ausfahrt Nr. 133 zum Highway Nr. 7, ebenfalls südliche Richtung, nehmen. Diesen Highway folgt Ihr dann bis Elbe (Namensgeber war ein deutscher Auswanderer mit Heimweh) und letztendlich dort gen Osten auf den Highway 706 abbiegen. Gesamte Fahrtstrecke bis zum Parkeingang etwa 90 Meilen (bzw. rd. 145 km); Fahrtdauer: 1,5 Stunden.
Weitere Eingänge in den Park gibt es im äußersten Nordwesten (die Straße führt allerdings nicht durch den Park) bzw. im Süd- und Nordosten. Diese Straßen sind nur im Sommer befahrbar. Spätestens mit dem ersten Schneefall (i.d.R. Anfang November) werden diese Zufahrtsmöglichkeiten gesperrt.
Den größten Spaß bringt der Nationalpark natürlich bei Sonnenschein, aber auch bei Wolken und im Nebel - nicht: benebelt ;-) - haben die Wanderwege ihre Reize. Es scheint dann alles in Watte gepackt mit dem Nachteil, dass man den Gipfel nirgends zu sehen bekommt.
An der Südseite des Mt. Rainier haben sich aufgrund der Feuchtigkeit dichte Wälder gebildet. Die Wanderwege sind dadurch oft schattig und recht kühl.
Nachfolgend nun einige Highlights des Parks, an denen nicht Fotofreunde ins Schwärmen geraten.
Kautz Creek
Der erste mögliche Stop im Park und dann gleich so ein grandioses Plätzchen dazu. Vom Parkplatz führt ein kurzer Trail (für Rollstuhlfahrer geeignet) zu einer Aussichtsplattform. Vorne links der reißende Bach, rechts und links die hohen Bäume und im Hintergrund thront der Berg.
Interessant ist, dem Kautz Creek Trail etwa 2 km in Richtung des Wonderland Trails zu folgen. Langsam ansteigend endet diese Etappe an einer abenteuerlichen Brücke über den Fluß. Man erkennt hier viel besser, welche Ausmaße dieser Fluß während der Schneeschmelze haben muß und mit welcher Gewalt lose Baumstämme mitgerissen werden. Natürlich ist auch hier der Mt. Rainier das Hintergrundmotiv Eurer Fotos.
Achtung: Brücke besteht aus einem der Länge nach halbierten Baumstamm. Vom Schwebebalken anhand des gespannten Drahtes an der linken Seite zu unterscheiden. Bei Feuchtigkeit sehr schlüpfrig.
Longmire
Als nächstes ist dann schon das kleine Dörfchen, das nach dem ersten Siedler im Park benannt ist, erreicht. Hier gibt es eine Touristen-Information und ein Museum. In diesem Museum erhält der interessierte Besucher historische sowie geo- und biologische Informationen über den Nationalpark und seiner Tier- und Pflanzenwelt. Der Eintritt ist frei.
Erlaubnisscheine sowie Wetterinformationen erhält der Bergwanderer im Visitor Center.
Ein kleiner Supermarkt mit Poststation sowie eine Lodge runden das Angebot für den Besucher ab.
Cougar Rock
Ausgangspunkt für Wanderungen entlang des „Wonderland Trails“ (dazu später mehr) zu den Wasserfällen „Carter Falls“ und „Madcap Falls“. Sehr hügeliges Gelände. Interessant ist hier, wie am Kautz Creek, die Konstruktion zweier Brücken über den Nisqually River.
Den Weg zu den beiden Wasserfällen habe ich mir allerdings geschenkt. Es gibt genügend Flüsse und sehenswertere Wasserfälle im Park, so z.B. die
Christine Falls.
Durch die Fahrbahn sind die kompletten Wasserfälle nicht auf einen Blick einsehbar. So ist der erste Teil der Wasserfälle von der Straße einsehbar und für den Abschluß führt ein kurzer Weg hinunter zu einer Plattform.
Nisqually Overlook
Eine kurze Nebenstrecke entlang der Parkstraße führt zu einem kompletten Überblick über den Flusslauf des Nisqually Rivers. Rechts der wasserspendende Gletscher und links die endlose Landschaft, durch die sich der Fluß windet.
Narada Falls
Auch bei wolkenreichem Wetter bis hin zum Nebel sehr fotogene Wasserfälle. Ein steiler, aber kurzer Wanderweg führt auch hier zu einer Plattform, zur besten Aussicht auf den Wasservorhang. Aber schon oben am Parkplatz, füllt der Paradise River eine sehr malerische Landschaft aus.
Paradise
Wer hier ankommt, hat erst 30km auf der Parkstraße hinter sich gebracht, dabei aber etwa einen Kilometer Höhenunterschied überwunden. Als erstes fällt einem in Paradise das Henry M. Jackson Visitor Center auf. Gestylt in der Form einer fliegenden Untertasse, fügt sich das Gebäude aber gut in die Landschaft ein.
Im Erdgeschoß befindet sich neben der üblichen Information ein Souvenir-Shop, ein Buchladen, eine große Cafeteria (Hamburger für nur 6,50 Dollars, ohne Beilagen und Getränk) sowie eine Poststelle.
Im ersten Obergeschoß werden Ausstellungen gezeigt, die denen im Museum zu Longmire sehr ähnlich sind.
Hinter dem, nach einem naturverliebten Politiker Washingtons benannten, Besucherzentrum beginnen eine Reihe von Wanderwegen durch die blühenden Almwiesen. Die Wege sind überwiegend geteert und viele davon sind recht steil. Jeder mag anhand seiner Kondition und Konstitution den für sich passenden Trail heraussuchen. Alle Wege zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen. Ich selbst bin den Nisqually Vista Trail, der auch als Naturlehrpfad ausgelegt ist, entlangspaziert. Auch im September ist hier oben die Blütenvielfalt auf den Wiesen noch enorm.
Der bis hierher beschriebene Teil des Nationalparks ist ganzjährig geöffnet. Die Straße wird im Winter weitestgehend geräumt, teilweise herrscht dann aber Schneekettenpflicht.
Nach Paradise fällt die Straße dann wieder steil ab. Wie für motivsuchende Fotografen extra geschaffen, liegen dann die
Reflection Lakes
in der Landschaft. Bei glatter Wasseroberfläche spiegelt sich der Mt. Rainier wunderbar im glasklaren Gletscherwasser. Ein kurzer Weg führt entlang der südlichen Ufer dieser Seen.
Box Canyon
30 Meter unterhalb der Brücke über diesen Canyon tobt ein Fluß. Und welche Kraft das Wasser mit seinen Massen im Granitgestein hinterlassen hat, kann man hier wunderbar sehen.
An klaren Tagen ist von hier der ebenfalls gletschergespickte Gipfel des Mtt. Adams zu sehen.
Grove of the Patriarchs
Fast schon am Parkausgang gelegen, führt dieser schöne Weg durch den alten Wald mit seinen Baumriesen. Nach rund 2,5 km ist man wieder am Parkplatz angelangt.
Soweit zu den Schönheiten im Süden des Parks. Besucher können aber bis Anfang Oktober (dann wird in den höheren Lagen der erste Schnee erwartet) das Sunrise Visitor Center, auf 1.950 Meter Höhe gelegen, am Ost-Ende des Parks erreichen.
Hier wünscht man sich als Fotograf nicht allzu viel Sonne, denn die spiegelt sich erbarmungslos in den Eismassen des Emmons- und Winthrop Gletschers.
Wie in Paradise stehen dem Wanderer auch hier unterschiedliche Touren zur Verfügung, die teilweise noch dichter an die riesigen Eisfelder heranführen. Eine gute Sonnenbrille ist hier an klaren Tagen unentbehrlich.
Zu erreichen ist dieser Parkabschnitt vom Ein- bzw. Ausgang im Südosten, indem man nordwärts auf dem Highway 123 bis zum Cayuse Pass fährt. Nach weiteren 5km Fahrt auf dem Highway 410 zweigt dann die Straße nach Sunrise ab. Auf der Sunrise Road laden immer wieder einzelne Haltepunkte zum Genuss einer grandiosen Aussicht über die Bergwelt ein.
Alle Straßen in diesem Gebiet scheinen nur ein Ziel zu haben, nämlich den Benutzern die erlittenen Frostschäden voll spüren zu lassen. Also fahrt lieber etwas langsamer...
Übernachtung und Camping im Nationalpark
Neben der Lodge in Longmire gibt es auch eine in Paradise. Unterkünfte sollten im voraus gebucht werden, da diese Häuser recht beliebt sind.
Den Campingfreunden stehen insgesamt 6 Campingplätze zur Verfügung, von denen je 2 im Nordosten und im Südwesten und je 1 an der Sunrise Road (mit Möglichkeit zum steilen Aufstieg per Pedes zu dem Sunrise Visitor Center) sowie am südöstlichen Parkausgang, liegen. Überwiegend sind diese Plätze nur in den Sommermonaten benutzbar und bieten eingeschränkten Plumpsklo-Komfort.
Private Campingplätze befinden sich in den kleinen Dörfern rings um den Nationalpark.
Weitere Informationen
Im Park gibt es keinerlei Tankstellen, also rechtzeitig an das „Nachfüllen“ denken.
Der Eintrittspreis beträgt 10 $ pro Auto. Das Ticket ist dann 7 Tage gültig.
Fahrradfahren ist nur auf den Straßen, jedoch nicht auf den Wanderwegen erlaubt.
Picknickplätze finden sich rund um die Parkplätze zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.
Durch die großen Höhenunterschiede ist ab ca. 17 Uhr die Südseite nicht mehr im Sonnenlicht gelegen. Frühaufstehen lohnt sich (tolle Sonnenaufgangsbilder), wenn man im Park übernachtet hat.
Reist hier von Seattle an und besucht evtl. erst den östlichen Teil um Sunrise, so lasst es langsam angehen. Der Höhenunterschied von knapp 2km macht sich doch bemerkbar.
Wonderland Trail
„Der“ Wanderweg im Nationalpark schlechthin. Der rund 150km lange Weg führt einmal rund um den Mt. Rainier. Erlaubnisscheine für diese Touren sind in der Longmire Ranger Station erhältlich und die Anzahl ist limitiert. Wer also im Hochsommer die Tour starten möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden (Adresse: Mt. Rainier Natl.Park, Tahoma Woods, Star Route, Ashford, WA 98304, USA). Um die Schönheit des Parks auszukosten sollte man wenigstens 7 Tage für die Tour veranschlagen. Einzelwanderer sind aufgrund der Gefährlichkeit nicht zugelassen. Lebensmittel müssen abends bärensicher verstaut und der Müll sollte selbstverständlich wieder mitgenommen werden (Hier fielen zuletzt gerade deutsche Wandersleut immer wieder negativ auf ).
Starten kann man mit der Wandertour an jedem einzelnen der Besucherzentren.
Fazit:
Was für die Pilger über den Wonderland Trail gilt, ist auch für Autofahrer zutreffend. Nicht den Park an einem Tag „erledigen“ wollen. Dafür ist die Natur hier viel zu grandios und viele „Spots“ laden immer wieder zum Verweilen ein. Ich war jetzt zum 3. Male in diesem Nationalpark und es ließen sich wieder neue Eindrücke sammeln und unbekannte Wege erkunden. Allerdings solltet Ihr eine Erkundungsfahrt am Wochenende unternehmen wollen, so teilt Ihr Euch den Park mit einer Unmenge an Weekend-Touristen aus Seattle bzw. Tacoma. Oft sind die Parkplätze in Longmire dann schnell belegt.
Der Besuch des Mount Rainier Nationalparks ist wunderbar mit einem anschließenden Besuch des Mount St. Helens zu verbinden, liegt der Berg doch nur eine kurze Fahrtzeit vom Südost-Ausgang entfernt.
Anmerkung:
In dem Dorf Elbe, kurz vor dem Abzweig zum Parkeingang, liegt rechter Hand die Station der Mt. Rainier Scenic Railroad. Hochtrabender Name, führt doch die Fahrt des Museumszuges nicht in den Nationalpark hinein. Vielmehr finden die Fahrten mit alten Dampfloks und historischen Waggons entlang einer alten Holzfällerstrecke zum Mineral Lake statt. Den Berg sieht man auf der ganzen Fahrt nur dann, wenn der Zug den Nisqually River überquert, also ganze 2 Mal.
Abfahrtszeiten: 11 Uhr, 13.15 Uhr und 15.30 Uhr (in der Hochsaison von Mitte Juni bis Ende August tägliche Abfahrten – ansonsten nur an Wochenenden).
Fahrpreis: 11,50 $ für Erwachsene, Senioren und Kinder erhalten Vergünstigungen
Fahrtdauer: 25 Minuten hin, 20 Minuten Aufenthalt, 25 Minuten zurück = 1 Stunde 10 Minuten.
Kauft Euch für dieses Geld lieber einen Mt. Rainier Kalender in den Souvenir-Läden. So werdet Ihr länger auf angenehmste Weise an eine wunderschöne Naturlandschaft und einen bestimmt tollen Urlaub erinnert.
Eigene Reisezeit: September 2001
Viele Grüße
denali
Mit einer Gipfelhöhe von 4.394 Metern ist der Berg der höchste Vulkan in der Cascade Range. In den letzten 10.000 Jahren konnten Geologen anhand ihrer Forschungen 11 Ausbrüche identifizieren (zuletzt 1883). Schon die Ureinwohner fürchteten die Naturkräfte des Berges und hielten sich aus Respekt nur in den Tälern auf (....und viele Touristen trampeln respektlos munter drauf los). Heute gilt Mt. Rainier als ein ruhender, keineswegs erloschener Vulkan.
Die Wissenschaft vermag den nächsten Ausbruch nicht vorherzusagen. Vielmehr hofft man, durch eine Reihe von Erdbeben rechtzeitig im Voraus gewarnt zu werden (ähnlich wie bei dem letzten Ausbruch des Mt. St. Helens). Na denn, möge die Übung gelingen.....
Aufgrund seiner Eismassen innerhalb der Gletscher wird der Mt. Rainier als gefährlichster Vulkan der Cascade Range eingestuft. Die glühende Lava wird die Eismassen rasch schmelzen lassen und verheerende Schlammlawinen wären die Folge, die alles unterwegs mitreißen werden. Vor gut 20 Jahren war der Mt. St. Helens auch noch mit Gletschern bestückt...
Der Berg macht, aufgrund seiner Ausmaße, tatsächlich sein eigenes Wetter. Warme Luft, die aus den Tälern aufsteigt, kühlt sich rasch an der „Eiszone“ ab und führt so zu Niederschlägen. So kann ein freier Gipfel binnen Stunden sein Antlitz verhüllen.
Die spektakulären Highlights des 1889 gegründeten Nationalparks (somit der 5. älteste) sind fast alle im Süden und Osten des riesigen Areals gelegen. Den Haupteingang zum Park bildet der Highway entlang des Nisqually Rivers. Von Seattle schnell und unproblematisch zu erreichen über den Interstate 5 gen Süden. Kaum seht Ihr den Tacoma Dome, müsst Ihr über die Ausfahrt Nr. 133 zum Highway Nr. 7, ebenfalls südliche Richtung, nehmen. Diesen Highway folgt Ihr dann bis Elbe (Namensgeber war ein deutscher Auswanderer mit Heimweh) und letztendlich dort gen Osten auf den Highway 706 abbiegen. Gesamte Fahrtstrecke bis zum Parkeingang etwa 90 Meilen (bzw. rd. 145 km); Fahrtdauer: 1,5 Stunden.
Weitere Eingänge in den Park gibt es im äußersten Nordwesten (die Straße führt allerdings nicht durch den Park) bzw. im Süd- und Nordosten. Diese Straßen sind nur im Sommer befahrbar. Spätestens mit dem ersten Schneefall (i.d.R. Anfang November) werden diese Zufahrtsmöglichkeiten gesperrt.
Den größten Spaß bringt der Nationalpark natürlich bei Sonnenschein, aber auch bei Wolken und im Nebel - nicht: benebelt ;-) - haben die Wanderwege ihre Reize. Es scheint dann alles in Watte gepackt mit dem Nachteil, dass man den Gipfel nirgends zu sehen bekommt.
An der Südseite des Mt. Rainier haben sich aufgrund der Feuchtigkeit dichte Wälder gebildet. Die Wanderwege sind dadurch oft schattig und recht kühl.
Nachfolgend nun einige Highlights des Parks, an denen nicht Fotofreunde ins Schwärmen geraten.
Kautz Creek
Der erste mögliche Stop im Park und dann gleich so ein grandioses Plätzchen dazu. Vom Parkplatz führt ein kurzer Trail (für Rollstuhlfahrer geeignet) zu einer Aussichtsplattform. Vorne links der reißende Bach, rechts und links die hohen Bäume und im Hintergrund thront der Berg.
Interessant ist, dem Kautz Creek Trail etwa 2 km in Richtung des Wonderland Trails zu folgen. Langsam ansteigend endet diese Etappe an einer abenteuerlichen Brücke über den Fluß. Man erkennt hier viel besser, welche Ausmaße dieser Fluß während der Schneeschmelze haben muß und mit welcher Gewalt lose Baumstämme mitgerissen werden. Natürlich ist auch hier der Mt. Rainier das Hintergrundmotiv Eurer Fotos.
Achtung: Brücke besteht aus einem der Länge nach halbierten Baumstamm. Vom Schwebebalken anhand des gespannten Drahtes an der linken Seite zu unterscheiden. Bei Feuchtigkeit sehr schlüpfrig.
Longmire
Als nächstes ist dann schon das kleine Dörfchen, das nach dem ersten Siedler im Park benannt ist, erreicht. Hier gibt es eine Touristen-Information und ein Museum. In diesem Museum erhält der interessierte Besucher historische sowie geo- und biologische Informationen über den Nationalpark und seiner Tier- und Pflanzenwelt. Der Eintritt ist frei.
Erlaubnisscheine sowie Wetterinformationen erhält der Bergwanderer im Visitor Center.
Ein kleiner Supermarkt mit Poststation sowie eine Lodge runden das Angebot für den Besucher ab.
Cougar Rock
Ausgangspunkt für Wanderungen entlang des „Wonderland Trails“ (dazu später mehr) zu den Wasserfällen „Carter Falls“ und „Madcap Falls“. Sehr hügeliges Gelände. Interessant ist hier, wie am Kautz Creek, die Konstruktion zweier Brücken über den Nisqually River.
Den Weg zu den beiden Wasserfällen habe ich mir allerdings geschenkt. Es gibt genügend Flüsse und sehenswertere Wasserfälle im Park, so z.B. die
Christine Falls.
Durch die Fahrbahn sind die kompletten Wasserfälle nicht auf einen Blick einsehbar. So ist der erste Teil der Wasserfälle von der Straße einsehbar und für den Abschluß führt ein kurzer Weg hinunter zu einer Plattform.
Nisqually Overlook
Eine kurze Nebenstrecke entlang der Parkstraße führt zu einem kompletten Überblick über den Flusslauf des Nisqually Rivers. Rechts der wasserspendende Gletscher und links die endlose Landschaft, durch die sich der Fluß windet.
Narada Falls
Auch bei wolkenreichem Wetter bis hin zum Nebel sehr fotogene Wasserfälle. Ein steiler, aber kurzer Wanderweg führt auch hier zu einer Plattform, zur besten Aussicht auf den Wasservorhang. Aber schon oben am Parkplatz, füllt der Paradise River eine sehr malerische Landschaft aus.
Paradise
Wer hier ankommt, hat erst 30km auf der Parkstraße hinter sich gebracht, dabei aber etwa einen Kilometer Höhenunterschied überwunden. Als erstes fällt einem in Paradise das Henry M. Jackson Visitor Center auf. Gestylt in der Form einer fliegenden Untertasse, fügt sich das Gebäude aber gut in die Landschaft ein.
Im Erdgeschoß befindet sich neben der üblichen Information ein Souvenir-Shop, ein Buchladen, eine große Cafeteria (Hamburger für nur 6,50 Dollars, ohne Beilagen und Getränk) sowie eine Poststelle.
Im ersten Obergeschoß werden Ausstellungen gezeigt, die denen im Museum zu Longmire sehr ähnlich sind.
Hinter dem, nach einem naturverliebten Politiker Washingtons benannten, Besucherzentrum beginnen eine Reihe von Wanderwegen durch die blühenden Almwiesen. Die Wege sind überwiegend geteert und viele davon sind recht steil. Jeder mag anhand seiner Kondition und Konstitution den für sich passenden Trail heraussuchen. Alle Wege zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen. Ich selbst bin den Nisqually Vista Trail, der auch als Naturlehrpfad ausgelegt ist, entlangspaziert. Auch im September ist hier oben die Blütenvielfalt auf den Wiesen noch enorm.
Der bis hierher beschriebene Teil des Nationalparks ist ganzjährig geöffnet. Die Straße wird im Winter weitestgehend geräumt, teilweise herrscht dann aber Schneekettenpflicht.
Nach Paradise fällt die Straße dann wieder steil ab. Wie für motivsuchende Fotografen extra geschaffen, liegen dann die
Reflection Lakes
in der Landschaft. Bei glatter Wasseroberfläche spiegelt sich der Mt. Rainier wunderbar im glasklaren Gletscherwasser. Ein kurzer Weg führt entlang der südlichen Ufer dieser Seen.
Box Canyon
30 Meter unterhalb der Brücke über diesen Canyon tobt ein Fluß. Und welche Kraft das Wasser mit seinen Massen im Granitgestein hinterlassen hat, kann man hier wunderbar sehen.
An klaren Tagen ist von hier der ebenfalls gletschergespickte Gipfel des Mtt. Adams zu sehen.
Grove of the Patriarchs
Fast schon am Parkausgang gelegen, führt dieser schöne Weg durch den alten Wald mit seinen Baumriesen. Nach rund 2,5 km ist man wieder am Parkplatz angelangt.
Soweit zu den Schönheiten im Süden des Parks. Besucher können aber bis Anfang Oktober (dann wird in den höheren Lagen der erste Schnee erwartet) das Sunrise Visitor Center, auf 1.950 Meter Höhe gelegen, am Ost-Ende des Parks erreichen.
Hier wünscht man sich als Fotograf nicht allzu viel Sonne, denn die spiegelt sich erbarmungslos in den Eismassen des Emmons- und Winthrop Gletschers.
Wie in Paradise stehen dem Wanderer auch hier unterschiedliche Touren zur Verfügung, die teilweise noch dichter an die riesigen Eisfelder heranführen. Eine gute Sonnenbrille ist hier an klaren Tagen unentbehrlich.
Zu erreichen ist dieser Parkabschnitt vom Ein- bzw. Ausgang im Südosten, indem man nordwärts auf dem Highway 123 bis zum Cayuse Pass fährt. Nach weiteren 5km Fahrt auf dem Highway 410 zweigt dann die Straße nach Sunrise ab. Auf der Sunrise Road laden immer wieder einzelne Haltepunkte zum Genuss einer grandiosen Aussicht über die Bergwelt ein.
Alle Straßen in diesem Gebiet scheinen nur ein Ziel zu haben, nämlich den Benutzern die erlittenen Frostschäden voll spüren zu lassen. Also fahrt lieber etwas langsamer...
Übernachtung und Camping im Nationalpark
Neben der Lodge in Longmire gibt es auch eine in Paradise. Unterkünfte sollten im voraus gebucht werden, da diese Häuser recht beliebt sind.
Den Campingfreunden stehen insgesamt 6 Campingplätze zur Verfügung, von denen je 2 im Nordosten und im Südwesten und je 1 an der Sunrise Road (mit Möglichkeit zum steilen Aufstieg per Pedes zu dem Sunrise Visitor Center) sowie am südöstlichen Parkausgang, liegen. Überwiegend sind diese Plätze nur in den Sommermonaten benutzbar und bieten eingeschränkten Plumpsklo-Komfort.
Private Campingplätze befinden sich in den kleinen Dörfern rings um den Nationalpark.
Weitere Informationen
Im Park gibt es keinerlei Tankstellen, also rechtzeitig an das „Nachfüllen“ denken.
Der Eintrittspreis beträgt 10 $ pro Auto. Das Ticket ist dann 7 Tage gültig.
Fahrradfahren ist nur auf den Straßen, jedoch nicht auf den Wanderwegen erlaubt.
Picknickplätze finden sich rund um die Parkplätze zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.
Durch die großen Höhenunterschiede ist ab ca. 17 Uhr die Südseite nicht mehr im Sonnenlicht gelegen. Frühaufstehen lohnt sich (tolle Sonnenaufgangsbilder), wenn man im Park übernachtet hat.
Reist hier von Seattle an und besucht evtl. erst den östlichen Teil um Sunrise, so lasst es langsam angehen. Der Höhenunterschied von knapp 2km macht sich doch bemerkbar.
Wonderland Trail
„Der“ Wanderweg im Nationalpark schlechthin. Der rund 150km lange Weg führt einmal rund um den Mt. Rainier. Erlaubnisscheine für diese Touren sind in der Longmire Ranger Station erhältlich und die Anzahl ist limitiert. Wer also im Hochsommer die Tour starten möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden (Adresse: Mt. Rainier Natl.Park, Tahoma Woods, Star Route, Ashford, WA 98304, USA). Um die Schönheit des Parks auszukosten sollte man wenigstens 7 Tage für die Tour veranschlagen. Einzelwanderer sind aufgrund der Gefährlichkeit nicht zugelassen. Lebensmittel müssen abends bärensicher verstaut und der Müll sollte selbstverständlich wieder mitgenommen werden (Hier fielen zuletzt gerade deutsche Wandersleut immer wieder negativ auf ).
Starten kann man mit der Wandertour an jedem einzelnen der Besucherzentren.
Fazit:
Was für die Pilger über den Wonderland Trail gilt, ist auch für Autofahrer zutreffend. Nicht den Park an einem Tag „erledigen“ wollen. Dafür ist die Natur hier viel zu grandios und viele „Spots“ laden immer wieder zum Verweilen ein. Ich war jetzt zum 3. Male in diesem Nationalpark und es ließen sich wieder neue Eindrücke sammeln und unbekannte Wege erkunden. Allerdings solltet Ihr eine Erkundungsfahrt am Wochenende unternehmen wollen, so teilt Ihr Euch den Park mit einer Unmenge an Weekend-Touristen aus Seattle bzw. Tacoma. Oft sind die Parkplätze in Longmire dann schnell belegt.
Der Besuch des Mount Rainier Nationalparks ist wunderbar mit einem anschließenden Besuch des Mount St. Helens zu verbinden, liegt der Berg doch nur eine kurze Fahrtzeit vom Südost-Ausgang entfernt.
Anmerkung:
In dem Dorf Elbe, kurz vor dem Abzweig zum Parkeingang, liegt rechter Hand die Station der Mt. Rainier Scenic Railroad. Hochtrabender Name, führt doch die Fahrt des Museumszuges nicht in den Nationalpark hinein. Vielmehr finden die Fahrten mit alten Dampfloks und historischen Waggons entlang einer alten Holzfällerstrecke zum Mineral Lake statt. Den Berg sieht man auf der ganzen Fahrt nur dann, wenn der Zug den Nisqually River überquert, also ganze 2 Mal.
Abfahrtszeiten: 11 Uhr, 13.15 Uhr und 15.30 Uhr (in der Hochsaison von Mitte Juni bis Ende August tägliche Abfahrten – ansonsten nur an Wochenenden).
Fahrpreis: 11,50 $ für Erwachsene, Senioren und Kinder erhalten Vergünstigungen
Fahrtdauer: 25 Minuten hin, 20 Minuten Aufenthalt, 25 Minuten zurück = 1 Stunde 10 Minuten.
Kauft Euch für dieses Geld lieber einen Mt. Rainier Kalender in den Souvenir-Läden. So werdet Ihr länger auf angenehmste Weise an eine wunderschöne Naturlandschaft und einen bestimmt tollen Urlaub erinnert.
Eigene Reisezeit: September 2001
Viele Grüße
denali
18 Bewertungen, 4 Kommentare
-
15.06.2002, 21:14 Uhr von rofis
Bewertung: sehr hilfreichhat uns auch sehr gut gefallen dort!
-
10.04.2002, 14:33 Uhr von hpmaier
Bewertung: sehr hilfreichHast ja tolle Berichte
-
02.04.2002, 19:42 Uhr von Duffy_2000
Bewertung: sehr hilfreichwhow, was ein ausführlicher Bericht
-
02.04.2002, 19:39 Uhr von Fantaghiro
Bewertung: sehr hilfreichtoll sher ausführlich
Bewerten / Kommentar schreiben