Muttertag Testbericht

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Erfahrungsbericht von Jakini

Inzwischen doch nur noch Geldschneiderei

Pro:

Man kann der Mutter zeigen, daß man sie liebt und schätzt

Kontra:

Es wird zur Geschäftemacherei

Empfehlung:

Nein

Nun steht er wieder vor der Tür, der Muttertag, überall wird Werbung dafür gemacht, man soll doch bitte an die Mutter denken und Blumen kaufen. Ich werde auch Blumen kaufen, aber nicht für meine Mutter, sonder für meinen Sohn. Diese Blumen werde ich ihm ans Grab stellen, denn gerade an einem solchen Tag tut es wieder besonders weh, daß er nicht mehr bei mir ist. Da wird mir noch einmal bewußter, daß vier Kinder um mich sein müßten, nicht nur drei, das Loch wird groß und ich falle, ganz tief.
Aber ich habe Glück, denn meine Töchter sind bei mir. Es gibt aber auch viele Mütter, die nun kein weiteres Kind um sich haben, weil sie ihr einziges, oder ihr estes Kind verloren haben, noch kein Folgekind da ist, was ein wenig Trost geben könnte. Wie schlimm war doch für mich der erste Muttertag nach dem Tod meines Sohnes, grauenhaft, daß man ausgerechnet an dem Tag etwas vom Grab stahl. Leider ist es so üblich, daß viele Blumensträuße für die Mutter vom Friedhof gestohlen werden. Doch damit, daß meinem Sohn nur der Stoffteddy, den wir ihm vor vier Jahren am Abend vor dem Muttertag als Mitbringsel aus dem Tierpark aufs Grab gelegt hatte, gestohlen wurde, damit hatten wir noch Glück. Im Jahr darauf mußte eine andere Mutter am Muttertag zum Grab kommen und festellen, daß das Grab ihres Sohnes geschädet und der Grabstein umgeworfen wurde. Vorletztes Jahr das gleiche Spiel, dieser Tag ist für uns verwaiste Mütter schon grausaum, genug. Der Gang zum Grab an diesem Tag eh schon sehr schwer, warum muß man uns so etwas dann auch noch antun? Mir graut schon davor, am Sonntag auf den Friedhof zu gehen.

Von meinen Töchtern erwarte ich kein großen Geschenke, ich habe doch nicht Geburtstag, auch Weihnachten ist nicht, es ist einfach Muttertag. Ein Tag an dem man darüber nachdenken sollte, was die Mutter für einen tut oder getan hat, denn so manche haben den gleichen Gang zur Mutter, wie ich zu meinem Sohn. Da kann ich verstehen, wenn man der Mutter einen Blumenstrauß kauft, denn es ist die einzige Möglichkeit, der Mutter zu zeigen, daß man sie noch immer liebt, auch wenn ich mir da sicher bin, sie wird es wissen, weil sie nun in das Herz sehen kann.... .

Ich persönlich erwarte vom Muttertag keine Geschenke, doch meine Familie sollte sich schon einmal gedanken machen, was man als Mutter alles zu tun hat: da sind die Kinder, die kleinen müssen gewickelt und angezogen werden, die großen können das zwar schon selber, haben auch ihre Wünsche, wie z.B. zum Sport gefahren werden, zur Schule bringen und abholen etc. Mama ist also oftmals auch Familientaxi.
Dann bleibt häufig der Haushalt an der Mama hängen, egal ob sie auch arbeitet oder nicht, Mama hat das an der Backe, ist schließlich Frauenarbeit. Viele Mütter sind auch heute noch zu Hause, und jeden Tag das gleiche, ist das Kind zur Schule oder in den Kindergarten gebracht dann werden schnell einmal die Einkäufe erledigt. Sind diese dann verstaut, werden Staubsauer, Staubtuch und Putzlappen herausgeholt und man ist eifrig dabei, die Wohnung wieder auf Vordermann zu bekommen. Auch das Mittagessen muß in der Zwischenzeit vorbereitet werden, dann hetzt man los, das Kind wieder aus der Schule oder den Kindergarten abzuholen. Nach dem Mittagessen müssen Hausaufgaben gemacht und die Küche aufgeräumt werden, danach geht es dann schnell weiter zum Sport. Kaum zu Hause, Abendbrot bereiten und die Kinder ins Bett bringen.
Nebenbei hat so manche Mutter noch Ehrenämter zu erledigen, wie z.B. im Fördervein der Schule helfen, Saft in der Pause verkaufen oder in der Bücherhalle der Schule aushelfen. Allerdings kann auch nicht jede Mutter solche Dienste übernehmen, denn wer noch kleine Kinder hat, der kann morgens nicht in die Schule kommen, oder gar wer arbeiten geht. Hilft man bei solchen Ämtern nicht mit, wird man oft schief angesehen.


Dies sind alles Aufgaben, die eine Mutter zu erledigen hat, und das sollte schon anerkannt werden, aber nicht mit teuren Geschenken, sondern mit Worten oder Geesten. Mir ist am Sonntag ein Frühstück im Bett, serviert von meiner Familie viel wichtiger und lieber, als ein Blumenstrauß, der aus Verpflichtung gekauft wurde.
Außerdem sollte man nicht nur einmal im Jahr der Mutter zeigen, daß man sie und ihr Tun anerkennt, sondern gerne öfter.

Ich gestehe, manchmal habe ich den Trott satt, würde am liebsten meine Kleinen in einen Hort stecken und Arbeiten gehen, doch so einfach ist das leider nicht. Oftmals wird man als Mutter, die ja nur zu Hause ist, von anderen Müttern, die nach dem Erziehungsurlaub mit nur einem Kind wieder arbeiten gehen, als faul dargestellt und so einen Vorwurf nimmt man sich schon zu Herzen. Doch was machen die Mütter? Im Grunde auch nicht mehr, meine Nachbarin z.B. überläßt die Erziehung ihrer (mißratenen) Tochter den Eltern, weil sie lieber arbeiten geht. Kommt sie heim, dann hat der seit drei Jahren krankgeschriebenen Ehemann den Haushalt erledigt und Oma hat das Kind bekocht und verwöhnt. So hat sie wirklich Feierabend wenn sie kommt und muß nur noch Abendbrot machen und das Kind ins Bett bringen. Klar, das habe ich am Abend auch nur noch vor mich, doch die übrigen Arbeiten überläßt sie ihrer Mutter und dem Mann. Für sie ist es dann Spaß, sich um ihr Kind zu kümmern, sie hatte es nicht den gesamten Tag ums ich. Hat sie also mehr zu tun als ich, muß ich mich minderwertig fühlen? Ich sage einfach einmal "NEIN", jede Mutter hat ein Recht auf Anerkennung ihrer Leistung, egal ob sie nur zu Hause ist, oder aber arbeiten geht, denn es fallen je nach Situation verschiedene Arbeiten an.

Ich denke, der Sinn des Muttertages, wie er einmal entstanden ist, liegt darin, daß man an seine Mutter denkt und ihr zeigt, daß es nicht selbstevständlich ist, was sie tut, und vorallem nicht minderwertig.

Habe ich z.B. am Vormittag die Wohnung geputzt, dann habe ich mittags oft das Gefühl, ich wohne in einem Saustall, weil die Mittlere überall ihr Spielzeug verteilt hat und naütürlich mit Essen rumsaute. Manchmal frage ich mich dann, warum ich das alles mache. Doch dann lachte meine Mittlere mich an und ich weiß wofür, und genau dieses Lächeln, das ist es auf das ich am Sonntag Wert lege!!!! Damit ich den Sinn in meinem Tun sehe.

Aus dem Muttertag einen Feiertag zu machen, da bin ich entschieden gegen, auch was die Geschäftmacherei angeht. Wenn meine Familie mit einem teuren Parfum hier ankommen würde, ich wäre ehrlich gesagt enttäuscht, weil dies nur eine Verpflichtung wäre, aber nicht der Sinn des Tages, meiner Meinung nach!!!


Praktisch finde ich diesen vorbestimmten Tag in Bezug auf den Kindergarten oder der Schule, wo für die Mütter immer etwas gebastelt wird, so hat man einen Tag als Ziel für das Geschenk. Doch oft kommt meine Tochter auch so mit einem gebastelten Geschenk nach Hause, ohne Muttertag, oder sie pflückt mir Gänseblümchen auf der Wiese vor unserer Terrasse, dann weiß ich, daß ich nicht umsonst meinen Job an den Nagel gehängt habe, sonder die richtige Entscheidung getroffen habe, dann ist für mich Muttertag... .

23 Bewertungen, 2 Kommentare

  • dani___

    22.05.2002, 16:30 Uhr von dani___
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bin da ganz deiner Meinung ;(

  • hpmaier

    10.05.2002, 11:46 Uhr von hpmaier
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsch Dir trotzdem einen echt schönen Muttertag, liebe gruesse hpmaier und auch gruesse an Deine 3 Töchter