Muxmäuschenstill (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2011
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Erfahrungsbericht von schellense
Von einem der oft muxig ist
Pro:
fesselnd
Kontra:
sehr drastisches Ende
Empfehlung:
Ja
„Ich habe ins Becken gepinkelt!“ – Der junge Mann, der diese Schild hochhaltend mit nichts außer einer Badehose bekleidet am Beckenrand steht, hatte wohl kaum geahnt, dass ein ganz normaler Schwimmbadtag so demütigend für ihn enden würde.
Überführt wurde der Übeltäter von Mux (Jan Henrik Stahlberg), dem Helden des Films. Er ist kein Lehrer und auch kein Polizist.
Er ist ein pedantischer Rechthaber, Besserwisser und vor allen Dingen Weltverbesserer. In der Durchsetzung seiner Moral ist er konsequent bis zum Ende.
Mux hat sein Leben darauf eingestellt, es den Straftätern und Delinquenten heimzuzahlen und sie (in seinen Augen) gerecht zu bestrafen. Ob es sich nun um juristische oder moralische Schuld handelt ist unerheblich. Das Strafmaß seiner Selbstjustiz entscheidet er allein – und scheißt dabei oft übers Ziel hinaus.
Ein Rollstuhlfahrer, der bei Rot über die Ampel rollt, wird von ihm umgeworfen, einem Grafittisprayer die Farbe in die Augen gesprüht. Ein Schüler, der ein türkisches Mädchen beleidgt wird in Ecke gestellt und mit Papierkügelchen beschossen. Der ganze Film handelt von diesem Strafaktionen. Zur Seite steht ihm Gerd (Fritz Roth), ein ungebildet hässlicher Arbeitsloser dessen Mux sich erbarmt. Seine Aufgabe ist es Mux in Aktion zu filmen und alle überführten Täter zu dokumentieren. Gerd hat eine stoische Gelassenheit. In seiner Naivität sieht er nichts von Mux eigenen Verbrechen, kein Mitleid weckt sich in ihm wenn Mux menschen wie du und ich die Würde nimmt oder viel zu brutal zur Sache geht. Auch wenn Mux sich an den Menschen finanziell bereichert, um sein Imperium aufzubauen ist er dabei. Solange es Käsekuchen gibt, ist Gerd der Rest egal. Er ist naiv und zugleich so abgestumpft, dass jede Identifikation fehlschlagen muss.
Die Geschichte von Mux fesselt, sie ist zeitweise rührend etwa bei den ersten zarten Annäherungsversuchen an die junge Kellnerin Kira, die Mux für den Inbegriff, der rein und hehren Unschuld vom Lande hält.
Gleichzeitig macht er aber auch alles, was man geneigt ist ihm an Verständnis und „Recht so“ entgegenzubringen zunichte, in dem er aus den vielleicht richtigen Gründen fast konsequent das falsche tut, indem er seine Ideale über die Menschen stellt.
Deutlich wird dies z.B. auch in einer weiteren Schwimmbadszene. Mux fliret mit einer jungen Frau und bietet ihr Geld, wenn sie ihn küsst. Als sie aus einer Laune heraus annimmt, stellt er sie zur Rede. Es ist als wolle er zugleich die Untugenden ausrotten und führt die Gelegenheit dafür wissentlich selbst hervor, nur um jemanden überführen zu können.
Muxmäuschenstill ist eine Low-Budget-Produktion, die einiges kann. Der Film bringt einen dazu, sich mit der eigenen Moral auseinander zu setzen und löst mit seinem schwarzem Humor auch einige Lachsalven aus, wenn auch teils mit schalem Beigeschmack…
Deutschland 2003
Regie: Marcus Mittermeier
Darsteller:
Mux- Jan Henrik Stahlberg
Gerd - Fritz Roth,
Kira -Wanda Perdelwitz
FSK: ab 16 –
Länge: 89 min
Internet: www.mux-braucht-dich.de
Überführt wurde der Übeltäter von Mux (Jan Henrik Stahlberg), dem Helden des Films. Er ist kein Lehrer und auch kein Polizist.
Er ist ein pedantischer Rechthaber, Besserwisser und vor allen Dingen Weltverbesserer. In der Durchsetzung seiner Moral ist er konsequent bis zum Ende.
Mux hat sein Leben darauf eingestellt, es den Straftätern und Delinquenten heimzuzahlen und sie (in seinen Augen) gerecht zu bestrafen. Ob es sich nun um juristische oder moralische Schuld handelt ist unerheblich. Das Strafmaß seiner Selbstjustiz entscheidet er allein – und scheißt dabei oft übers Ziel hinaus.
Ein Rollstuhlfahrer, der bei Rot über die Ampel rollt, wird von ihm umgeworfen, einem Grafittisprayer die Farbe in die Augen gesprüht. Ein Schüler, der ein türkisches Mädchen beleidgt wird in Ecke gestellt und mit Papierkügelchen beschossen. Der ganze Film handelt von diesem Strafaktionen. Zur Seite steht ihm Gerd (Fritz Roth), ein ungebildet hässlicher Arbeitsloser dessen Mux sich erbarmt. Seine Aufgabe ist es Mux in Aktion zu filmen und alle überführten Täter zu dokumentieren. Gerd hat eine stoische Gelassenheit. In seiner Naivität sieht er nichts von Mux eigenen Verbrechen, kein Mitleid weckt sich in ihm wenn Mux menschen wie du und ich die Würde nimmt oder viel zu brutal zur Sache geht. Auch wenn Mux sich an den Menschen finanziell bereichert, um sein Imperium aufzubauen ist er dabei. Solange es Käsekuchen gibt, ist Gerd der Rest egal. Er ist naiv und zugleich so abgestumpft, dass jede Identifikation fehlschlagen muss.
Die Geschichte von Mux fesselt, sie ist zeitweise rührend etwa bei den ersten zarten Annäherungsversuchen an die junge Kellnerin Kira, die Mux für den Inbegriff, der rein und hehren Unschuld vom Lande hält.
Gleichzeitig macht er aber auch alles, was man geneigt ist ihm an Verständnis und „Recht so“ entgegenzubringen zunichte, in dem er aus den vielleicht richtigen Gründen fast konsequent das falsche tut, indem er seine Ideale über die Menschen stellt.
Deutlich wird dies z.B. auch in einer weiteren Schwimmbadszene. Mux fliret mit einer jungen Frau und bietet ihr Geld, wenn sie ihn küsst. Als sie aus einer Laune heraus annimmt, stellt er sie zur Rede. Es ist als wolle er zugleich die Untugenden ausrotten und führt die Gelegenheit dafür wissentlich selbst hervor, nur um jemanden überführen zu können.
Muxmäuschenstill ist eine Low-Budget-Produktion, die einiges kann. Der Film bringt einen dazu, sich mit der eigenen Moral auseinander zu setzen und löst mit seinem schwarzem Humor auch einige Lachsalven aus, wenn auch teils mit schalem Beigeschmack…
Deutschland 2003
Regie: Marcus Mittermeier
Darsteller:
Mux- Jan Henrik Stahlberg
Gerd - Fritz Roth,
Kira -Wanda Perdelwitz
FSK: ab 16 –
Länge: 89 min
Internet: www.mux-braucht-dich.de
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