Mystic River (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Realjackass
Im dunklen Wald der Wölfe..
Pro:
Bacon, Penn und Robbins, Atmosphäre, Spannung, fast alles
Kontra:
Ein bisschen das Ende
Empfehlung:
Ja
Story
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Der Film beginnt mit 3 kleinen Jungen, die auf der Straße Baseball spielen. Als dann aber ihr Ball in einen Gulli fliegt, müssen sich die drei eine andere Beschäftigung suchen und die ist auch schnell gefunden: Jimmy, der heimliche Anführer der Truppe, schreibt seinen Namen mit einem Stock in noch nicht getrockneten Zement, was Sean ihm gleichtut. Gerade als Dave seinen Namen auch verewigen will, hält ein Wagen neben den Jungs, dessen Fahrer sich als Polizist zu erkennen gibt. Er hält den Jungs einen Vortrag, dass sie ernsthafte Probleme bekommen würden, wenn sie so etwas nochmal tun würden. Er zwingt Dave, in den Wagen zu steigen, um ihn zu seiner Mutter zu fahren. Doch Dave wird nicht zu seiner Mutter gebracht. Der Mann und sein Freund verschleppen Dave in einen abgelegenen Wald und schließen ihn in einen dunklen Keller, wo sie ihn misshandeln und vergewaltigen.. Erst nach 4 Tagen kann Dave entkommen.
Viele Jahre später:
Die Freunde von damals laufen sich zwar ab und zu noch über den Weg und grüßen sich, doch so etwas wie eine Freundschaft existiert nichtmehr, jeder lebt sein eigenes Leben.
Dave (Tim Robbis) ist Vater eines kleinen Jungen, mit dem er sich hervorragend versteht und mit dem er immer gerne Baseball spielt. Zwar ist sein Leben nach den traumatischen Kindheitserlebnissen zerstört, aber er versucht trotzdem, das beste daraus zu machen. Außerdem hat er in seiner Frau Celeste eine Person gefunden, die für ihn da ist.
Jimmy (Sean Penn) ist zum zweiten Mal verheiratet, Besitzer eines kleinen Ladens und Vater von 3 Kindern, allen voran die 19 jährige Katie, mit der er sich bestens versteht. Allerdings lief Jimmy´s Leben nicht immer so routiniert, er war vor ca. 16 Jahren wegen Raubüberfall im Knast, mittlerweile allerdings hat er der Kriminalität abgeschworen.
Dann wäre da noch Sean (Kevin Bacon), der inzwischen als Polizist arbeitet. Eines Tages wird er zu einem Tatort gerufen, angeblich Mord, was für ihn und seinen Partner Whitey (Lawrence Fishburne) nichts ungewöhnliches ist. Als Sean jedoch die Leiche sieht, schreckt er zurück, es handelt sich dabei um Jimmy´s Tochter Katie...
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wer Katie umgebracht hat. Die Polizei arbeitet sehr gründlich und schnell, doch das reicht dem vor Wut besessenen Jimmy nicht, so engangiert er in der Gegend bekannte Schläger, die sich für ihn mal umhören... Schnell ist Dave einer der Hauptverdächtigen, laut seiner Frau Celeste ist er in der Nacht in der der Mord geschah blutverschmiert nach Hause gekommen..
Schauspieler
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Hier sind wir schon beim ersten großen Pluspunkt des Films angelangt: Er bietet dermaßen gute und überzeugende Darsteller, dass es eine Freude ist den Film zu sehen.
Als erstes hätten wir da Sean Penn (Die Dolmetscherin, 21 Gramm,Ich bin Sam), der Jimmy spielt. Als erstes sollte vielleicht etwas zu Jimmy´s Charakter gesagt werden, so fällt es auch leichter, seine Handlungen nachvollziehen zu können. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass Jimmy´s Leben nicht immer gerade einfach war. Seine kriminelle Vergangenheit hat ihn geprägt, er treibt sich auch immer noch mit seinen Komplizen von damals rum. Auch wenn Jimmy Markum auf den ersten Blick wie der gepflegte und hilfsbereite Ladenbesitzer von nebenan aussieht, so ist hinter dieser Fassade ein ganz anderer Mann, was nach dem Tod seiner über alles geliebten Tochter gut zur Geltung kommt.
Wer Sean Penn schon einmal gesehen hat, der weiß, zu welch schauspielerischen Leistungen der Mann fähig ist. Ähnliches lässt sich auch hier sagen, nicht umsonst bekam Penn den Oscar für seine Darstellung. Er spielt den wütenden und todtraurigen Vater dermaßen authentisch, dass es einem sehr oft richtig nah geht und man sich denkt, dass das in echt auch so wäre. Sean Penn schafft es gut, Aggression und Trauer miteinander zu verbinden, Respekt.
Desweiteren hätten wir da Dave Boyle, gespielt von Tim Robbins (Krieg der Welten, Arlington Road, Die Verurteilten). Auch er bekam den Oscar für seine Darstellung, was ich ihm auf keinen Fall verüble, denn was der Mann da an Mimik und Gestik an den Tag legt, ist der Wahnsinn. Durch die Vergewaltigung in der Kindheit wurde Dave natürlich für sein komplettes, restliches Leben geprägt, was man ihm auch ansieht. Er ist sehr schüchtern, zurückhaltend und alles andere als aufdringlich. Allgemein ist er eher der ruhigere Typ, der freundlich zu seiner Frau ist und jeden Tag mit seinem Sohn Baseball spielen geht. Niemand, aber wirklich niemand würde diesem Mann einen Mord zutrauen, bis Dave eines Abends blutverschmiert nach Hause kommt. Angeblich sei er von einem Penner angegriffen worden, doch seine Frau Celeste will ihm das nicht so recht glauben. Das Misstrauen und die Angst vor ihrem Mann wird sogar so groß, dass sie mit ihrem Sohn auszieht.
Tim Robbins ist wie ich finde Perfekt für die Rolle. Die bereits angesprochene, schüchterne und stille Art passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ein zugleich trauriger und interessanter Charakter!
Schließlich und letztendlich kommen wir noch zu dem letzten im Bunde, den dritten Hauptdarsteller: Kevin Bacon (The Woodsman, Sleepers, Murder in the First), übrigens einer meiner absoluten Lieblingsdarsteller. In \"Mystic River\" spielt er den Pflichtbewussten Polizisten Sean Devine, der auch so seine lieben Probleme hat. Seine Frau hat ihn vor 6 Monaten ohne Vorwarnung verlassen, seither ruft sie ihn alle paar Tage mal an, sagt dabei aber meistens nie ein Wort. Natürlich macht das Sean zu schaffen, da er nicht weiß, ob die Beziehung so eine Zukunft hat. Als Sean dann die Leiche der 19 jährigen Katie findet, die Tochter seines ehemaligen Freundes Jimmy, weiß er nicht so recht, wie er damit umgehen soll. Zwar sind die beiden nicht mehr befreundet, aber er kann den Schmerz den Jimmy fühlen muss gut nachvollziehen und tut alles, um den Mörder ausfindig zu machen.
Wie ich finde macht Kevin Bacon seine Sache einfach Spitze, auch wenn es wahrscheinlich gut möglich ist, dass meine Sichtweise, was diesen Schauspieler angeht, etwas durch die Tatsache getrübt ist, dass ich ihn allgemein sehr gerne sehe. Vielerorts ist zu hören, bzw. zu lesen, Bacon wäre in diesem Film nicht in der Lage, Gefühle zu zeigen. Nun, das stimmt eigentlich überhaupt nicht, Sean ist einfach so. Selbst bei den Anrufen seiner Frau versucht er, einen kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn es ihm innerlich fast nicht gelingt. Was ich schade finde, ist dass Bacon im Gegensatz zu Robbins und Penn etwas zu kurz kommt, dafür überzeugt er aber jede einzelne Sekunde, die er im Bild ist.
Ähnlich positives lässt sich auch von den Nebendarstellern, zum Beispiel Laurence Fishburne (Matrix 1-3) oder Marcia Gay Harden als Celeste Boyle sagen. Ein bisschen genervt hat mich Laura Linney als Annabeth Markum, Jimmy´s Frau. Darauf komme ich aber in der Kritik noch zu sprechen.
Daten zum Film
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Originaltitel: Mystic River
Alternativtitel: -
Land: USA (2003)
Regie: Clint Eastwood
Länge: ca. 132:11 Min
Freigabe: FSK 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD wird von Warner Home Video vertrieben und kommt als schmucke 2 Disc Edition daher. Neben dem Film erwarten einen noch mehr als 2 Stunden Bonusmaterial, wie zum Beispiel ein Making Of, unzählige Interviews, Trailer und vieles mehr.. Der Kauf lohnt also auf jeden Fall!
Kritik
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Wie in meiner Einleitung schon geschrieben, bin ich einzig und allein durch den Film \"Million Dollar Baby\" auf diesen hier aufmerksam geworden. Ok, zugegeben, zuvor hatte ich auch schon ein paar Berichte zu \"Mystic River\" gelesen, aber das war für mich noch lange nicht ausschlaggebend. Doch letztendlich habe ich es absolut nicht bereut, mir auch dieses Werk von Eastwood anzusehen, im Gegenteil.
\"Mystic River\" ist extrem tiefgründig und hat verschiedene Ebenen, Grundlagen und Aussagen, schon lange habe ich keinen so nachdenklich machenden Film mehr gesehen. Die Geschichte der drei Männer, die als Kinder durch ein schreckliches Ereignis auseinander gerissen wurden und später als Erwachsene mehr oder weniger wieder zusammenkommen, ist nicht so simpel, wie man meinen könnte. Dave´s Vergewaltigung ist allgegenwärtig. So fragen sich auch Sean und Jimmy oft, was passiert wäre, wenn sie zu den beiden Männern ins Auto gestiegen wären. Sehr passend finde ich da auch das Beispiel, dass Hitler´s Mutter überlegt hat, abzutreiben (dabei ist es absolut egal, ob dies der Wahrheit entspricht oder nicht.) Hätte sie das getan, hätte sich im Nachhinein auch einiges geändert, genau so auch bei den drei Freunden. Wäre Jimmy in das Auto gestiegen, wäre er nie zu dem coolen Frauenheld geworden, hätte so nie seine Frau angesprochen, hätte nie eine Tochter bekommen, die dann natürlich auch nicht hätte sterben müssen. Der Film lässt den Zuschauer mit solchen Gedanken spielen. Angenommen Dave wäre es tatsächlich, der Janie getötet hat, war es dann seine Schuld? Oder war es die Schuld der Männer, die ihn damals vergewaltigten? War es ein anderer Dave, der damals den Wald wieder verließ, \"den Wölfen\" entkam?
Eine Verbindung, die mich sehr fasziniert hat, war die \"Wer ist der Mörder\" Frage, mit der Leidensgeschichte der drei Männer zu verknüpfen. Sean, dessen Frau ihn allein gelassen hat, Jimmy und seine kriminelle Vergangenheit und natürlich Dave´s Vergewaltigung. Das macht den drei - natürlich- zu schaffen und so sehen wir nicht die drei, mittlerweile, coolen, Erwachsenen die gut mit der Welt zurechtkommen in der sie leben, sondern immer noch die Kinder von damals, mit ihren Problemen, Wünschen und Hoffnungen. Jeder ist das Kind auf seine Weise, Dave auf seine schüchterne, zurückhaltende Art, Jimmy durch seine Aggression und Sean dadurch, dass er es scheinbar schafft, all die Probleme zu verdrängen.
Der Film wäre niemals so gut wie er es letztendlich ist, würden nicht Bacon, Penn und Robbins die Hauptrollen spielen. Jeder der drei passt Perfekt in die vorgesehene Rolle und baut diese sogar noch aus. Es freut mich natürlich für Penn und Robbins dass sie einen Oscar bekommen haben, allerdings bin ich der Meinung, dass auch Bacon einen verdient hätte (was aber leider nicht gehen würde).
Was mich persönlich am Film gestört hat, war das Ende. Zwar hat dieser den Gesamteindruck des Films nicht zerstört oder dergleichen, aber der Zuschauer geht eben durch dieses Ende mit gemischten Gefühlen aus dem Film, als wäre es ein offenes Ende: Typisch Hollywood hält uns Jimmy´s Frau einen Vortrag über Gerechtigkeit, dass es ok wäre, wenn ihr Mann, um die Familie zu beschützen, andere Menschen tötet und dass sie alleine gegen die ganze Welt wären (wenn ich das richtig verstanden habe) Dieses dumme Gesülze wird dermaßen ausgebaut, dass dem Zuschauer die Ohren bluten. Laura Linney hätte sich ihre Rede also gerne sparen können, viel beeindruckender da schon das letztendliche Schlussbild: Bacon und Penn stehen sich auf der Straße gegenüber, danach eine Kamerafahrt über den Titelgebenden Mystic River..
Fazit
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Würde Laura Linney zum Schluß hin nicht ihre absolut nervende Rede zum Besten geben, würde ich den Film auf jeden Fall auf die selbe Stufe mit \"Million Dollar Baby\" stellen, Clint Eastwood hat mit beiden Streifen Meisterwerke abgeliefert.
Was wir in \"Mystic River\" sehen, sind drei absolut geniale Schauspieler, die ihre Rollen, jeder auf seine Art und Weise, perfekt rüberbringen. Nebenbei gibt es noch einen fast klassischen Thriller zu sehen, der dem Zuschauer die Frage stellt, wer denn nun der Mörder war. Mich persönlich hat der Film trotz kleiner Überlänge nicht ein einziges mal gelangweilt, allerdings sollte man schon gut aufpassen, um auch alle Details und kleinen Hanlungsstränge verstehen und miteinander verknüpfen zu können.
Mfg
Realjackass
17 Bewertungen, 3 Kommentare
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03.08.2005, 19:20 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichWarum "dummes gesülze"? Linneys Figur liegt mit dieser Pionier-Yankee-Mentalität doch genau auf einer Linie mit dem US-Präsidenten (was es nicht besser macht), vor allem auf einer mit ihrem Mann, gespielt von Sean Penn. Der war sch
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02.08.2005, 19:32 Uhr von XxEuphemiaXx
Bewertung: sehr hilfreichIch nehm es mir zwar immer wieder vor, aber irgendwie habe ich es bisher immer noch nicht geschafft, den anzukucken. Der kam letztens zwar auch schonmal im TV und ich wollts unbedingt schauen, aber dann hab ichs vergessen! :/ *lol* Isa
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02.08.2005, 18:40 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichIch finde, dieses Ende liegt in der Konsequenz der Geschichte, weil die beiden einem Milieu angehören, in dem Tötung unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein soll. Laura Linney bringt das auf den Punkt und räumt jedes schlechte Gewissen aus
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