Mystic River (DVD) Testbericht

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ab 5,61
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Erfahrungsbericht von trampastheo

Clint Eastwoods Meisterwerk

Pro:

Spannende Handlung, fließende Umsetzung von Clint Eastwood, darstellerisch mit Penn, Bacon und Robbins perfekt, Bildqualität der DVD, Interviews und Making Of

Kontra:

Ein leicht bitterer Nachgeschmack vom Ausgang der Story

Empfehlung:

Ja

Sean Penn und Tim Robbins - eigentlich zwei ganz unterschiedliche Darsteller! Doch sie haben eines gemeinsam. Durch ihre Rollen in Mystic River bekamen sie beide einen Oskar. Der erste als bester Hauptdarsteller, der zweite als bester Nebendarsteller. Wer von Mystic River noch nichts gehört hat: es handelt sich um einen Thriller aus dem Jahre 2003, bei dem Clint Eastwood Regie führt. Und der alte Hase aus Hollywood hat es tatsächlich geschafft ein Meisterwerk zu kreieren, welches ich mit großer Begeisterung nun in meiner DVD-Sammlung habe.

Handlung
Sie waren als Kinder gute Freunde: Jimmy (gespielt von Sean Penn), Sean (gespielt von Kevin Bacon) und Dave (gespielt von Tim Robbins). Doch damals passierte etwas Schreckliches: Dave wurde von zwei Kinderschändern entführt und sexuell misshandelt. Viele Jahre später befinden wir uns wieder im selben Arbeiterviertel Bostons. Mittlerweile haben Jimmy und Dave eine Familie gegründet, während Sean bei der Polizei arbeitet. Als eines abends Kathy, die Tochter von Jimmy, ermordet aufgefunden wird, nimmt Sean die Spur des Täters auf. Aufgrund der Kindestragödie von Dave und einer Verletzung an seiner Hand, fällt nach kurzer Zeit der Verdacht auf ihn. Hat Dave tatsächlich an jenem Abend das Mädchen umgebracht? Jimmy versucht mit Hilfe von Ex-Ganoven den Täter zu finden. Er will es nicht wahrhaben, dass Dave seine Tochter auf dem Gewissen hat, doch mit der Zeit scheint dies durchaus möglich zu sein. Wie wird Jimmy reagieren? Ist Dave schuldig oder nicht schuldig?

Filmkritik
Ob schuldig oder nicht schuldig - am Ende wird man es erfahren und ein kleiner, bitterer Nachgeschmack wird einem dann schon von diesem Finale bleiben. Denn ich kann eines verraten: der Film hat kein Happy End. Mystic River ist ein exzellenter Thriller, bei dem Eastwood alles rein gesteckt hat, was ihm seine 40 Jahre im Filmgeschäft gelehrt haben. Das Flashback in die Kindesjahre von Sean, Jimmy und Dave gibt uns ein trauriges Bild, von einem tragischen Geschehnis, bei dem Dave misshandelt wurde. Eine Kindesmisshandlung ist eine kriminelle Handlung, die kaum zu überbieten ist. Sie ist in der Lage die Persönlichkeit des Kindes für immer zu verändern. Meist zerstört es sie! Doch Dave scheint sich im Leben zurechtgefunden zu haben. Es werden die Jahre dazwischen nicht gezeigt, aber uns wird er als Familienmensch präsentiert, mit wenigen Problemen. Doch in jener Nacht, wo Kathy umgebracht wird, kommt er mit mit einer doppelten Verletzung blutend nach Hause. Hat er Kathy umgebracht? Diese Frage quält den Zuschauer bis zum Finale des Films. Die Spannungsatmosphäre wurde exzellent von Eastwood kreiert! Der Film behandelt Themen wie Freundschaft, Rache, Kindesmisshandlung – Themen, die unsere Gesellschaft ständig beschäftigen. Deshalb kann man Mystic River auch als Drama bezeichnen und nicht unbedingt als Thriller, wie ich es tue (mit der Denkweise des Mordes und der Tätersuche). Mystic River löst viele Emotionen aus und das Finale ist so emotionsgeladen, wie selten ein Film! Ein großes Bravo an Eastwood!

Sean Penn hat doch tatsächlich diesen Oskar absolut verdient. Ich bin kein großer Fan von ihm und habe lediglich The Game mit ihm gesehen (und das dank Michael Douglas). Aber ohne Zweifel ist seine darstellerische Darbietung in Mystic River unübertreffbar. Als Jimmy, der einst im Gefängnis gesessen hat und der seine Tochter auf dieser tragischen Art und Weise verliert, ist natürlich das Gefühl der Rache gegen den Täter riesig. Als Dave von der Polizei verdächtigt wird, beginnt für Jimmy eine innere Auseinandersetzung, die am Ende tragisch endet wird. Tim Robbins, den ich auch nur in wenigen Filmen gesehen habe (Airlington Road) ist ebenfalls ausgezeichnet in seiner Rolle als Dave. Seine schrecklichen Kindesjahre haben ihn, so hat es zumindest den Anschein, wenig vom Leben abkommen lassen. Er hat eine Familie und ist sehr liebevoll zu Frau und Kind. Doch in seinem Inneren hegt er einen riesigen Hass. Gegen welche Menschen, wird man jedoch erst gegen Ende des Films erfahren. Kevin Bacon, von dem ich mindestens ein Dutzend seiner Filme geschaut habe (von den Raketenwürmern bis zu Hollow Man), überzeugt in seiner Rolle als Polizist, wobei er sich, diese Rolle auch gewünscht hat, wie er uns auf den Extras der DVD verrät. Alles in allem ist die Besetzung von Mystic River exzellent gewesen und hat wesentlich dazu beigetragen, dass daraus ein Meisterwerk wurde.

Die DVD und ihre Extras
Studios: Warner Bros.
Produktionsjahr: 2003
Freigegeben: ab 16 Jahren
Spieldauer: ca. 132 Minuten
Bildformat: 16:9 Disc 1, 4:3 Disc 2
Sprachformat: Deutsch und Englisch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch

Glänzende Bildbearbeitung von Warner Bros! Das ist sicherlich das Hauptmerkmal der Bildqualität auf beiden DVDs. Die einzigartige Atmosphäre, die Clint Eastwood in den Film eingebaut hat, kommt perfekt durch das scharfe Bild rüber. Der Sound ist ebenfalls vorzüglich. Es würden sanfte Töne ausgesucht, die uns in einen Thriller eintauchen lassen, wo man nicht weiß, was einen erwartet. Auf der ersten DVD, wo sich auch der Film befindet, kann man sich auch den Audiokommentar von Tim Robbins und Kevin Bacon anhören. Ein sehr interessanter Audiokommentar der beiden. Während Tim Robbins über den Drehort fasziniert war, der im Norden des Landes lag (Boston), spricht Kevin Bacon über seine Rolle als Polizist. Tim Robbins klingt etwas träge, so wie er als Dave im Film auftritt. Bacon dagegen ist etwas humorvoller, wobei er viele Infos zu Eastwoods Arbeit preisgibt.

Auf der zweiten DVD befinden sich ausschließlich Extras. Mystic River, unter der Oberfläche ist die erstgebotene Sequenz, welche einem Making Of gleicht. Sie beginnt mit Kurzinterviews von Sean Penn, Clint Eastwood, Laura Liney, Tim Robbins, Marsha Gay Harden, Kevin Bacon. Alle loben natürlich Clint, was jedoch typisch ist bei solchen Präsentationen. In den 22 Minuten dieser Sequenz, kann man über die entscheidenden Szenen des Films aufgeklärt werden, wobei immer wieder die Protagonisten zu Wort kommen.

Mystic River, vom Buch auf die Leinwand: In den 11:30 Minuten dieser Sequenz kommt Clint Eastwood zu Wort und spricht über einen traditionellen Film, ohne Zeichen der neuen, moderneren Filme. Die meisten Darsteller sagen etwas über ihre Rolle, ihre Charakter im Film. Szenen werden gleichzeitig eingespielt. Sean Penn sitzt mit Clint Eastwood am gleichen Tisch und spricht über die Zusammenarbeit. Keine besonders interessante Sequenz, denn im Making Of davor wurde eigentlich alles schon gesagt.

The Charlie Rose Show: In dieser Sequenz kann man von der amerikanischen Abendtalkshow Charlie Rose aus New York die Interviews mit Clint Eastwood, Tim Robbins und Kevin Bacon mitverfolgen (Sean Penn ist auch hier, wie beim Audiokommentar, nicht mit von der Partie). Es werden einige der bekanntesten Rollen von Eastwood gezeigt (Branco Billy, Bird, Unforgiven, die Brücken am Fluss, Space Cowboys, Blood Work). Der mehrfache Oskarpreisträger, der den meisten durch seine Rollen als Dirty Harry bekannt wurde, spricht über die mysteriöse Handlung des Films, die sich durch einige Jahrzehnte herzieht – von den Kindesjahren der drei Jungs bis hin zu ihrem Leben als Familienmenschen. Er spricht über das schlimmste Verbrechen überhaupt, wenn man einem Kind die Unschuldigkeit nimmt, was ja in der Anfangsequenz des Films der Fall ist. Tim Robbins kommt als zweiter zu Wort. Für ihn war seine Rolle als Dave eine richtige Herausforderung. Für die meisten Darsteller ist es letztendlich eine Ehre in einem Film von Eastwood teilzunehmen. Wenn dadurch noch der Oskar raus springt, wie es für Robbins der Fall war, dann hat sich das Ganze natürlich umso mehr gelohnt. Kevin Bacon, nach 25 Jahren Schauspielkarriere (wer erinnert sich nicht gerne an seine Rolle in Freitag der 13., Teil 1?), spricht über sein großes Interesse am Film von Eastwood teilzunehmen und die Rolle des Polizisten darin einzunehmen. Die Sequenz ist riesig und wer alle drei Interviews ganz anschauen möchte, sollte sich fast 2 ganze Stunden freinehmen. Die zweite DVD bietet dazu noch den amerikanischen Kino- und Teaser-Trailer an.

Gesamteindruck
Mit Mystic River ist Clint Eastwood ein Meisterwerk geglückt. Obwohl das Wort Glück sicherlich hier nicht das treffende ist, da Clint doch in den letzten Jahren bewiesen hat, dass er nichts dem Zufall überlässt. Die Buchvorlage war äußerst interessant, ihre Umsetzung einmalig und die Besetzung erster Klasse. Die aufkommende Spannung im Film und das Unerwartete darin, sorgen für einen herrlichen Filmabend, der über zwei Stunden gehen wird. Die DVD bietet nochmals Bonusmaterial für fast 3 Stunden (ohne den Audiokommentar von Robbins und Bacon mit einzubeziehen). Da die Doppel-DVD nun auch unter 10 Euro zu haben ist (gekauft von mir bei www.computer-universe.net), sollte sich keiner dieses Meisterwerk von Clint Eastwood entgehen lassen.

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