Mystic River (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von IQIQIQ
Über die Selbstjustiz
Pro:
spannend, vielschichtig, Darsteller, Tiefe, Aussage
Kontra:
brutal
Empfehlung:
Ja
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Die Story:
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Als Kinder waren Jimmy Markum, Dave Boyle und Sean Devine die besten Freunde – bis eines Tages zwei Männer, die die Kids für Polizisten halten, sie bei einem harmlosen Kinderstreich erwischen und Dave mitnehmen. – Vier Tage später taucht Dave wieder auf, verstört und missbraucht. Ganz erholt hat er sich davon nie.
25 Jahre später. Jimmy Markum war als junger Mann auf die schiefe Bahn geraten und hat sogar im Gefängnis gesessen, aber als seine Frau an Krebs starb, riss er sich wegen seiner Tochter Katie zusammen und schwor den krummen Geschäften ab. Inzwischen ist Katie 19, Jimmy ist wieder verheiratet und hat zwei weitere kleine Töchter.
Dave Boyle ist immer noch von der Angst seines Kindheitstraumas gezeichnet, aber er ist mit Celeste verheiratet, der Schwester von Jimmys Frau Annabeth, und auch Dave hat ein Kind, einen kleinen Jungen.
Mit Sean Devine haben die beiden keinen engen Kontakt mehr. Sean ist Polizist geworden. Auch er ist verheiratet, doch seine Ehe ist nicht glücklich, seine hochschwangere Frau ist ihm gerade weggelaufen.
Da wird Jimmys Tochter Katie brutal ermordet, Sean wird gemeinsam mit seinem Kollegen mit dem Fall betraut.
Jimmy ist außer sich vor fassungslosem Zorn. Niemand kann ihn trösten, nicht seine Frau, nicht mit seiner Schwägerin und erst recht nicht die Polizei, nur mit Dave kann er reden.
Doch Celeste entdeckt an Dave immer mehr Verdächtiges – in der Nacht von Katies Tod ist er verletzt und blutverschmiert heimgekommen, seine Geschichte klingt nach einer Ausrede. Und als Celeste ihn wieder darauf anspricht, flüchtet er sich in weitere Ausreden.
Die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen kaum voran. Jimmy wendet sich an alte Freunde aus seinen kriminellen Zeiten und beauftragt sie mit Nachforschungen.
Als Seans Partner Dave verdächtigt, will Sean zunächst nichts davon wissen. Doch bald kann er die Augen nicht mehr vor dem Verdacht verschließen. Nur Jimmy sagt er noch nichts davon.
Doch Celeste hält ihre Zweifel nicht mehr aus und vertraut sich Jimmy an – und der glaubt nicht mehr daran, dass die Polizei für Gerechtigkeit Sorgen wird ...
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Anmerkungen zum Film:
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„Mystic River“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane, der auch in Deutschland erhältlich ist. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Romanvorlage nicht kenne, den Film also nur als Film beurteilen kann und nicht als gelungene oder weniger gelungene Verfilmung.
Storys über Selbstjustiz bewegen sich ja auf einem schmalen Grat, es besteht immer die Gefahr, Selbstjustiz zu rechtfertigen oder als Lösung darzustellen, wenn die Polizei versagt. Die Konsequenz daraus ist leicht eine menschenverachtende Aussage des Films. Mir fällt da gerade ein Negativbeispiel ein, über das ich vielleicht in den nächsten Tagen noch schreiben werde.
„Mystic River“ gelingt es aber, diesen Gefahren weitestgehend auszuweichen. Man kann durchaus Jimmys Zorn verstehen und geht als Zuschauer vielleicht sogar ein Stück weit den Weg mit, wenn er seine alten, zwielichtigen Freunde einschaltet, um dem Mörder seiner Tochter selbst auf die Spur zu gehen. Der Film erlaubt es dem Zuschauer aber durch einen Informationsvorsprung auch, sich von Jimmys Vorgehensweise zu lösen, bevor sie vollständig eskaliert. Und das empfinde ich als wichtig, um mich bis zum Ende mit der Filmaussage zu identifizieren.
Es gibt eigentlich nur eine einzige Szene am Ende des Films, die ich in dieser Hinsicht nicht hundertprozentig gelungen halte. Es geht dabei um die Szene zwischen Jimmy und seiner Frau Annabeth kurz vor Schluss, in der sie sich hinter ihn stellt. Natürlich verstehe ich aus dramaturgischer Sicht, was damit bewirkt werden soll (es handelt sich um eine Umkehrung der gescheiterten Beziehung zwischen Dave und Celeste), aber an dieser Stelle habe ich immer den Eindruck, dass hier für die Selbstjustiz – selbst in dieser extrem misslungenen Form – eine Rechtfertigung oder positive Bewertung geliefert wird. Aber zum Glück bleibt diese Stelle die einzige, an der so etwas geschieht, und die Szenen ringsum kehren diese Aussage ins Gegenteil um.
Der Film ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben, was mir gerechtfertigt scheint, denn auch wenn nur an wenigen Stellen Gewalt wirklich zu sehen ist (im Fall vom Mord an Katie ist beispielsweise nur ihre Leiche, nicht der Mord selbst zu sehen; beim Missbrauch am kleinen Dave sieht man auch keine eindeutigen Szenen, nur seine Entführung und seine Flucht), wird die Grundhaltung der Hauptfigur (Jimmy) doch immer gewalttätiger und rücksichtsloser (noch dazu geht man diese Entwicklung als Zuschauer ein Stück weit mit), bis hin zur Eskalation kurz vor Schluss, bei der man die mörderische Gewalt dann auch wirklich sieht.
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Filmcrew
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Man könnte sagen, der Film ist Clint Eastwood durch und durch. Er führte Regie, war einer der Produzenten und hat auch die Titelmusik geschrieben.
Ich muss gestehen, dass Clint Eastwood mir als Regisseur besser gefällt als als Schauspieler. Natürlich hat er auch viele großartige Rollen gespielt, allerdings oft in Filmen, die nicht so ganz nach meinem Geschmack sind. Unter den Filmen, bei denen er Regie geführt hat, sind dagegen viel mehr, die mir hervorragend gefallen. Bevor ich „Mystic River“ kannte, war „Die Brücken am Fluss“ mein Favorit, aber seit 2003, als „Mystic River“ rauskam, steht „Mystic River“ an der Spitze der Hitliste meiner Clint Eastwood-Lieblingsfilme.
Clint Eastwood wurde zu Recht 2004 als Regisseur dieses Films für den Oscar nominiert, auch wenn er – vielleicht zu Unrecht – gegen den „Herrn der Ringe“ unterlegen war.
Auch seine Leistung als Komponist der Filmmusik hat er hier Großartiges geleistet. Die Musik hat eine unheimliche Tiefe und kontrastiert durch ihr ruhiges Dahinfließen die Handlung im Film stellenweise auf wirklich gruselige Art.
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Die wichtigsten Darsteller
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Unter den Darstellern muss man natürlich zuerst Sean Penn als Jimmy Markum nennen, der für diese Rolle zu Recht den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann. Häufig wird die Darstellung von trauernden, hilflos wütenden Eltern von Mordopfern oder anderen Figuren, die vor allem von Wut getrieben sind, sehr eindimensional, was mir immer unglaubwürdig erscheint. Wenn man im richtigen Leben Trauernden begegnet, dann schreien oder heulen oder wüten die ja auch nicht den ganzen Tag, sondern ihre Stimmung wechselt. Und genau das stellt Sean Penn dar: Sein Jimmy schreit nicht den ganzen Film hindurch vor Zorn, sondern er durchlebt die verschiedensten Stimmungen von Trauer, Hilflosigkeit, Resignation und natürlich auch von Zorn und Rachedurst. Und das macht seine Figur verstehbar und vielschichtig – genial! Mit Sicherheit ist es die beste Rolle, in der ich Sean Penn jemals gesehen habe.
Ebenfalls absolut beachtenswert ist Tim Robbins als Dave Boyle. Er gewann mit dieser Rolle verdient den Oscar als bester Nebendarsteller, und auch ihn habe ich nie besser gesehen. Seine Darstellung ist bedrückend. Man kann sich nicht dem Verdacht gegen Dave entziehen, gleichzeitig muss man aber Mitleid mit ihm haben. Und obwohl das nirgends im Film deutlich ausgesprochen wird, macht er auch klar, warum Dave handelt, wie er handelt, so dass selbst die Auflösung des Films nicht unmotiviert erscheint.
Der dritte im Bunde, Kevin Bacon als Sean Divine, fällt gegen die beiden anderen leider ein wenig ab. Das dürfte allerdings auch daran liegen, dass seine Figur im Film weniger Raum einnimmt und auch kein rechtes persönliches Profil (über die Probleme mit seiner Frau hinaus) erhält. Dennoch denke ich auch, dass seine darstellerische Qualität hier nicht ganz an die seiner beiden oscarprämierten Kollegen heranreicht, seine Figur ist die, die mir schon mit kurzem Abstand vom Film immer nur noch verschwommen vor Augen steht.
Auch Marcia Gay Harden als Celeste wurde für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert, hat ihn allerdings nicht gewonnen. Dennoch ist auch sie natürlich absolut beachtenswert. Es gelingt ihr, die vielschichtigen Gefühle, Gedanken und Befürchtungen ihrer Figur deutlich zu machen, wodurch man dann auch ihre Motivation nachvollziehen kann, was bei einer Figur, die letztlich das Falsche tut und Auslöser für ein schlimmes Ende ist, immer besonders schwierig erscheint. Ich muss gestehen, dass ich sie vor diesem Film gar nicht namentlich kannte, auch wenn ich sie schon in kleineren Rollen gesehen hatte. In jedem Fall werde ich mir ihren Namen jetzt merken!
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Fazit
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„Mystic River“ ist einer der besten Thriller, den ich je gesehen habe, obwohl oder vielleicht gerade weil er ein schwieriges Thema virtuos behandelt. Ich werde mir auf jeden Fall demnächst die DVD zulegen!
80 Bewertungen, 23 Kommentare
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14.04.2007, 14:54 Uhr von hope1
Bewertung: sehr hilfreichich fand die besagte stelle im film recht aussagekraeftigt, aber eben wegen meiner eigenen Interpretation. fuer mich sagte zeigte dass den "eigentlich schuldigen" des films... ich hoffe du verstehst mich, weil ich keinen spoiler in der bemerkung
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16.11.2006, 00:33 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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27.10.2006, 11:42 Uhr von luxusklasse1
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg
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21.10.2006, 23:52 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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21.10.2006, 21:19 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreich●●● sh + lg ●●●
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20.10.2006, 01:03 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett
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20.10.2006, 00:22 Uhr von stegi
Bewertung: sehr hilfreichLG Martin
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19.10.2006, 23:01 Uhr von indie_hh
Bewertung: sehr hilfreichsh. super Film.lg
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19.10.2006, 22:05 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich:o) liebe Grüße Jeanny
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19.10.2006, 20:05 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Birgit :-)
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19.10.2006, 19:50 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreichLG Anita
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19.10.2006, 15:31 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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19.10.2006, 15:26 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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19.10.2006, 15:16 Uhr von Sweeaty
Bewertung: sehr hilfreichvor dem film stand ich in der videothek schon so oft davor, hab ihn aber nie ausgeliehen. das werd ich wohl dann doch mal tun! liebe grüße!!
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19.10.2006, 15:00 Uhr von DarthLuda
Bewertung: sehr hilfreichklingt interessant...auf jeden fall ist der bericht klasse! ---> sh!
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19.10.2006, 14:55 Uhr von jarolimi79
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruß Jaro
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19.10.2006, 14:21 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichguter Bericht - der Film scheint interessant zu sein
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19.10.2006, 13:54 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sehr hilfreich - Vic *
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19.10.2006, 13:13 Uhr von eagle82
Bewertung: sehr hilfreichtoller bericht
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19.10.2006, 13:08 Uhr von Elli04
Bewertung: sehr hilfreichNochmal SH. Gruß aus Köln.
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19.10.2006, 13:04 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichEin klasse Film, der sich wohltuend von der Masse abhebt. ~~ SH. Gruß, Ralf ~~
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19.10.2006, 13:02 Uhr von Alex1990
Bewertung: sehr hilfreichsh lg
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19.10.2006, 13:00 Uhr von swissflyer
Bewertung: sehr hilfreich°o° SH °o°
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