Nambung National Park Testbericht

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Erfahrungsbericht von dreamweb

Wie in einer fremden Welt

Pro:

sehr interessant und fremdartig, Natur pur

Kontra:

weitab von Allem, Gerade im Hochsommer sehr heiß

Empfehlung:

Ja

Jetzt ist es schon fast ein Jahr her, als ich meinen Traumurlaub in Australien verbracht habe. Ende Januar sind wir von Deutschland abgeflogen und nach drei Tagen Zwischenaufenthalt in Malaysia in Westaustralien auf dem Flughaffen von Perth gelandet. Von Perth aus sind wir dann in mehreren Tagen bis nach Monkey Mia mit einem Mietwagen hochgefahren. Während dieser Westaustralien-Tour haben wir auch den Nambung Nationalpark mit seinen berühmten Pinnacles aufgesucht. Mit Hilfe meines Reisetagebuches, das ich damls verfaßt habe, der Informationen der Nationalparkbehörde und auch meiner Fotografien, möchte ich jetzt meine Reise in den Nambung Nationalpark beschreiben und auch Informationen zum Park und den Pinnacles liefern.

Der Nambung Nationalpark liegt 245 km von Perth weg. Er beeinhaltet die Pinnacles-Wüste, eine der faszinierendsten Landschaften Australiens. Wir haben den sehr gut ausgeschilderten Park einfach finden können. In der Gegend gibt es sehr wenig Sehenswürdigkeiten und ansonsten nur Buschgegend, so dass das Hinweisschild zu den Pinnacles im Nambung Nationalpark gut auffällt. Meine Leser stellen sich einfach eine (für Touristen interessante) über 50 km kerzengerade Straße vor, von der dann schließlich ein Weg abgeht. Dieser Weg führt dann den Touristen oder auch Einheimische zum bekannten Pinnacles-Desert. So heißt es mit korrektem Namen in Australien.

Der Pinnacles Park ist nur ein sehr kleiner Teil des gesamten Nambung Nationalpark. Der Park selbst ist knapp 17.500 ha groß. Ca. 1/40 dieses Bereiches bildet den touristischen Höhepunkt, die gelbe Pinnacle Wüste mit den berühmten Kalksandsteinsäulen. Diese Sandsteingebilde werden Pinnacles genannt. Diese Pinnacles sind bis zu 30.000 Jahre alt. Das Faszinierende an diesen Kalksandsteinen ist die Färbung, die Menge und die unterschiedliche Größe dieser Kalksteinsäulen. Denn tausende alle etwas unterschiedlich geformte Säulen, die bis zu 5 Meter hoch werden, stehen hier dicht an dicht zusammen.

Den Bereich der Pinnacles kann man mit dem Wagen selbst durchfahren. Am Eingang der Pinnacles muss man Gebühr für den Wagen bezahlen und erhält auch Informationen zum Nambung Nationalpark und natürlich auch zu den Pinnacles. Ebenfalls bekommt man einige Verhaltensregeln erklärt. Dann kann man die holprige natürlich ungeteerte Strecke mit dem Wagen herfahren und an vielen Stellen, die als Buchten gerade noch erkennbar sind, auch stehenbleiben.

Als wir am 29. Januar 2003 im Nambung Nationalpark ankamen, war es extrem heiß. Die 40 Grad waren weit überschritten. Westaustralien ist bekannt für seine große Hitze und wer wie wir eine Wüste besucht (nicht ohne Grund heißt das Gebiet Pinnacles Desert) muss ich dann auch auf extreme Temperaturen einrichten. Dafür braucht man sich im Normalfall keine Sorgen um Regen zu machen. Ca. 600 mm Regen fallen hier jährlich. Davon das meisten zwischen Mai und September. Im September hat man Möglichkeiten, die dann zahlreich blühenden Wildblumen zu entdecken. Im Januar, zu unserer Reisezeit gab es nur einige (wohl sehr zähe) blühende Blumen zu entdecken. Dann kann man es gar nicht glauben, dass Westaustralien gerade wegen seiner Wildblumen so berühmt ist. Die Sonne brennt von oben und es geht kaum ein Lüftchen. So jedenfalls war es bei unserem Besuch.

Wie auch in vielen anderen Gegenden ist es wichtig, sich genügend Trinkwasser bei dem Besuch des Nambung Nationalparks mitzunehmen. Da zudem die Tankstellen sehr weit auseinander liegen (nächste Tankstelle in 400 km kommt durchaus in Westaustralien vor) muss man sich auch genügend Benzin mitnehmen oder wirklich bei jeder der Tankstellen, an denen man vorbeikommt, volltanken. So ausgerüstet, hält man es auch im Hochsommer Australiens in Westaustraliens sehr gut aus. Jedenfalls wenn man es nicht übertreibt, und sich somit auch nicht zu lange nur im Freien aufhält. Ich selbst bin nicht sehr empfindlich, was Hitze angeht. Morgens natürlich schon mit Sonnenmilch eingecremt, ging es dann auch zu Fuss immer wieder durch die Pinnacles.

Hinter einigen der großen Säulen kann man sich sehr gut verstecken. Durch die Pinnacles zu spazieren ist irgendwie unwirklich, da man sich vorkommt, als befinde man sich auf einer fremden Welt, wie sie oft in Science Fiction dargestellt wird. Die Gegend wirkt gelb-rötlich, je nach Lichtverhältnisse, ebenso diese fremdartig wirkenden Skulpturen. Über mehrere Kilometer (ca. 3 mal 2 km) Fläche hat man nur diese Skulpturen auf der gelben Wüstenfläche. Aber wenn man von einem der dort vorhandenen Aussichtspunkte schaut, oder je nachdem in welcher Ecke der Pinnacles man sich befindet, dann sieht das noch merkwürdiger aus. Denn wie von einem Menschen künstlich eingesetzt, wirkt das Pinnacles-Gebiet. Plötzlich an den Rändern hat man keinen gelben Sand mehr sondern in der einen Richtung weißen Sand, in einer anderen ganz roten Sand. So etwas habe ich mein Leben zuvor noch nie gesehen. In Hitwin und der Fotocommunity habe ich schon Bilder meiner Reise eingesetzt, leider ist das nicht überall möglich. Und so bleibt mir nur die Beschreibung. Die angrenzenden Wüsten heißen übrigens nicht ohne Grund \"White Desert\" und \"Red Desert\". Das hat mir der Plan des Nationalparks verkündet, den man uns ausgehändigt hat.

Wenn man im Pinnacles Desert herumläuft, ist festes Schuhwerk unbedingt notwendig. Zum einen ist der Wüstensand extrem heiß, mein Vater hat sich an einer anderen Stelle in Westaustralien im Sand die Füße verbrannt. Zum anderen ist Australien ein Kontinent, in dem es noch sehr viele Tiere, unter anderem die meisten giftigen Insekten und Schlangen gibt. Und davon leben auch einige im heißen Wüstensand der Pinnacles.

Gesehen habe ich hier leider keine Schlangen (ich liebe Schlangen) sondern nur ein paar der hübschen wilden Haubentauben Australiens und mehrere Echsen. In Australien leben sehr viele Waranarten und auch andere Eidechsen. Die Emus, die hier im Pinnacles Nationalpark auch ihren Lebensraum haben, habe ich hier leider nicht gesehen. Wahrscheinlich waren sie vernünftiger als wir und haben die Mittagssonne irgendwo liegend im Schatten verbracht. Später, als wir uns noch im Nambung Nationalpark befanden, die Pinnacles aber schon weit hinter uns lagen, habe ich auch einige freilebende Emus sehen können. Leider waren sie aber weit weg von uns, ein Stop lohnte sich daher auch nicht.

Wie ich oben schon beschrieben habe, kann man diesen ca. 12 km Kernbereich der Pinnacles als Rundweg mit dem Auto befahren aber auch entlanglaufen. Wir haben uns für die Lösung mit dem Wagen entschieden, da dieses eindeutig im Januar die gesündere Methode war. Alle paar Meter sind wir allerdings durch die Pinnacles gelaufen. Oder aber zwei von uns sind gelaufen, der Dritte kam mit dem Wagen hinterher. Einen Allrad hatten wir übrigens nicht, aber bei einer kleineren Offroad-Strecke wird das von den Verleihfirmen nicht ganz so eng gesehen. In den Verträgen steht meistens, dass es verboten ist, mit einem Nicht-Allrad Offroad-Strecken zu fahren. Unser Wagen hat alles gut überstanden, außer dass er oft sehr staub-bzw. sandbedeckt war.

Im Pinnacles Park selbst waren wir nur gut 2 Stunden. Ich habe über zwei 36er Bilder dabei verschossen, so interessant und schön war es in diesem Bereich des Nambung Nationalparks. Empfehlenswert ist der Aussichtspunkt, den es im Nambung Nationalpark gibt. Je nachdem, in welche Richtung man schaut, hat man nicht nur eine herrliche Kulisse mit den Pinnacles-Skulpturen sondern kann auch noch das Meer als blauen Kontrast zur interessanten gelblichen Färbung sehen.

Wie in allen Australischen Nationalparks, so gibt es auch für den Nambung Nationalparks einige Regelungen. So sind offene Feuer verboten, auch offenes Camping (wildes campen) ist nicht erlaubt. Das sogenannte \"Bushwalking\" also der von den Europäern so beliebte Spaziergang durch den Busch ist zwar erlaubt, es wird aber von der Parkverwaltung direkt auf die Gefahren hingewiesen. Die Nationalparkbehörde empfiehlt eine Buschwanderung erst nach Information eines Parkrangers. Es sind schon mehr als ein Tourist so einfach \"verloren\" gegangen, nachdem sie sich verirrt hatten. Wer dann niemanden informiert, kommt leicht durch die Hitze hier um. Auf Gefahren durch Schlangen bzw. Giftspinnen habe ich weiter oben schon hingewiesen.

Bestimmte Wege des Nambung Nationalparks sind nur mit einem Allrad erlaubt zu befahren. Das gilt nicht für den Rundweg des Pinnacles Gebiet. Man muss dort zwar vorsichtig und langsam fahren, aber mit einem Nicht-Allrad kommt man dort doch sehr gut durch. (Ausnahme, es fängt an zu regnen, dann sind diese Wege unbefahrbar für einen Nicht-Allrad).

Auf die Pinnacles darf man übrigens nicht klettern, so stabil manche auch aussehen. Mir würde das zwar persönlich nie einfallen, aber da die Nationalparkbehörde das sehr deutlich betont, gab es bestimmt schon Fällen, in denen Besucher auf einige diese Pinnacle-Formationen schon klettern wollten.

In Australien achtet man (wesentlich mehr als bei uns) darauf die Umwelt sauber zu halten. Dieses gilt natürlich auch in den Nationalparks. Im Nambug Nationalpark ist es verboten, Müll im Park zu belassen. Sofern man keine Mülleimer findet (es soll welche geben, ich habe aber keinen gesesehen) muss man seinen Müll einpacken und mit nach Hause (oder ins Hotel) nehmen. Es gibt von der Nationalparkbehörde ebenfalls Vorschriften, sich vorsichtig zu verhalten und somit nichts in der Natur zu stören (Tiere) bzw. zu zerstören. Verboten ist es in Australien generell, wilde Pflanzen abzupflücken und mitzunehmen. Im Nationalpark wird ennoch explizit darauf hingewiesen. Im Park selbst darf man mit dem Auto nur über die Straßen und Wege fahren, die auch als solche ausgewiesen sind. Es ist verboten, außerhalb dieser Strecken zu fahren.

Nachdem wir das Gebiet der Pinnacles mit dem Wagen wieder verlassen haben, wollte mein Vater den Park wieder zügig verlassen. Er war der Fahrer und wollte noch 400 km weiter zu unserer nächsten Urlaubszwischenstation. Dadurch konnte ich mir leider nicht mehr so viel von dem Nambung Nationalpark ansehen, wie ich das gerne getan hätte. Einen Stop hat er dann doch noch im Park gemacht, da ich unbedingt ein Foto der weißen Gegend machen wollte.

In Australien brennt es sehr oft, in Westaustralien durch die Extreme Hitze dadurch auch. Als wir unsere Tour durch Westaustralien machten, waren die Brände entweder vor oder hinter uns, einen direkten Brand haben wir Gott sei Dank nicht miterlebt. Allerdings waren riesige Flächen des Nambung Nationalparks weiß vor Asche. Ich habe zuerst gedacht, es sei weißer Sand. Aber die ganze Gegend war weiß und fremdartig wie eine Mondlandschaft, alles war von Asche überzogen. Davon habe ich dann noch einige Aufnahmen gemacht, bevor wir weiter gefahren sind. Für uns fast schon unglaublich ist es, dass wir auf einer Strecke von über 50 km der Straße entlang im Nambung Nationalpark nur diese weiße Brandfläche neben uns hatten. Teilweise hatte das Feuer wohl die Straße übersprungen, denn an vielen Strecken war die Gegend auf beiden Seiten so fremdartig. An anderen war die eine Seite normal, die andere Straßenseite dann weiß und verbrannt. Überall standen übrigens Warnschilder an der Strecke, dass man den Busch hier nicht betreten dürfe.

Ich hoffe, dass meine Leser sich jetzt keine Sorgen machen um den Park. Denn das ist nicht notwendig. Die Buschgegend Australiens ist bestens auf Feuer eingerichtet, manche Pflanzen benötigen die Feuer sogar zur Vermehrung. So blüht der Australische Blackboy nur nach einem Brand. Auch andere Pflanzen arrangieren sich ähnlich mit dem Feuer. Einige Eukalyptusarten nutzen das Feuer im Überlebenskampf. Sie bestehen aus einem Material, dass das Feuer sogar noch anspornt und verbreitet und somit andere Konkurrenzpflanzen vernichtet werden. Ihr Holz selbst ist so geschützt, dass ihm der Brand selbst nichts anhaben kann. Und schon kurze Zeit nach einem Brand sprießt wieder das Grün im Australischen Busch.

In einem meiner Australienbücher habe ich die zum Kopf schüttelnde Geschichte über Einwanderer gelesen, die den Nambung Nationalpark mit den Pinnacles entdeckt hatten. Diese Einwanderer hielten die Pinnacles-Skulpturen für die Überreste einer alten Ansiedlung. Da dieses für sie ein schlechtes Omen war, verließen sie den Ort wieder. Ich selbst würde die Pinnacles nicht für Überreste einer Menschlichen Siedlung halten. Allerdings sind es schon etwas merkwürdige Skulpturen. So haben wir eine Sandsteinkathedrale und andere sehr interessante Formationen gesehen.

Informationen zum Nambung Nationalpark mit den Pinnacles erhält man bei:

Department of Conservation
and Land Management
Bashford St
PO Box 208
Jurien Bay WA 6516
Australia

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