Naturpark Rhön Testbericht

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Erfahrungsbericht von dr_error

Land aus Feuer, Wasser und Wind

Pro:

Wunderschöne Landschaft, moderate Preise

Kontra:

ein wenig zu ruhig für junge Menschen

Empfehlung:

Ja

Feuer, Wasser und Wind haben die Rhön in Urzeiten geformt. Die waldarmen Basaltkuppen und -hochflächen dieser Vulkanruine lassen die landschaft weitläufig erscheinen.

In Hünsfeld begann unsere Reise. Wir fuhren südwerts nach Nüst, folgten dann dem Nüsttal und erreichten Mackenzell. Die Wasserburg Mackenzell stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde bis ins 17. Jhd. ständig ausgebaut. Die Schlossgaststätte ist ein tolles, exquisites Speiselokal. Das schlossartige Gebäude der Herren-Mühle wurde von Friedrich von Schwalbach um 1615 errichtet. Die \"Herren\" dieses mächtigen Steinbaus waren die Fürstäbte im nahegelegenen Fulda. Mackenzell ist ein typischer kleiner Rhönort mit ausgedehnten Wanderwegen in der Umgebung. Etwa 2 km entfernt liegt ein stiller, klarer Bergsee.

Auf der Weiterfahrt, kurz nach der Ortschaft Gotthards, kamen wir dann über Obernüst in das Ulstertal. Östlich liegt Tann. Das herausragende Bauwerk in dem kleinen Landstädtchen ist ein stilreines, doppeltürmiges Renaissance-Stadttor aus massiven Quadern. Eine bauliche Besonderheit ist das alte Wasserschloss. Infolge einer Familienstreitigkeit wurde das Geschlecht der Herren von Tann in mehrere Linien geteilt. Dementsprechend wurde das Schloss in Einzelbauten gegliedert. Um den gemeinsamen Hof gruppieren sich das Rote Schloss, das Blaue Schloss und das Gelbe Schloss.

Von Tann fuhren wir dann in Südrichtung. Dabei kamen wir unterhalb der Ruinen von Schloss Auersberg vorbei, die sich links oben im Wald verstecken. Dann erreichten wir die Milseburg, die \"Perle der Rhön\". Der Austieg dauert etwas mehr als eine halbe Stunde. Am prähistorischen Wanderweg geben Schilder Auskunft über die geschichte der Milseburg. In der Rhönklub-Hütte sollte man unbedingt ein Stück \"Rhöner Zwetschenkuchen\" probieren - lecker!
Von der \"Wanderbuche\" geht es hinunter nach Kleinsassen und weiter zu den Häusern von Steinwand. Vom Gasthaus erreicht man in einer Viertelstunde zu Fuß den bizarren Felsgipfel der Steinwand.

Südlich liegt der Kurort Poppenhausen. Nächsten Ziel ist die höchstgelegene (ca. 700m) Rhöngemeinde: Abtsroda. Jetzt ist es nicht mehr weit hinauf zu der 950 m hohen Wasserkuppe, der \"Geburtsstätte des Segelflugs\". Darmstädter Studenten machten hier Anfang des 20. Jhd. erstmals Gleitflugversuche mit drachenähnlichen Konstruktionen. Seitdem ist die Wasserkuppe als \"Berg der Flieger\" bekannt. Neben einer Segelflugschule ist hier auch ein Segelflugmusem. Südwärts liegt die steingefasst Fuldaquelle

Hinter Wüstensachsen beginnt die Auffahrt zur Hochrhön-Straße, eine herb anmutende Landschaft. An der Straße befinden sich Parkplätze, von denen markierte Rundwege ausgehen. Links breitet sich das Schwarze Moor, das größte Rhönmoor. Eine sehr reizvolle Gegend.

Das nächste Ziel war Boschofsheim im weiten Talkessel der Brend. Sehenswert ist die spätgotische Pfarrkirche. Beim Rathaus , das den Unteren vom Oberen Marktplatz trennt, ist noch der uralte \"Nerbelstein\" erhalten, bei dem man sich nicht einig ist, ob es sich um ein Getreidemaß oder um den Pranger handelt. Eine Straße schlängelt sich hoch zum Kreuzberg, ein bevorzugtes Ziel vieler Rhönbesucher. Das Franziskaner-Kloster am Westhang des Kreuzberges wurde Ende des 17. Jhd. fertiggestellt. Hier brauen die Mönche ihr Bier selbst und auch auf der Speisekarte findet sich so mancher Leckerbissen.
Sakraler Höhepunkt ist die Kreuzbergkirche mit ihrem barocken Hochaltar - in die reichverzierte Monstranz soll ein Splitter vom Kreuze Jesu eingearbeitet sein.
Weiter ging es nach Bad Neustadt. Mittelpunkt ist der weite Marktplatz. An seinem nördlichen Ende überragt der Spitzturm der klassizistischen Stadtpfarrkirche. Die Stadtmauer, die die Altstadt umschließt, ist vollständig erhalten. Von Bad Neustadt führt eine Straße hinauf zur Salzburg. Hier lädt eine historische Burgschänke zur Rast ein.

Anschließend kamen wir über Aschbach nach Bad Kissingen. Das Weltbas liegt am südöstlichen Rand der Rhön. Der Marktplatz (Fußgänger) wirkt sehr gemütlich. Er wird von hübschen Fachwerkhäusern umrandet, darunter das Alte Rathaus. Ein kurzer Ausflug bietet sich an zum 25 m hohen Ludwigsturm, der eine umfassende Rundsicht bietet.


Ich bin von dieser Region wirklich begeistert. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön, und das mitten in Deutschland. Wirklich ein Geheimtip. Für Jugendliche, die Action und Abenteuer suchen ist die Rhön zu ruhig und bietet nicht so viele Möglichkeiten, aber für Familien und alle Menschen, die Ruhe und Erholung suchen, ist sie wirklich nur zu empfehlen.

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