Newcastle upon Tyne Testbericht


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Erfahrungsbericht von SunnyDay19
Es war einmal in England...
Pro:
abwechslungsreich, nicht jahreszeitenabhängig, nicht allzu groß und daher gut zu erkunden
Kontra:
die "Sprache" aber ansonsten <BR> <BR>
Empfehlung:
Ja
Anfang August fuhr ich mit einer Freundin nach Newcastle. Und wenn wir anfangs auch nicht zu viel erwartet haben, hat uns die Stadt letztlich sehr überrascht. Ein separater Bericht über unser Hotel wird noch folgen. Hier geht es erst mal nur um die Stadt und die Umgebung.
Das ist Newcastle:
Eigentlich ist es eine kleine, mehr oder weniger beschauliche Stadt im Norden Englands und liegt nicht weit weg von der Nordsee. Insgesamt gesehen befinden wir uns im Norden von England und dieser Norden ist eng verknüpft mit der Industrie. Und letztlich ist Newcastle in der Vergangenheit eine Industriestadt gewesen und das ist an einigen Ecken immer noch zu spüren, die dann eben nicht so schön sind. Aber es gibt auch die andere Seite Newcastles. Das sind herrliche Plätze und Straßen, romantische Arkaden, turbulente Einkaufszentren und stille Kirchen und Dome. Auch in der Umgebung Newcastles gibt es viel zu entdecken, dazu aber später mehr.
Mit 266.000 Einwohnern ist es auch sehr überschaubar und man kann auch an einem Wochenende viel schaffen. Gleich gegenüber von Newcastle, also auf der anderen Seite der Tyne liegt Gateshead, was untrennbar mit Newcastle verbunden zu sein scheint. Man springt über eine der vielen Brücken und weiß eigentlich schnell gar nicht mehr, auf welcher Seite des Flusses man eigentlich ist.
Newcastle ist als eine wahre Partystadt bekann, allerdings kann ich dazu nicht viel sagen, da wir dazu an einem Wochenende nicht die Zeit gefunden haben.
Wie komme ich dorthin:
Das ist eigentlich recht einfach, denn Newcastle besitzt einen Flughafen, von dem aus man schon recht weit kommt, eben auch nach Deutschland. Von Hannover aus fliegt HLX zu sehr günstigen Tarifen, ebenso von München oder Köln und auch von Berlin oder Düsseldorf kann man bequem dorthin kommen. Andere Verbindungen sind möglich, da ich sie nicht genommen habe weiß ich da auch nicht groß Bescheid.
Die Verbindung vom Flughafen in die Stadt sind ebenfalls ideal, denn alle 20 Minuten fährt eine Metro bis in das Stadtzentrum. Von dort an sind alle Hotels und andere Unterkünfte recht gut zu erreichen.
Die Sprache:
Sicher es ist Englisch, jedenfalls noch offiziell. Wer jetzt aber glaubt mit einem besonders guten Schulenglisch hier keine Probleme zu haben, der irrt sich. Und zwar gründlich, denn naiv, wie ich doch war habe ich anfangs auch gedacht, dass wenn ich in London zurechtgekommen bin, dann dürfte auch das hier kein Problem sein. Denkste! Die Newcastler haben ihren eigenen Dialekt, der schon ein wenig ans Schottische erinnert, wobei ich mir von einem Lehrer aus England, den ich neulich in der Bahn getroffen habe, sagen lassen habe, dass man die Schotten teilweise besser versteht als die lieben Newcastler. Da kann sich der Freund deutscher Aussprache englischer Wörter freuen, denn ein Bus ist hier auch ein Bus und nicht etwa ein Baß! Besonders gefallen haben mir auch die Chicken McNuuuuggets! Kurz und gut ich bin jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und werde von nun an (jedenfalls was Englisch betrifft) fleißig weiterlernen...
Die Unterkunftsmöglichkeiten:
Newcastle ist zwar nicht groß, aber so klein nun auch wieder nicht, dass sie nicht eine stattliche Anzahl an Hotels besäße. Hier ist auch für jeden Geldbeutel etwas dabei, also müssen die einen nicht auf den gewohnten Luxus verzichten, die anderen können dagegen preiswert ohne selbigen übernachten. Ein Tipp ist hier wohl genau darauf zu achten wo das Hotel liegt, denn wenn man zu weit außerhalb liegt, dann ist vieles eben schwerer zu erreichen. Es gibt Hotels, die zwar den Ort Newcastle im Namen tragen, in Wirklichkeit aber auf der anderen Seite des Flusses in Gateshead liegen. Wenngleich es auch keine riesigen Entfernungen sind, so kann es einem dann doch passieren, dass man erst mal ne halbe Stunde Bus fährt um ins Stadtzentrum von Newcastle zu kommen und das kann auf Dauer etwas nervig sein!
Die öffentlichen Verkehrsmittel:
Newcastle hat meiner Erfahrung nach recht gute Verbindungen, und so kommt man auch recht zügig von einem Ort zum anderen, jedenfalls am Tag. Abends ist das eine andere Geschichte, denn dann fahren die Busse eben nicht so häufig, wenn überhaupt. Diese guten Verbindungen gelten auch für Gateshead, die Stadt. die ja wie bereits erwähnt gleich neben Newcastle liegt. Sowohl die Metro, wie auch sämtliche Busse fahren häufig und bieten teilweise auch gemeinsame Fahrkarten an. So gibt es z.b. das " Day Rover Ticket", ein Ticket, mit dem man nach Herzens Lust mit Bus und Bahn fahren kann, solange man sich in der Stadt, bzw. den Städten aufhält, denn Gateshead zählt auch noch dazu. Und auch zum Hafen, der ein wenig weiter draußen liegt, kann man damit fahren. Als wir da waren hat es ca. 4.50£ gekostet, was ca. 7€, für Erwachsene und 2.30£ (3.50€) entspricht (Stand: August 2005). Uns hat das sehr weit gebracht! Es gibt aber noch andere Tickets, manche nur für Bahn oder anders herum. Da muss jeder für sich selbst schauen, was für ihn das Beste ist, was sicherlich auch an der Lage des Hotels liegt!
Es gibt in Newcastle eigentlich nur zwei verschiedene Metrolinien, dafür aber viele viele Busse, und es kann da eine Weile dauern, bis man da durchsteigt. Deshalb ist es schon ratsam, das man sich aus dem Touristenbüro kleine Fahrpläne besorgt, wenigstens um einen Überblick über das Netz zu bekommen und seine persönlichen Hauptlinien zu finden! Plant man sorgfältig, dann kann man relativ preiswert in der Stadt und Umgebung herumfahren und nimmt man mal den falschen Bus, sieht man vielleicht schöne Dinge, die man sonst vielleicht glatt übersehen hätte.
Die Menschen dort sind meist sehr freundlich, besonders aber die Polizisten oder aber die uniformierten Menschen an den Bus- und Bahnstationen. Es war eigentlich immer jemand da um uns zu helfen und uns den Weg zu erklären. Einer hat sogar für uns herumtelefoniert um unsere Busverbindung zu finden, was eigentlich nicht in seinen Aufgabenbereich fiel, da er eigentlich nur dazu zuständig war, den Leuten an dieser Station weiterzuhelfen ihre Busse zu finde! Das möchte ich bei mir zu Hause auch mal erleben!
Das Nachtleben:
Es wird gesagt, Newcastle sei die Partymetropole des Nordens! Ich kann das weder bestätigen, noch verneinen, da wir in der Woche dort waren und da nicht so viel los war, wie vielleicht am Wochenende. Außerdem hatten wir ein recht anstrengendes Tagesprogramm, sodass zum Party machen nicht viel Zeit hatten! Es gibt allerdings überall in der Stadt verteilt süße Pups, Restaurants und Bars. Die haben dann auch in der Woche auf und so kann man hier gemütlich ein Bier trinken gehen und den Tag ausklingen lassen. Da muss man dann auch nicht lange suchen...
Newcastle das Einkaufsparadies:
Einkaufen ist etwas, was man prima in Newcastle machen kann. Zum Einen hat Newcastle selbst eine wunderschöne Stadt mit noch schöneren Geschäften! Auch das MetroCentre welches in Gateshead liegt ist sicher erwähnenswert. Ein Expressbus verbindet das Center mit der Innenstadt, sodass man innerhalb von 20 Minuten dort ist. Hier kann man einkaufen pur und falls einem dabei der Hunger überkommt, kann der natürlich auch gestillt werden, denn allein McDonalds ist hier zwei Mal vertreten. Es gibt insgesamt über 300 Läden und laut den Informationsbroschüre aus dem Touristenbüro ist das MetroCentre das größte Einkaufszentrum Europas und es hat sieben Tage die Woche geöffnet, Werktags sogar ziemlich lang! Von H&M bis hin zu Laura Ashley findet hier jeder Geldbeutel etwas passendes, manchmal eben auch ein bisschen mehr! Außerdem beinhaltet das Center ein Kino, fast 50 Orte um was essen oder trinken zu gehen, oder auch den einzigen "Indoor" Themenpark. Überall stehen auch Bänke und Grünpflanzen, sodass man sich auch ruhig mal ausruhen kann. Ich fand das da eigentlich ganz gemütlich und nie hektisch, obwohl da sogar ziemlich viel los ist!
Aber auch in Newcastle selbst gibt es verschiedene Einkaufzentren wie z.B. das Eldon Square oder die Monument Mall, die recht nah beieinander liegen und das auch genau in der Newcastler Innenstadt. Sie sind somit also gut zu erreichen!
Beim Einkaufen sollte man dann allerdings bedenken, dass Großbritannien insgesamt recht teuer ist. Sicherlich kann man auch hier Schnäppchen machen, gerade wenn gerade Schlussverkauf, denn da findet man eigentlich immer etwas! Es gibt natürlich auch bei Klamotten Marken, die in England billiger sind als in Deutschland. Man sollte also die Augen offen lassen!
Die Sehenswürdigkeiten in Newcastle:
Zuerst ist da wohl die Brücke, eigentlich "Gateshead Millennium Bridge", aber eine Seite der Brücke befindet sich eben auch in Newcastle.
Auch der Konzertsaal, der von Sir Norman Foster entworfen wurde ist sicherlich einen Blick wert. Der riesige vergläserte Bau, ist eigentlich kaum zu übersehen, was wohl auch seiner Form liegt. Er ist eher rundlich aber auch gewellt und hat so seine eigene Dynamik. Er steht ebenfalls in Gateshead, kann aber auch vom Newcastler Ufer gut gesehen werden, vielleicht sogar besser als von der anderen Seite.
Überhaupt sind die Brücken über den Fluss wahre Aussichtspunkte. So kann man von allen das Leben an der "Qayside" beobachten, also das Leben an beiden Seiten des Flusses, sicherlich eine Sehenswürdigkeit der Stadt. Die Qayside sieht recht ordentlich, gepflegt und neu aus und es ist wirklich eine schöne Atmosphäre dort. Bei schönem Wetter kann man sich auch mal gemütlich auf einer der vielen Bänke setzten und ein Eis essen. Die Nähe des Meeres ist hier spürbar.
In der Graingerstreet und darum herum gibt es wahre Einkaufspaläste mit Hunderten von Geschäften. Ein Wochenende ist nicht genug um alles wirklich auch zu sehen und so wird sich wahrscheinlich jeder an die Geschäfte halten, die ihm am Herzen liegen!
In der Nähe liegt auch die "Arkade" in der das Touristikzentrum untergebracht ist, was sicherlich gut ist zu wissen und an dem wir konsequent dreimal dran vorbeigelaufen sind...
Weitere Sehenswürdigkeiten, die ich aber nicht selbst besichtigt habe:
- Blue Reef Aquarium (faszinierendes Unterwasserleben)
- Life Science Centre (hier werden verschiedene Themen erklärt, auch so das Kinder sie verstehen können)
Das Zentrum im Bahnhof, welches in einigen Reiseführern noch angegeben ist, ist übrigens nicht mehr da, aber das nur so nebenbei...
Sehenswürdigkeiten in der Nähe:
Hiezu zählt ganz sicher auch der Engel des Nordens ("Angel of the North"), der wie so vieles in Gateshead zu finden ist. Hierbei handelt es sich um eine meterhohe Statur eines Engels mit ausgebreiteten Flügeln, der auf einem kleinen Hügel über Gateshead thront. Besonders bei Sonnenschein und blauen Himmel eine eindrucksvolle Gestalt neben der man sich wirklich klein vorkommt! Von der Metrostation "Gateshead" fahren von dort einige Busse in die Nähe des Engels.
Für die Freunde von Schlössern und Burgen und Harry Potter ist diese Gegend das reine Paradies! In der Nähe gibt es nämlich so einige alte Gemäuer, unter anderem auch das Alnwick Castle, wobei der kleine Ort Alnwick wie Ännick ausgesprochen wird. Hier wurden Teile der Harry Potter-Filme gedreht, und so kann man ihr leicht auf seinen Spuren wandeln. Davon abgesehen ist Alnwick Castle das älteste noch bewohnte Schloss nach Windsor Castle. Der Eintritt kostet 7.95£ (€) und ist durchaus lohnenswert. Es gibt auch die Möglichkeit sich den Garten vom Schloss anzusehen, der erst vor einem Jahr geöffnet wurde. Dafür bezahlt man zwar auch wieder, aber man kann hier auch ein kombiniertes Ticket kaufen, also Schloss und Garten, was dann billiger ist (12.00£). Wir haben uns den Garten nicht angesehen, weil wir leider etwas sehr viel Regen hatten an diesem Tag und das hätte sich wohl nicht gelohnt.
Im Schloss gibt es alles zu sehen, was man in einem Schloss erwartet. Von Portraits der ersten Lady of Northumberland, bis hin zum guten Silbergeschirr, sehr interessant, aber leben würde ich hier nicht wollen. Man kann einmal um das Schloss herumgehen und wandelt plötzlich auf den selben Pfaden, die schon Harry Potter seinerzeit zu seiner ersten Flugstunde nahm. Aber nicht nur Harry Potter diente dieses Schloss als Kulisse, eine Liste mit älteren Film hängt an einem der vielen Tore draußen, und die Filme alle aufzuzählen würde hier jetzt zu weit führen. Auch die Umgebung des Schlosses, das von sehr viel Grün umgeben ist, sowie das kleine Städtchen Alnwick ist sehr empfehlenswert.
Von Newcastle aus kommt man mit einem Bus, der von der Station Haymarket direkt nach Alnwick fährt. Für die Fahrt sind gut vier Stunden insgesamt einzuplanen, eine Fahrt, die sich aber durchaus lohnt.
Ebenfalls empfehlenswert, wenn auch nicht so weit, liegt Durham, der ich bei Gelegenheit einen eigenen Bericht widmen möchte. Ähnlich wie Alnwick ist Durham eine ebenfalls kleine Stadt, die außer einem wunderschönen Dom auch ein Schloss zu bieten hat. Sie hat eine sehr gemütliche Atmosphäre, und wer die Zeit hat hier einmal vorbeizuschauen, der sollte sie auch nutzen. Der Weg von Newcastle aus ist übrigens nicht so lang wie der nach Alnwick. Bit dem Bus sind es gute 40 Minuten, die schnell vergehen, sodass sich ein kurzer Besuch, seien es auch nur ein paar Stunden, durchaus lohnt!
Zu guter Letzt möchte ich noch einen Ort in diesen Bericht reinbringen, den ich so eigentlich nicht geplant hatte, den ich aber so niedlich fand, dass ich ihn nicht unerwähnt lassen möchte. Dieser Ort trägt den wunderschönen (und wie meine Freundin sagte unaussprechlichen) Namen Alnmouth. Dabei handelt es sich um einen kleines idyllischen Dorf das insgesamt nur ca. 600 Einwohner hat, die dort ständig wohnen. In den Ferien wird es durch alle Besucher und Feriengäste natürlich mehr. Der Ort sah für mich aus, als wäre es direkt einem Rosamunde Pilcher-Film entsprungen, so idyllisch und irgendwie englisch ist er. Na ja er liegt zwar nicht in Cornwall aber auch der Norden Englands hat seine Reize. Alnmouth liegt zwischen Newcastle und Alnwick, dort wo die Aln in die Nordsee mündet, und kommt man aus Richtung Newcastle, dann taucht plötzlich vor einem diese kleine malerische Bucht auf, mit dem weißen Sandstrand und den Reihenhäusern, die in den Dünen zu stehen scheinen. Ich war hin und weg. Wenn man Ruhe sucht, dann findet man sie hier, und seien es auch nur ein paar Stunden!
Als Abschluss möchte ich euch noch den HB Bildatlas 231 "Nordengland" ans Herz legen. Er bietet doch einen guten Einblick in die Geschichte dieses Teiles von England und hat wunderschöne Bilder, die einen richtig auf den Urlaub einstimmen können. Für 8.50€ ist er auch sicher nicht zu teuer! Gerade, wenn man plant länger dort in der Gegend zu bleiben, oder man ein Auto zu Verfügung hat ist er sicherlich praktisch, da man so noch mehr erkunden kann!
10 Bewertungen, 4 Kommentare
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27.11.2005, 21:03 Uhr von Angelina88
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. <br/>LG, Angelina (würd mich über Gegenlesungen freuen ;-)
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14.10.2005, 13:37 Uhr von hscore69
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht
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14.10.2005, 13:28 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSpitze..lg Patricia
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03.10.2005, 16:09 Uhr von Rumyana7
Bewertung: sehr hilfreichEin blendender Bericht! Kenne nur London. Lieben Gruß aus Sofia
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