Ausgesetzt (Taschenbuch) / James W. Nichol Testbericht

ab 6,44
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Erfahrungsbericht von Christin78

Irgendwo in Toronto...

Pro:

Das ist eine gute Frage, mir fällt nur keine Antwort ein

Kontra:

Zuviel um es hier in Kürze aufzuzählen

Empfehlung:

Nein

Hallo Ihr Lieben,



Ich möchte euch heute einen Roman vorstellen, besser gesagt einen Psychothriller, so steht es zumindest auf dem Cover des Buches. Geschrieben wurde er von James W. Nichol und trägt den Titel "Ausgesetzt".



Der Autor

Der Autor wurde 1940 geboren und hat sich in Kanada hauptsächlich als Dramatiker einen Namen gemacht. Diese wenigen Angaben habe ich dem Buch entnommen, ich habe keine weitere Recherche über den Autor angestellt und kann somit nur mit diesen Angaben dienen. Wer mehr über den Autor erfahren möchte, wird sicherlich im Internet fündig.



Technische Angaben

Die vor mir liegende Ausgabe erschien im Knaur Verlag, sie hat 426 Seiten, es handelt es sich um eine Taschenbuchausgabe und diese hat folgende ISBN: 3-426-62828-7, ich habe für diese Ausgabe 7,95 Euro bezahlt, bei eBay dürfte man sie aber für etwas weniger bekommen.
Das Cover der Taschenbuchausgabe könnt Ihr auf dem von Yopi zur Verfügung gestellten Foto betrachten.



Die Handlung

Diese ist eigentlich recht schnell dargestellt. Walker wird als 3 jähriger Junge ausgesetzt. Scheinbar von seiner Mutter, in der Nähe von Toronto. Seine Mutter sagte zum Abschied zum ihm, er solle sich ganz fest an einem Zaun festhalten und steckte ihm ein Foto und einen Brief in die Jackentasche. Danach ward von ihr nichts mehr gesehen. Walker wird natürlich gefunden und kommt von einer Pflegefamilie in die nächste bis er mit ungefähr 13 Jahren in die Familie komme, die er als seine ansieht.
Als 19 jähriger macht er sich von dort auf nach Toronto um etwas über seine Herkunft in Erfahrung zu bringen. Hierbei soll ihm natürlich der Brief und der Foto behilflich sein, welches sich damals in seiner Tasche befand.
In Toronto arbeitet er als Taxifahrer, verliebt sich in Krista und erlebt so manch ein Abenteuer. Krista sitzt im Rollstuhl und ist Walker ebenfalls nicht gerade sehr abgeneigt.
Auf mysteriöse Weise verschwinden Foto und Brief, Walkers Katze wird umgebracht und Kristas Auto in Brand gesetzt. Walker fühlt sich verfolgt und die große Frage ist natürlich, wer sich dahinter verbirgt und wer verhindern möchte, das Walker mehr über seine leiblichen Eltern herausfindet und natürlich warum dieser ominöse Mensch es verhindern möchte.
Soviel zur Handlung.



Meine Meinung

Ich hatte, als ich das Buch zu lesen anfing, eigentlich keine großen Erwartungen. Ich las es an einem verregneten Wochenende und wollte einfach unterhalten werden, der Roman "Ausgesetzt" kam mir da gerade recht, so dachte ich, bevor ich die ersten Seiten las.
Mit einem Wort, ich fand das Buch einfach nur schlecht und warum ich es einfach nur schlecht fand möchte ich Euch ein wenig näher bringen.

Die Handlung in diesem Roman fährt 2 gleisig, einmal erleben wir die aktuellen Geschehnisse um Walker mit. Und auf dem anderen Gleis, werden wir als Leser in eine vergangene Zeit versetzt die 1961 anfängt und sich bis zum aktuellen Geschehen aufbaut. Ist ja eigentlich eine gute Idee und wird von vielen Autoren auch erfolgreich eingesetzt und erhebt auch oftmals die Spannung. Nicht so in diesem Buch. Ich habe die einzelnen Episoden, gerade aus dem 2. Gleis als zusammengesetzt empfunden, ohne richtigen Plan und ohne Struktur. Auch ist mir von Anfang an klar gewesen, wer denn dieser mysteriöse Mensch ist, der Walker verfolgt. Da der 2. Gleis hauptsächlich um 2 Personen handelt, liegt es sehr nahe das einer dieser beiden die gesuchte Person sein würde.
So wurde ein Grossteil der Spannung schon einmal genommen.

Spannend sollte ein Psychothriller schon sein. Man möchte mitfiebern, mitzittern, sich bei Geräuschen in der Wohnung erschrecken, eine Gänsehaut bekommen und am liebsten die ganze Nacht durchlesen nur um zu erfahren wie es weiter geht. Hatte ich bei diesem Roman alles nicht. Die Geschichte plätschert so dahin, es kam für mich kaum Spannung auf und wenn dann war sie nach zwei, drei Sätzen schon wieder vorbei. Keine erschreckenden Minuten beim Lesen, kein Herzrasen und auch nicht der Wunsch zu erfahren wie es weiter geht.

Ich kam kaum in einen Lesefluss hinein, die Sätze stöckeln so dahin und man holpert sich von einem zum anderen Satz. Und nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, versuchte ich herauszufinden woran das lag. Und ich wurde natürlich auch fündig. Wenn man sich die Sätze anschaut, hat man das Gefühl, bzw. habe ich das Gefühl, ich hätte einen Schulaufsatz einen Kindes aus der 5. Klasse vor mir. Zu einem großen Teil bestehen die Sätze, wenn man sie überhaupt als solches bezeichnen kann, aus nicht mehr als 4 Wörter. Es geht Seitenweise nur: "Sagte sie", sagte er", "Walker telefonierte", "er war müde", "Wo ist der Laster" usw. Es wird sehr viel mit wörtlicher Rede gearbeitet, wobei man oftmals aber gar nicht weiß wer denn nun was sagte, obwohl immer wieder steht "er sagte", "sie sagte". Nur wer er und sie sein sollen bekommt man oftmals nicht gleich mit und so können schon einige Missverständnisse aufkommen.
Und dann eine Sache die mich sehr störte. Mir ist ja schon bewusst, wenn ich so ein Buch lese, bekomme ich keine Lektüre mit einer perfekten Stilistik, dieses erwarte ich auch gar nicht. Aber muss es wirklich sein, das man als Autor das Wort "Mhhh" oder auch "Hmmm" mehr als 10 mal benutzt? Teilweise begegnete mir diese Bezeichnung mehr als einmal pro Seite. Was soll so etwas? Es ist doch nichtssagend und dann Erklärungen wie: "Mhhh" machte Walker, oder "Hmmm" fragte Krista. Natürlich kann mit solchen Sätzen kein Lesefluss aufkommen.

Der nächste Kritikpunkt. Zwischen Walker und Krista entwickelt sich eine Art Liebelei. Das heißt sie entwickelt sich nicht, sondern ist auf einmal da. Ohne das der Leser darauf hingewiesen wurde, oder das man etwas in dieser Richtung beschrieben bekam. Ich fühlte mich schon etwas überrumpelt und blätterte zurück ob ich nicht etwas überlesen hatte. So ist es mit einigen Geschehnissen in diesem Roman. Unnütze Dinge, die für die Handlung von keiner Bedeutung sind werden sehr ausführlich beschrieben und Dinge die von Bedeutung sind, sind auf einmal einfach da.

Ungefähr in der Mitte des Buches ertappte ich mich dabei, das ich eigentlich gar mehr wissen wollte wie es weiter geht und mich einfach nur genervt fühlte, ich wusste wer gesucht wird und ich konnte mir denken was mit Walkers Eltern passiert ist, aber wenn man erst in der Mitte des Buches ist, müsste ja eigentlich noch eine Menge passieren. Aber in diesem Roman passierte nicht wirklich etwas. Halt Stopp, doch Walker und Krista flogen nach Jamaika, wobei die Spannung alleine darin bestand das sie nach Jamaika flogen. Sie wollten dort an Informationen Walkers Eltern betreffend kommen. Das kamen sie auch, aber die Art und Weise wie, fand ich unspektakulär.

Es muss in Psychothrillern nicht immer beschrieben werden wie man Leichen auseinander nimmt, wie das Blut spritzte, wie Menschen brutal entführt und gefangen gehalten werden. Man kann Spannung auch anderweitig aufbauen, es gibt genügend Autoren die dieses schaffen. Aber in dem Psychothriller "Ausgesetzt" erscheint mir die Handlung wie ein lustiger Frühlingsspaziergang bei dem niemanden etwas zu Leide getan werden könne. Walker agiert ohne Angst, ohne sich Gedanken zu machen. Fand ich schon etwas unangebracht für ein solches Buch, zumal die eigentliche Idee des Romans sehr gut ist, nur die Umsetzung finde ich schrecklich.

Der nächste Punkt, in noch keinem Roman habe ich so viele Rechtschreib- und Grammtikfehler gefunden wie in diesem. Ich habe keine Ahnung ob dieses am Originaltext des Autors liegt, oder an der Übersetzung. Ich habe mich beim Lesen auch extra noch einmal vergewissert ob ich nicht ein Mängelexemplar gekauft hätte, es handelt sich um keines. Und letztendlich ist es mir als Leser auch egal ob es am Übersetzer liegt, am Autor oder an beiden. Für mich unerklärlich wie so was gedruckt werden kann, irgendjemand muss den Text doch überarbeiten und da dieses sein Job ist, möchte man doch annehmen das Fehler auch entdeckt werden. Man wird als Leser mit einem Kauderwelsch an Zeitformen konfrontiert, mal wird im Präsens geschrieben, dann wieder ohne ersichtlichen Grund im Präteritum. Mal im Perfekt und dann wieder in einer Mischung aus allem. Es werden ganze Wörter weggelassen und mal auch nur Buchstaben. Es kommen dann so nette Variationen wie: "Sie ginge" anstatt von "Sie gingen". Oder es werden mehrere Dinge aufgezählt, in der Zusammenfassung dieser wird aber nur die Einzahlt benutzt.

All diese Dinge tragen dazu bei, das ich dieses Buch nicht empfehlenswert finde und schon fast als gefährlich einstufe. Viele lassen sich bei solchen Büchern berieseln, ist eigentlich auch gar nicht schlimm, mache ich gelegentlich auch, aber wenn man bedenkt das man sich gerade bei diesem Buch mit Fehlern berieseln lässt, trägt das nicht gerade positiv bei.

Etwas wirklich positives konnte ich an dem Buch nicht entdecken, nicht einmal der Showdown war spannend, als ich ihn las, habe ich ihn auch gar nicht als solchen wahrgenommen, mir wurde erst im nachhinein bewusst das er es sein sollte.
Das Ende war für mich wenig überraschend, aber das schrieb ich ja bereits.







Liebe Grüße Christin

31 Bewertungen, 19 Kommentare

  • anonym

    21.09.2007, 17:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße ;o)

  • feldhase

    27.09.2006, 22:12 Uhr von feldhase
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, so ähnlich habe ich das Buch auch empfunden. Die Rückblenden fand ich sehr gut - mitfühlend und spannend. Doch die eigentliche Geschichte war nicht spannend und plätscherte so dahin - wie du auch schreibst. Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss

  • crycorner

    28.06.2006, 18:15 Uhr von crycorner
    Bewertung: sehr hilfreich

    WOW, tolle Begründung für die niedrige Bewertung! Habe das Buch auch gelesen und hatte einen anderen Eindruck, aber viele Deiner Argumente kann ich nicht von der Hand weisen. LG, crycorner

  • Stephi18

    21.04.2006, 23:48 Uhr von Stephi18
    Bewertung: sehr hilfreich

    ;o)----------sehr hilfreich----------(o;

  • topware2002

    16.04.2006, 17:45 Uhr von topware2002
    Bewertung: sehr hilfreich

    ‹(•¿•)›~~~~~SH~~~~~‹(•¿•)›

  • schnitzel

    15.04.2006, 14:01 Uhr von schnitzel
    Bewertung: sehr hilfreich

    daumen hoch

  • Mogry1987

    14.04.2006, 21:25 Uhr von Mogry1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH ;) LG Stefanie :)

  • Chenhong

    14.04.2006, 20:14 Uhr von Chenhong
    Bewertung: sehr hilfreich

    würde mich über rückbewertung freuen

  • SeriousError

    14.04.2006, 19:55 Uhr von SeriousError
    Bewertung: sehr hilfreich

    <b>Ein "sehr hilfreich" von mir für diesen tollen Beitrag. :o) Gruß SeriousError!</b>

  • anonym

    14.04.2006, 19:53 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh! super Bericht! freu mich über gegenlesungen. Gruß Steffi

  • Power_Surfer

    14.04.2006, 19:52 Uhr von Power_Surfer
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und lg patrick

  • anonym

    14.04.2006, 19:11 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • mausi1

    14.04.2006, 19:10 Uhr von mausi1
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut - weiter so

  • anonym

    14.04.2006, 19:04 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    << Sehr hilfreich, dein Bericht >> <br/>.. Lieben Gruss, Manuela .. <br/>:o))

  • SiggiWidder

    14.04.2006, 19:00 Uhr von SiggiWidder
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eindeutiges *SH*

  • Sternenhimmel

    14.04.2006, 19:00 Uhr von Sternenhimmel
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöne feiertage sehr hilfreich

  • Fluetie

    14.04.2006, 18:55 Uhr von Fluetie
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Dirk

  • bugzz

    14.04.2006, 18:55 Uhr von bugzz
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter bericht! sh! = )

  • kesseKirsche

    14.04.2006, 18:55 Uhr von kesseKirsche
    Bewertung: sehr hilfreich

    0,,,0 <br/> (';') <br/>(,(""),) '''SH'''' Lg Nicole <br/>(")¿("),,,,,,,,, <br/> <br/>