Ausgesetzt (Taschenbuch) / James W. Nichol Testbericht


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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
+++ ... wie ein Tier +++
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
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Kurzinhalt
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Im Alter von drei Jahren wurde Walker von seiner Mutter am Straßenrand ausgesetzt. Als er endlich volljährig ist, macht er sich auf die Suche nach ihr. Doch irgendwer möchte verhindern, dass er seine wahre Identität findet. Walker schwebt in Lebensgefahr…
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Inhalt
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Er kann sich noch an ihre schwarzen Haare erinnern. Und ihre Worte: „Halt dich gut fest!“. An einem Zaun. An einem Straßenrand. Walker ist drei Jahre alt. Seine Mutter hat ihn ausgesetzt wie ein unerwünschtes Tier. Ein Foto und ein Brief sind das einzige, was ihm an Erinnerungsstücken geblieben ist. Danach beginnt die Odyssee von Pflegefamilie und Pflegefamilie, bis er bei den Deveraux’ sein Glück findet. Doch die Frage nach seiner Vergangenheit lässt ihn nicht los. Als er volljährig ist, beginnt er mit seiner Suche. Sie führt ihn nach Toronto, wo er einen Job als Taxifahrer annimmt, um sein Leben finanzieren zu können. Dort trifft er auch die gelähmte Krista, die bereit ist, ihn bei seiner Suche zu unterstützen. Seine Anhaltspunkte sind der Brief und das Foto, das zwei Kinder zeigt. Eins davon ist wahrscheinlich seine Mutter. Doch dann verschwinden die Andenken. Jemand ist in seine Wohnung eingebrochen. Jemand will verhindern, dass er seiner Vergangenheit auf die Spur kommt. Und er schreckt auch nicht davor zurück dafür zu töten… Was ist vor sechzehn Jahren wirklich geschehen?
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Meine Meinung
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„Ausgesetzt“ war einmal mehr einer jener Zufallskäufe, in dessen Rahmen ich viel zu viel Geld im Buchladen ließ. Der Autor war mir bis dato völlig unbekannt, doch ich war bereit dieses Wagnis einzugehen. Mittlerweile ließen sich in der Presse auch einige Lobeshymnen auf diesen Roman hören, doch in diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht ahnen, worauf ich mich einließ. Ein paar Tage nach dem Kauf lag das Buch noch hier herum, da ich gerade den Schmöker „Ich töte“ von Georgia Faletti las.
Doch schließlich war es soweit und ich beschäftigte mich den Rest des Tages mit diesem Buch und habe es quasi an einem Stück durchgelesen, da mich die Geschichte so sehr faszinierte und fesselte. Im Rahmen der Serienmörder-Romane ist „Ausgesetzt“ etwas anders geraten. Aber sehr gelungen anders. Irgendwie wird der Roman nämlich anders aufgezogen und das ist es, was mir so gefiel. Nicht irgendein Serienmörder, der gleich zu Beginn mordet und auf den Jagd gemacht wird. Nein, es ist vielmehr die Geschichte von Walker Deveraux, der nach seiner wahren Identität sucht. Mir fiel es auch aufgrund seines Alters von 19 Jahren sehr leicht, mich mit ihm zu identifizieren. Ich hatte zwar kein allzu detailreiches Bild vor mir, was sein Aussehen anging – bis auf die charakteristischen schwarzen Haare – aber ich konnte mich sehr gut in ihn hineinversetzen. James W. Nichol schaffte es einfach hervorragend, die Gefühlswelt von Walker darzustellen. Es sind nicht die typischen Helden, die Nichol erschafft. Walker und dessen gelähmte Freundin Krista sind eher Anti-Helden, Menschen wie du und nicht. In den Roman eingesponnen ist die Liebesgeschichte zwischen den beiden, die mich seltsam berührte. Es war schön zu sehen, wie beide, die vom Leben gezeichnet sind, langsam „erblühen“.
Eingeflochten in den Roman sind Episoden von einem Jungen / Mann namens Bobby, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Erst war mir nicht ganz klar, was Nichol mit diesen – teils schonungslos offenen und brutalen – Szenen bezwecken wollte, doch nach und nach schloss sich der Kreis. Auf einmal war er da, der Aha-Effekt. Doch in diesem Zeitpunkt war das Rätsel um die Herkunft Walkers immer noch nicht gelöst. Ich sah nur etwas klarer und konnte erkennen, wie die handelnden Personen zusammenhängen. Nichol geht dabei sehr geschickt vor, da er unendlich viele Spuren auslegt, die es zu verfolgen gilt, bis am Ende alles schlagartig klar wird und man die Szene zu Beginn, in der Walker ausgesetzt wird, versteht und letztendlich alles einen Sinn ergibt.
Zwar werden die Motive des Mörders nicht seitenlang erläutert, doch sie lassen sich aus dem Text herauslesen. Alles deutet auf eine schwere seelische Störung hin, die in der Kindheit entstanden sein muss. Doch mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Spannend und sehr gut aufgebaut ist das Buch jedenfalls von Anfang bis Ende. Zu Beginn fragt man sich noch entsetzt, wie eine Mutter ihrem kleinen Kind so etwas antun kann und ob sie überhaupt kein Herz hat. Doch die Geschichte, die James W. Nichol daraus entwickelt, ist überaus brillant und schockierend und hebt sich auf ihre Weise von den übrigen Romanen anderer Autoren und Autorinnen ab, die hierzulande erhältlich sind. Leicht verwirrend waren für ganz kurze Zeit die erwähnten Einschübe um Bobby und die einzelnen Rückblicke in Walkers Leben, die er selbst erzählt. Doch bald schon konnte ich mich einfach nicht mehr von dem Buch losreißen und ich hatte immer das Gefühl, dass ich der Rätsels Lösung zum Greifen nah sei. Immer wieder ereignen sich Vorfälle, die Krista und Walker zurückhalten sollen und die mich noch neugieriger machten. Puzzlestück für Puzzlestück präsentiert der Autor.
Ich würde mich jedenfalls freuen, bald noch mehr von dem Autor lesen zu dürfen, da er durchaus das Potential hat, bald zu den ganz Großen zu gehören. Diese Chance hat er auf jeden Fall verdient, denn sein Erstling ist absolut gelungen. Ein sehr gut lesbarer und flüssiger Schreibstil, der zugleich Spannung erweckt, aber auf der anderen Seite auch sehr einfühlsam ist, was das Leben seiner Protagonisten angeht. Ich kann euch „Ausgesetzt“ jedenfalls nur empfehlen. Doch nehmt euch ein wenig Zeit, da ihr so schnell nicht mehr davon abkommen werdet.
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Das Buch
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„Ausgesetzt“ erschien in Deutschland erstmals im Juni 2005 bei Droemer/Knaur. Der Roman umfasst 427 Seiten und ist unter der ISBN 3-426-62828-7 für 7,95 Euro im Handel erhältlich.
Unter dem Originaltitel „Midnight Cab“ erschien das Werk bereits 2002 bei Alfred A. Knopf Canada in Toronto. Übersetzt ins Deutsche wurde es von Silvia Visintini.
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Der Autor
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James W. Nichol wurde 1940 geboren. Vor Veröffentlichung seines Romans „Ausgesetzt“ machte er sich vor als Dramatiker in Kanada einen Namen. „Ausgesetzt“ wurde eigentlich als Hörspiel entwickelt. Er lebt heute in der Nähe von Stratford in Ontario.
(Quelle: Autoreninfo in „Ausgesetzt“)
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Mehr von James W. Nichol
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Bisher sind keine weiteren Romane von James W. Nichol in Deutschland erschienen.
(copyright by Laura Thoma, Juni 2005)
Kurzinhalt
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Im Alter von drei Jahren wurde Walker von seiner Mutter am Straßenrand ausgesetzt. Als er endlich volljährig ist, macht er sich auf die Suche nach ihr. Doch irgendwer möchte verhindern, dass er seine wahre Identität findet. Walker schwebt in Lebensgefahr…
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Inhalt
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Er kann sich noch an ihre schwarzen Haare erinnern. Und ihre Worte: „Halt dich gut fest!“. An einem Zaun. An einem Straßenrand. Walker ist drei Jahre alt. Seine Mutter hat ihn ausgesetzt wie ein unerwünschtes Tier. Ein Foto und ein Brief sind das einzige, was ihm an Erinnerungsstücken geblieben ist. Danach beginnt die Odyssee von Pflegefamilie und Pflegefamilie, bis er bei den Deveraux’ sein Glück findet. Doch die Frage nach seiner Vergangenheit lässt ihn nicht los. Als er volljährig ist, beginnt er mit seiner Suche. Sie führt ihn nach Toronto, wo er einen Job als Taxifahrer annimmt, um sein Leben finanzieren zu können. Dort trifft er auch die gelähmte Krista, die bereit ist, ihn bei seiner Suche zu unterstützen. Seine Anhaltspunkte sind der Brief und das Foto, das zwei Kinder zeigt. Eins davon ist wahrscheinlich seine Mutter. Doch dann verschwinden die Andenken. Jemand ist in seine Wohnung eingebrochen. Jemand will verhindern, dass er seiner Vergangenheit auf die Spur kommt. Und er schreckt auch nicht davor zurück dafür zu töten… Was ist vor sechzehn Jahren wirklich geschehen?
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Meine Meinung
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„Ausgesetzt“ war einmal mehr einer jener Zufallskäufe, in dessen Rahmen ich viel zu viel Geld im Buchladen ließ. Der Autor war mir bis dato völlig unbekannt, doch ich war bereit dieses Wagnis einzugehen. Mittlerweile ließen sich in der Presse auch einige Lobeshymnen auf diesen Roman hören, doch in diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht ahnen, worauf ich mich einließ. Ein paar Tage nach dem Kauf lag das Buch noch hier herum, da ich gerade den Schmöker „Ich töte“ von Georgia Faletti las.
Doch schließlich war es soweit und ich beschäftigte mich den Rest des Tages mit diesem Buch und habe es quasi an einem Stück durchgelesen, da mich die Geschichte so sehr faszinierte und fesselte. Im Rahmen der Serienmörder-Romane ist „Ausgesetzt“ etwas anders geraten. Aber sehr gelungen anders. Irgendwie wird der Roman nämlich anders aufgezogen und das ist es, was mir so gefiel. Nicht irgendein Serienmörder, der gleich zu Beginn mordet und auf den Jagd gemacht wird. Nein, es ist vielmehr die Geschichte von Walker Deveraux, der nach seiner wahren Identität sucht. Mir fiel es auch aufgrund seines Alters von 19 Jahren sehr leicht, mich mit ihm zu identifizieren. Ich hatte zwar kein allzu detailreiches Bild vor mir, was sein Aussehen anging – bis auf die charakteristischen schwarzen Haare – aber ich konnte mich sehr gut in ihn hineinversetzen. James W. Nichol schaffte es einfach hervorragend, die Gefühlswelt von Walker darzustellen. Es sind nicht die typischen Helden, die Nichol erschafft. Walker und dessen gelähmte Freundin Krista sind eher Anti-Helden, Menschen wie du und nicht. In den Roman eingesponnen ist die Liebesgeschichte zwischen den beiden, die mich seltsam berührte. Es war schön zu sehen, wie beide, die vom Leben gezeichnet sind, langsam „erblühen“.
Eingeflochten in den Roman sind Episoden von einem Jungen / Mann namens Bobby, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Erst war mir nicht ganz klar, was Nichol mit diesen – teils schonungslos offenen und brutalen – Szenen bezwecken wollte, doch nach und nach schloss sich der Kreis. Auf einmal war er da, der Aha-Effekt. Doch in diesem Zeitpunkt war das Rätsel um die Herkunft Walkers immer noch nicht gelöst. Ich sah nur etwas klarer und konnte erkennen, wie die handelnden Personen zusammenhängen. Nichol geht dabei sehr geschickt vor, da er unendlich viele Spuren auslegt, die es zu verfolgen gilt, bis am Ende alles schlagartig klar wird und man die Szene zu Beginn, in der Walker ausgesetzt wird, versteht und letztendlich alles einen Sinn ergibt.
Zwar werden die Motive des Mörders nicht seitenlang erläutert, doch sie lassen sich aus dem Text herauslesen. Alles deutet auf eine schwere seelische Störung hin, die in der Kindheit entstanden sein muss. Doch mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Spannend und sehr gut aufgebaut ist das Buch jedenfalls von Anfang bis Ende. Zu Beginn fragt man sich noch entsetzt, wie eine Mutter ihrem kleinen Kind so etwas antun kann und ob sie überhaupt kein Herz hat. Doch die Geschichte, die James W. Nichol daraus entwickelt, ist überaus brillant und schockierend und hebt sich auf ihre Weise von den übrigen Romanen anderer Autoren und Autorinnen ab, die hierzulande erhältlich sind. Leicht verwirrend waren für ganz kurze Zeit die erwähnten Einschübe um Bobby und die einzelnen Rückblicke in Walkers Leben, die er selbst erzählt. Doch bald schon konnte ich mich einfach nicht mehr von dem Buch losreißen und ich hatte immer das Gefühl, dass ich der Rätsels Lösung zum Greifen nah sei. Immer wieder ereignen sich Vorfälle, die Krista und Walker zurückhalten sollen und die mich noch neugieriger machten. Puzzlestück für Puzzlestück präsentiert der Autor.
Ich würde mich jedenfalls freuen, bald noch mehr von dem Autor lesen zu dürfen, da er durchaus das Potential hat, bald zu den ganz Großen zu gehören. Diese Chance hat er auf jeden Fall verdient, denn sein Erstling ist absolut gelungen. Ein sehr gut lesbarer und flüssiger Schreibstil, der zugleich Spannung erweckt, aber auf der anderen Seite auch sehr einfühlsam ist, was das Leben seiner Protagonisten angeht. Ich kann euch „Ausgesetzt“ jedenfalls nur empfehlen. Doch nehmt euch ein wenig Zeit, da ihr so schnell nicht mehr davon abkommen werdet.
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Das Buch
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„Ausgesetzt“ erschien in Deutschland erstmals im Juni 2005 bei Droemer/Knaur. Der Roman umfasst 427 Seiten und ist unter der ISBN 3-426-62828-7 für 7,95 Euro im Handel erhältlich.
Unter dem Originaltitel „Midnight Cab“ erschien das Werk bereits 2002 bei Alfred A. Knopf Canada in Toronto. Übersetzt ins Deutsche wurde es von Silvia Visintini.
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Der Autor
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James W. Nichol wurde 1940 geboren. Vor Veröffentlichung seines Romans „Ausgesetzt“ machte er sich vor als Dramatiker in Kanada einen Namen. „Ausgesetzt“ wurde eigentlich als Hörspiel entwickelt. Er lebt heute in der Nähe von Stratford in Ontario.
(Quelle: Autoreninfo in „Ausgesetzt“)
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Mehr von James W. Nichol
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Bisher sind keine weiteren Romane von James W. Nichol in Deutschland erschienen.
(copyright by Laura Thoma, Juni 2005)
32 Bewertungen, 2 Kommentare
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27.06.2005, 14:16 Uhr von BaBy1987
Bewertung: sehr hilfreichbuchberichte kannst du eindeutig sehr gut schreiben! lg Pia
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27.06.2005, 12:06 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichund das buch kommt gleich mal auf meine liste:o) liebe grüße tammy
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