Nietzsche, Friedrich Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Nietzsche
Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen
Pro:
Vielleicht das sprachlich schönste Philosophiebuch
Kontra:
Nicht leicht zu verstehen
Empfehlung:
Nein
Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ wird von einigen als sein Hauptwerk bezeichnet. Ob dies zutrifft, ist fraglich, doch dass der Zarathustra ein ganz besonderes Werk Nietzsches ist, bleibt unbestritten.
Das Buch ist in 4 Bücher aufgeteilt. Das ist kein Zufall, denn es hätte ja auch in 4 Teile eingeteilt werden können, doch Nietzsche verfasste die einzelnen Bücher des Zarathustras nicht zur gleichen Zeit und ließ sie erst später zu einem Band zusammenfassen.
Die ersten beiden Bücher erschienen dabei 1883, das dritte 1884 und das vierte und letzte Buch 1885, wobei es zunächst als ein Privatdruck erschien, da Nietzsche keinen Verleger fand. Diesen vierten Teil ließ er auch zunächst nur seinen Freunden zukommen. Erst viel später wurde er als viertes Buch mit den anderen drei veröffentlicht.
Bevor ich zum Buch selbst komme, noch ein paar kurze allgemeine Hinweise: Wer Nietzsche liest, sollte möglichst NICHT die Kröner-Ausgabe lesen, denn diese geht auf Elisabeth Förster-Nietzsche – seine Schwester – zurück. Elisabeth, die mit einem Antisemiten verheiratet war, wollte die Schriften ihres Bruders den Nationalsozialisten „schmackhaft“ machen und verfälschte deshalb Nietzsches Schriften aufs schändlichste. Textstücke wurden weggelassen, andere angefügt. Auch veröffentlichte sie ein Werk in seinem Namen, dass er zwar plante aber nie zu ende gebracht hatte: „Der Wille zur Macht“.
Während des ersten Weltkrieges wurde der Zarathustra dann sogar für die Soldaten gedruckt und ihnen mit an die Front gegeben. Eine solche „Kriegsausgabe“ habe ich neulich erstanden. Ich denke, Nietzsche hätte sich im Grabe umgedreht!
Wer nun Texte von Nietzsche lesen möchte, die auch wirklich von ihm sind und direkt aus seinem Nachlaß – ohne Verfälschungen – übernommen wurden, sollte auf die Kritische Studienausgabe von Montinari und Colli, die bei dtv erschienen ist, zurückgreifen.
Zum Zarathustra:
Wenn man wissen möchte, worum es im Zarathustra geht, dann kann man keine Inhaltsangabe im eigentlichen Sinne geben, denn schließlich handelt es sich trotz allem prosaischem um einen philosophischen Text.
Dennoch ein Versuch: Zarathustra kehrt nach zehnjähriger Einsiedlerei zu den Menschen zurück, um ihnen von seinen Lehren zu berichten. Er redet dabei zwar im Stile eines Predigers, doch geht es ihm nicht um Bekehrung oder darum, den Menschen seine Wahrheiten wie Dogmen aufzudrücken. Die Menschen verstehen Zarathustra jedoch nicht und er beschließt sich Jünger zu suchen, die seinen Lehren gewachsen sind. Erst im dritten Buch sieht er auch davon ab und redet nun vielmehr nur noch zu sich selbst.
Im vierten Buch sucht er den Ursprung eines Notschreis und trifft dabei auf merkwürdigste Gestalten, die er allesamt in seine Höhle einlädt.
Im Zarathustra kehren alle wichtigen Motive Nietzsches Philosophie wieder, bzw. werden zum ersten Male erläutert: Übermensch, Wille zur Macht, Ewige Wiederkehr, Tod Gottes usw. . Vieles davon lässt sich auch schon in seiner „Fröhlichen Wissenschaft“ finden, was nicht weiter verwundert, stellte für ihn doch „Die fröhliche Wissenschaft“ „Einleitung, Commentar und Erläuterung“ zum Zarathustra dar.
Um Nietzsches Philosophie und das, was sich dahinter verbirgt zu verstehen, wird es sicher nicht ausreichen den Zarathustra zu lesen, denn im Zarathustra ist alles in Metaphern dargestellt, die zu entschlüsseln sich als äußerst schwierig erweist.
Dennoch bietet der Zarathustra auch dem ungeschulten Leser sicher einen Genuß, denn selten gab es ein philosophisches Buch, dass so poetisch und anrührend geschrieben wurde, wie eben der Zarathustra.
Der Untertitel des Buches lautet im übrigen: "Ein Buch für Alle und Keinen". Deswegen auch mein Titel für diesen Bericht!
Das Buch ist in 4 Bücher aufgeteilt. Das ist kein Zufall, denn es hätte ja auch in 4 Teile eingeteilt werden können, doch Nietzsche verfasste die einzelnen Bücher des Zarathustras nicht zur gleichen Zeit und ließ sie erst später zu einem Band zusammenfassen.
Die ersten beiden Bücher erschienen dabei 1883, das dritte 1884 und das vierte und letzte Buch 1885, wobei es zunächst als ein Privatdruck erschien, da Nietzsche keinen Verleger fand. Diesen vierten Teil ließ er auch zunächst nur seinen Freunden zukommen. Erst viel später wurde er als viertes Buch mit den anderen drei veröffentlicht.
Bevor ich zum Buch selbst komme, noch ein paar kurze allgemeine Hinweise: Wer Nietzsche liest, sollte möglichst NICHT die Kröner-Ausgabe lesen, denn diese geht auf Elisabeth Förster-Nietzsche – seine Schwester – zurück. Elisabeth, die mit einem Antisemiten verheiratet war, wollte die Schriften ihres Bruders den Nationalsozialisten „schmackhaft“ machen und verfälschte deshalb Nietzsches Schriften aufs schändlichste. Textstücke wurden weggelassen, andere angefügt. Auch veröffentlichte sie ein Werk in seinem Namen, dass er zwar plante aber nie zu ende gebracht hatte: „Der Wille zur Macht“.
Während des ersten Weltkrieges wurde der Zarathustra dann sogar für die Soldaten gedruckt und ihnen mit an die Front gegeben. Eine solche „Kriegsausgabe“ habe ich neulich erstanden. Ich denke, Nietzsche hätte sich im Grabe umgedreht!
Wer nun Texte von Nietzsche lesen möchte, die auch wirklich von ihm sind und direkt aus seinem Nachlaß – ohne Verfälschungen – übernommen wurden, sollte auf die Kritische Studienausgabe von Montinari und Colli, die bei dtv erschienen ist, zurückgreifen.
Zum Zarathustra:
Wenn man wissen möchte, worum es im Zarathustra geht, dann kann man keine Inhaltsangabe im eigentlichen Sinne geben, denn schließlich handelt es sich trotz allem prosaischem um einen philosophischen Text.
Dennoch ein Versuch: Zarathustra kehrt nach zehnjähriger Einsiedlerei zu den Menschen zurück, um ihnen von seinen Lehren zu berichten. Er redet dabei zwar im Stile eines Predigers, doch geht es ihm nicht um Bekehrung oder darum, den Menschen seine Wahrheiten wie Dogmen aufzudrücken. Die Menschen verstehen Zarathustra jedoch nicht und er beschließt sich Jünger zu suchen, die seinen Lehren gewachsen sind. Erst im dritten Buch sieht er auch davon ab und redet nun vielmehr nur noch zu sich selbst.
Im vierten Buch sucht er den Ursprung eines Notschreis und trifft dabei auf merkwürdigste Gestalten, die er allesamt in seine Höhle einlädt.
Im Zarathustra kehren alle wichtigen Motive Nietzsches Philosophie wieder, bzw. werden zum ersten Male erläutert: Übermensch, Wille zur Macht, Ewige Wiederkehr, Tod Gottes usw. . Vieles davon lässt sich auch schon in seiner „Fröhlichen Wissenschaft“ finden, was nicht weiter verwundert, stellte für ihn doch „Die fröhliche Wissenschaft“ „Einleitung, Commentar und Erläuterung“ zum Zarathustra dar.
Um Nietzsches Philosophie und das, was sich dahinter verbirgt zu verstehen, wird es sicher nicht ausreichen den Zarathustra zu lesen, denn im Zarathustra ist alles in Metaphern dargestellt, die zu entschlüsseln sich als äußerst schwierig erweist.
Dennoch bietet der Zarathustra auch dem ungeschulten Leser sicher einen Genuß, denn selten gab es ein philosophisches Buch, dass so poetisch und anrührend geschrieben wurde, wie eben der Zarathustra.
Der Untertitel des Buches lautet im übrigen: "Ein Buch für Alle und Keinen". Deswegen auch mein Titel für diesen Bericht!
23 Bewertungen, 1 Kommentar
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07.04.2002, 21:01 Uhr von PrinceofLies
Bewertung: sehr hilfreichDu hast die Eigenheit des Buches (starke Symbolik,philosophische Prosa) gut gezeigt und äußerst nützliche Tipps zum Erwerb der richtigen Ausgabe gemacht.Dies rechtfertigt Sehr Nützlich.
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