Nintendo Game Boy Advance Testbericht

ab 42,55
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut
  • Design:  sehr gut
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  sehr gut

Erfahrungsbericht von buckshot

Test der portablen Spielekonsole

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Eine Konsole die sich über einen längeren Zeitraum im schnelllebigen Videogame Geschäft am Markt behaupten kann, ist schon etwas Besonderes. Einem wahren Wunder kommt es gleich, wenn ein System über sage und schreibe 13 Jahre erfolgreich ist. Dieses Wunder hat einen Namen: GAMEBOY. Seit seiner Markteinführung im September 1988 wurde das Handheld zwar schlanker und farbenfroh, an der Technik an sich hat sich jedoch nichts Grundlegendes geändert. Gut 100 Millionen Einheiten konnte Nintendo weltweit verkaufen, doch die Zeit geht auch am GAMEBOY nicht spurlos vorüber. So war der kleine Portable in den letzten Jahren nur noch dank der Pokemania ein Verkaufsrenner. Dies hat natürlich auch Nintendo erkannt und inzwischen den GAMEBOY ADVANCE nachgelegt um ihre Handheld Erfolgsstory weiterzuführen.

DIE HARDWARE

Das Gehäuse
Nintendo liefert den GAMEBOY ADVANCE in unterschiedlichen Farbvarianten aus. So kann zwischen Purple, Clear Blue, White, Clear Red gewählt werden, womit sich zumindest ein junges Käuferklientel angesprochen fühlen dürfte. Die edlere Kolorierungen in Schwarz, sollte auch ältere Semester ansprechen . Das Kunststoffgehäuse wirkt sehr robust, gibt weder auf Druck nach, noch knarzt es oder weckt die Befürchtung, es könnte etwas brechen.

CPU und Display
Der lahme Prozessor des Vorgängers macht einer flotten 32bit RISC CPU platz, die immerhin mit 16 MHz getaktet wird. Dank Implementierung eines Mode 7 ähnlichen Grafikeffektes ermöglicht der Prozessor 3-D Support, samt erweiterten Funktionen wie rotieren, skalieren und stauchen, selbst bei hohem Spriteaufkommen am Screen. Auch das Display erfährt eine Generalüberholung und liefert auf einer Größe von gut 40*60 mm, bei einer Auflösung von 240*160 Bildpunkten, ein vergleichsweise scharfes Bild. Erneut entschied sich Nintendo für einen passiven TFT Bildschirm, was der GAMEBOY ADVANCE mit einem sparsamen Energieverbrauch dankt. Im Test lief das Gerät mit zwei handelsüblichen Mignonbatterien 15 Stunden lang, mit den optional erhältlichen Akkus immerhin 10 Stunden. So nutzt das Display von außen einfallendes Licht zur Darstellung des Bildes und verzichtet vollkommen auf eine Hintergrundbeleuchtung. Nachteilig wirkt sich diese Lösung allerdings bei geringem Lichteinfall aus, was unweigerlich zu Kontrastarmut führt. In unbeleuchteten Räumen oder im Freien bei bedecktem Himmel, läßt dies die Augen doch recht schnell ermüden. Zudem wurde der Bildschirm nicht entspiegelt, was zu störenden Lichtreflexionen führt. Der Spieler ist somit stets damit beschäftigt den optimalen Blickwinkel zu finden, bei dem das Display nicht spiegelt, aber in möglichst kontrastreichen Farben strahlt. Abhilfe schafft eine separat erhältliche Displaybeleuchtung, welche auf den GAMEBOY ADVANCE aufgesteckt werden kann. Mit dem sogenannten Afterburner-Kit hat die amerikanische Firma Tritonlabs inzwischen sogar eine weitaus elegantere Lösung parat. Der Umbausatz für den GameBoy Advance rüstet das Display des kleinen Handhelds um die schmerzlich vermisste interne Beleuchtung auf und sorgt so für ein helles, kontrastreiches Bild - selbst beim Spielen im Dunklen. Hierzu muss das Handheld allerdings geöffnet werden, was unweigerlich zu Garantieverlust führt.


Die Bedienelemente
Das 8 Wege Steuerkreuz und die bekannten A und B Buttons sind nun links bzw. rechts vom Display angeordnet und wurden um zwei Schultertasten (mit L + R bezeichnet) ergänzt. Das macht den GAMEBOY ADVANCE gerade für „erwachsene Hände\" besser geeignet als dies bei seinem Vorgänger der Fall war. Auch wenn alle Bedienelemente über solide Druckpunkte verfügen, wären edle Microschalter wünschenswert gewesen. Ebenso hätte ich mir anstelle des Steuerkreuzes einen echten Mini-Joystick für den Daumen - wie beim Konkurrenzprodukt NeoGeo Pocket der japanischen Firma SNK vorbildlich gelöst - gewünscht, der erheblich präzisere Steuerkommandos ermöglichen würde.

Schnittstellen
Der eingebaute Lautsprecher wird den Anforderungen an die Midisoundkulisse gerecht, liefert dabei sogar einen überraschend klaren Klang. Alternativ können über eine 3,5 mm Klinkenbuchse auch handelsübliche Stereokopfhörer oder Aktivboxen angeschlossen werden. Während der IR Anschluß des Vorgängers dem Rotstift der Entwickler zum Opfer fiel, lassen sich nun über einen Linkanschluß bis zu vier GAMEBOY ADVANCE Geräte miteinander koppeln. Positiv fällt dabei auf, dass für die spaßige Multiplayer Action lediglich ein Spielmodul benötig wird. Mit dem anstehenden Release der GAME CUBE Konsole, plant Nintendo den GAMEBOY ADVANCE zudem als Controller, inklusive spezieller Displayfunktionen, für diverse Spieletitel zu unterstützen. Als durchaus sinnvoll erweist sich die Abwärtskompatibilität zu alten GAMEBOY Catridges. So steht beispielsweise einer Runde MARIO TENNIS nichts im Wege. Mittels der L Schultertaste lassen sich die alten Klassiker sogar problemlos auf das größere „Widescreen\" Format der neuen Hardware anpassen.

Lieferumfang
In Sachen Lieferumfang geizt der GAMEBOY ADVANCE mit lediglich zwei Mignon Batterien. Optional bieten Nintendo sowie diverse Dritthersteller, allen voran Mad Catz und Saitek, bereits mehr oder weniger nützliches Zubehör an. Für Preise um 15 Euro empfiehlt sich ein Akku-Pack samt Schnell-Ladegerät - das die Energie-Zellen innerhalb von 2 Stunden auffüllt - ein AC Netzteil, eine aufsteckbare Displaybeleuchtung - zum Spielen im Dunkeln - sowie das angesprochene Linkkabel. Letzteres ist für Mehrspieler Action unerlässlich. In der Mitte des gut zwei Meter langen Kabels sitzt eine Weiche an der, bei Bedarf, weitere Linkkabel eingesteckt werden können. Auf diese Weise lassen sich insgesamt bis zu vier Handhelds vernetzen. In ausgiebigen MARIO KART Testsessions erwies sich der Einsatz der Linkkabel bereits als sehr spaßig. Spätestens nach Erscheinen der ersten Egoshooter, wird es für spannende Deathmatches zur Pflicht, nachdem der GAMEBOY ADVANCE, wie erwähnt, leider über keine Infrarot Verbindung mehr verfügt.


FAZIT

Nintendo führt die Idee der kompakten Videospiele Konsole für unterwegs konsequent fort. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet und liegt ausgezeichnet in der Hand. Allerdings darf auch nicht verschwiegen werden, dass der GAMEBOY ADVANCE an unübersehbaren Kinderkrankheiten leidet. Dies trifft insbesondere auf die etwas billig wirkenden Bedienelemente und das Display zu. Die Einsparung der Hintergrundbeleuchtung, zugunsten einer ausreichenden Betriebsdauer, ist für ein mobiles Gerät noch nachvollziehbar. Gerade wenn nun aber einfallendes Licht für ein kontrastreiches Bild benötigt wird, darf zumindest ein entspiegeltes Display erwartet werden. Bleibt abzuwarten in welche Richtung sich der Software Support bewegt und es dem GAMEBOY ADVANCE letztendlich gelingt das Kiddie Image seines Vorgängers abzulegen. Dass auf dem kleinen Handheld technisch beeindruckende Spielideen zu verwirklichen sind, zeigen bereits die Titel RAYMAN, MARIO KART oder TONY HAWK 2.

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