No One Lives Forever 2: Agentin in geheimer Mission (Adventure PC Spiel) Testbericht

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ab 11,74
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Erfahrungsbericht von hirni

Von tödlichen Bananen und explodierenden Kätzchen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Game:
Jetzt nur noch um die Ecke und dann ist der Abschnitt geschafft ohne dass mich die Gegner entdeckt hätten. Mist, da kommt eine gegnerische Patroullie, aber schnell in der dunklen Seitengasse verschwinden und abwarten bis er vorbei gegangen ist. Wenn da nur nicht der Schnee wäre, in dem hinterlasse ich verräterische Fußspuren, also schnell ein Versteck gesucht und kurz abwarten bis wieder alles vergessen ist. Also ab in den kleinen Schuppen und die Tür wieder zugemacht. ?Wo ist er hin?? wundert eine Wache draußen. ?Er scheint verschwunden zu sein.? Puh, da hab ich ja noch mal Glück gehabt. Zu früh gefreut, die Wache kommt doch noch in den Schuppen, sie macht das Licht an und entdeckt mich, hätte ich doch nur vorher die Glühbirne herausgedreht, na ja, dann erledige ich den Rest eben in Rambomanier. Tommy-Gun herausgeholt und ein paar Magazine später sieht die Sache schon besser aus.
Archer, Cate Archer! Das ist der Spieler, die weibliche Superagentin im Auftrag ihrer Majestät, sie kämpft in der Zeit in der Tapeten mit geometrischen Mustern als in galten: In dne 60er Jahren. So hat die hübsche Brünette Minirocks und Legins an. Das Waffenarsenal besteht neben Ak-47, Schrotflinte und der alten Beretta aus explodierende Katzen, Lachgas und Bananen. Die Gegner die mit diesem besiegt werden sind unter anderen übergewichtige Pantomimen mit gestreiften T-Shirts oder typische Russen.
Man kann es schon erraten, No One Lives Forever 2 (NOLF 2) ist kein ernsthafter James-Bond-Klon, sondern nimmt den Kommunismus und alle Klischees aus Agentenfilmen auf die Schippe. Man könnte es schon fast als Austin-Powers-Spiel bezeichnen, aber die schärfste? äh ich meine natürlich beste (;-)) Agentin und das Spiel ist kein Slapstick, es ist ernsthaft. Das ändert aber nichts daran, dass NOLF 2 äußerst Humorvoll. In den Zwischensequenzen die sich nicht mehr so lang ziehen und schnell auf den Punkt kommen einen manchmal Tränen vor Lachen in den Augen. Das ist nicht nur in den Cutscenes so, sondern auch in den häufig vorkommenden Smalltalks zwischen den Gegnern die man belauschen kann. So klagt ein Ninja über fehlende Freizeit wegen der häufigen Attentate während die Entwickler in einen Gespräch zwischen zwei russischen Soldaten den Kommunismus auf die Schippe nehmen.
In den insgesamt 16 Missionen, die noch mal in zusammengezählt 44 Levels unterteilt sind, muss man erst in Japan gegen weibliche Ninjas kämpfen die mit Schwert und Wurfsternen durch die Lüfte hüpfen als wären sie Federleicht, dann in Sibirien gegen dicke Sowjets kämpfen inklusive Fahrt auf einem Schneemobil mit einem Sprung über eine gesprengte Brücke, in einem Trailerpark gegen weibliche Ninjas kämpfen während ein tosender Orkan tobt, in Indien gegen weitere Verbrecher von HARM, der Gegnerischen Organisation, kämpfen und noch vieles mehr. Die lustigste Mission ist bestimmt die, in der man auf einen Dreirad mit einem Schrank eines Freundes, Armstrong, als Fahrer hinter einen auf einen Hochrad fahrenden Winzling her ist.
Alles in allem ist NOLF 2 von vorne bis hinten spannend, abwechslungsreich und humorvoll und steht keinem Spiel auch nur in geringster Weise nach. Selbst so langweilig klingende Aufträge wie in einem Haus alle Schränke und Schubladen nach geheimen Beweisstücken untersuchen sind spannend. Das Haus ist nämlich wunderbar gemacht. Die Fenster sind mit Holzbrettern verriegelt, so dass nur spärlich hier und dort ein paar Lichtstrahlen in die Wohnung fallen in denen die Staubkörner zu sehen sind, Fensterläden klappern draußen und die Story die fortlaufend erzählt wird mit dutzenden von Nebengeschichten machen das Spielen zu einer Freude. Durch Geheimdienstmaterial erfährt man mehr von der Story und den optionalen Missionen, außerdem bringen sie weitere Skill-Punkte. Durch die kann man seinen Charakter aufbessern und dann besser zielen, mehr Munition tragen oder resistenter gegen Schüsse sein können. Das allein motiviert einen so sehr, dass man auch jede Schublade durchsucht und jeden Auftrag, egal wie groß der Umweg dadurch wird, macht.
Die Grafik wurde zwar im Vergleich zum Vorgänger verbessert, jetzt gibt es nämlich Bumping-Maps (realistische Spiegelungen auf Wasser, Eis und glänzendne Mettalen) und sich im Wind biegende Grashalme, aber die Lithtech-Engine ist nicht unbedingt für ihre Grafikpracht bekannt. Noch dazu sind die meisten Texturen oftmals sehr schwammig und selten hochauflösend.
Aber der Sound unterstützt die Langzeitmotivation schon mehr. Eine witzige Sprachausgabe die (natürlich) sehr klischeehaftig ist und passende Lieder aus den 60er Jahren.
Aber unübertroffen bleibt einfach der Spaß den man beim Spiel hat. Die Entwickler haben es geschafft ein spannendes Spiel mit einer sehr großen Menge Humor zu entwickeln. Dazu tragen auch die Charakter einen großen Teil bei, der Oberbösewicht ist bis auf die Augen in Gips eingewickelt, ein Skiunfall, seine Gehilfen begrüßen ihn immer mit komischen Gesten und die von Pierre, dem Pantomime-Schurken, versuchen die Nachricht in Pantomime auszudrücken, was aber nicht so richtig klappen will.
Im Kampf sind sie, auch wenn sie noch so dumm wirken, relativ schlau. So gehen sie bei Schießereien in Deckung und lehnen sich zur Seite oder legen sich auf den Boden und wenn der Alarm noch nicht ausgelöst wurde, werden sie das bei Sichtkontakt schleunigst nachholen.
Zu dem guten Spieldesign kommt noch, dass die Schleichmissionen jetzt viel fairer geworden sind. So hat man nun nicht sofort das Level verloren wenn man in einer Schleichmission entdeckt wurde, sondern kann oft vorne anfangen ohne neu zu laden oder holt einfach die nächst beste Waffe und erledigt den Rest wie Kollege Arnold Schwarzenegger.
Das wäre dann auch schon der erste Kritikpunkt. Im ersten Teil gab es eigentlich zu viele Szenen in denen man schleichen musste, jetzt gibt es fast gar keine mehr. Durch so genannte spielerische Freiheit darf man nun (abgesehen von einem Level) alles in Schutt und Asche legen, so braucht man die ganzen lustigen Waffen wie Lachgas, explodierende Katzen oder Bananen eigentlich gar nicht. Wer schlau ist benutzt sie aber doch, da dies den Spielspaß ungemein fördert.
Ein weiterer Kritikpunkt wäre, dass die späteren Level an manchen Stellen quickloadlastig sind, aber das diese paar Stellen kann man an einer Hand abzählen und diese treten auch nur später im Spiel vor. Im einfachen Schwierigkeitsgrad bin ich das erste Mal im zehnten Level (von 16) gestorben.
Und der letzte Kritikpunkt wäre dann die doch etwas kurze Spieldauer. Nach vielleicht 25 Stunden Spieldauer hat ein durchschnittlich guter Spieler NOLF 2 einmal durch. Das ist jetzt nicht unbedingt wenig im Vergleich zu anderen, so hochklassig gut designten Ego-Shootern, aber in NOLF2 ist das so gut gestaltet, dass man gar nicht genug von schönen Levels bekommen kann, dazu kommt auch die gute Abwechslung und nicht zu vergessen wäre dann auch der Humor.
Das ganze verstärkt dann auch die Atmosphäre des Games. Die Story ist eine typische Agenten-Story, es gibt einen Bösewicht der eine Untergrundorganisation hat, HARM, und die Welt vernichten will und den Agenten oder in diesen Fall die Agentin die alleine die Welt vor eben diesen retten will. Dann gibt es typische Charaktere die so oder so ähnlich einen mindestens einen der ganzen Bond-Filme vorkommen. Die Zwischensequenzen sind lustig, erzählen die Story gut und sind noch dazu spannend. Viele schöne geskriptete Ereignisse tragen auch sehr zur Atmosphäre bei.
Hinzuzufügen wäre nur noch der Mehrspielermodus. Es gibt weder Capture the Flag noch Deathmatch. Stattdessen gibt es einen Kooperativmodus in dem bis zu vier Spieler gegen HARM kämpfen. Mag sich zwar spannend anhören, aber im Internet ruckelt das Spiel trotz schneller Verbindungen und auch sonst läuft der Coop-Modus nicht gut.
Das Juwel ist nun mal die Einzelspielerkampagne und die rockt wirklich.


Fazit:
Lange Zeit hat mich kein Spiel mehr so gefesselt wie No One Lives Forever 2. Es gab lange Zeit kein Spiel mehr, dessen Kampagne Witz, Spannung und Abwechslung in so genialer Weise verbindet. Nachts konnte ich nicht schlafen, weil ich unbedingt NOLF2 spielen wollte und ich kann das Spiel voll und ganz empfehlen. Die Spannung wird konstant aufgebaut. Die ersten Missionen machen Spaß, aber noch nicht süchtig, dann kann man mit einem Schneemobil durch Sibirien heizen und spätestens in der Antarktis, in der eine böse Überraschung auf Cate wartet hat einen das Spielfieber gepackt. Schade ist dann nur, dass es dann zu Ende ist, wenn es am meisten Spaß macht.
Empfehlen kann ich es uneingeschränkt.
Bewertung: 91 %


Systemvorrausetzungen:
(laut Herrsteller)
Mindestens:

  • Windows® 98/98SE/ME/2000 mit dem aktuellsten Serice-Pack installiert/XP
  • DirectX? 8.1 oder höher
  • Pentium® III 500 MHz oder gleichwertiger Prozessor
  • 128 MB RAM (256 MB RAM unter Windows XP)
  • 32 MB Direct3D-kompatible Grafikkarte mit Unterstützung für T&L, 32-Bit-Farben und DirectX-8.1-kompatible Treiber
  • 1,4 GB freier Festplattenspeicher für die Installation
  • Zusätzlicher Festplattenspeicher für eine Windows-Auslagerungsdatei und gespeicherte
  • Spieldatien
  • 4fach-CD-ROM
  • 16-Bit-DirectX-8.1-kompatible Soundkarte
  • 56k-Modem oder lokales Netzwerk (LAN) für Multiplayer
  • Maus
  • Tastatur


Empfohlen:

  • Pentium® 1 GHz oder gleichwertiger Prozessor
  • 256 MB RAM
  • 64 MB Direct3D-kompatible Grafikkarte mit Unterstützung für T&L, 32-Bit-Farben und DirectX-8.1-kompatible Treiber
  • 1,7 GB freier Festplattenspeicher für die Installation
  • Kabelmodem oder lokales Netzwerk (LAN) für Multiplayer


Erfahrung
Ich habe einen AMD 800 MHz Prozessor mit 32 MB RAM Geforce 2 MX und 128 MB RAM Arbeitsspeicher und natürlich genügend Festplattenspeicher. Außer extrem langen Ladezeiten hab ich keine schlechten Erfahrungen mit dem Spiel gemacht. Selbst mit eingeschaltenen Bumping-Maps läuft das Spiel ohne große Ruckler.



© by Hirni 2003

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