No one lives forever (PC Spiel Shooter) Testbericht

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ab 19,37
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Erfahrungsbericht von sinfortuna

Sexy Cate?

Pro:

Cooles 60er-Jahre-Flair, Top-Soundkulisse mit exzellenter englischer Sprachausgabe, abwechslungsreiche Missionen, Vielfalt an Waffen und nützlicher Extras, phasenweise unterhaltsam und spannend

Kontra:

Grobe Texturen und insgesamt sehr kantiges Design trüben die Spielfreude erheblich, zu sensible Steuerung sorgt für ärgerliche Passagen, schwache deutsche Übersetzung, kein Multiplayermodus

Empfehlung:

Ja

Als ich zum ersten Mal von „No One Lives Forever“ für die Sony Playstation 2 hörte, dachte ich selbstverständlich spontan an ein Game rund um den weltberühmten Superagenten James Bond. Doch weit gefehlt, auch wenn es sich tatsächlich um ein actionreiches Agentenabenteuer handelt, ist „007“ nicht mit von der Partie. Vielmehr steht eine junge Dame als Spezialagentin im Vordergrund, was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist, wie ich jedenfalls finde. Vivendi brachte diesen Agententhriller in Form eines Ego-Shooter-Spektakels im Jahr 2002 auf den Markt, in Gedenken an so manch ein unterhaltsames James-Bond-Abenteuer erwartete ich auch von diesem Game relativ viel. Was vielversprechend begann und auf Einiges hoffen ließ, sorgte mit zunehmender Spieldauer dann aber leider doch für Ernüchterung, wobei sich speziell in zwei Punkten gravierende Schwächen – sowohl im Hinblick auf die Präsentation als auch die Spieltechnik – auftun, doch dazu später an anderer Stelle noch mehr. Der Name unserer Protagonistin lautet jedenfalls Cate Archer, schnell erschließt sich uns, dass diese über ein gehobenes Maß an Intelligenz zu verfügen scheint, ein attraktives Äußeres aufweist und in der Heimat des guten James Bond, nämlich in Schottland geboren wurde. Ihre Vergangenheit weist allerdings einen gar unüblichen Werdegang auf, denn sie stand offensichtlich nicht ihr ganzes Leben lang auf der Seite von Recht und Ordnung, war sie doch einst eine außerordentlich begabte Taschendiebin. Doch diese Tage, jene unrühmliche Zeit, gehört mittlerweile längst der Vergangenheit an, wie es scheint, steht sie doch nun in Diensten einer Anti-Terror-Organisation und somit zweifelsohne auf der Seite der „Guten“. Natürlich sind wieder einmal besonders böse Jungs am Werk und versuchen durch extrem gefährliche kriminelle Machenschaften nicht nur auf sich aufmerksam zu machen, sondern „natürlich“ auch, die Weltherrschaft an sich reißen. Dies muss selbstverständlich umgehend verhindert werden, schließlich sind in jüngster Zeit zahlreiche britischen Superagenten beim Bekämpfen jener kriminellen und augenscheinlich immer mächtiger werdenden Vereinigung eines unnatürlichen Todes gestorben, was unsere mutige Heldin natürlich trotzdem nicht einen Augenblick zögern lässt. Zeitlich gesehen spielt die Story gegen Ende der 60er Jahre, als sich Miss Archer zum ersten Mal in einen höchst brisanten Auftrag stürzt.


Nachdem wir in einem kleinen Trainingsmodus uns – zumindest ansatzweise - mit den grundlegenden Dingen des Agenten-Alltags vertraut gemacht haben, geht es schleunigst gen Nordafrika, um genauer zu sein machen wir einen ersten Zwischenstop im Königreich von Marokko. Der dort ansässige amerikanische Botschafter ist der Schutzbefohlene, auf ihn haben es offensichtlich zahlreiche Killer abgesehen. In einer üblen Absteige macht es sich unsere unerschrockene Heldin mehr oder weniger bequem und nimmt die sich heranschleichenden Attentäter ins Visier und setzt diese im Erfolgsfall außer Gefecht oder besser gesagt eliminiert diese praktisch in Akkordarbeit. Selbstverständlich ist die gute Cate nicht nur intelligent und hübsch anzuschauen, sondern auch außerordentlich talentiert im Umgang mit ihrer Pistole. Ein ungestümes Drauflosballern erhöht dabei zwar unsere Chancen, ins Ziel zu treffen, der begrenzte Munitionsvorrat macht „Möchtegern-Rambos“ allerdings einen dicken Strich durch die Rechnung. Sehr willkommen sind daher Waffen, Rüstungsgegenstände und Unmengen an Munition, welche wir auf unserer abenteuerlichen Reise aufsammeln dürfen. Hauptziel der zahlreichen Missionen, die sich uns im Laufe des Spiels (hoffentlich) erschließen sind das Aufspüren spezieller Personen, das Aktivieren bestimmter Schalter und das Fotografieren von hochbrisantem Beweismaterial. Natürlich lauern quasi überall tödliche Gefahren in Form von üblen Ganoven auf uns, die wir serienweise erlegen und dabei höllisch aufpassen müssen, dass wir nicht aus Versehen unschuldige Passanten aus dem Weg räumen. Für zusätzliche Motivation sollen das Vorhandensein geheimer Dokumente sorgen, die entweder in Aktenkoffern, auf kleinen Filmen oder auch in Briefform aufzufinden sind, diese sind zwar kein Muss, doch als zusätzliche Boni für die hochambitionierten Superagenten unter uns spätestens beim zweiten Durchspielen nicht uninteressant, schätze ich.


Alles in allem ballern wir uns in diesem lupenreinen Ego-Shooter für die PS2 durch fünfzehn unterschiedliche Szenarien, die uns nicht nur nach Marokko, sondern auch in die Karibik aber auch nach Europa – so zum Beispiel nach Frankreich und in mehrere deutsche Städte wie Hamburg oder Berlin – führen. Wie so üblich sind die einzelnen Missionen in mehrere Teilaufträge unterteilt, damit im Falle eines unfreiwilligen Ablebens nicht gleich „alles für die Katz“ war, dürfen wir zwischendurch brav abspeichern. Trotz aller Gegenwehr – wir als Cate erweisen uns im Laufe des Abenteuers als talentiertes Wesen im Umgang mit unter anderem Pistole, Revolver, Maschinengewehr, Sniper-Wumme, Granaten usw. – wird dies nämlich aller Voraussicht nach des Öfteren einmal passieren, der Schwierigkeitsgrad ist jedenfalls ganz sicher nicht ohne. Zumindest phasenweise, Profis fühlen sich allerdings schon nach ziemlich kurzer Zeit unterfordert, schätze ich. Nicht vergessen wollen wir dabei die kleinen hilfreichen Extras (Feuerzeug als Schweißgerät, Lippenstift zum Auslösen von Granaten, Haarspange als hilfreicher Laser, Parfüm als Betäubungsmittel und so weiter und so fort), welche etwas Schwung in den Agentenalltag der Cate Archer bringen sollen. Die Steuerung unserer Heldin ist nicht so kompliziert wie ich es ursprünglich befürchtet hatte, dank der automatischen Zielerfassung visiert Cate ihre Feinde genau an und landet daraufhin erfreulich oft wirkungsvolle Treffer. Dabei ist ein Kopfschuss natürlich die echte „Krönung“ bzw. beendet ein solcher den Schlagabtausch mit dem Feind aus verständlichen Gründen urplötzlich, versteht sich. Abgesehen von blutigen Anfängern freut sich eine Vielzahl von Hobby-Agenten unter uns möglicherweise nicht über die teils dämlichen Computergegner, denn diese sind äußerst reaktionslahm und stellen im Grunde nur „im Rudel“ eine echte Gefahr für uns dar. Heikel wird das Ganze zumindest dadurch, dass sich unsere Lebensenergie innerhalb einer Mission nicht auffrischen lässt, die heißgeliebten medizinischen Pakete gibt es hier einfach nicht. Erst nach dem erfolgreichen Absolvieren eines Teilabschnitts können wir wieder frisch ans Werk gehen, demnach ein möglichst behutsames Vorgehen doch eher angebracht zu sein scheint. Demzufolge erfreuen wir uns an den ab und an herumliegenden Schutzwesten, welche uns etwas mehr Sicherheit geben, ansonsten ärgern wir uns eigentlich nur über die Aufträge unter Zeitdruck, diese Teilmissionen sind zum Glück nur sehr selten vorzufinden. Interessant sind auf jeden Fall jene Aufgaben, in denen wir unentdeckt bleiben müssen, sollten wir bei diesen erspäht werden, heißt es sofort „Game Over“, nach anfänglichen Schwierigkeiten sollten aber auch diese Missionen kein allzu großes Problem darstellen, schätze ich.


Etwas Abwechslung sollen in „No One Lives Forever“ die integrierten kleinen Filmsequenzen zwischendurch bringen, zumindest lockern diese den Spielverlauf tatsächlich wohltuend auf. Eine echte Augenweide sind diese allerdings nicht, insofern sie für mich persönlich eher eine Enttäuschung darstellten, um ehrlich zu sein. Die englische Sprachausgabe ist hingegen als gelungen zu bezeichnen, ebenso die hervorragenden Hintergrundmelodien und guten Soundeffekte, welche den 60er-Jahre-Stil sehr stimmungsvoll untermauern bzw. diese exzellent rüberbringen. Über die sehr mäßige und nicht selten unfreiwillig komische deutsche Übersetzung hüllen wir allerdings besser den Mantel des Schweigens, schätze ich. Trotz der sehr guten englischen Dialoge und dem teils interessanten Design einzelner Spielabschnitte zieht die insgesamt viel zu grobe Optik den Gesamtspielspaß deutlich nach unten. Das grundsätzlich angenehme 60er-Jahre-Flair wird durch die groben Pixel und oft matschigen Texturen im Hintergrund zwar nicht völlig kaputt gemacht, von einem PS2-Game erwarte ich aber in punkto Qualität deutlich mehr als die kantigen Figuren, die mit regelmäßig sehr steifer Mimik rüberkommen. Nicht nur die Personen, sondern auch solche „Nebensächlichkeiten“ wie Hafengebiete, Häuserfassaden, dunkle Gassen, Cafés und selbst Fahrzeuge kommen teilweise derart schlecht rüber, dass die Grafik sogar phasenweise als unterdurchschnittlich beurteilt werden muss. In einem Gebäudekomplex sieht das Ganze dann zum Glück nicht mehr ganz so schlimm aus, größtenteils behalten wir den (zumindest für Ego-Shooter) nötigen Überblick. Insgesamt ist die Grafik mit Müh und Not (und Wohlwollen) als durchschnittlich zu bezeichnen, die Soundkulisse durch Melodien, Außengeräusche und Sprachausgabe hingegen top.


Was „No One Lives Forever, The Operative“ ( so der volle Name dieses PS2-Titels) aber endgültig in nur durchschnittliche Spielspaßregionen befördert, ist die teils hypersensible Steuerung, welche für die in oder andere ärgerliche Situation sorgt. Grundsätzlich lassen sich zwar angenehm viele unterschiedliche Aktionen ausführen, doch durch die Überbelegung des Joypads an Kommandos vollführt Ihr mitten in einer Auseinandersetzung eine ungewollte Drehung und verendet qualvoll im Kugelhagel der Feinde, während Ihr orientierungslos in die falsche Richtung schaut. Dies mindert die Spielfreude in einem nicht unerheblichen Maße, da dies in steter Regelmäßigkeit auftritt oder Ihr zumindest panisch darauf achten müsst, nicht die falschen Buttons auf dem Pad zu berühren. Speziell die L3-Taste auf dem Joypad verursachte mir da arge Kopfschmerzen, eine unfreiwillige Körperdrehung mit Blick ins Niemandsland ist dann nämlich die Folge, was unsere Feinde beim Schusswechsel sehr erfreuen dürfte. Dass kein Multiplayermodus hier bei diesem Ego-Shooter eine Berücksichtigung fand, ist ebenfalls sicherlich kein positiver Aspekt, insofern sich die Negativpunkte bei diesem PS2-Titel bedrohlich häufen. Was auf den ersten Blick bei diesem Ego-Shooter wirklich sehr vielversprechend aussieht – und damit meine ich jetzt nicht (nur) das angenehme Äußere unserer kurvenreichen Spezialagentin – entpuppt sich im Laufe der Spielzeit zu einer immer größer werdenden und schließlich ausgewachsenen Enttäuschung. Sieht zu Beginn des Spiels das Geschehen in Marokko noch sehr ansprechend aus und gelingt das Anvisieren der Feinde durch die automatische Zielerfassung der Sniper-Wumme erstaunlich gut, so baut dieses Game in bedien Punkten immer mehr ab. Freut Euch also nicht zu früh, die Qualität sowohl der Optik als auch Spieltechnik lässt in der Folgezeit deutlich zu wünschen übrig, leider. Den hohen Actiongehalt, Abwechslungsreichtum und Spannungsgrad in Verbindung mit der coolen Soundkulisse in allen Ehren, doch jene mehr als nur etwas störenden Details sorgen für ein nur mäßiges Gesamturteil, lediglich 69% erscheinen mir bei diesem Ego-Shooter angebracht.

25 Bewertungen, 6 Kommentare

  • anonym

    23.11.2006, 23:41 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • Django006

    27.03.2006, 17:45 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :o))))

  • PoisonAngel

    27.03.2006, 13:06 Uhr von PoisonAngel
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH!!! LG, Nicole

  • morla

    27.03.2006, 12:49 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Kranich

    27.03.2006, 12:19 Uhr von Kranich
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - *lg und danke für gute rückbewertungen* :-))

  • waltraud.d

    27.03.2006, 11:21 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich