North Cascades Nationalpark Testbericht

No-product-image
ab 4,12
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von denali

Nichts für Wetterfühlige

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Cascade Mountains sind eine Bergkette, die sich von Britsih Kolumbien bis nach Oregon erstrecken. Im US-Bundesstaat Washington wurde 1968 eine Fläche von rund 205.000 ha innerhalb dieses Gebirgszuges zum „North Cascades National Park“ erklärt. In diesem Areal befinden sich über 300 Gletscher, d.h. mehr als die Hälfte, als die USA außerhalb Alaskas zu bieten haben.

Zu erreichen ist der Park über den Highway 20, dem einzigen Asphaltband, das den Park durchquert. Von Seattle kommend, nehmt ihr zuerst den Interstate Nr. 5 gen Norden für rd. 60 Meilen (bzw. 1 Autostunde). Die vielen Hinweisschilder zum Park könnt ihr dann schon nicht mehr übersehen. Den Parkeingang erreicht ihr dann nach einer weiteren Autostunde. In Marblemount besteht die letzte Möglichkeit, seine Vorräte zu ergänzen bzw. seinem fahrbaren Gefährt die geeignete Flüssigkeit zukommen zu lassen. Danach gibt es für rd. 150 km keine Tankstelle mehr.
Weitere Zufahrtswege, die man mit einem PKW nutzen könnte, gibt es in den USA nicht. In Kanada ist ein weiterer Zugang vorhanden, allerdings bin ich diesen nicht abgefahren.

Auffälligstes Merkmal des Parks sind neben seinen vielen Schnee- und Gletscher bedeckten Berggipfel die zwei Wetterzonen der Region. Die westlichen Hänge sind, durch ihre Nähe zum Pazifik, recht feucht und oft wolkenverhangen. Aufgrund dieser „Wettermagie“ bedarf es schon einigen Glückes, die majestätischen Berggipfel hier in ihrer ganzen Schönheit zu sehen. Aber die Feuchtigkeit hat auch ihr Gutes, ist doch dieser Teil des Parks reich an Wäldern, vornehmlich bestehend aus Douglasien und Hemlock-Tannen.

Das Visitor-Center, unüblicherweise nicht am Parkeingang gelegen, läutet dann langsam den Übergang zur trockenen Zone des Parks ein. Den Pullover kann man nun wieder gegen ein T-Shirt eintauschen und die Regenjacke kann endlich wieder trocknen. Je weiter man nach Westen vorankommt, desto öder wird das Land. Grün ist es dann nur noch dort, wo das Schmelzwasser der Gletscher die Hänge hinabfließt bzw. dort, wo der Mensch durch künstliche Bewässerung nachhilft.

Neben den Gletschern und den vielen Berggipfeln wird der Nationalpark durch drei riesige Seen geprägt. Das Gefälle der Seen nutzt die Elektrizitätsgesellschaft Seattles zur Stromerzeugung. Etwa 20% des Energiebedarfes der Großstadt lassen sich durch diese natürliche Weise abdecken. Am Diablo Lake und am Ross Dam können Interessierte die entsprechenden Anlagen besichtigen.
Der Wasserstand der Seen wird durch die Gletscher gespeist. Die türkise Farbe und die grandiose Landschaft drum herum sorgen immer wieder für schöne Fotomotive. Und so klar wie das Wasser ist, so kalt ist es auch....

Die Aktivitäten im Nationalpark beschränken sich sonst auf Wandern und auf Bootsfahrten (sofern man sich seinen eigenen „Kahn“ mitbringt – in Washington State ist somit ein Boot wichtiger als ein Zweitwagen).

Anhand der Mileposts (= Kilometersteine), hier einige lohnenswerte Aussichtspunkte und mögliche Aktivitäten.
MP 111, Thornton Lakes Trail; ein Wanderweg der steileren Sorte und wenn es nicht regnet auch sehr schön
MP 120, das Besucherzentrum; Aussicht auf die „Picket-Range“ (ihr ahnt es schon, natürlich nur bei schönem Wetter, ansonsten Aussicht auf die Wolken); der nahegelegene Ross-Lake bietet verschiedene Wandermöglichkeiten, die sehr von den Witterungseinflüssen geprägt sind (nein, der Weg ist kein Wasserfall *gg * )
MP 123, George Creek Falls, am besten zu sehen, wenn man den Fußweg über die Brücke nimmt; vom Parkplatz führt ein Rund-Wanderweg an den Rand des Hanges, von dem man eine gute Aussicht auf den George Lake genießt. Bis zum Viewpoint über den See ist der Weg auch von Rollstuhlfahrern benutzbar.
MP 126, Diablo Dam, Möglichkeit zur Besichtigung der „Energiequelle“
MP 131, mit einer der schönsten Plätze auf der Tour, der Blick über den Diablo Lake
MP 134, Happy Creek Forest Walk; 500 Meter lang, auch Rolli-geeignet
MP 158, Rainy Lake (keine Sorge, der Name trifft’s nicht so richtig); verschiedene Wanderwege unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades mit bis zu 12km Länge mit Sicht auf Wasserfälle und Gletscher
MP 162, Washington Pass (höchster Punkt der Straße); steiler Aufstieg zu einer wunderschönen Aussicht über die Kangaroo-Ridge mit ihren tiefen Tälern


Ab dem Diablo Lake solltet ihr spätestens die ersten Gletscher und Bergspitzen zu sehen bekommen, ansonsten habt ihr wirklich schlechtes Wetter.
Unbedingt den Highway bis Winthorp weiterfahren. Der Ort liegt zwar schon einiges außerhalb des Parks, aber man könnte meinen, dass die Zeit hier seit 100 Jahren stillzustehen scheint.

Beste Reisezeit:
Schnee kann auch noch Ende Juni einige Trails unpassierbar machen; Niemals am Wochenende oder in der Ferienzeit Juli/August den Park besuchen. Dann könnt ihr nämlich den Einwohnern Washingtons dabei zusehen, wie sie ihre Boote in den Park karren. September erwies sich als ein sehr angenehmer Reisemonat. Im Winter ist übrigens die Straße durch den Park gesperrt.

Radfahrer:
Man freut sich im Park auch über Rad-Touristen (jedenfalls im Besucherzentrum). Bitteschön, wer es mag, wird von mir nicht aufgehalten. Nur einige Anmerkungen zur Strecke seien mir noch erlaubt. Die 80 km lange Parkstraße ist nicht alles, es sind daneben noch knapp 2 Kilometer Höhenunterschied zu überwinden (wie bei der Tour de France, der letzte Anstieg zum Washington Pass fällt in die Hors-Kategorie). Dem ermüdeten Radfahrer stehen unterwegs insgesamt drei Campingplätze zur Verfügung, wo man seine verlorenen Kräfte wieder aufbauen kann (natürlich auch von anderen Besuchern zu benutzen, alles reine Zeltplätze, keine Wohnmobile).
Unterwegs sind auch zwei Tunnel zu durchfahren (hierfür werden Extra-Lampen am Körper des Radler benötigt). Mittels Blinklicht werden Autofahrer gewarnt, wenn sich ein Biker gerade im Tunnel befindet – der Radfahrer hat keine weiteren Hilfsmittel.
Und die Straße führt über zwei Brücken aus einer Gitterstahlkonstruktion. Schön rutschig, wenn es regnet.
Aber zum Ausgleich haben die Radfahrer teilweise auch richtig schöne Radwege für sich. Jedenfalls erfreut sich diese Urlaubsform immer größerer Beliebtheit. Allerdings bestehen neben den Zusatzleuchten im Tunnel und der Helmpflicht noch weitere Regeln. Solltet ihr ein solches Abenteuer wagen, erkundigt Euch rechtzeitig nach den Notwendigkeiten.

Eintrittspreis:
Für viele Attraktionen wird eine Gebühr in Höhe von 5 $ pro Tag und Auto verlangt. Ist man im Besitze des Northwest Passes (Jahresgebühr 30 $) entfällt dieser Einzelaufwand. Der Pass ist in den Besucherzentren erhältlich und gilt nicht nur im North Cascade National Park. Verwenden kann man diesen Pass auch am Mount St. Helens oder an der Küste Oregons.

Viele Grüße
denali

25 Bewertungen