Oceans Twelve (DVD) Testbericht

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ab 8,25
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Erfahrungsbericht von janet19

Wo gehen wir nun hin...

Pro:

siehe Bericht

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

Hallöchen,


...Diese Frage stellt sich Danny Ocean und seiner Bande, als für sie das amerikanische Pflaster zu heiß wird und demzufolge keine Zuflucht mehr bietet …



..:: Vorwort ::..

Nachdem wir schon vor drei Jahren George Clooney alias Danny Ocean bei seinem nach eigenen Angaben allerletzten Coup begleiten durften, als er es sich in den Kopf gesetzt hatte, in einer Nacht mehrere Casinos in Las Vegas auszurauben und dabei 160 Mio. Dollar zu erbeuten, geht es auch nun wieder voll zur Sache, in dieser Fortsetzung, die ich mir am letzten Freitag mit einigen Freunden im nahe gelegenen Kino in North Hollywood, Kalifornien, USA, angesehen habe.



..:: Ocean’s 12 ::..

Der letzte Coup der Diebesbande um Danny Ocean (George Clooney) verlief relativ glimpflich und dazu obendrein ziemlich erfolgreich. Doch nun wird das Gespann von der Vergangenheit eingeholt: Terry Benedict (Andy Garcia) hat sich mit damit, daß damals ausgerechnet seine Casinos ausgeraubt wurden, natürlich nicht abgefunden und daher Rache geschworen. Das gestohlene Geld war zwar versichert, insofern ist der Verlust also längst aus der Bilanz getilgt worden. Doch wie es für Casino- Bosse so üblich ist, bekommen sie nie genug. Daher hat sich Benedict überlegt, sich selbst einen schönen finanziellen Bonus zu verschaffen, indem er das Geld einfach zurückfordert. Als ihre Identitäten also an ihn verraten werden, ist es mit dem süßen Leben vorbei.

Die Gaunerehre gebietet es natürlich, diesem Ansinnen nicht einfach nachzugeben, ohne etwas dagegen zu unternehmen, schließlich hat man selbst hart dafür gearbeitet. Die ganze Clique wird zusammengetrommelt, um zu überlegen, was jetzt geschehen soll.
Man beschließt letztendlich, nach Europa auszuweichen, wo man sich gleich durch einen dreifachen Diebstahl die eigene Klasse beweisen will. Und obwohl sich Danny Ocean wieder einen cleveren Plan aus dem Ärmel schüttelt – nicht ohne dabei ständig von seiner Frau aus dem Konzept gebracht zu werden – und es an Rusty Ryan ist, diesen umzusetzen, stellt es sich heraus, daß doch alles viel leichter gedacht ist als getan.

Denn die Truppe sieht sich an Ort und Stelle plötzlich nicht nur mit dem selbsternannten besten Dieb der Welt konfrontiert, dem Night Fox (Vincent Cassel), sondern hat zudem noch die Detektivin Isabel Lahiri (Catherine Zeta Jones) im Nacken.



..:: Umsetzung ::..

Mit dem Thriller "Sex, Lügen und Video" machte Regisseur Steven Soderbergh schon Ende der 1980er Jahre auf sich aufmerksam. Es folgten Kassenknüller wie „Out of Sight“, „Erin Brockovich“ und „Traffic“, für den er sogar den Oscar bekam, aber auch das an den Kassen gnadenlos gefloppte Science- Fiction- Psychodrama „Solaris“. Und nun „Ocean’s Twelve“.

Der Vorgänger „Ocean’s Eleven“ hatte damals so großen Erfolg, daß sogar Produzent Jerry Weintraub, der hier die Rolle eines amerikanischen Geschäftsmanns übernommen hat, davon überrascht war: an den Kinokassen wurden die Investitionen von etwa 85 Millionen Dollar durch Umsätze von über 180 Millionen locker wieder eingespielt. Die Idee zu einer Fortsetzung kam Soderbergh schon zu der Zeit, als er in verschiedenen Städten Werbung dafür machte. Was es auch immer sein mag, daß ihn so besonders macht; wenn er ruft, lassen sich die Stars nicht zweimal bitten, eine Rolle in seinen Filmen zu übernehmen.

Und nachdem Steven Soderbergh für sein fulminantes Remake des 1960er Klassikers „Ocean’s Eleven“ – damals mit Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Angie Dickinson in den Hauptrollen – die Crème de la Crème der Hollywoodgrößen verpflichten konnte, gelang ihm dies nun auch für die Fortsetzung „Ocean’s Twelve“, was natürlich vor allem für die einzelnen Charaktere einen positiven Nebeneffekt hat. Darauf gehe ich aber noch ein.

Die gesamte Besetzung des ersten Films wurde also erneut verpflichtet: neben George Clooney, der Danny Ocean spielt, auch Brad Pitt als Rusty Ryan, Matt Damon als Linus Caldwell, Andy Garcia verkörpert Terry Benedict und Julia Roberts Danny’s Frau Tess Ocean, Shaebo Qin letztendlich Yen, um nur auf die Hauptrollen einzugehen. Neuzugang ist allerdings Catherine Zeta Jones, die die Rolle der Isabel Lahiri übernimmt, einer bei Europol beschäftigten Detektivin, die eine besondere Beziehung zu der Diebesbande hat.

Aus „Ocean’s Eleven“ ist nun „Ocean’s Twelve“ geworden. Auch wenn um diese zwölfte Person ein ziemliches Geheimnis gemacht wurde, so ist die Antwort viel einfacher und simpler, als es auf den ersten Blick den Anschein hat: denn es wurde zwar kein neues Mitglied eingearbeitet, doch hat sich Danny Ocean’s Ehefrau Tess ihnen angeschlossen, nachdem sie ihrem Liebhaber Terry Benedict den Laufpass gegeben hat.

Insgesamt hat sich die Handlung und auch die Atmosphäre von „Ocean’s Twelve“ sehr weiterentwickelt, was schon daran deutlich wird, daß im ersten Teil vor allem der von ihnen geplante Coup im Vordergrund stand, man sich nun aber mehr auf die einzelnen Charaktere und ihr Zusammenspiel konzentriert. Um diesen Effekt noch um Einiges zu verstärken, wurde vor allem kräftig an der Struktur der Handlung gefeilt.

Ähnlich wie bei „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ geht es auch den einzelnen Mitgliedern von „Ocean’s Twelve“: während James Bond über Jahrzehnte zwar immer wieder in Schwierigkeiten geriet, diese aber nach relativ kurzer Zeit wieder überwunden hatte, ist er in diesem Abenteuer der Situation ausgesetzt, nicht nur über Monate hinweg gefoltert und gefangen genommen zu sein, sondern auch logischerweise von seinen Auftraggebern, dem britischen Geheimdienst, verleugnet und seinem eigenen Schicksal überlassen wird.

Die Situation für das diebische Dutzend rund um Danny Ocean ist zwar nicht die Gleiche, aber eben doch in gewisser Hinsicht ähnlich: während im ersten Teil alles ziemlich glatt und reibungslos ablief, werden sie nun plötzlich bedroht, verfolgt, eingesperrt. Auch die Aktionen, die sie sich ausgedacht und geplant haben, gelingen ihnen keineswegs so ohne Probleme, wie man dies von früheren Vorhaben gewohnt war. Amüsierten wir uns also früher darüber, daß sie so erfolgreich waren, ist es nun für uns faszinierend, zu sehen, wie ständig alles schief geht und sie immer wieder improvisieren müssen, eben genauso, wie sich das Soderbergh gedacht hat, als er seine Ideen in das Skript mit einfließen ließ.

Dieser dramaturgische Kniff ist auch dafür verantwortlich, daß „Ocean’s Eleven“ um Einiges spannender, dafür etwas weniger humorvoll ist, was aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut, im Gegenteil: dadurch bekommt der Verlauf des Films eine ganz besondere Eigendynamik, die, wie schon erwähnt, zwar stellenweise etwas verwirrend ist, den Fokus aber auf die einzelnen Figuren lenkt. Dafür sorgen nicht zuletzt die Schauspieler, die sich dadurch, daß sie ihre Figuren ja schon vom ersten Teil kannten und sich durch die erneute Verpflichtung nicht erst in ihre Rollen einarbeiten mußten, vielmehr darauf konzentrieren konnten, ihrer jeweiligen Figur eine sehr viel komplexere Charaktertiefe zu verleihen.

Dies in Verbindung mit den sehr schön ausgewählten Schauplätzen unter anderem in Amsterdam, Den Haag, Chicago, Paris, Rom und Sizilien, den überaus spektakulären Actionszenen und Effekten und der grandiosen Filmmusik von David Holmes, die wir schon im ersten Teil und früher in „Out of Sight“ genießen durften, machen „Ocean’s Twelve“ zu einem ganz besonderen filmischen Leckerbissen dieses Jahres.



..:: Die Darsteller ::..

In diesem Film hat man das Gefühl, ein großes Familientreffen mitzuerleben.

Kopf der Truppe ist Danny Ocean, der wieder von „Peacemaker“ George Clooney Leben eingehaucht bekommt. Diese Fortsetzung ist inzwischen das vierte gemeinsame Projekt von Clooney und Soderbergh, nach dem ersten Teil „Ocean’s Eleven“ sowie „Out of Sight“ mit Jennifer Lopez und dem Science- Fiction- Drama „Solaris“, das, wie erwähnt, an den Kinokassen gnadenlos floppte. Durch diese langjährige Zusammenarbeit kennen sich Clooney und Soderbergh natürlich inzwischen in- und auswendig, was für die Figur, aber auch für die Handlung und deren Umsetzung einen sehr positiven Effekt hat, da jeder vom anderen weiß, wie er denkt und somit den Wünschen oder Ideen des anderen einerseits entgegenkommen, andererseits aber auch gegebenenfalls vorgreifen kann. Und dies kommt letztendlich der Figur Danny Ocean zu Gute, die George Clooney mit sehr viel Schneid, aber auch Humor durch diesen Film geleitet.

Der zweite Kopf dieses kongenialen Duos ist natürlich Rusty Ryan, der erneut von Brad Pitt verkörpert wird. Auch für Brad Pitt ist die Zusammenarbeit mit Steven Soderbergh nichts Neues mehr, da beide außerdem zusammen die Komödie „Full Frontal“ drehten, in der auch Julia Roberts ihren Platz hat. Brad Pitt, der durch seine meiner Meinung nach etwas überzogen arrogante Darstellung des Achilles in „Troja“ eher negativ von sich reden machte, kehrt hier zur alten Klasse zurück.

Auch Julia Roberts ist mit Soderbergh schon lange befreundet, was nicht zuletzt auf die von seiner Regie geprägten Filme „Full Frontal“ und „Erin Brockovich“ zurückzuführen ist. Ihre Rolle der Tess Ocean kommt hier nach meinem Empfinden etwas besser zur Geltung als das noch im ersten Teil der Fall war: damals war sie ‚nur’ die Freundin von Casino- Boss Terry Benedict, und lediglich am Rande wurde deutlich, daß sie einmal mit Danny zusammen war. Nun wird dieser langen und schwierigen Beziehung zwischen beiden viel ausführlicher auf den Grund gegangen.

Matt Damon wirkt zwar noch sehr jung, auf seine Schauspielkarriere trifft das allerdings nicht im Geringsten zu. In seiner inzwischen gut 16 Jahre währenden Leinwandpräsenz kann er, nachdem er mit der sehr eindringlichen Verfilmung von John Grishams Roman „Der Regenmacher“ den Durchbruch schaffte, schon auf schwergewichtige Referenzen wie „Good Will Hunting“, „Der Soldat James Ryan“ oder seine Darstellung des Jason Bourne in den beiden gleichnamigen Psycho- Thrillern zurückblicken. Mit entsprechender Routine und Qualität leistet er daher auch hier seinen Beitrag. Zudem bekommt seine Rolle etwas mehr Gewicht, nachdem sie im ersten Teil eher unterging.

Andy Garcia. Andy Garcia zu beschreiben, ist nun wirklich nicht einfach. Dies liegt nicht zuletzt daran, daß der gebürtige Kubaner es in all den Jahren, die seine Karriere nun schon andauert, immer wieder verstanden hat, sich mit seinem Talent und seiner sehr überzeugenden Wandlungsfähigkeit in keine Schublade pressen zu lassen. Er spielt den an Gerechtigkeit glaubenden Polizisten („Die Unbestechlichen“, „Black Rain“) genauso überzeugend wie den Mafiosi („Der Pate III“), den liebenden Ehemann mit ebensoviel Hingebung wie den von der Politik verfolgten spanischen Schriftsteller García Lorca. In „Ocean’s Eleven“ und erst recht in der Fortsetzung zeigt er wieder sein ganzes Können als schleimiger und geldgieriger, aber gleichzeitig sehr eleganter Casino- Besitzer.

Für die Fortsetzung von „Ocean’s Eleven“ wäre es natürlich langweilig gewesen, einfach nur die gesamte schon bekannte Clique ein weiteres Mal auf Reisen zu schicken. Und so haben sich die Autoren Isabel Lahiri ausgedacht, eine überaus attraktive und ehrgeizige, von Europol auf diese Diebesbande angesetzte Detektivin, die eine sehr überraschende Beziehung zu diesen hat. Isabel Lahiri wird von Hollywood- Schönheit Catherine Zeta-Jones porträtiert, die mit ihrem Auftritt in „Die Maske des Zorro“ an der Seite von Antonio Banderas und Sir Anthony Hopkins von sich reden machte und seitdem Sean Connery in eine ziemlich „Verlockende Falle“ tappen ließ oder mit George Clooney an einen wirklich „Unmöglichen Härtefall“ geriet. Mit neuer und sehr sexy wirkender Kurzhaarfrisur sorgt Catherine Zeta- Jones ein ums andere Mal auf amüsante Weise für ziemliches Chaos bei der Clique.

Neben all diesen großen Namen bedürfen aber auch Casey Affleck („American Pie“), Scott Caan („Nur 60 Sekunden“) und der im letzten Teil in den Credits untergegangene Don Cheadle („Passwort: Swordfish“) entsprechender Erwähnung, da sie ebenfalls dazu beitragen, daß die Zuschauer in jeder Beziehung auf ihre Kosten kommen.



..:: Fazit ::..

Nachdem Steven Soderbergh ja schon mit „Ocean’s Eleven“ einen grandiosen und sehr humoristischen Kinoerfolg landete, geht er bei der Fortsetzung ganz neue Wege: Es steht nicht mehr so sehr das kleptomanische Lebenswerk der Truppe rund um das planende Genie Danny Ocean im Mittelpunkt. Stattdessen steuert die Handlung mehr in eine Richtung, in der den einzelnen Charakteren mehr Gewicht beigemessen und gleichzeitig ein viel größerer Entwicklungsspielraum zugestanden wird.

Das Konzept geht auf: die Mischung aus Humor, Action und Beziehungskiste sorgt für einen sehr kurzweiligen Filmgenuß, der die gut 130 Minuten, die der Film dauert, wie im Flug vergehen läßt. An diesem gelungenen Eindruck haben nicht zuletzt die einzelnen Schauspieler großen Anteil, die routiniert und mit sehr viel Feingefühl ihre individuellen Figuren erneut zum Leben erwecken und ihnen viel mehr charakterliche Tiefe mit auf den Weg geben, als dies noch im ersten Teil der Fall war, als der Fokus noch viel mehr auf spektakuläre Handlung gerichtet war.

Doch soll sich jeder seinen individuellen Eindruck machen. Denn wie formuliert es schon Brad Pitt alias Rusty Ryan:

„Look, it’s not my nature to be mysterious. I can’t talk about it and I can’t talk about why.“ („Hör zu, Geheimniskrämerei ist nicht meine Art. Aber ich kann nicht darüber reden und ich kann Dir auch nicht sagen, wieso“ …)




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9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • awassa

    16.01.2005, 01:36 Uhr von awassa
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...den Film nicht sooo toll