Ohlsdorfer Friedhof Testbericht

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Erfahrungsbericht von RatteHamburg

Der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Ohldorfer Friedhof ist meines Erachtens eines der schönsten und interessantesten Friedhöfe die es gibt!
Einige von euch werden jetzt denken, was kann an einem Friedhof schon schön sein?
Ich will es hier versuchen zu beschreiben:

Der Ohlsdorfer Friedhof ist der zweitgrößte der Welt – der Größte befindet sich in Hamburgs Partnerstadt Chicago.
Auf dem riesigen Gelände dieses Gottesackers vereinen sich Geschichte, Kunst und Naturschönheit.
404 ha groß ist er, 3,5km lang und 1,3km breit.
Es gibt 17 befahrbare Straßen und ca. 250.000 Grabstätten.
120 km Wasserleitungen sind verlegt und ca. 2.800 Parkbänke wurden aufgestellt.

Denkmalgeschützt sind viele der Grabsteine berühmter verstorbener Persönlichkeiten, sie stehen in Mitten eines wunderschönen Parks.
Alte Baumbestände (etwa 25.000) erzählen Geschichten aus der Vergangenheit und leuchtende Rhododendronhecken säumen die Wege.
Zahlreiche Teichanlagen verleihen dazu einen besonderen Charakter.

1874 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen und zwar in der Ohlsdorfer Feldmark.
Da Hamburg zu der Zeit eine schnell heranwachsende Stadt war, wurde eine Erweiterung damals schon eingeplant.
1877 dann wurde der Ohlsdorfer Friedhof eröffnet.
Er wurde zur besseren Orientierung in Planquadrate eingeteilt, überall sind Pläne angebracht sodass der Besucher keine Angst haben muss sich in den Weiten der Parkanlagen zu verlaufen.

In der Nähe des Haupteinganges befindet sich der Althamburgerische Gedächtnisfriedhof. Hier findet man u.a. das Grab des Malers Otto Runge.
Im Westteil des Friedhofs findet man das Grab des Schauspielers Hans Albers, des Schriftstellers Wolfgang Borchert und des HAPAG Direktors Albert Balin.
Besonders schön ist das Grab der Familie Hagenbeck, es wird geziert von einem bronzenen schlafenden Löwen mit Namen „Triest“ (siehe Foto).

Weitere hier zu findende Gräber bekannter verstorbener Menschen:
- Hermann Blohm (Schiffsbauer Blohm und Voss)
- Hans von Bülow (Musiker)
- Heinrich Hertz (Physiker)
- Heinz Erhardt (Komiker)
- Paul Abraham (Komponist)
- Peter Anders (Sänger)
- Martin Johann Jenisch jun. und sen. (Kaufleute)
u.v.m.

Im nördlichen Teil, in der Nähe der Kapelle Nr. 13, ist ein kreuzförmiges Massengrab für 37.000 Bombenopfer die im Feuersturm von Hamburg im Jahre 1943 starben.

Bei Kapelle Nr. 12 steht ein weiteres Steinernes Mahnmal.
Es gedenkt der Opfer der Hamburger Flutkatastrophe von 1962.

Im Südwesten findet man den jüdischen Friedhof, er ist ein Mahnmal für die während der NS – Diktatur Ermordeten Menschen.

Nördlich des Haupteinganges steht das Krematorium.
Es ist hauptsächlich aus Mineralien erbaut die mit Hilfe von Feuer bearbeitet wurden: Klinker, Bronze und Keramik.
Als Sinnbild steht auf der Giebelspitze des Gebäudes die Figur eines Phoenix, der die Wiederauferstehung verkörpert.

Gegenüber des Krematoriums erinnert ein Mahnmal, seit 1949, an die Opfer des Nationalsozialismus.
In ihm sind viele Urnen mit Asche und Erde aus über 100 Konzentrationslagern.

12 Kapellen findet man auf dem ganzen Friedhof verteilt.
Bei Kapelle Nr. 8 wurde 1975 ein Urnenfriedhof für etwa 15.000 Urnen erschaffen.

Eine Erweiterung des Friedhofes ist heute nicht mehr möglich, da das Gelände inzwischen ringsum von bebauten Flächen umgeben ist.

Der Friedhof ist in den Sommermonaten zwischen 8 und 21 Uhr geöffnet, im Winter nur bis 19 Uhr.
Sieben Eingänge geben einen Weg in das Innere des Geländes, der nicht nur Besucher der Verstorbenen sondern auch viele Spaziergänger anzieht.

Meine Urgroßmutter und mein Urgroßvater liegen auch auf diesem Friedhof und ich werde bald wieder hinfahren um sie zu besuchen und um die Schönheit dieses Ortes zu genießen.

Hiermit verbleibe ich mit freundlichem Gruß

die Ratte aus Hamburg