Ohrknorpel-Piercing Testbericht

Ohrknorpel-piercing
MeinsAuch-meins-etwas-unscharfDas-ist-mein-helixpiercing
Abbildung beispielhaft
ab 4,49
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Erfahrungsbericht von sunshine_31701

Quieres estar mí esposa?

Pro:

sieht schön aus

Kontra:

bei mir tats weh

Empfehlung:

Ja

Vorgestern Abend saß ich mit meinem Freund auf dem Balkon, und wir haben uns darüber unterhalten, dass ich mich gerne noch mal tätowieren lassen würde. Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Piercing. Ich hatte vor ein paar Jahren schon mal eins und wollte auch das gerne wieder neu machen lassen. Und dann plötzlich kam uns der Gedanke, hey… morgen lassen wir uns piercen. Fragt mich nicht wie wir auf diese Idee gekommen sind, denn wir hatten schon gut was getrunken. Wir wussten noch nicht genau, wo wir hingehen sollten, aber wir waren uns sicher, wir wollten ein Traguspiercing, beide an der gleichen Stelle.

Es wurde Samstagmorgen und wir sind mit dem Bus in die Stadt gefahren…

Soviel zu Vorgeschichte… Nun aber zum Eigentlichen, immerhin geht es hier um Tipps und Tricks.

1. Die Stelle, an der Ihr Euch piercen lassen wollt:
Überlegt Euch vorher gut, an welcher Stelle das Piercing sein soll. Es ist zwar nicht so, wie ein Tattoo, welches man ein Leben lang trägt, aber Ihr wollt den Ring oder Stecker ja auch nicht gleich wieder nach ein paar Wochen rausnehmen.

Ganz wichtig ist auch, dass Ihr Euch vorher über irgendwelche Risiken informiert. Ich habe vor ein paar Wochen schon einmal mit einer Bekannten gesprochen, die Tierärztin ist. Damals wollte ich noch einen einfachen Ohrring, aber ein wenig weiter oben. Sie meinte, ich sollte das nur von Spezialisten machen lassen, weil gerade da sehr viele Nerven langlaufen, und unter Umständen, wenn es wirklich alles daneben geht und ich richtig viel Pech hätte, mir das Ohr abgenommen werden müsste. Ich sei da nicht die Erste. Der Tragus (der Ohrknorpel) sei da nicht so gefährlich.

2. Das Studio:
Gerade bei Piercings ist es ganz wichtig, dass das Studio hygienisch ist. Erkundigt Euch vorher über die Bedingungen und schaut es Euch gut an. Wenn die Studios gut sind, haben sie nichts dagegen. Auch wenn Ihr Fragen habt, fragt einfach. Und wenn Ihr erst mal gar keine Ahnung habt, wo Ihr überhaupt hingehen sollt. Dann fragt Euch in Eurem Bekanntenkreis durch.

3. Art des Piercings:
Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich gehe hier aber nur auf die Möglichkeiten des Tragus-Piercings ein. Man kann wählen, ob man einen Ring, einen Stecker, oder einen Stift nimmt. Wichtig ist dabei, dass man bedenkt, dass das Piercing auch an die Größe des Ohrknorpels angepasst wird. Außerdem sieht es vielleicht auch nicht schön aus, wenn da ein großer „klotz“ dranhängt.

4. Beim Stechen:
Lasst Euch von niemandem beeinflussen. Jeder Mensch ist anders, und empfindet Schmerzen anders. So kann es passieren, dass es bei einigen richtig weh tut und bei anderen halt nicht. Mein Freund hat sich gestern zu erst piercen lassen. Er meinte es hätte nur einmal kurz gepiekst. Bei mir war das ganz anders. Ich habe einen sehr unangenehmen Schmerz gespürt, der allerdings nicht lange anhielt. Solltet ihr empfindlich sein, aber dennoch unbedingt ein Piercing haben wollen, dann nehmt jemanden mit, dem Ihr zur Not die Hand zerquetschen könnt. Außerdem solltet Ihr Euch entspannen und einfach an was Schönes denken (bei mir hat es nicht 100 %-ig) geklappt. Zur Not sagt dem Piercer, er soll einfach reden. Irgendwas erzählen. Das lenkt ab. Hat meiner auch gemacht. Ich habe zwar nichts verstanden, aber egal…

5. Die Pflege danach:
Das Piercing muss 3 mal täglich (eine Woche lang) mit einer bestimmten Salbe (ich kann Euch leider nicht sagen, was es für eine ist. Ich glaube, so ähnlich wie Bepanthen) eingerieben und bewegt werden. Vorher müssen die Hände gut mit einer antibakteriellen ph-neutralen Seife gewaschen werden. Diese kann man auch für das Ohr benutzen. Zusätzlich müssen wir noch 5 Tage lang Antibiotika nehmen, um einer Entzündung vorzubeugen. Der Piercer hat uns genau erklärt, wie wir das alles machen müssen. Wir haben von dem Studio einen Zettel mitbekommen, auf dem die Pflege genau beschrieben wurde.


Wie es bei mir war:
Wir kamen also in der Stadt an und standen vor der Hinweis-Tafel der kleinen Mall. Dort gibt es 2 Studios. Auf einmal sprach uns ein bärtiger, tätowierter Mann an, wen wir denn suchen würden… „DICH!“ Wir gingen mit in sein Studio und er hat uns einige Möglichkeiten gezeigt. Erst einmal hat er aber bei uns beiden die Ohrknorpel begutachtet. Wir haben uns für 2 kleine Silberringe mit einer kleinen Kugel entschieden und hatten Glück, bei uns beiden war es möglich. Eine halbe Stunde später hatten wir auch schon einen Termin. Allerdings mussten wir schon eine Anzahlung von 50 % dalassen.

Im ersten Moment dachte ich „Scheiße, jetzt hast du den Termin, und hast schon die Anzahlung geleistet!“. Ich hatte keine Möglichkeit, mich über die Hygiene zu erkundigen, und mir das Studio genauer anzusehen. Na gut… da musste ich jetzt durch. Der Piercer war allerdings sehr nett. Er hat mir eine Bekannte von sich vorgestellt, die auch aus Deutschland kommt. Sie meinte, er wäre zwar etwas teurer, aber dafür sehr gut. Sie hätte schon Erfahrungen gemacht. Das hat mich ein wenig beruhigt.

Es wurde also kurz nach 12 und ging los. Mein Freund setzte sich auf den Stuhl. Eigentlich wollten wir das Ganze in Bildern festhalten. Schließlich hatten wir dem Piercer vorher gesagt, dass das unsere „Hochzeit“ sei… Ein Bild konnte ich machen… irgendwie wurde mir ganz komisch, als ich gesehen habe, wie die Kanüle durch den Knorpel gestochen wurde. Vorher allerdings wurde das Ohr gut desinfiziert und gereinigt. Was ich auch sehr positiv fand, war, dass der Piercer vor unseren Augen die steril verpackten Kanülen ausgepackt hat. Ebenso haben wir diese nach dem Stechen mit nach Hause bekommen.

Nach ca. 15 Minuten war ich dann an der Reihe. Gut, es hat gepiekst und wehgetan, aber das ging schnell wieder weg.

Was hat es mich gekostet:
Wir haben pro Piercing hier 17.000,- chilenische Pesos bezahlt. Das sind umgerechnet ca. 23 Euro. Ein Preis, den ich sehr angenehm finde, da ich mir vorstellen kann, dass man in Deutschland das Doppelte bezahlt.

Auch hier gibt es ein…

Fazit:
24 Stunden danach sieht das Piercing sehr schön aus. Die Schwellung hat nachgelassen aber es tut noch ein wenig weh, wenn man daran kommt. (manchmal juckt es ein wenig) Bei Schlafen hatte ich keine Probleme. Auch nicht mit meinen Kopfhörern meines Disc-Man. Ich habe sie einfach ganz vorsichtig ins Ohr getan.

Allerdings werde ich mich beim nächsten Mal vorher genauer über das Studio informieren. Auch, wenn wir dieses Mal echt Glück gehabt haben. Wir haben das Beste Studio in ganz Chile erwischt. Dort gehen alle Promis hin. Kaum vorstellbar, denn es war nur ein winzig kleiner Laden….

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