Olympic Airways Testbericht

Olympic-airways
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Erfahrungsbericht von AndreaK.

Olympische Arroganz

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Was man so mit bekannten Fluglinien um den Erdball erleben kann, ließe sich in keinem Lexikon beschreiben. Hier ein Auszug davon, denn diesmal schlagen wir unter O wie \"Olympic Airways\" nach.

1. Olympic Airways - woher kommen die?
2. Meine Erfahrungen damit
3. Die Reaktion von Olympic Airways
4. Fazit


1. Olympic Airways - woher kommen die?
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Am 6. April 1957 gegründet ist Olympic Airways die Staatsfluglinie Griechenlands, das sich natürlich in erster Linie durch die Olympischen Spiele identifiziert, die dieser Fluglinie auch den Namen gaben. Hauptsitz der Fluglinie ist Athen, wo die Maschinen auch gewartet werden.

Ein kurzer Blick auf die Homepage von Olympic Airways zeigt dem Besucher unter anderem auch die Vision dieser Airline - und dabei begann ich schon schallend zu lachen. Drei Punkte umfaßt die Vision:
1. safe transport of passengers (= sicherer Transport der Passagiere)
2. High standard services in highly competetive prices (= Service von hohem Standard zu Vorteilspreisen; um es frei zu übersetzen)
3. contribution to the economic development of Greece (= Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Griechenlands)

Punkt 1, nämlich der SICHERE Transport von Passagieren und Punkt 2, nämlich der Service von HOHEM STANDARD ließen mich fast an meinem Lachkrampf sterben. Wieso? Bitte schön, hier steht\'s...

2. Meine Erfahrungen damit
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Wofür die olympischen Ringe bei Olympic Airways stehen, weiß ich: olympische Arroganz, olympische Unpünktlichkeit, olympisches Chaos, olympische Unfreundlichkeit und olympisches (wenn nicht antikes) Alter der Maschinen.

Flug Kos-Athen-Sofia im Oktober 1999.
Ich hatte einen Connected Flight von Kos bis Sofia gebucht, weil ich Olympic Airways mehr vertraute als Balkan Air.

In Kos stand eine uralte Boing 737-200. Als ich am Captain vorbeiging und er sich mir zuwandte, schlug mir eine Alkoholfahne ins Gesicht. Ermunternde Perspektiven, wie ich feststellen muß.

Zwischen Kos und Athen gab\'s ein Glas sauren Orangensaft - das war\'s. Der Service war weder qualitativ hochwertig noch besonders freundlich. Um genau zu sein, kann ich hier nicht einmal von SERVICE sprechen.

Das Flugzeug sah von außen und innen schauderhaft aus - eigentlich ein Fall für\'s technische Museum. Und so richtig anders wurde mir, als mir auffiel, daß von der Decke eine Art weißer Rauch herunterkam. Bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, daß es wohl einen Riß in der Außenhülle geben mußte, denn das war Sauerstoff, der von draußen (ca. minus 30 Grad in 8000 Metern) nach innen in die Wärme drang. Wegen so einem Riß sind Flugzeuge schon abgestürzt. Die Stewardess, die ich darauf aufmerksam machte, reagierte mit Arroganz und meinte, ich würde mir das einbilden.

Dann kam ich in Athen an und stellte fest, daß es den Flug OA 8444 nach Sofia nicht gab. 45 Minuten Zeit, um das Flugzeug zu wechseln, ich hätte es auch geschafft, wäre ich auf dem Ostterminal geblieben. Da dieser aber nur für OA-Flüge bestimmt ist, mußte ich in 25 Minuten (20 Minuten verbrachte ich wartend am OA-Schalter, obwohl ich den Damen klarmachte, daß ich es VERDAMMT EILIG hatte) durch die Stadt zum Westterminal. Der Taxifahrer, dem ich androhte, ihn nicht zu bezahlen, wenn er mich nicht in maximal 20 Minuten am Westterminal absetzen könnte, fuhr über alle roten Ampeln - das war ein Abenteuer, auf das ich lieber verzichtet hätte.

Olympic Airways sei Dank!

Am Westterminal fand ich meinen Flug, allerdings unter der Nummer LZ (=Balkan Air) 8444. Fünf Minuten vor Ablug, keine der dort anwesende (und man verzeihe mir bitte den Ausdruck) Olympic Airways-Tussen wollte mich einchecken, einziger Kommentar \"wieso kommen Sie denn auch fünf Minuten vor Abflug?!\" Ich hoffe, jeder kann sich vorstellen, wie mir in diesem Moment die Galle hochgekommen ist. Gegen mein sonst eher gemütliches Naturell bekam ich einen Anfall, dem ich es zu verdanken hatte, daß ich überhaupt noch auf die Maschine kam!

In Sofia fehlte dann mein Gepäck, Olympic Airways hatte es in Athen stehen gelassen. Am Lost & Found-Schalter in Sofia bemühte man sich redlich, meine Koffer wiederzubekommen, doch das scheiterte am griechischen Chaos. Flugzeit zwischen Athen und Sofia beträgt eine Stunde, das heißt, man kann nicht einmal von Mittelstrecke sprechen.

Meine Koffer brauchten DREI TAGE von Athen nach Sofia! Man hatte Olympic Airways zwar klargemacht, daß meine Koffer nach Sofia sollten, doch die schickten mein Gepäck nach FRANKFURT! Das liegt ja neuerdings auch in Bulgarien.

Der Zoll in Frankfurt öffnete meinen Kosmetikkoffer, weil ein Zahlenschloß ja sehr schnell zu knacken ist, mein großer Koffer war mit einem Schlüssel abgesperrt, an den konnten sie glücklicherweise nicht heran. Als ich dann nach drei Tagen meinen Kosmetikkoffer (leider nicht am Flughafen vor Zeugen, denn ich bin ja viel zu gutgläubig) öffnete, war alles kaputt: die Dosen sämtlicher Cremen waren kaputt, die Cremen ausgelaufen und im ganzen Case verteilt, vermischt mit Lidschatten und Puder - die Zöllner hatten einwandfreie Arbeit geleistet. Olympic Airways sei Dank!

Die Beschwerde, die ich hinterher an die Fluggesellschaft richtete, war dementsprechend, wie sich jeder vorstellen kann. Und es war alles drin: von extremer Unfreundlichkeit und Arroganz bis zu purer Schlamperei und Unwissenheit. Und das Schlimme war: nichts davon ist erlogen.


3. Die Reaktion von Olympic Airways
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Und sie reagierten doch!

Drei Tage nach Absenden meines bösen Beschwerdebriefs erhielt ich Post von Olympic Airways - dabei zeigten sie, dass Schnelligkeit immer noch zu den olympischen Disziplinen gehört :-).

Meinen besserwissenden Freunden :-) zum Trotz hatte man also nicht nur schnell sondern auch adäquat reagiert. Der Brief war sehr höflich und enthielt die Aussage, dass es der Fehler der Fluglinie war und man sich dafür in aller Form entschuldigen wolle. Und mein Geld, so teilte man mir mit, werde man mir am Monatsende - also zwei Wochen darauf - auf mein Konto überweisen.

Danach hätte ich die Uhr stellen können, so pünktlich war man damit. Als ich am 31.12.1999 einen Kontoauszug bekam, stand doch da glatt auch die Überweisung von Olympic Airways drauf.

Zumindest scheint diese Fluglinie ein gutes Beschwerdemanagement zu haben, wenigstens ein Punkt, der FÜR Olympic Airways spricht.


4. Fazit
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Die Lehre die ich daraus gezogen habe ist folgende:
1. als Passagier sollte man sich nichts gefallen lassen!
2. falls man vermißtes Gepäck vom Flughafen abholt, sollte man das Gepäck an Ort und Stelle sofort vor Zeugen öffnen und kontrollieren, ob nichts beschädigt ist. Nur in diesem Fall kann man nämlich verursachte Beschädidungen deklarieren und Schadenersatz dafür verlangen.
3. selbst wenn man die Rechnungen seiner Einkäufe nicht mehr aufgehoben hat, weil man darauf vertraut, das Gepäck auch wirklich nach der zugesicherten Zeit zu bekommen, sollte man auf JEDEN Fall versuchen, den Verlust einzufordern und sich zu beschweren. Auch wenn es \"kluge\" Leute gibt, die darauf wetten, dass man nie wieder von der Fluglinie etwas zu hören bekommt - das stimmt nicht. Es ist immer einen Versuch wert, um seine Rechte zu kämpfen.
4. Auch bei einem sehr guten Beschwerdemanagement nie wieder Olympic Airways!

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