Opel Calibra Testbericht
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- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von OlliKrabbe
Der Manta C ?
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Calibra 2.0 16V, 136 PS, “Young Edition”, Baujahr ‘97, 50000 km, das ganze in Tech-Violet (ist so ein Violett, dass man absolut nicht umschreiben kann, sieht jedenfalls ganz hübsch aus.)
~~~~MOTOR~~~~
Mein Calibra hat den C20XEV- Motor das ist der Opel-interne Code für den 2.0 liter Ecotec –Motor mit 136 PS, der auch in den meisten anderen Opel-Modellen erhältlich ist (Vectra, Astra, Zafira...). Gegen den alten Ford-Motor den ich bisher gewohnt war ist das Ding eine echte Höllenmaschine. In Situationen in denen der Ford schon längst schwächelte zieht der Calibra immer noch kräftig an. Man hat ein Beschleunigungsvermögen mit dem man völlig stressfrei überholen kann. Auch bei niedrigen Drehzahlen steht überraschend viel Drehmoment zur Verfügung, so dass man sehr angenehm mit 60 im 5. Gang fahren kann. Das ist wohl die preiswerteste Art sich fortzubewegen, denn man braucht so nur etwa 5 l Super auf 100 km. Aber leider kann man nicht überall so fahren, so dass man auf einen Durchschnittsverbrauch von knapp 8 liter /100km kommt. Für ein Fahrzeug mit dieser Leistung ist das ein guter Wert. Einer der Gründe dafür ist wohl der extrem günstige cw-Wert von 0,26. Soweit ich weiß ist der Calibra in dieser Disziplin immer noch Weltmeister.
Die 100km/h-Marke erreicht man nach 8,5 Sekunden und der Schub endet laut Fahrzeugschein erst bei 215km/h. Genug um die Horden von „aufgemotzten-Polo-und-Golf-Fahrer“ hinter sich zu lassen und auf der Autobahn gut voranzukommen. Auf dem Tacho stehen am ende etwa 235 km/h.
Vom Klang her ist der Motor in den unteren Drehzahlen sehr zurückhaltend. Erst wenn man ihn bewusst etwas höher dreht wird er kerniger, ohne jedoch dabei aufdringlich zu wirken. V8-Sound ist es nicht gerade, aber für einen Vierzylinder ist er schon okay.
~~~~Getriebe~~~~
Scheint das gleiche zu sein wie das in dem Vectra von meinem Vater. Schaltet sich prima durch, kein hakeln, nicht zu lange Schaltwege und endlich mal ein Rückwärtsgang über den man sich nicht ständig ärgert (>Scorpio..). Die Opel-Rückwärtsgang-Lösung ist meiner Meinung nach die beste. Links neben dem 1. Gang angeordnet und gesperrt durch den Hebel den man vor dem Einlegen hochzieht.
~~~~Fahrwerk~~~~
Angenehm sportlich, aber nicht übertrieben hart könnte man es nennen. Der Grenzbereich ist nicht zu schmal und man bekommt jederzeit eine gute Rückmeldung über den Fahrbahnkontakt sodass man schnell merkt wenn man es mal etwas übertreibt. Der Komfort leidet zwar ein bisschen an den recht lauten Abrollgeräuschen der Reifen aber das Fahrwerk selbst bietet genügend Komfort um auch längere Reisen gut zu überstehen. Man hat genug Sicherheitsreserven um auch ohne ESP sicher ans Ziel zu kommen.
~~~~Karosserie und Innenraum~~~~
Wie der cw-Wert schon vermuten lässt ist der Calibra eine recht flache Angelegenheit. Gesamthöhe: 1,32 (und wenn man ihn tieferlegt werden es noch weniger) Wer daraus jetzt schließt dass es im Innenraum sehr beengt zugehen muss der liegt falsch. Man hat zwar nicht so viel Platz wie in meinem alten Ford aber schliesslich ist der Calibra ja auch ein Sportcoupe. Klar dass er etwas enger geschnitten ist. Auf den Vordersitzen wir sich mit Sicherheit niemand beschweren, es sei denn er ist deutlich größer als 2 m. Aber wer ist das schon ? Ich jedenfalls nicht. Und für solche Zwerge wie mich ist mehr als genug Platz vorhanden.
Im Fond sieht es dann doch schon anders aus: Allzu groß sollte man hier nicht sein, sonst stößt man sich am Dach den Kopf. Die Beinfreiheit ist dagegen akzeptabel.
Anders als bei den meisten anderen Autos dürfen im Calibra hinten nur zwei Leute sitzen und nicht drei. Für mich macht das aber keine Probleme weil ich sowieso fast immer alleine unterwegs bin oder höchstens mal meine Freundin dabei habe.
Die Sitze sind äußerst bequem und bieten guten Seitenhalt weil sie recht schmal geschnitten sind. Man kann also auch mal eine Kurve etwas zügiger angehen ohne sich danach gleich auf dem Beifahrersitz wiederzufinden.
Ein kleiner Kritikpunkt wäre eventuell der Veloursstoff aus dem die Seitenteile der Sitze und Teile der Türverkleidungen sind. Der sieht zwar gut aus und fühlt sich auch gut an, zieht aber unheimlich viele Fusseln an und lässt sich sehr schlecht reinigen.
Auf dem Rücksitz sitzt man auch recht bequem, auch wenn man sich vielleicht eine etwas bessere Armauflage wünschen würde, zum Beispiel so wie die ergonomisch günstige Armlehne-Türgriff-Konstruktion wie man sie vorne findet.
Eine ausklappbare Mittelarmlehne wie ich sie im Ford hatte gibt’s im Calibra ebenso wenig wie Kopfstützen. Aber ich sitze ja nicht hinten und deshalb gibt’s dafür auch keinen Punktabzug. Außerdem reden wir hier ja auch über ein Sportcoupé und nicht über eine Familienkutsche.
Im Cockpit macht sich die Ausstattung der „Young Edition“ bemerkbar: Die Instrumente sind weiß hinterlegt und in der Mittelkonsole befinden sich eine Öldruck- und eine Batteriespannungsanzeige. Beides braucht man nicht unbedingt, aber man muss schon zugeben dass es optisch ganz schön was her macht. Außerdem kann es ja nicht schaden wenn man über diese Daten informiert wird.
Die Instrumente sind gut ablesbar und auch die Schalter für Klimaanlage, Lüftung, Licht, Heckscheibenheizung und Spiegelverstellung geben keine Rätsel auf und sind genau da wo man sie vermutet.
Die Schalter für die Fensterheber sind nicht ganz so günstig positioniert. Aus meinem Scorpio bin ich es gewohnt, die Schalter am Türgriff zu suchen. Im Calibra sind sie aber ganz wo anders, nämlich auf dem Getriebetunnel, noch hinter der Handbremse. Das ist vielleicht nicht die glücklichste Lösung aber man kann damit leben. Man gewöhnt sich schliesslich an fast alles.
An das Lenkrad habe ich mich sogar sehr schnell gewöhnt, das ist nämlich nicht mehr so ein aus Billig-Kunststoff gefertigtes Teil in Lastwagengröße sondern Lederbespannt und äußerst handlich. Das lässt sich auch über den Schaltknüppel sagen, der sehr gut in der Hand liegt und nur noch etwa halb so lang ist wie der im Ford ;-)
Zu erwähnen wäre dann noch das Handschuhfach, das abschliessbar ist, zwei Dosenhalter beinhaltet und bei Bedarf durch die Klimaanlage gekühlt werden kann. Da kann der nächste Sommer ruhig kommen! Mit ein paar kühlen Getränken an Bord übersteht man auch längere Fahrten sehr gut.
Der Kofferraum ist zwar nicht riesig aber akzeptabel (Sportcoupé! Keine Familienkutsche!). Etwas störend könnte sich eventuell die sehr hohe Ladekante auswirken. Die liegt nämlich fast so hoch wie das Fahrzeugheck! Dafür bekommt man bei umgeklappter Rücksitzbank dank der großen Heckklappe auch sehr sperrige Teile hinein.
Unter dem Kofferraumboden befindet sich das platzsparende Notrad, Breite:120. Ich glaube die Reifen auf meinem Roller waren breiter! Aber Spass bei Seite, ist ne gute Sache weil man dadurch einiges an Kofferraumvolumen gewinnt.
Die Materialien im Innenraum machen allesamt einen hochwertigen Eindruck. Nichts sieht billig aus, nichts quietscht, nichts knarzt beim Fahren (Scorpiofahrer sind anderes gewohnt).
Mit dem kleinen Facelift das 1994 oder 1995 stattfand (die neuen Calibras haben das Opel-Emblem nicht mehr auf der Motorhaube sondern im Kühlergrill) wurde auch der Rostschutz der Karosserie verbessert, nachdem sich gezeigt hatte dass er bei den älteren Modellen vor allem im Bereich der hinteren Radläufe und in der Seitenschwellern nicht ausreichend war.
An meinem Wagen ist noch nirgends Rost aufgetreten, wenn man mal vom Auspuffkrümmer absieht. Da lässt sich das aber auch nicht vermeiden. Es sei denn natürlich man verwendet einen Edelstahlkrümmer. Aber wer will so was schon bezahlen?
~~~~Sicherheit~~~~
Einen Airbag gibt es für Fahrer und Beifahrer. Über Seitenairbag und ähnliche neumodischen Scherze verfügt der Calibra noch nicht. Ebensowenig gibt es ein ESP oder eine Traktionskontrolle. ESP brauche ich nicht, das Fahrverhalten ist von sich aus sehr neutral und gut einschätzbar. Eine Traktionskontrolle hätte aber nicht geschadet, denn beim zügigen Anfahren sind die Vorderräder mit den 136 PS doch ein bisschen überfordert. Allradantrieb hätte mir sehr gut gefallen, aber den Allrad-Turbo-Calib´ra konnte ich mir beim besten Willen nicht leisten!!!
Keineswegs überfordert sind die Bremsen, denn die sind ausreichend dimensioniert und zeigen kaum eine Neigung zum Fading. Gut dosierbar sind sie allemal, wer sehr sportlich fährt könnte sich aber vielleicht wünschen dass sie noch ein bisschen aggressiver zupacken würden. ABS gehört natürlich mit zur Serienausstattung
Die schmalen Ellipsoid-Scheinwerfer sehen nicht nur gut aus sondern bringen bei Nachtfahrten auch ordentlich Licht ins Dunkel. Mit der Leuchtweitenregulierung kann man sich schnell auf unterschiedliche Beladungen einstellen. Das Fernlicht ist auch in Ordnung.
Nebelscheinwerfer habe ich nicht, aber die vermisse ich auch nicht, denn nach meiner Erfahrung bringen die überhaupt nichts. Ich gehöre auch nicht zu den Leuten die es cool finden den ganzen Tag über nur mit Standlicht und Nebelscheinwerfern herumzuheizen.
~~~~Kosten~~~~
Der Calibra ist auf Gebrauchtwagenbörsen teilweise sehr günstig zu bekommen, man muss aber daran denken dass viele Autos mittlerweile ziemlich verheizt und verbastelt sind. Es empfiehlt sich also wenn man ein wenig genauer prüft wer den Wagen vorher gefahren hat. Aus eben diesem Grund liegen die Versicherungsbeiträge für den Calibra auch vergleichsweise hoch.
Die Steuern liegen im Durchschnitt, meiner erfüllt die D3 Abgasnorm. Die älteren Modelle haben immerhin noch Euro2.
Der Verbrauch ist dafür wieder ziemlich günstig für ein Auto dieser Klasse.
Die Ersatzteile für den Calibra sind sehr günstig, weil viele Teile vom Vectra übernommen wurden.
Man bekommt für sein Geld einiges geboten und wenn man mit dem schlechten Image des "Manta-Assis" leben kann (Ich hab da gar kein Problem mit, ich hab auch nen Fuchsschwanz dran!) ist der Calibra sicher eine gute Wahl wenn man einen vernünftigen Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit möchte. Wer eher zur Sportlichkeit tendiert dem sei der Calibra Turbo empfohlen. Der verfügt über 204 PS, Allradantrieb und ein Sechsganggetriebe. Bei dieser Variante ist nur zu beachten dass man ihn nicht tieferlegen sollte ohne den Radsturz anzupassen, weil sonst das Verteilergetriebe einem erhöhten Verschleiss unterliegt.
Die beste Wahl trifft man wohl mit dem V6-Motor mit 170 PS. Der bietet zwar nicht ganz so viel Leistung aber dafür ist er noch viel laufruhiger als die Vierzylinder und überzeugt durch sein gutes Drehmoment.
~~~~Fazit~~~~
Tja, ich muss sagen dass sich die Investition gelohnt hat denn mein Calibra kann fast alles besser als mein alter Ford. Den habe ich mittlerweile verkauft. Am Tag an dem ich den Calibra beim Händler abgeholt habe ist daran noch die Lichtmaschine kaputtgegangen.
Für mich ist der Calibra genau das richtige Auto und ich kann guten Gewissens 5 Sterne vergeben. Ich habe den Wagen ja noch nicht so ganz lange (4 Monate), deshalb kann ich zur Zuverlässigkeit noch nicht viel sagen. Gegebenenfalls werde ich meinen Bericht noch ergänzen. Bisher ist er auch bei Kälte und Nässe immer sofort angesprungen und auch sonst hatte ich keine Probleme so dass ich auch hier die volle Punktzahl verteilen kann.
Wer sich näher informieren will dem kann ich www.Calibra.de empfehlen. Da gibt es reichlich Infos, Bilder und einen umfangreichen Gebrauchtwagenteil.
Danke fürs Lesen sagt der Olli
23 Bewertungen, 5 Kommentare
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01.08.2002, 14:27 Uhr von hirni
Bewertung: sehr hilfreichHui, was für ein Bericht! Da merkt man, dass man es mit einem Fachmann zu tun hat und nicht irgendwem, der irgendwann mal als Beifahrer gefahren ist.
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25.06.2002, 14:42 Uhr von NetRunner
Bewertung: sehr hilfreichOch da ein bekanntes Gesicht, da wird sich auch Darkunit freun ;-)
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18.06.2002, 15:02 Uhr von IvoryB
Bewertung: sehr hilfreichWOW, da merkt man wirklich, dass man es hier mit einem Opel-Fachmann zu tun hat! Lieben Gruß, Ivory
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14.06.2002, 23:33 Uhr von Hilli
Bewertung: sehr hilfreichSo stelle ich mir einen Auto-Bericht vor, nicht nur ein paar Sätze!!! MfG Andreas
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22.03.2002, 15:09 Uhr von engel123
Bewertung: sehr hilfreichich stehe ja mehr auf vw dennoch fande ich deinen bericht erste klasse
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