Opel Corsa Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2006
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von PMaier
Er-FAHR-ungen mit dem Opel Corsa
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Eine der weniger netten Oster-Überraschungen des Jahres 2002 war, daß unser
„trusty, old“ Opel Astra ohne Vorwarnung auf der Autobahn seinen Geist
aufgab. Motorschaden spätnachts bei einem Kilometerstand von rund 150.000 km
keine nette Sache (und das bei einem Diesel – normalerweise beträgt die
Lebensdauer eines Dieselmotors rund das Doppelte!), so daß mein Bedarf an
Opels derzeit gedeckt ist. Als Mietwagen schickte uns die Pannenhilfe
einen – Opel. Ausgerechnet. Nun gut, so konnten wir auch gleich den Opel
Corsa 1.2 l testen. Hier die Eindrücke nach etwa 700 km.
++ Optik und Interieur ++
Von außen ist der Corsa gegenüber dem Vormodell deutlich „erwachsener“
geworden. Die kommt in deutlich größeren Abmessungen zum Ausdruck, was sich
im Vergleich zum alten Corsa in einem vergrößerten Platzangebot
niederschlägt. Wir waren zu dritt mit Gepäck recht komfortabel unterwegs,
wobei allerdings der Platz auf der Rückbank nicht riesig ist. Doch was soll’
s – schließlich zählt der Corsa zu den Kleinwagen, wer viel transportieren
möchte, sollte eben zu einem größeren Auto greifen. Das Design ist
ansprechend, wenn auch nicht gerade aufregend. Die Rückleuchten sind quasi
1:1 vom alten Fiat Punto übernommen...
Der positive äußere Eindruck setzt sich innen nur bedingt fort. Das Cockpit
ist funktional, doch ohne Pfiff gestylt (persönliche Meinung: ausgesprochen
langweilig). Mittig sitzt ein Display, das über Uhrzeit, Datum, Radiosender
und Außentemperatur informiert. Eigentliche eine praktische Sache, doch aus
Erfahrung weiß ich, dass speziell die Temperaturanzeige reparaturanfällig
ist – bei meinem Astra war in zwei Jahren zweimal der Temperaturfühler
defekt... Sehr negativ: Die Türverkleidungen innen bestehen aus recht
grobem, häßlichem Plastik. Nicht gerade hübsch anzusehen...
Die Sitze verdienen ein paar Bemerkungen. Mein erster Eindruck war positiv:
Straff gepolstert, genügend Seitenhalt – so soll es sein. Am Ende des Tages
war ich weniger glücklich: Nach mehreren Stunden Autobahnfahrt sitzt man
ausgesprochen unbequem, weil die Sitze mit der Zeit nicht mehr „straff“,
sondern schlichtweg „hart“ sind und dementsprechend das Hinterteil schmerzt.
Außerdem saß ich sehr unbequem, da – selbst nach mehreren Versuchen – es mir
nicht gelang, Sitz und Lenkrad so einzustellen, daß ich komfortabel saß. Im
Gegenteil: Am Ende des Tages hatte ich Rückenschmerzen, die ich aus dem
Astra nur allzu gut kenne. Opel ist für schlechte Sitze geradezu berüchtigt
(vor einiger Zeit kam hierzu auf BBC ein interessanter Bericht, nach dem die
englische Polizei die Sitzen im Opel Vectra geradezu haßt, weil reihenweise
Polizisten Rückenschäden davontragen!), auch der neue Corsa macht hier keine
Ausnahme. Wie gesagt: Erster Eindruck ist positiv, doch wenn Ihr den ganzen
Tag in der Kiste sitzt, werdet Ihr nicht glücklich...
++ Straßenlage und Motor ++
Eine der wenigen wirklich positiven Erinnerungen, die an meinen Astra
übrigbleiben, ist die Straßenlage: Der Astra lag „satt“, „wie ein Brett“ auf
der Straße und war auch durch heftige Lenkbewegungen kaum aus der Ruhe zu
bringen. Das gleiche gilt für den Corsa: Selten bin ich in einem Kleinwagen
mit einem derart exzellenten Fahrwerk unterwegs gewesen. Der
Federungskomfort ist vorbildlich, der Geradeauslauf tadellos und die
Seitenneigung gering. Das Fahrwerk ist das Sahnehäubchen dieses Autos.
- Leider gilt gleiches nicht für den Motor. Mit dem 1.2 l-Motor ist das Auto
fast untermotorisiert, was sich beim Blick auf die Fahrdaten nicht direkt
erschließt. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit über 180 km/h sehr ordentlich,
doch bis man diese Geschwindigkeit erreicht, vergehen Wochen und Monate –
die Beschleunigung ist miserabel. Nun finde ich persönlich die
Höchstgeschwindigkeit nicht sonderlich wichtig, aber daß ein Auto ordentlich
beschleunigt, ist mir sehr wichtig – etwa wenn man einen Lastwagen überholen
möchte. Hier kann ich dem Corsa mit dem 1.2 l-Motor beim besten Willen kein
gutes Zeugnis ausstellen – selbst in der Stadt nervt der Motor mit seiner
nicht vorhandenen Beschleunigung.
Zu allem Überfluß ist auch der Verbrauch alles andere als zufriedenstellend:
Wir haben einen Durchschnittsverbrauch von 8 l auf 100 km gehabt. Dieser
Verbrauch wurde durch zahlreiche Autobahnfahrten sicherlich etwas in die
Höhe getrieben, doch ist er für das Geleistete eigentlich inakzeptabel.
Dummerweise ist auch der Tank alles andere als groß, so daß die Reichweite
kaum über 500 km hinausreicht...
++ Kleinigkeiten ++
Noch ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind:
- Der Kofferraum ist zwar nicht riesig, doch angemessen für ein Auto dieser
Größe. Klappt man die Rückbank um, entsteht eine fast ebene Ladefläche.
Praktisch: Rückbank ist 2/3 geteilt umklappbar.
- Die Befestigung für den Dachträger ist ein noch schlimmeres Gefummel als
seinerseits beim alten Opel Astra. Urteil: Fast schon unbrauchbar.
- Die Klimaanlage funktionierte anstandslos und kühlte sehr angenehm.
- Das Blaupunkt-Radio hatte nur einen mittelmäßigen Empfang. Es ist fest
eingebaut, was Vor- und Nachteile hat: Zum einen ist es sehr schlecht zu
klauen (positiv), doch läßt es sich auch nur ausgesprochen schlecht
ausbauen, sollte dies nötig sein (ich spreche hier – leider – aus
Erfahrung!).
- Der Geräuschpegel im Innenraum könnte eigentlich etwas niedriger sein.
++ Fazit ++
Ich kann diesen Opel Corsa nicht mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Nicht,
weil ich eine generelle Aversion gegen Opel hätte, sondern weil (a) die
Sitze miserabel sind (mein Rücken läßt grüßen) und (b) der Motor im
getesteten Modell eine Enttäuschung ist – und außerdem weil es für das
gleiche Geld bessere Autos gibt. Zugegebenermaßen nicht von Opel, aber das
muß ja kein Nachteil sind...
„trusty, old“ Opel Astra ohne Vorwarnung auf der Autobahn seinen Geist
aufgab. Motorschaden spätnachts bei einem Kilometerstand von rund 150.000 km
keine nette Sache (und das bei einem Diesel – normalerweise beträgt die
Lebensdauer eines Dieselmotors rund das Doppelte!), so daß mein Bedarf an
Opels derzeit gedeckt ist. Als Mietwagen schickte uns die Pannenhilfe
einen – Opel. Ausgerechnet. Nun gut, so konnten wir auch gleich den Opel
Corsa 1.2 l testen. Hier die Eindrücke nach etwa 700 km.
++ Optik und Interieur ++
Von außen ist der Corsa gegenüber dem Vormodell deutlich „erwachsener“
geworden. Die kommt in deutlich größeren Abmessungen zum Ausdruck, was sich
im Vergleich zum alten Corsa in einem vergrößerten Platzangebot
niederschlägt. Wir waren zu dritt mit Gepäck recht komfortabel unterwegs,
wobei allerdings der Platz auf der Rückbank nicht riesig ist. Doch was soll’
s – schließlich zählt der Corsa zu den Kleinwagen, wer viel transportieren
möchte, sollte eben zu einem größeren Auto greifen. Das Design ist
ansprechend, wenn auch nicht gerade aufregend. Die Rückleuchten sind quasi
1:1 vom alten Fiat Punto übernommen...
Der positive äußere Eindruck setzt sich innen nur bedingt fort. Das Cockpit
ist funktional, doch ohne Pfiff gestylt (persönliche Meinung: ausgesprochen
langweilig). Mittig sitzt ein Display, das über Uhrzeit, Datum, Radiosender
und Außentemperatur informiert. Eigentliche eine praktische Sache, doch aus
Erfahrung weiß ich, dass speziell die Temperaturanzeige reparaturanfällig
ist – bei meinem Astra war in zwei Jahren zweimal der Temperaturfühler
defekt... Sehr negativ: Die Türverkleidungen innen bestehen aus recht
grobem, häßlichem Plastik. Nicht gerade hübsch anzusehen...
Die Sitze verdienen ein paar Bemerkungen. Mein erster Eindruck war positiv:
Straff gepolstert, genügend Seitenhalt – so soll es sein. Am Ende des Tages
war ich weniger glücklich: Nach mehreren Stunden Autobahnfahrt sitzt man
ausgesprochen unbequem, weil die Sitze mit der Zeit nicht mehr „straff“,
sondern schlichtweg „hart“ sind und dementsprechend das Hinterteil schmerzt.
Außerdem saß ich sehr unbequem, da – selbst nach mehreren Versuchen – es mir
nicht gelang, Sitz und Lenkrad so einzustellen, daß ich komfortabel saß. Im
Gegenteil: Am Ende des Tages hatte ich Rückenschmerzen, die ich aus dem
Astra nur allzu gut kenne. Opel ist für schlechte Sitze geradezu berüchtigt
(vor einiger Zeit kam hierzu auf BBC ein interessanter Bericht, nach dem die
englische Polizei die Sitzen im Opel Vectra geradezu haßt, weil reihenweise
Polizisten Rückenschäden davontragen!), auch der neue Corsa macht hier keine
Ausnahme. Wie gesagt: Erster Eindruck ist positiv, doch wenn Ihr den ganzen
Tag in der Kiste sitzt, werdet Ihr nicht glücklich...
++ Straßenlage und Motor ++
Eine der wenigen wirklich positiven Erinnerungen, die an meinen Astra
übrigbleiben, ist die Straßenlage: Der Astra lag „satt“, „wie ein Brett“ auf
der Straße und war auch durch heftige Lenkbewegungen kaum aus der Ruhe zu
bringen. Das gleiche gilt für den Corsa: Selten bin ich in einem Kleinwagen
mit einem derart exzellenten Fahrwerk unterwegs gewesen. Der
Federungskomfort ist vorbildlich, der Geradeauslauf tadellos und die
Seitenneigung gering. Das Fahrwerk ist das Sahnehäubchen dieses Autos.
- Leider gilt gleiches nicht für den Motor. Mit dem 1.2 l-Motor ist das Auto
fast untermotorisiert, was sich beim Blick auf die Fahrdaten nicht direkt
erschließt. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit über 180 km/h sehr ordentlich,
doch bis man diese Geschwindigkeit erreicht, vergehen Wochen und Monate –
die Beschleunigung ist miserabel. Nun finde ich persönlich die
Höchstgeschwindigkeit nicht sonderlich wichtig, aber daß ein Auto ordentlich
beschleunigt, ist mir sehr wichtig – etwa wenn man einen Lastwagen überholen
möchte. Hier kann ich dem Corsa mit dem 1.2 l-Motor beim besten Willen kein
gutes Zeugnis ausstellen – selbst in der Stadt nervt der Motor mit seiner
nicht vorhandenen Beschleunigung.
Zu allem Überfluß ist auch der Verbrauch alles andere als zufriedenstellend:
Wir haben einen Durchschnittsverbrauch von 8 l auf 100 km gehabt. Dieser
Verbrauch wurde durch zahlreiche Autobahnfahrten sicherlich etwas in die
Höhe getrieben, doch ist er für das Geleistete eigentlich inakzeptabel.
Dummerweise ist auch der Tank alles andere als groß, so daß die Reichweite
kaum über 500 km hinausreicht...
++ Kleinigkeiten ++
Noch ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind:
- Der Kofferraum ist zwar nicht riesig, doch angemessen für ein Auto dieser
Größe. Klappt man die Rückbank um, entsteht eine fast ebene Ladefläche.
Praktisch: Rückbank ist 2/3 geteilt umklappbar.
- Die Befestigung für den Dachträger ist ein noch schlimmeres Gefummel als
seinerseits beim alten Opel Astra. Urteil: Fast schon unbrauchbar.
- Die Klimaanlage funktionierte anstandslos und kühlte sehr angenehm.
- Das Blaupunkt-Radio hatte nur einen mittelmäßigen Empfang. Es ist fest
eingebaut, was Vor- und Nachteile hat: Zum einen ist es sehr schlecht zu
klauen (positiv), doch läßt es sich auch nur ausgesprochen schlecht
ausbauen, sollte dies nötig sein (ich spreche hier – leider – aus
Erfahrung!).
- Der Geräuschpegel im Innenraum könnte eigentlich etwas niedriger sein.
++ Fazit ++
Ich kann diesen Opel Corsa nicht mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Nicht,
weil ich eine generelle Aversion gegen Opel hätte, sondern weil (a) die
Sitze miserabel sind (mein Rücken läßt grüßen) und (b) der Motor im
getesteten Modell eine Enttäuschung ist – und außerdem weil es für das
gleiche Geld bessere Autos gibt. Zugegebenermaßen nicht von Opel, aber das
muß ja kein Nachteil sind...
11 Bewertungen, 2 Kommentare
-
17.04.2002, 01:09 Uhr von Tomcat01
Bewertung: sehr hilfreich.... bin auch kein Opel Fan! (Hatte mal nen Tigra :-( )
-
17.04.2002, 00:48 Uhr von Chris_ONeal
Bewertung: sehr hilfreichSchöner knackiger Bericht, besuchst du mich auch einmal? CU CHRIS
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