Opel Kadett Testbericht


Abbildung beispielhaft
ab 19,63 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von larshermanns
Ein NACHRUF für meinen alten KADETT E-CC 1.4i LS
Pro:
Sehr schönes, ewig junges Design! Lässt sich sehr gut frisieren und die riesige Fan-Gemeinschaft bietet speziell hierfür eine Unmenge von Accessoires an! Sehr hoher Spass-Faktor!
Kontra:
Sehr rostanfällig!!!
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen und Leser,
wie immer mehr mitbekommen haben werden, hat mich schon vor vielen Jahren das Opel-Fieber gepackt. Auch, wenn ich nicht zu den berühmten Schraubern gehöre, so kam für mich bisher stets nur ein Opel als Fahrzeug in Frage. Mit dem Blitz am Auto aufgewachsen, war ich ja auch nahezu prädestiniert für diese Fahrzeuge. Hatten meine Eltern – während meiner Zeit – immerhin einen Opel Kadett A, einen Manta A, einen Kadett C, einen Rekord C, einen Vectra A und nun (noch) einen Vectra B. So verwundert es natürlich nicht, dass ich schon sehr früh auf den Geschmack gekommen bin.
Seit Mai 2001 fahre ich ja nun schon meinen Opel Vectra A Sportive (Bericht liegt vor), von dem ich mich auch so schnell nicht wieder trennen werde. Doch all die Jahre davor hatte ich einen Opel Kadett E-CC 1.4LS, über den ich Euch heute ausführlich berichten möchte. Viel Spaß daher mit meinem Bericht über ein Auto, dessen Form noch heute zu begeistern scheint!
***** DER KAUF
Wir schreiben das Jahr 1996. Genauer gesagt: Ende Februar 1996.
Lars ist noch bei der Luftwaffe und fiebert dem Ende seiner Dienstzeit (Ende März 1996) entgegen. Die Zeit hat er genutzt, um sich genügend Geld für die eigenen 4 Räder zur Seite zu legen. Immerhin hatte er es damals auf ziemlich genau DM9500,00 gebracht, die nun entsprechend investiert werden sollten. Doch welchen Wagen sollte man nehmen?
Ich bin mit meiner damaligen Freundin von einem Gebrauchtwagenhändler zum anderen gefahren. Mein Vorstellungen waren zwar ziemlich konkret, jedoch kamen diese mit den tatsächlichen Angeboten nicht immer überein. So dachte ich an den Kauf eines Peugeot 306, eines VW Golf GTI, eines Opel Kadett E oder eines Opel Manta A nach. Das Problem war bei alle den Autos, dass sie entweder keinen Kat hatten (oder nur einen U-Kat), zuviel Kilometer aufwiesen oder schlichtweg unerschwinglich waren (Golf GTI).
Ein Angebot über einen Peugeot 309 mit rund 100PS wurde von mir schon im Ansatz erstickt, da der Wagen einfach potthässlich war und so gar nicht in meine Vorstellung eines „Autos“ passte.
Beim Georg von Opel in Karben wurde ich dann ganz zufällig fündig, als ich schräg gegenüber beim Getränkekaufen war. Dort stand nämlich gerade ein Kadett E in „casablanca-weiß“, wie er mir absolut gefallen würde. Ein näherer Blick offenbarte dann, dass der Wagen nur rund 75.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Erstzulassung war der 15.02.1990. G-Kat und der Preis von DM7900,00 haben mich dann gänzlich überzeugt. Der sollte es werden.
Also: Probefahrt vereinbart, eine gemischte Strecke durch die Stadt, über die Landstraße und auf die Autobahn gewählt.
Gekauft!
***** ALLGEMEINE DATEN
Opel Kadett E-CC 1.4i
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Hubraum: 1389 cm³
Länge: 3998mm
Breite: 1663mm
Höhe: 1400mm
Leergewicht: 865kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 1380kg
Bereifung: 155R13
G-Kat
Glas-Schiebe-Hebedach, Dreitürer
***** MEINE MEINUNG UND FAZIT
Mit diesen allgemeinen Angaben wird einem klar, dass man dieses Auto nicht so belassen konnte. Meine Bedingung an den Händler war, dass er den Wagen zunächst kostenlos mit einer dritten Bremsleuchte versah. Ohne hätte ich ihn nicht genommen. Dass ich auf neuen TÜV und AU bestand, versteht sich wohl von selbst.
So kam es dann, dass ich ihn bereits zum Beginn des Monats März entgegen nehmen konnte (dauerte alles in allem nur 2 oder 3 Tage – bin mir nicht mehr sicher).
Das Grundproblem bestand nun erst einmal darin, den Wagen wieder einzufahren. Die beiden Vorbesitzer hatten ihn sehr schonen gefahren, was dazu führte, dass man schon sehr früh höher schalten musste, damit der Motor nicht zu jaulen anfing. Doch da ich in Holland stationiert war (Budel/NL), konnte ich ihn bereits auf der ersten Kasernenfahrt kitzeln und testen, was tatsächlich in ihm steckte. Damals brachte er es – trotz minderwertiger Bereifung von 155R13 – auf mehr als 220km/h bergab mit Rückenwind!!! Die Tachonadel ging bis zum Anschlag und ich konnte hören, dass er immer noch weiter beschleunigte!!!
Doch diese anfängliche Begeisterung musste natürlich noch gesteigert werden.
So durchzugsstark sich dieser kleine Wagen auch erwies – es gab immer mehr Autos, die ihm überlegen waren. Im Spurt ist selbst der kleine 60PS Motor eine Wucht. Aber spätestens ab etwa 140km/h merkt man doch sehr, dass er eben nur 60PS hat! Aber das hat mich eigentlich nie wirklich gestört. Gerade bei Start an der Ampel hatte ich wirklich jeden stehen gelassen.
Nun aber mal zu den allgemeinen Erfahrungen.
Das Cockpit des Opel Kadett E gibt es in mehreren Ausführungen.
In meinem Fall befand sich noch nicht einmal ein Drehzahlmesser am Armaturenbrett, was ich natürlich nicht so lassen konnte. Daher bestand ich vor dem Kauf auf eine entsprechende Montage, die auch kostenlos vorgenommen wurde. Dass es sich um analoge Anzeigen handelte, störte mich nicht. Bei einigen GSi’s sind die Anzeigen digital – jedoch vermutlich auch entsprechend störungsanfällig.
Die Sitze waren grau gemustert und absolut bequem. Der Seitenhalt war sehr gut und die Sitzlänge absolut akzeptabel. Der Rest war jedoch recht spartanisch. Das Autoradio ging ziemlich schnell kaputt und ich habe mich mehr als einmal über die schlechte Qualität der Boxen geärgert. Jedoch war ich auch zu geizig, dem in all den Jahren Abhilfe zu leisten.
Die Rückbank konnte komplett (nicht geteilt) umgeklappt werden, was den Kadett E-CC zu einem kleinen Laster machte. Die Stellfläche war einigermaßen eben, so dass ich mit diesem Wagen sehr bequem umziehen konnte. Schmalere Schränke haben bequem in den Laderaum gepasst (längs eingelegt), da dieser einen sehr breiten Zugang hat. Die Ladekante ist ziemlich tief, was das Be- und Entladen sehr erleichtert hat. Davon sollten sich manche modernen Modelle mal was abgucken!
Einzig störend ist, dass die Kofferraumabdeckung nur aus dünnem Plastik besteht. Eine direkte Montage besserer Boxen ist hier also ausgeschlossen. Aber es gibt viele Anbieter (gerade in Opel-Zeitschriften), die passend zugeschnittene Abdeckungen mit den Boxen anbieten. Aber: ich habe diese Möglichkeit nie wahr genommen!
Die Karosserie ist nahezu zeitlos schön anzusehen und hatte den Kadett E daher auch schon immer zu einem meiner Favoriten gemacht. Dies beweist heutzutage auch Daewoo, die sich von Opel offensichtlich die Erlaubnis haben geben lassen, eines ihrer Modelle wie den legendären Kadett E aussehen zu lassen. Dies sollte es daher auch noch ermöglichen, zahlreiche Ersatzteile für den Kadett E günstig erwerben zu können. Man sollte jedoch darauf achten, dass man das jüngere Modell erwischt! Dieses kann man sehr leicht an der Schnauze erkennen. Beim älteren Modell ist der Kühler in die Stoßstange integriert, während es sich beim jüngeren Modell um einen separaten kleinen Einsatz handelt! Außerdem fand der Modellwechsel – glaube ich – 1989 statt!
Die Karosserie des Opel Kadett E hat jedoch einen ganz großen Schwachpunkt. Die beiden „Arschbacken“ (die beiden hinteren Radläufe) sind extrem rostanfällig!!! Daher sollte man diese stets gut im Auge behalten und sofort handeln, wenn sich der unbeliebte Gast blicken lassen sollte. Ich habe dies leider stets ignoriert. Und so sah der Wagen eines Tages leider auch aus! Auch die Halterungen der hinteren Stoßstange können rostanfällig sein. Dies habe ich allerdings nur bei anderen Fahrzeugen feststellen können. Ich selbst bin davon verschont geblieben.
Bei den Untersuchungen vor dem eigentlichen TÜV-Termin fällt auf, dass die „Endspitzen“ (was auch immer das sein mag) stets repariert werden müssen. Dies macht sich zwar nicht wirklich finanziell bemerkbar, sollte jedoch auf jeden Fall angemerkt werden. Ich konnte bis heute nicht in Erfahrung bringen, um was es sich dabei eigentlich handelt. Vielleicht hinterlässt mir ja jemand von Euch einen entsprechenden Kommentar!?
Eine erstklassige Eigenschaft der LS Ausstattung ist zweifelsohne das Glasschiebehebedach! Dieses wollte ich unbedingt haben und war froh, dass es bei meinem Wagen gleich mit eingebaut war. Es handelte sich zwar nur um ein mechanisches Dach (Handbetrieb per Kurbel), doch stellte mich dies sehr zufrieden. Ärgerlich wurde später nur, dass es irgendwann anfing, undicht zu werden. Die Gummidichtung bewies, dass der Wagen eben nicht mehr ganz taufrisch war. Allerdings hatte ich den Wagen dann auch schon mehrere Jahre (muss so um 2000 gewesen sein). Da man lediglich bei sehr starkem Regen kleine Flecken auf dem Beifahrersitz feststellen konnte, belies ich es dabei und spielte schon mit dem Gedanken, mir demnächst ein neues Auto zuzulegen (zumal der Kadett bereits mehr als 140.000 Kilometer drauf hatte – für 60PS nicht schlecht).
Ein weiterer Schwachpunkt ist die Tür des Kadett E. Diese weist einen sehr breiten Spalt zur eigentlichen Karosserie auf, der eines nachts eine offensichtliche Einladung für Automarder darstellte! Diese haben meine Antenne abgebrochen und beide Türen aufgehebelt (bei der Fahrertür haben sie es nicht geschafft – die Beifahrertür hat nachgegeben). Dadurch entstand ein nicht unerheblicher Sachschaden, da das Dach auf beiden Seiten Druckstellen vom Hebeln aufwies. Da man diese Schäden aber nicht wirklich sehen konnte (nur, wenn man darauf achtete), belies ich es ebenfalls dabei. Gestohlen wurde jedoch nichts. Da das Autoradio bei Opel (ein Blaupunkt) über einen Code verfügt, haben sich die Diebe lediglich über mein Kleingeld hergemacht, dass ich für Parkuhren in den dafür vorgesehenen Schlitzen stecken hatte (in der Mittelkonsole). Schaden: rund DM2,00!!!
Im Laufe der Zeit habe ich meinen „Kadettilac“ dezent aufrüsten lassen. Wohl gemerkt: ich bin kein Schrauber! Ich fahre die Autos nur – mehr nicht!
So lies ich meinen Serienendtopf sehr bald gegen einen BOSAL-Endtopf von 2x70mm eintauschen. Der Sound war bereits nach einen knappen ¼ Jahr brutal! Immerhin verfügt der jungfräuliche Kadett E bereits über einen Sound, der manch anderen Wagen blass aussehen lässt!
Der Serienluftfilter wurde durch einen Austausch-Sportluftfilter von K&N ersetzt, der den Wagen noch ein wenig besser klingen ließ. Schulterpolster mit Opel-Emblem für die Sicherheitsgurte waren das die letzten Anschaffungen, die meinen „Dicken“ vom normalen Kadett E unterschieden.
Zu allererst ließ ich jedoch die Reifen wechseln. Wer fährt schon freiwillig mit 155R13 in der Gegend rum? Zugelassen (laut Schein und Brief) waren zudem Reifen der Dimensionen 185/60-14. Diese waren doch schon wesentlich besser und ließen den Wagen – gerade bei Kurvenfahrten – wesentlich sportlicher lenken.
Sportlich ist überhaupt der Hauptaspekt, wenn man sich einen Kadett E zulegen möchte. Selbst im hohen Alter von 10 Jahren mit mehr als 140.000 Kilometern und zwei sehr harten Crashs (Schaden jeweils rund DM 6.000), konnte man den Wagen immer noch bequem bis 180km/h ziehen. Für die heutigen Modelle ist diese Geschwindigkeit kaum noch erwähnenswert. Aber für einen kleinen Kompaktwagen mit 60PS aus dem Jahre 1990 war dies nahezu phänomenal!!! Vor allem beim Anfahren bei Ampeln! Da habe ich meinen „Dicken“ wirklich geliebt!
Was aus heutiger Sicht noch interessant ist, dass ist die Tatsache, dass der Wagen natürlich wesentlich lauter ist, als die moderneren Modelle. Die Fahrgeräuche sind gigantisch. Und jenseits der 180km/h ist es auch schon sehr anstrengend, den Wagen anständig unter Kontrolle zu halten. ABS und Servo sind Fremdwörter für den Kadett E LS! Ein Wagen mit nur 60PS hatte damals einfach noch nicht diese Einrichtungen, die heute zum guten Ton gehören. Daher war es für mich natürlich eine riesige Umstellung, als ich plötzlich mit dem Vectra A Automatik mit 115PS konfrontiert wurde. Dennoch hatte der hohe Geräuchpegel auch seinen Reiz. Man konnte tatsächlich noch nach Gehör fahren!!!
Trotz einer sehr sportlichen Fahrweise hatte mein Kadett einen Durchschnittsverbrauch von rund 7,6l/100km!!! Und dabei sollte man unbedingt erwähnen, wie krass man die Gänge ziehen konnte:
1. Gang: bis knapp 40km/h
2. Gang bis knapp 75km/h
3. Gang bis knapp 120km/h
4. Gang eigentlich schon bis „open end“
5. Spargang
Im Gegenzug war es aber auch möglich, den Wagen im 2. Gang sehr bequem anrollen zu lassen. Im dritten gang war dies mit einiger Anstrengung auch noch möglich. Im hohen Alter ließ er sich leider nicht mehr im vierten Gang anfahren. Andererseits: wozu auch?
Von den Rostschäden abgesehen, hat mich der Wagen nicht allzu viel an Reparaturen gekostet (die Unfälle zähle ich mal nicht mit). Jedoch musste eines Tages die Zylinderkopfdichtung repariert werden. Wer weiß, was die mit dem Wagen gemacht haben! Danach kam nämlich die Zeit, an der ich es beim Anfahren mit jedem anderen Fahrzeug aufgenommen hatte!!!
Die Kupplung mute eines Tages ausgetauscht werden (nach mehr als 140.000km) und die Radlager wurden hinten ausgewechselt. Das war es auch schon! Alles andere waren nur Verschleißteile (Bremsen etc.).
Alles in allem war mein Kadett E-CC 1.4i LS ein sehr schönes Auto, das ich auch heute noch sehr gern weiter empfehle. Gerade für Anfänger ist dieser Wagen sehr gut geeignet, da er doch sehr vieles toleriert und einfach nicht wirklich kaputt zu kriegen ist! Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, dass der Wagen der jüngeren Generation angehört und nicht schon vom Rost zerfressen ist. Dann wird man eine wirklich schöne Zeit mit ihm haben!
Aufgrund des hohen Fun-Faktors, der sehr erschwinglichen Gebrauchtwagenpreise und der sehr günstigen Ersatzteile, urteile ich bei diesem Wagen noch mit „gut“. Die Rostanfälligkeit ist bekannt und schmälert den Gesamteindruck. Die billige Innenausstattung macht sich leider auch darin bemerkbar, dass man sich einfach an Klappergeräuche etc. gewöhnen muß. Aber dies haben die alten Opels nun einmal so an sich!
Der oben durch Yopi beschriebene Kadett ist wohl ein Inserat gewesen! Allgemein kann man diese Eingaben ja nun wirklich nicht nennen!
***** BEMERKUNG
Sollte diesem Erfahrungsbericht über meinen ehemaligen Opel Kadett E-CC 1.4 LS noch irgendetwas wichtiges fehlen, so lasst es mich doch bitte bei den Kommentaren wissen. Natürlich freue ich mich aber auch über jeden weiteren, freundlichen Kommentar!
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!!!
© 2003 Lars Hermanns
wie immer mehr mitbekommen haben werden, hat mich schon vor vielen Jahren das Opel-Fieber gepackt. Auch, wenn ich nicht zu den berühmten Schraubern gehöre, so kam für mich bisher stets nur ein Opel als Fahrzeug in Frage. Mit dem Blitz am Auto aufgewachsen, war ich ja auch nahezu prädestiniert für diese Fahrzeuge. Hatten meine Eltern – während meiner Zeit – immerhin einen Opel Kadett A, einen Manta A, einen Kadett C, einen Rekord C, einen Vectra A und nun (noch) einen Vectra B. So verwundert es natürlich nicht, dass ich schon sehr früh auf den Geschmack gekommen bin.
Seit Mai 2001 fahre ich ja nun schon meinen Opel Vectra A Sportive (Bericht liegt vor), von dem ich mich auch so schnell nicht wieder trennen werde. Doch all die Jahre davor hatte ich einen Opel Kadett E-CC 1.4LS, über den ich Euch heute ausführlich berichten möchte. Viel Spaß daher mit meinem Bericht über ein Auto, dessen Form noch heute zu begeistern scheint!
***** DER KAUF
Wir schreiben das Jahr 1996. Genauer gesagt: Ende Februar 1996.
Lars ist noch bei der Luftwaffe und fiebert dem Ende seiner Dienstzeit (Ende März 1996) entgegen. Die Zeit hat er genutzt, um sich genügend Geld für die eigenen 4 Räder zur Seite zu legen. Immerhin hatte er es damals auf ziemlich genau DM9500,00 gebracht, die nun entsprechend investiert werden sollten. Doch welchen Wagen sollte man nehmen?
Ich bin mit meiner damaligen Freundin von einem Gebrauchtwagenhändler zum anderen gefahren. Mein Vorstellungen waren zwar ziemlich konkret, jedoch kamen diese mit den tatsächlichen Angeboten nicht immer überein. So dachte ich an den Kauf eines Peugeot 306, eines VW Golf GTI, eines Opel Kadett E oder eines Opel Manta A nach. Das Problem war bei alle den Autos, dass sie entweder keinen Kat hatten (oder nur einen U-Kat), zuviel Kilometer aufwiesen oder schlichtweg unerschwinglich waren (Golf GTI).
Ein Angebot über einen Peugeot 309 mit rund 100PS wurde von mir schon im Ansatz erstickt, da der Wagen einfach potthässlich war und so gar nicht in meine Vorstellung eines „Autos“ passte.
Beim Georg von Opel in Karben wurde ich dann ganz zufällig fündig, als ich schräg gegenüber beim Getränkekaufen war. Dort stand nämlich gerade ein Kadett E in „casablanca-weiß“, wie er mir absolut gefallen würde. Ein näherer Blick offenbarte dann, dass der Wagen nur rund 75.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Erstzulassung war der 15.02.1990. G-Kat und der Preis von DM7900,00 haben mich dann gänzlich überzeugt. Der sollte es werden.
Also: Probefahrt vereinbart, eine gemischte Strecke durch die Stadt, über die Landstraße und auf die Autobahn gewählt.
Gekauft!
***** ALLGEMEINE DATEN
Opel Kadett E-CC 1.4i
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Hubraum: 1389 cm³
Länge: 3998mm
Breite: 1663mm
Höhe: 1400mm
Leergewicht: 865kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 1380kg
Bereifung: 155R13
G-Kat
Glas-Schiebe-Hebedach, Dreitürer
***** MEINE MEINUNG UND FAZIT
Mit diesen allgemeinen Angaben wird einem klar, dass man dieses Auto nicht so belassen konnte. Meine Bedingung an den Händler war, dass er den Wagen zunächst kostenlos mit einer dritten Bremsleuchte versah. Ohne hätte ich ihn nicht genommen. Dass ich auf neuen TÜV und AU bestand, versteht sich wohl von selbst.
So kam es dann, dass ich ihn bereits zum Beginn des Monats März entgegen nehmen konnte (dauerte alles in allem nur 2 oder 3 Tage – bin mir nicht mehr sicher).
Das Grundproblem bestand nun erst einmal darin, den Wagen wieder einzufahren. Die beiden Vorbesitzer hatten ihn sehr schonen gefahren, was dazu führte, dass man schon sehr früh höher schalten musste, damit der Motor nicht zu jaulen anfing. Doch da ich in Holland stationiert war (Budel/NL), konnte ich ihn bereits auf der ersten Kasernenfahrt kitzeln und testen, was tatsächlich in ihm steckte. Damals brachte er es – trotz minderwertiger Bereifung von 155R13 – auf mehr als 220km/h bergab mit Rückenwind!!! Die Tachonadel ging bis zum Anschlag und ich konnte hören, dass er immer noch weiter beschleunigte!!!
Doch diese anfängliche Begeisterung musste natürlich noch gesteigert werden.
So durchzugsstark sich dieser kleine Wagen auch erwies – es gab immer mehr Autos, die ihm überlegen waren. Im Spurt ist selbst der kleine 60PS Motor eine Wucht. Aber spätestens ab etwa 140km/h merkt man doch sehr, dass er eben nur 60PS hat! Aber das hat mich eigentlich nie wirklich gestört. Gerade bei Start an der Ampel hatte ich wirklich jeden stehen gelassen.
Nun aber mal zu den allgemeinen Erfahrungen.
Das Cockpit des Opel Kadett E gibt es in mehreren Ausführungen.
In meinem Fall befand sich noch nicht einmal ein Drehzahlmesser am Armaturenbrett, was ich natürlich nicht so lassen konnte. Daher bestand ich vor dem Kauf auf eine entsprechende Montage, die auch kostenlos vorgenommen wurde. Dass es sich um analoge Anzeigen handelte, störte mich nicht. Bei einigen GSi’s sind die Anzeigen digital – jedoch vermutlich auch entsprechend störungsanfällig.
Die Sitze waren grau gemustert und absolut bequem. Der Seitenhalt war sehr gut und die Sitzlänge absolut akzeptabel. Der Rest war jedoch recht spartanisch. Das Autoradio ging ziemlich schnell kaputt und ich habe mich mehr als einmal über die schlechte Qualität der Boxen geärgert. Jedoch war ich auch zu geizig, dem in all den Jahren Abhilfe zu leisten.
Die Rückbank konnte komplett (nicht geteilt) umgeklappt werden, was den Kadett E-CC zu einem kleinen Laster machte. Die Stellfläche war einigermaßen eben, so dass ich mit diesem Wagen sehr bequem umziehen konnte. Schmalere Schränke haben bequem in den Laderaum gepasst (längs eingelegt), da dieser einen sehr breiten Zugang hat. Die Ladekante ist ziemlich tief, was das Be- und Entladen sehr erleichtert hat. Davon sollten sich manche modernen Modelle mal was abgucken!
Einzig störend ist, dass die Kofferraumabdeckung nur aus dünnem Plastik besteht. Eine direkte Montage besserer Boxen ist hier also ausgeschlossen. Aber es gibt viele Anbieter (gerade in Opel-Zeitschriften), die passend zugeschnittene Abdeckungen mit den Boxen anbieten. Aber: ich habe diese Möglichkeit nie wahr genommen!
Die Karosserie ist nahezu zeitlos schön anzusehen und hatte den Kadett E daher auch schon immer zu einem meiner Favoriten gemacht. Dies beweist heutzutage auch Daewoo, die sich von Opel offensichtlich die Erlaubnis haben geben lassen, eines ihrer Modelle wie den legendären Kadett E aussehen zu lassen. Dies sollte es daher auch noch ermöglichen, zahlreiche Ersatzteile für den Kadett E günstig erwerben zu können. Man sollte jedoch darauf achten, dass man das jüngere Modell erwischt! Dieses kann man sehr leicht an der Schnauze erkennen. Beim älteren Modell ist der Kühler in die Stoßstange integriert, während es sich beim jüngeren Modell um einen separaten kleinen Einsatz handelt! Außerdem fand der Modellwechsel – glaube ich – 1989 statt!
Die Karosserie des Opel Kadett E hat jedoch einen ganz großen Schwachpunkt. Die beiden „Arschbacken“ (die beiden hinteren Radläufe) sind extrem rostanfällig!!! Daher sollte man diese stets gut im Auge behalten und sofort handeln, wenn sich der unbeliebte Gast blicken lassen sollte. Ich habe dies leider stets ignoriert. Und so sah der Wagen eines Tages leider auch aus! Auch die Halterungen der hinteren Stoßstange können rostanfällig sein. Dies habe ich allerdings nur bei anderen Fahrzeugen feststellen können. Ich selbst bin davon verschont geblieben.
Bei den Untersuchungen vor dem eigentlichen TÜV-Termin fällt auf, dass die „Endspitzen“ (was auch immer das sein mag) stets repariert werden müssen. Dies macht sich zwar nicht wirklich finanziell bemerkbar, sollte jedoch auf jeden Fall angemerkt werden. Ich konnte bis heute nicht in Erfahrung bringen, um was es sich dabei eigentlich handelt. Vielleicht hinterlässt mir ja jemand von Euch einen entsprechenden Kommentar!?
Eine erstklassige Eigenschaft der LS Ausstattung ist zweifelsohne das Glasschiebehebedach! Dieses wollte ich unbedingt haben und war froh, dass es bei meinem Wagen gleich mit eingebaut war. Es handelte sich zwar nur um ein mechanisches Dach (Handbetrieb per Kurbel), doch stellte mich dies sehr zufrieden. Ärgerlich wurde später nur, dass es irgendwann anfing, undicht zu werden. Die Gummidichtung bewies, dass der Wagen eben nicht mehr ganz taufrisch war. Allerdings hatte ich den Wagen dann auch schon mehrere Jahre (muss so um 2000 gewesen sein). Da man lediglich bei sehr starkem Regen kleine Flecken auf dem Beifahrersitz feststellen konnte, belies ich es dabei und spielte schon mit dem Gedanken, mir demnächst ein neues Auto zuzulegen (zumal der Kadett bereits mehr als 140.000 Kilometer drauf hatte – für 60PS nicht schlecht).
Ein weiterer Schwachpunkt ist die Tür des Kadett E. Diese weist einen sehr breiten Spalt zur eigentlichen Karosserie auf, der eines nachts eine offensichtliche Einladung für Automarder darstellte! Diese haben meine Antenne abgebrochen und beide Türen aufgehebelt (bei der Fahrertür haben sie es nicht geschafft – die Beifahrertür hat nachgegeben). Dadurch entstand ein nicht unerheblicher Sachschaden, da das Dach auf beiden Seiten Druckstellen vom Hebeln aufwies. Da man diese Schäden aber nicht wirklich sehen konnte (nur, wenn man darauf achtete), belies ich es ebenfalls dabei. Gestohlen wurde jedoch nichts. Da das Autoradio bei Opel (ein Blaupunkt) über einen Code verfügt, haben sich die Diebe lediglich über mein Kleingeld hergemacht, dass ich für Parkuhren in den dafür vorgesehenen Schlitzen stecken hatte (in der Mittelkonsole). Schaden: rund DM2,00!!!
Im Laufe der Zeit habe ich meinen „Kadettilac“ dezent aufrüsten lassen. Wohl gemerkt: ich bin kein Schrauber! Ich fahre die Autos nur – mehr nicht!
So lies ich meinen Serienendtopf sehr bald gegen einen BOSAL-Endtopf von 2x70mm eintauschen. Der Sound war bereits nach einen knappen ¼ Jahr brutal! Immerhin verfügt der jungfräuliche Kadett E bereits über einen Sound, der manch anderen Wagen blass aussehen lässt!
Der Serienluftfilter wurde durch einen Austausch-Sportluftfilter von K&N ersetzt, der den Wagen noch ein wenig besser klingen ließ. Schulterpolster mit Opel-Emblem für die Sicherheitsgurte waren das die letzten Anschaffungen, die meinen „Dicken“ vom normalen Kadett E unterschieden.
Zu allererst ließ ich jedoch die Reifen wechseln. Wer fährt schon freiwillig mit 155R13 in der Gegend rum? Zugelassen (laut Schein und Brief) waren zudem Reifen der Dimensionen 185/60-14. Diese waren doch schon wesentlich besser und ließen den Wagen – gerade bei Kurvenfahrten – wesentlich sportlicher lenken.
Sportlich ist überhaupt der Hauptaspekt, wenn man sich einen Kadett E zulegen möchte. Selbst im hohen Alter von 10 Jahren mit mehr als 140.000 Kilometern und zwei sehr harten Crashs (Schaden jeweils rund DM 6.000), konnte man den Wagen immer noch bequem bis 180km/h ziehen. Für die heutigen Modelle ist diese Geschwindigkeit kaum noch erwähnenswert. Aber für einen kleinen Kompaktwagen mit 60PS aus dem Jahre 1990 war dies nahezu phänomenal!!! Vor allem beim Anfahren bei Ampeln! Da habe ich meinen „Dicken“ wirklich geliebt!
Was aus heutiger Sicht noch interessant ist, dass ist die Tatsache, dass der Wagen natürlich wesentlich lauter ist, als die moderneren Modelle. Die Fahrgeräuche sind gigantisch. Und jenseits der 180km/h ist es auch schon sehr anstrengend, den Wagen anständig unter Kontrolle zu halten. ABS und Servo sind Fremdwörter für den Kadett E LS! Ein Wagen mit nur 60PS hatte damals einfach noch nicht diese Einrichtungen, die heute zum guten Ton gehören. Daher war es für mich natürlich eine riesige Umstellung, als ich plötzlich mit dem Vectra A Automatik mit 115PS konfrontiert wurde. Dennoch hatte der hohe Geräuchpegel auch seinen Reiz. Man konnte tatsächlich noch nach Gehör fahren!!!
Trotz einer sehr sportlichen Fahrweise hatte mein Kadett einen Durchschnittsverbrauch von rund 7,6l/100km!!! Und dabei sollte man unbedingt erwähnen, wie krass man die Gänge ziehen konnte:
1. Gang: bis knapp 40km/h
2. Gang bis knapp 75km/h
3. Gang bis knapp 120km/h
4. Gang eigentlich schon bis „open end“
5. Spargang
Im Gegenzug war es aber auch möglich, den Wagen im 2. Gang sehr bequem anrollen zu lassen. Im dritten gang war dies mit einiger Anstrengung auch noch möglich. Im hohen Alter ließ er sich leider nicht mehr im vierten Gang anfahren. Andererseits: wozu auch?
Von den Rostschäden abgesehen, hat mich der Wagen nicht allzu viel an Reparaturen gekostet (die Unfälle zähle ich mal nicht mit). Jedoch musste eines Tages die Zylinderkopfdichtung repariert werden. Wer weiß, was die mit dem Wagen gemacht haben! Danach kam nämlich die Zeit, an der ich es beim Anfahren mit jedem anderen Fahrzeug aufgenommen hatte!!!
Die Kupplung mute eines Tages ausgetauscht werden (nach mehr als 140.000km) und die Radlager wurden hinten ausgewechselt. Das war es auch schon! Alles andere waren nur Verschleißteile (Bremsen etc.).
Alles in allem war mein Kadett E-CC 1.4i LS ein sehr schönes Auto, das ich auch heute noch sehr gern weiter empfehle. Gerade für Anfänger ist dieser Wagen sehr gut geeignet, da er doch sehr vieles toleriert und einfach nicht wirklich kaputt zu kriegen ist! Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, dass der Wagen der jüngeren Generation angehört und nicht schon vom Rost zerfressen ist. Dann wird man eine wirklich schöne Zeit mit ihm haben!
Aufgrund des hohen Fun-Faktors, der sehr erschwinglichen Gebrauchtwagenpreise und der sehr günstigen Ersatzteile, urteile ich bei diesem Wagen noch mit „gut“. Die Rostanfälligkeit ist bekannt und schmälert den Gesamteindruck. Die billige Innenausstattung macht sich leider auch darin bemerkbar, dass man sich einfach an Klappergeräuche etc. gewöhnen muß. Aber dies haben die alten Opels nun einmal so an sich!
Der oben durch Yopi beschriebene Kadett ist wohl ein Inserat gewesen! Allgemein kann man diese Eingaben ja nun wirklich nicht nennen!
***** BEMERKUNG
Sollte diesem Erfahrungsbericht über meinen ehemaligen Opel Kadett E-CC 1.4 LS noch irgendetwas wichtiges fehlen, so lasst es mich doch bitte bei den Kommentaren wissen. Natürlich freue ich mich aber auch über jeden weiteren, freundlichen Kommentar!
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!!!
© 2003 Lars Hermanns
Bewerten / Kommentar schreiben