Osnabrück Testbericht

Osnabrueck
ab 25,54
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(0)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von ewka78

Germany\'s Meetingpoint

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Neulich lasen wir einen Bericht über Osnabrück, was es da nicht so alles gibt und dass da auch noch 1,2 Mio Menschen leben sollen, also haben wir uns auf den Weg gemacht um es mal zu überprüfen. Erwartungsfroh auf eine pulsierende Millionenstadt kamen wir an, doch die Metropole suchten wir vergebens, auch bei den 1,2 Millionen dürfte es sich nur zu einem geringen Teil um Menschen handeln, vielleicht wurden bei dieser Statistik auch alle Haustiere mitgezählt. Osnabrück liegt übrigens zwischen Münster und Bremen, an der Landesgrenze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Die Anfahrt: Über die A1 kam ich (Gimmick404) aus Dortmund, am Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück, die letzte Haltestelle vor Niedersachsen, verließ ich die A1, wechselte auf die A30, Richtung Osnabrück/ Hannover, um allerdings nach bereits 5 KM auch diese Autobahn zu verlassen, das Ziel Osnabrück war erreicht. Ich erwartete nun, mich noch mindestens eine Stunde durch die Millionenmetropole, in der es häufig zum Verkehrskollaps kommen sollte - angeblich jedenfalls, den Erfahrungsberichten auf Ciao zu Folge. Doch bereist nach wenigen Minuten war ich praktisch in der Innenstadt. Komisch, ob ich hier falsch war, und dies nur ein Vorort? Da, ein Hinweisschild: Hauptbahnhof rechts abbiegen. Na also, ist nicht oft der Hauptbahnhof mitten in der Stadt? Ich musste ja sowieso dorthin, war doch der Bahnhof unser Treffpunkt, sicherlich auch deshalb, weil ja nur meine Anreise mit dem Auto erfolgte. Erwartungsfroh folgte ich den Hinweisschildern, nicht nur, weil ich ja die Riesenmetropole erwartete... aber irgendwie wurde es eher weniger städtisch. Seltsam, vielleicht ja eine Großstadt im Grünen? Da, Bahnhofsgarage. Hm, wieso denn Garage? Egal, rechts rein, achso, ein Parkhaus, nee, dann nehm ich doch lieber den Parkplatz da vorne, der kostet nichts. Und jetzt auf in den Bahnhof, sieht ja gar nicht mal so klein aus, na ja, ich bin ja eher unsern Bahnhof in Gummersbach gewohnt, wo grade mal ein Zug pro Stunde einläuft, verglichen mit Köln sieht es hier doch eher mickrig aus, dabei soll doch Osnabrück größer sein... erste Zweifel kamen in mir auf, dass ich hier einem Täuschungsmanöver aufgesessen bin.

Ich (ewka) meinerseits entschied mich für die Bahn, mangels eines fahrbaren Untersatzes. Ein solcher Metropolenbahnhof muss schon einiges zu bieten haben, wie zb. der Hamburger Hauptbahnhof, wo man selbst am Sonntag Schuhe kaufen kann. Nicht so aber in Osnabrück, ich kam dort an einem Bahnhof, der zwar eine historische Fassade hat, aber sonst eigentlich nichts bietet, bis auf das nötigste. Na ja, gut, das muss schon nichts heißen. Wenn man sich nach draussen bemüht dann wird man gleich von einem Multiplexkino von UFA erschlagen, was wir leider aufgrund von mangelnder Zeit nicht austesten konnten.

Da die Innenstadt hier nun wirklich nicht war, mussten wir also dahin zurück, was städtisch erschien. Gesagt getan, mitten hinein ins Getümmel fanden wir sogar binnen Minuten in Großstadtnähe einen Parkplatz, na sowas, wo war denn hier die Parkplatznot? Und jetzt hinein ins Getümmel, 5 Minuten Fußweg und die Altstadt baute sich vor uns auf. Links der Dom, oder zumindest etwas, was nach Kirche aussah. Das war allerdings noch nicht der Dom, was wir später erfahren haben, aber wir wussten auch, dass es hier auch noch irgendwo einen Schloss geben muss und wo sowas ist erfährt man eigentlich am besten an einem Touristeninfostand, dem wir zufällig begegnet sind. Hier kommt man sogar an einen Stadtplan heran, damit man sich nicht in der Stadt verlaufen kann, den wir auch leider im Eifer des Gefechts später verloren haben... Leider wussten wir auch nicht, wo hier ein Aldi ist, also gingen wir nochmal rein und fragten nach einem Plus und erhielten auch eine zufriedenstellende Auskunft.

Der berühmte Osnabrücker Dom ist ein eher kleiner romanischer Dom, der man überhaupt nicht mit dem Kölner Dom vergleichen kann, da der doch wirklich um einiges kleiner ist, also so quasi ein Dom im Westentaschenformat. Wir setzen uns vor den Dom, die Sonne schien, und genossen die im Plus erworbene Cola und dabei fiel uns auf, dass es noch kleiner geht, als wir bisher gedacht hatten: Osnabrück in Miniatur nachgebildet. Das ganze noch mit Blindenschrift beschriftet, damit man sich selbst als Blinder in Osnabrück nicht verlaufen kann. Die einzige Voraussetzung ist aber, dass man dabei am Dom bleibt.

Nach der Erkenntnis, dass man einen Dom im Miniformat bauen kann, machten wir uns auf die Suche nach dem ominösen Schloss und entdeckten den auch ziemlich schnell, da er doch etwas größer ist, als der Dom. Dabei begegneten wir einem ziemlich seltsamen Gebilde, das aussah wie ein Monster aus dem alten Apogee - Spiel 'Mystic Towers' (vielleicht erinnert sich sogar jemand mal daran), nur viel bunter und wir waren der einstimmigen Meinung, dass derjenige, der dieses Ding sich ausgedacht hat zu tief ins Glas geschaut haben muss, weil irgendwie kam uns das richtig fehl am Platz, zumal es würde wirklich jedes Bild verunstalten, wenn man versuchen würde ein Photo für sein Album zu machen. Deshalb hatten wir es dann auch unterlassen, ein Foto zu machen. Ok, wir hatten sowieso keinen Fotoapparat dabei.

Nach diesem Schock konnten wir es doch nicht sein lassen uns den Schloss noch von ihnen anzusehen und nach zahlreichen Ausweichmanövern an den Rasensprengern vorbei, gelangen wir doch ins Innere. Eigentlich hätte man in einem solchen historischen Gebäude ein Museum erwartet, doch dieses Gebäude schien von der Uni Osnabrück besetzt worden zu sein. In dem Schlosshof konnte man ebenfalls keine Bilder machen, weil dort überall Fahrräder standen, die das Bild komplett verunstalteten. Nachdem wir auch die Toilette im Schloss gefunden und benutzt hatten, gingen wir "hinten" raus, dort war auch so eine Art Schlosspark. Hier kann man sich auch im Sommer erholen, die einzige Voraussetzung ist aber, dass es gerade Semesterferien sind und die Sonne scheint.

Nun ja, eine Besichtigungstour macht auch hungrig und dann kam der nächste Stolperstein: In Osnabrück scheint es wenige Vegetarier zu geben, jedenfalls suchten wir gut eine halbe Stunde nach einem Restaurant, wo man was halbwegs vegetarisches essen kann. So gelangten wir dann in die Bierstrasse, die schon vom Namen her ziemlich einladend klang, dass man da wenigsens schon mal ein Bier trinken kann, aber trotz Bierstrasse fanden wir nichts zu mampfen fanden, was ewkas Ansprüchen genügte, und oft war auch nur Küche bis 15 Uhr. Erst am ende der Bierstrasse fanden wir dann doch noch was zu essen: ein Kartoffelhaus, natürlich im inneren dieses Hauses. Nach zahlenreichen Bieren, von denen einige auch nicht so ganz im Zielgebiet landeten, wurde es Zeit, aufzubrechen. So verließen wir das gastliche und gemütliche Establishment, um uns nach einem Teehaus umzusehen. Dabei fiel und - noch in der Altstadt - ein Hotel auf, über dessen Namen wir schon in der Kneipe uns amüsiert hatten, es hieß Walhalla. Leider wussten wir beide nicht so genau, warum der Name komisch ist, aber er ist es definitv, um so kurioser, dieses Gebäude direkt vor uns zu sehen. Nach einem kurzen Blick durch die Scheibe gingen wir weiter. Dabei fiel und auf, dass hier in der Altstadt fast alle Geschäfte schon um 18:30 zumachten. Ob man hier noch nicht mitbekommen hat, dass vor vielen Jahren das Ladenschlussgesetz geändert wurde?

Da wir aber irgendwie gar nicht fündig wurden auf der Suche nach einem Tee, gelangten wir dann sogar in die Einkaufsstraße, wo noch ein wenig Betrieb war, und hier schien es so, dass man doch erst um 20 Uhr schließt. Auch eine Art In-Lokal fanden wir, dabei verloren wir allerdings unseren Stadtplan, ob es daran lag, dass uns der Laden gar nicht gefiel? Da es immer später wurde und die zeit drängte (der letzte Zug fuhr um 20:28) beschlossen wir dann, zum Bahnhof zurückzufahren, um dort noch einen Abschlußtrunk zu uns zu nehmen. Dabei fiel uns zum - ich weiß nicht wievielten Male, ein ziemlich langes, recht neues Haus mit einer wirklich sonderbaren Architektur auf, ich schätze mal, es war 500 Meter lang, hatte aber lediglich 2 Stockwerke. Wohl aufgrund seiner Länge (und seiner Nähe zur Katharinenkirche, in deren Dunstkreis wir auch geparkt hatten) mussten wir es des öfteren passieren. Durch dieses Haus erfuhren wir auch wieso Osnabrück nun so heißt wie es heißt. Dieses Haus wies nämlich zwei Brücken auf, auf denen man zum anderen Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite laufen konnte. Somit war natürlich das Geheimnis gelüftet, wie die Erbauer der Stadt auf den Namen Osnabrück kamen.

Also ab zum Bahnhof, mit der Erkenntnis: 1,2 Millionen Einwohner gibt es hier nicht, tatsächlich sind es nur 160.000 und noch ein letztes Pils (diesmal alkoholfrei), noch die letzte Kanne Tee (sogar eine richtige) und so beendeten wir den Tag und traten den Weg wieder nach hause.





© Gimmick404 & ewka - 10.04.2002

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • topfmops

    16.06.2009, 17:21 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sind so in etwa auch meine Eindrücke.