Mit geschlossenen Augen (Taschenbuch) / Melissa P. Testbericht

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ab 7,92
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Erfahrungsbericht von Hoernchen123

Führt Sex zu Liebe?

Pro:

Leicht und flüssig zu lesen

Kontra:

Erotisch ist es nicht

Empfehlung:

Nein

Nachdem zwei meiner Vertrauten, nämlich squarerigger und chilli77, über dieses Buch berichteten und es auch durch die Medien geisterte, war mein Interesse geweckt. Ich wollte dieses Buch haben, selbst wenn es in den Berichten der beiden nicht sonderlich gut wegkam. Schließlich mag ich erotische Bücher und so landete das Werk bei amazon direkt mal in meinem Einkaufswagen...

1.Erstmal das Allgemeine

Titel: Mit geschlossenen Augen- Ein erotisches Tagebuch
Autorin: Melissa P., eine 18-jährige aus Italien
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum:Juli 2004
Seitenanzahl: 160
Preis: 7,95€
ISBN-Nr: 3-442-45765-3

Das Cover ist schlicht, der Rücken einer Frau mit langen Haaren ist zu sehen, die sich selbst an ihrem Zopf zu ziehen scheint. Das Buch ist im schlichten schwarzgrau gehalten, wie man ja auch auf dem Produktbild sieht.

2.Etwas zur Autorin

Melissa P. ist 18 Jahre alt und kommt aus Sizilien. Dieses Buch, das angeblich die Geschichte ihres eigenen Liebeslebens in der Teeniezeit erzählt, ist ihr Erstlingswerk, es verkaufte sich in Italien so gut, dass es wochenlang an der Spitze der Verkaufslisten stand. Inzwischen arbeitet sie an einem weiteren Buch.
In Interviews mit ihr, die ich gelesen habe, räumte sie ein, dass nicht alles in dem Buch der Wahrheit entspricht bzw. etwas ausgeschmückt ist, was ich durchaus auch glaube angesichts der Story...
Viel erfährt man über diese Melissa P. nicht, man munkelt gar, das Buch sei von einem Ghostwriter, da kein junges Mädchen so schreiben würde. Da wäre ich mir wiederum nicht so sicher...

3.Inhalt

Natürlich werde ich nun nicht alle Details des Buches preisgeben, denn dann wäre ja die Spannung für alle weg, die das Buch noch lesen möchten.

Das Buch, das in Tagebuchform geschrieben ist, handelt vorwiegend von einem: Sex und der Suche nach der großen Liebe.
Melissa ist 14 und eben auf der Suche nach der großen Liebe. Sie hat scheinbar die typischen Pubertätsallüren, die wohl jeder mal hat(te), in ihrem Fall äussern sie sich so, dass sie sich das Zimmer mit Marlene Dietrich-Postern verziehrt, im Halbdunklen sitzt und sich gern als Vamp gibt. Aber eigentlich steckt hinter dieser coolen Fassade ein Mädchen, nachdenklich und manchmal sogar romantisch ist.
Jedoch gerät sie immer wieder an die falschen Männer. Bei ihrem ersten Mal wird sie direkt von dem Jungen, in den sie so verliebt war, verarscht und veralbert, schnell wird klar, dass er nur Sex von ihr wollte, weil sie Jungfrau war. Als sie nicht gibt wie eine, ist sofort Schluss. Auf diese Enttäuschung hin, fässt sie einen Beschluss: Sie will nun mit jedem Sex haben, der es möchte, in der Hoffnung, dass sich dann mehr und eben einfach die große Liebe daraus ergibt.

Und dann nimmt das ganze seinen Lauf. Es beginnt mit Gruppensex mit Männern, die sie nicht leiden kann, geht weiter damit, dass sie sich Sex zwischen zwei befreundeten Männern anschaut, später beginnt sie im Internet zu suchen, nach allem, was sie vermeintlich anmacht...und da ist egal, ob es Transvestiten, Lesben oder S/M-Anhänger sind. Sie trifft sich mit allerlei Leuten, erlebt in ihren jungen Jahren viele Dinge, die manch andere Frau in ihrem ganzen Leben nicht erlebt und scheint das ganze aber nur teilweise zu geniessen. Immer wieder liest man eher von Abscheu, Ekel und Zwängen.

Im ganzen Buch ist überall mal wieder ein wenig Romantik eingestreut, deutlich wird immer wieder Melissas Wunsch nach Liebe, nach der sie eben auf eine sehr fragwürdige Art und Weise sucht.

Das Ende ist überraschend, etwas kitschig, aber immerhin ist es ein schlüssiges Ende, ein solches hatte ich beispielsweise beim Skandalroman \"Das sexuelle Leben der Catherine M.\" vermisst.

3.Meine Meinung....

Naja, es ist schon ein wenig seltsam, dass es ein so junes Mädchen auf die Idee kommt, durch Sex mit allen erdenklichen Menschen die große Liebe zu finden.
Dennoch erscheint mir manches nicht wirklich weit her geholt, in abgeschwächter Form kommt mir sogar einiges bekannt vor, es gibt Teenies die so ähnlich sind, Wenn auch meist bei weitem nicht so heftig. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass zumindest Ansätze autobiographisch sein könnten. Jedoch wird einiges übertrieben sein, so widerspricht sich Melissa P. später ja in Interviews auch recht oft, wenn es darum geht, was wahr ist und was nicht und mit wievielen Menschen sie nun Sex hatte.

Immerhin, zumindest ist das Buch unterhaltsam, auch wenn einem im Laufe des Buches die altkluge Melissa immer unsympathischer wird, da man immer mehr den Eindruck gewinnt, dass sie eine gspaltene Persönlichkeit ist, auf einer Seite ein altkluger Teenie auf der Suche nach Liebe, auf der anderen Seite ein Vamp, der eingebildet ist und nicht sagen kann, was er will. Mitleid hatte ich keines mit ihr, ich war auch nicht geschockt, denn sie hat da einen Fehler nach dem anderen gemacht und wenn jemand beispielsweise freiwillig mit Männern trifft, die man eklig findet und für sie die Domina spielt, obwohl man das auch nicht mag, dann ist das für mich nur dumm und nicht mitleidserregend.

Dadurch, dass ihr das alles keinen Spaß macht, beschreibt sie alles auch recht unerotisch. Nahezu alle Erzählungen von Sex handeln von Ekel und Abscheu. Spaß scheint Melissa nicht wirklich zu haben, Gewalt und Zwang spielen oft eine Rolle, es kommt auch beim besten will nicht rüber, als hätte sie wirklich Freude an der devoten Rolle, die sie so oft, nicht immer, einnimmt. Sie macht es, weil sie denkt, es machen zu müssen und ist dabei, wie sie selbst sagt, eiskalt und gefühllos. So macht das Lesen irgendwie nicht so richtig Spaß, denn oft denkt man nur \"wieso tut die sich das denn an, wenns so schrecklich ist?\" und logischerweise sind solche sexuellen Darstellungen alles andere als erotisch. So hat das Buch in diesem Sinne eigentlich für mich komplett das Thema verfehlt.

Offen ist ihre Erzählweise auf jeden Fall, was in einigen Berichten hier ja als positiv bewertet wurde. Man erfährt ihre Erlebnisse in allen Details, allerdings finde ich die Sprache teilweise etwas zu vulgär und brutal.

Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, die Abschnitte für die einzelen Tagebucheinträge sind meist nicht allzu lang und enthalten kaum Geschwafel. Es geht um Sex, Männer und ab und an auch mal um teenietypische Dinge wie die Schule. Alles macht zusammengefügt Sinn und gibt einem einen guten Eindruck von Melissa P..

4.Leseprobe

Damit Ihr Euch selbst ein wenig einen Eindruck machen könnte von dem Buch und dem Schreibstil, hier noch eine Leseprobe:

<< \"Blas mir einen, du Sau\", verkündete er.
Mein Scham verdrängend, tat ich, was er von mir verlangte. Ich spürte, wie sein Glied in meinem Mund groß und hart wurde, dann griff er mir unter die Achseln und zog mich aufs Bett. Er warf sich auf mich, als wäre ich eine leblose Puppe, und zielte mit seinem langen Prügel auf mein Geschlecht, das noch ziemlich trocken und kaum geweitet war.
\"Ich will dir weh tun. Komm´, schrei, lass mich hören, dass ich dir wehtue.\"
Ich schrie, während sich das dunkle Zimmer um mich drehte.>>

Ob man sowas nun erotisch findet oder nicht, ist ja jedem selbst überlassen, ich persönlich find es eher abschreckend.

===Fazit===

Die Geschichte einer pubertierenden Göre, die nicht genau weiss, was sie will und immer wieder schwankt zwischen der Suche nach der großen Liebe und dem Austesten aller sexuellen Phantasien, selbst wenn die ihr gar nicht gefallen.
Erotisch fand ich das Buch aufgrund der vielen Darstellungen von Gewalt und Zwang nicht, aber immerhin war es zumindest streckenweise ganz interessant, und auch in sich schlüssig. Und auf jeden Fall war es besser als \"Das sexuelle Leben der Catherine M.\", dem Buch mit dem es ja immer wieder verglichen wird.

25 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Dobby

    21.05.2005, 10:42 Uhr von Dobby
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du solltest deinen Bericht überarbeiten, wenn du ihn von ciao hierher kopierst (erster Satz!)

  • April

    25.01.2005, 12:11 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Glücklicherweise gibt es bessere Bücher ;-)!!! LG April

  • sulpitz

    22.11.2004, 22:40 Uhr von sulpitz
    Bewertung: weniger hilfreich

    dein Bericht ist sehr negativ ausgerichet gegen das Buch....Ich habe es quasi verschlungen....aber ist wohl geschmacksache....Persönlich bin ich gespannt aufs nächste Buch von ihr....ob nun von ihr selbst getipp oder von Ghostwritern

  • azadfan

    26.09.2004, 17:24 Uhr von azadfan
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das hört sich eher pervers, als erotisch an!?! Naja, für mich klingt es etwas unreal. Klar gibt es Weiber, die mit jedem Kerl f*****, aber dass die sich über Internet etc. mit Männern trifft kommt mir dann doch etwas spanisch vor (dam