Palmolive Antibakteriell Testbericht

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Erfahrungsbericht von ute161

Antipathie gegen Antibakteriell

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

VORGESCHICHTE

Was macht man, wenn die eigene Küche so klein ist, dass man sich zwischen Waschmaschine und Spülmaschine entscheiden muss? Ganz einfach, man entscheidet sich für die Waschmaschine und spült mit der Hand. Ist ja im Grunde auch nicht so tragisch, wenn der Haushalt nur aus zwei Personen besteht, die beide von Montags bis Freitags in den Genuss von wunderbarem (?) Kantinenessen kommen und die Küche dementsprechenden nur am Wochenende richtig nutzen.

Die Leser mögen es schon erahnt haben, um wen es in dieser Einleitung ging: natürlich um meinen Haushalt, nein, vielmehr unseren Haushalt, wir sind ja zu zweit, und meinem Freund ist es auch nur zu verdanken, dass ich diesen Testbericht schreiben konnte. Ich wäre nämlich nie auf die Idee gekommen, ein antibakterielles Spülmittel zu kaufen.

Doch kaum schicke ich meinen Freund mal alleine zum Einkaufen, womit kommt er da nach Hause? Richtig: Palmolive antibakteriell! Schließlich sollen die bösen Mikroorganismen bei uns keine Chance haben! Und die Werbung hat meinem Freund ja auch versprochen, dass mit diesem Mittel diese kleinen Viecher keinerlei Überlebenschance mehr hätten.

Nun denn, das Spülmittel stand nun bei uns in der Küche, da konnte ich es auch genauso gut mal benutzen. Und ein Sonntagabend mit Frühstücksgeschirr, Kaffeegeschirr vom Besuch der Schwiegereltern und Töpfen und Pfannen von unserem abendlichen Kochgelage schien genau das richtige für einen Praxistest zu sein. Der Test konnte beginnen.


DER PRAXISTEST

Zunächst fiel mir auf, dass das meine Hände sich schon nach dem Spülen einiger Gläser rau anfühlten und spannten. Na ja, dachte ich mir, du sollst ja auch damit spülen und nicht unbedingt stundenlang deine Hände darin baden, auch wenn Tante Tilly immer meinte, das wäre gut für die Haut. Doch als ich dabei war, die Töpfe zu schrubben, fingen meine Hände an zu jucken, als hätte ich in lauter Brennnesseln gepackt. Doch tapfer, wie ich nun einmal bin, habe ich bis zum bitteren Ende durchgehalten *mirselbstaufdieSchulternklopf*. Danach stand für mich allerdings fest: Die nächste Zeit spült mein Freund, zumindest so lange, bis die Flasche Palmolive aufgebraucht ist!

Zum Spülergebnis wäre anzumerken, dass das Geschirr und die Gläser genauso sauber wurden wie mit jedem anderen Spülmittel, das wir bisher benutzt haben. Die Fettlösekraft war nicht stärker, aber auch nicht geringer wie bei herkömmlichen Mitteln. Leider habe ich kein Mikroskop im Haus, so dass ich nicht vergleichen konnte, ob tatsächlich alle kleinen blauen haarigen Bakterienmonster verschwunden sind.

So stellte sich mir nun die Frage, inwiefern ein solches antibakterielles Spülmittel überhaupt nötig ist. Und Ute wäre nicht Ute, wenn sie sich da nicht auch noch schlau gemacht und einige interessante Informationen gefunden hätte.


WAS DIE FACHLEUTE DAZU SAGEN

Sowohl das Umweltbundesamt, das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, das Robert Koch-Institut und die Zeitschrift Test erklären, dass der Einsatz von Wasch- und Putzmitteln mit antibakterieller Wirkung die Umwelt unnötig belastet und gesundheitliche Risiken birgt.

Laut Umweltbundesamt ist die Wirksamkeit derartiger Produkte nicht erwiesen. In aller Regel reichen die Konzentration und die Einwirkdauer der antibakteriellen Substanzen für eine effektive Desinfektion nicht aus. Außerdem besteht die Gefahr, dass die natürliche Hautflora sich unter dem Einfluss dieser aggressiven Produkte verändert und Allergien entstehen können (Das würde zumindest meine roten juckenden Hände erklären...).Durch den Dauereinsatz von antibakteriellen Reinigungsmitteln kann sich außerdem die natürliche Widerstandskraft gegen Bakterien verringern, resistente Bakterien würden sich verbreiten.

Auch unter Umweltaspekten ist der Einsatz von antibakteriellen Wirkstoffen mehr als bedenklich. Ein Teil dieser Wirkstoffe wurde bereits im Rahmen internationaler Abkommen als gefährliche Stoffe deklariert. Insbesondere Wirkstoffe, die Phenole und Halogene enthalten, können bei entsprechenden Konzentrationen die Arbeit biologischer Kläranlagen beeinträchtigen. Dadurch wird die Reinigungsleistung der Kläranlagen verringert und Schadstoffe gelangen in die Flüsse und Seen. Wann diese Stoffe dann über den natürlichen Kreislauf wieder zum Menschen gelangen, ist nur noch eine Frage der Zeit.


MEIN FAZIT

Für dieses Produkt gibt es im Grunde nur eine Bewertungsmöglichkeit, doch leider ist es nicht möglich, null Sterne zu vergeben. Die Art und Weise, wie uns durch die Werbung suggeriert wird, wie wichtig es doch sei, antibakterielles Spülmittel oder auch andere Produkte wie Putzmittel oder Müllbeutel zu benutzen, zeugt von absoluter Rücksichtslosigkeit gegenüber der Umwelt. Diesen Wahnsinn kann und will ich nicht tolerieren, und aus diesem Grunde kommt mir kein antibakterielles Putz- und Reinigungsmittel mehr ins Haus.

11 Bewertungen, 3 Kommentare

  • soljanka

    18.03.2002, 12:48 Uhr von soljanka
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich liebe Bakterien, vorallem weibliche ;-)

  • oelfinger

    24.02.2002, 14:57 Uhr von oelfinger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Clowny war natürlich kein Tippfehler, aber eigentlich bin ich ein Fan. Mit dem Antibakterielen kram sehe ich das genauso. Gibt ja auch Müllbeutel die angeblich so ausgerüstet sind. Für mich sind das nur gefährliche Werbegags. Je me

  • monkey

    17.02.2002, 15:45 Uhr von monkey
    Bewertung: sehr hilfreich

    Man liest sich :o)