Panic Room (DVD) Testbericht

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Panic-room-dvd-thriller
ab 11,53
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Erfahrungsbericht von Susi17

Panik!! :)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach David Finchers originellen und subversiven Fight Club, der jetzt schon ein moderner Klassiker ist, ist sein neuer Film Panic Room erschreckend konventionell - nämlich eine aufgeblasene und brutalisierte Home Alone-Variante (Kevin allein zu Haus) für Erwachsene.


Jody Foster spielt die Ex-Millionärsgattin Meg (Jodie Foster), die mit ihrer Tochter Sarah ein riesiges Haus in New York bezieht. Schon in der ersten nacht dringen drei Einbrecher ins Haus ein und Meg und Sarah suchen Zuflucht im „Panic Room“, einem hermetisch abgeschlossenen Raum, von dem man das gesamte Haus überwachen kann. Aber die drei Eindringlinge sind nicht gewillt aufzugeben; das Geld hinter dem sie her sind, befindet sich ausgerechnet im Panic Room.


Die drei Einbrecher sind Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Forest Whitaker spielt den Sicherheitstechniker Burnham, der den Panic Room besser kennt als irgendjemand anders. Begleitet wird er vom inkompetenten Kleinkriminellen Junior (Jared Leto), der außerdem spontan den skrupellosen (und maskierten) Raoul (Dwight Yoakam) mitgebracht hat. Die Situation zwischen den Drei ist derart angespannt, dass man jeden Augenblick einen Gewaltausbruch erwartet und dabei trotzdem durchsetzt mit schwarzem Humor. Die Reibungen zwischen dem gewaltbereiten Rauol und dem geschwätzigen Junior funktionieren ebenso gut wie die unterschwellige Abneigung zwischen Burnham und Raoul.


Das Drehbuch von David Koepp (Mission Impossible) ist extrem konventionell, entschädigt aber mit gut geschriebenen Dialogen und selbstironischen Anflügen. So macht sich einer der Charaktere im letzten Drittel über eine sehr offensichtliche Schwäche des Drehbuchs lustig. Dazu zeigt David Fincher, dass er mit seiner exzellenten Optik auch klassische Spannungsmomente perfekt timen und in Szene setzen kann. Stellenweise musste ich an Bound, das Debüt der Wachowski Brothers, denken, in dem ebenfalls durch ein Katz- und Maus-Spiel auf engstem Raum eine beinahe unerträgliche Spannung erzeugt wird. Ebenso wie die Wachoskis haben es Fincher besonders extravagante Kamerabewegungen angetan. Wie schon in Fight Club sind diese mit perfekt integrierten Computer-Effekten angereichert, so dass beispielsweise in einem langen Shot die Kamera mühelos durch mehrere Stockwerke, ein Treppengeländer und den Griff einer Kaffeetasse fährt; quasi eine Citizen Kane-Hommage auf Speed.


Jody Foster ist durchweg überzeugend in ihrer Wandlung vom Opfer zum Aggressor. Am besten ist aber Yoakams Raoul als eiskalter Profi gibt, mit dessen Arbeitsmethoden und Ansichten seine Komplizen nicht immer einverstanden sind. Yoakam, der schon in Sling Blade einen wundervoll unsympathischen Charakter gespielt hat, braucht einfach mehr solcher Rollen.


Wie anfangs angedeutet, ist das Konzept von Panic Room nicht übermäßig ambitioniert oder tiefgründig. Was bleibt, ist aber ein exzellent geschriebener und in edler Optik verpackter Thriller mit hochspannenden Momenten, exzellenten Dialogen, solider Besetzung und aufregenden Twists. Nett ist auch der (stumme) Kurzauftritt von Seven-Autor Andrew Kevin Walker und kleine Momente wie wenn sich ein halbverbrannter Charakter als erstes eine Zigarette anzündet - Peckinpah wäre stolz gewesen. Wer gerne einen Abend auf dem Rand des Kinosessels verbringt, kann mit Panic Room nichts falsch machen. Er mag kein Meisterwerk sein, aber man merkt in jeder Szene, dass man sich in den Händen eines Meisters befindet.

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tris.

    06.03.2005, 21:28 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist nicht so recht ein Film für mich, so wie Du ihn beschreibst.