Panic Room (DVD) Testbericht

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Panic-room-dvd-thriller
ab 11,53
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011

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Erfahrungsbericht von winterspiegel

Guter Gangster - böser Gangster

Pro:

Bildgewaltiger, spannender Thriller, Schauspieler

Kontra:

Kommt etwas langsam in Fahrt, DVD-Extras

Empfehlung:

Ja

Wie viele Regisseure der neuen Generation, verdiente sich auch David Fincher seine ersten Sporen mit Werbefilmaufträgen. Dann bekam er die große Chance sein ganzes Potenzial, dass eigentlich in ihm steckt zu zeigen, als die \"Alien-Reihe\" in die dritte Runde ging. Vom Einspielergebnis blieb dieser Teil leider hinter den Erwartungen zurück, obwohl er optisch mit Sicherheit beeindruckte.

Dasselbe könnte man auch von Finchers „The Game“ behaupten, in dem Michael Douglas einen arroganten Geschäftsmann spielt, dem der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Zu der genialen Optik kam dann in seinem Meisterwerk „Sieben“ noch eine nervenzerreisende Spannung, die diesen Streifen bis dato zu seiner mit Abstand besten Arbeit werden lässt. Ähnlich gut war „Fight Club“, der aber aufgrund seiner anarchischen Machart und den daraus resultierenden brutalen Szenen, sicher nicht jedermanns Sache war.

Wer eine solche Auswahl an unterschiedlichsten, aber jederzeit faszinierenden Filmen vorliegen hat, der muss sich auch immer wieder mit diesen Vorgängern vergleichen lassen, ob er es den will oder nicht. Auch sein aktueller Streifen „Panic Room“ der nun auf DVD vorliegt, muss sich Wohl oder Übel an diesem hohen Standard messen lassen, dehn er sich sozusagen selber auferlegt hat.



FILMHANDLUNG


Geld spielt bei Meg Altman (Jodie Forster) keine Rolle, als sie und ihre Tochter Sarah (Kristen Stewart) auf Wohnungssuche in New York sind. So ist das exklusive Apartment mitten in Manhattan, dass ihnen offeriert wird, ein Angebot bei dem sie praktisch nicht nein sagen können. Neben reichlich Platz bieten diese neu erworbenen vier Wände ein ganz besonderes Feature. Es handelt sich um ein geheimes Zimmer, dass bei Gefahr als letzte Rückzugsmöglichkeit genutzt werden kann. Die frischgebackenen Immobilienbesitzer wundern sich noch über dieses seltsame Extra, dass im Kauf inbegriffen und mit den neusten technischen Spielereien ausgestattet ist.

In der darauffolgenden Nacht allerdings müssen Mutter und Tochter schneller als ihnen lieb sein kann auf diesen „Panic Room“ zurückgreifen, als maskierte Männer in die Wohnung eindringen.
Erst sieht es so aus als wären Meg und Sarah sicher, als sie sich schnell in den geheimen Raum der Wohnung begeben. Sie wollen erst mal so lange abwarten bis sich die Halunken wieder verzogen haben. Denn es gibt leider keine Möglichkeit aus dem abgeschotteten Zimmer um Hilfe zu rufen, da Meg es versäumt hat die Telefonleitung Freischalten zu lassen.

Doch das Gaunertrio denkt überhaupt nicht daran den Rückzug anzutreten, auch scheinen sie aufs genaueste mit den Örtlichkeiten vertraut zu sein. Als die Verbrecher schließlich mit den im Schutzraum gefangenen Frauen Kontakt aufnehmen, stellt sich langsam heraus, dass sich Meg und Sarah ausgerechnet den falschesten Raum in der Wohnung ausgesucht haben um sich zu verbarrikadieren. Denn genau da wo sich jetzt die wie Ratten in der Falle gefangenen Frauen befinden ist etwas, dass die immer nervöser werdenden Strolche unter allen Umständen in ihren Besitz bringen wollen...



KRITIK


Schon zu Beginn stimmt uns Fincher wieder auf eine seiner hochinteressanten visuellen Reisen ein, auf die wir uns mit diesem Werk eingelassen haben. Weitläufige Wolkenkratzersilhouetten und schwindelerregende Straßenschluchten mit großflächigen Werbetafeln schaffen eine anonyme und kalte Atmosphäre, in der dieser Streifen angesiedelt ist. Diese Eingangssequenz erinnerte mich ein wenig an die von „Psycho“, die hier wohl ein wenig Pate gestanden hatte. Der Fernsehsender Pro Sieben wiederum hat sich diesen urbanen Stil für seine XXL Eigenwerbung zu nutze gemacht.
Sodann nimmt der Regisseur uns mit, um an einer Besichtigungstour durch die riesige Wohnung teilnehmen zu können. Hier kann sich der Zuschauer mit den Lokalen Gegebenheiten genauer vertraut machen, da sich praktisch die gesamte Handlung in diesen Räumen abspielen wird.
Diese Einleitung wurde auf das Nötigste beschränkt, um so schnell wie möglich auf die eigentliche Auseinandersetzung zwischen den Eindringlingen und den eingeschlossenen Frauen zu kommen.

Die Kamerafahrten die sich über weite Strecken durch den Film ziehen, verblüffen einmal mehr durch die ungewöhnliche Sichtweise der Dinge. Wir schleichen uns z.B. Millimeter vom Badezimmerboden entlang, um uns in einer unaufhaltsamen Fahrt der Hauptdarstellerin zu nähern, die in der Wanne liegt, Wein trinkt und ihren untröstlichen Selenzustand offenbart. Oder wir schweben einfach von einem Stockwerk ins nächste -, durch Zimmer, Wände und Türen, um in einer (wohl gemogelten) einzigen Einstellung die momentane Situation im ganzen Haus zu erfassen. So beeindruckend und stimmungsvoll dieses filmische Mittel, dass Fincher in der Zwischenzeit zur Perfektion gebracht hat auch sein mag, einer leichten Überbeanspruchung solcher Sequenzen konnte ich mich nicht erwehren.

Bei der Darstellung der Tochter (Sarah) fiel mir noch auf, dass sie für mein Verständnis gerade anfangs doch sehr unsympathisch gezeichnet wurde, sodass sie - als später ihre Krankheit ans Licht kommt - kein wirkliches Mitleid von Zuschauerseite mehr erwarten kann.
Auch Forest Whitaker als Burnham mit seinem treuen Dackelblick, ist ganz offensichtlich vom ersten Augenblick an der netteste Einbrecher, der je einen Fuß in das Eigenheim eines Häuslebesitzers setzte. Somit ist allerdings auch der Schluss, der ohne Zweifel spannungsgeladen inszeniert wurde, ein wenig leicht auszurechnen. Vergeblich wartet man auf allzu große Überraschungen, oder gar einen wirklich außergewöhnlichen Knalleffekt gegen Ende.



RESÜMEE


Eher wie ein Thriller aus den 50ern oder 60ern kommt Finchers „Versteckspiel“ daher. Erst langsam kommt er immer mehr auf Touren, um am Ende noch mal so richtig zuzulangen.
Es kann deshalb durchaus sein, dass so manchem MTV-geschädigtem,
Rockmusik und – „es-muss-ständig-von-irgendwo-her-krachen-Filmfan\" die Augenlider beginnen zuzufallen, bevor die nicht unblutige Action im Schlussteil beginnt sich doch noch mächtig ins Zeug zu legen.
Für Liebhaber psychologischer Thriller mit Hitchcock-Einflüssen und einer Geschichte, die in beeindruckender Weise durchaus zu fesseln versteht, ist dieser Film aber geradezu wie geschaffen.



DVD


Bild und Ton

Haben viele DVD – Umsetzungen ihre liebe Not gerade mit etwas dunkleren, oder Nachtaufnahmen, so zeigt dieser Silberling in dieser Disziplin seine wahre Stärke. Absolut klar und mit einem hohen Kontrast ausgestattet, ist selbst auf einem durchschnittlichen Fernseher noch jedes Detail in diesen Sequenzen zu erkennen. Selbst in den Schwarz-Weiß Monitoraufnahmen innerhalb des Filmes, sind noch sämtliche Handlungsverläufe gut zu erkennen.
Der Ton reiht sich in dieses gute Ergebnis ein. Die Musik in der Tradition von alten Gangsterfilmen komponiert, verleiht dem Film nicht nur eine düstere Atmosphäre, sondern kommt auch mit einiger Eindringlichkeit aus den Boxen. Vor allem der Soubwoofer bekommt die Hauptlast der Arbeit aufgebrummt, und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Sourraundeffekte sind etwas sparsamer aber nicht weniger effektvoll eingesetzt worden.



EXTRAS


Wenn ich eine DVD von Columbia in Händen hatte, konnte ich bisher eigentlich immer darauf vertrauen, dass im Bezug auf das Bonusmaterial eigentlich fast nie eine Enttäuschung folgte. Doch diesmal ist tatsächlich alles anders.
Die Filmografien vom Regisseur und den Darstellern, dazu noch einen winzigen Trailer, sind streng genommen nicht einmal Alibi-Extras.
Bleibt zu hoffen, dass es ein einmaliger Ausrutscher, der in dieser Beziehung immer vorbildlichen Firma war.
Allerdings glaube ich eher, dass diese Praxis die einige andere Verleiher schon geraume Zeit praktizieren durchaus Methode hat.
Schließlich kann man dann dem hochgeschätzten Filmfreund in absehbarer Zeit mit einer Special Edition oder ähnlichem, weiteres Geld aus der Tasche locken.

Nachtrag: Und so ist es auch gekommen. Vor kurzem ist eine Doppel-Scheibe mit lohnenden Extras erschienen, die aber dann doch recht teuer ausfällt.



FILMDATEN

Filmlänge:107 Minuten

Bildformat:2.40:1 (16:9)

Audiokanäle: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1 Deutsch / dts

Untertitel: Deutsch / Englisch / Türkisch


winterspiegel für Ciao & Yopi

27 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Madrianda

    07.11.2004, 14:16 Uhr von Madrianda
    Bewertung: sehr hilfreich

    Fand den Film, den wir seinerzeit im TV ansahen, sehr, sehr spannend. Jodie Foster war für diese Rolle wie geschaffen:-) Einige Deiner Kritikpunkte kann ich nachvollziehen (z.B. die Tochter, welcher man kaum Sympathien entgegenbrachte) Trotzdem w&uuml

  • mima007

    09.06.2004, 00:58 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    dir vielleicht doch endlich mal die neue Special Edition DVD (3 Discs) anschauen. Ich übrigens auch;-) VG, mima

  • lordmaster

    05.06.2004, 18:40 Uhr von lordmaster
    Bewertung: sehr hilfreich

    cooler film! war ich mal im kino drin1:>