Panic Room (VHS) Testbericht

Panic-room-vhs-thriller
ab 10,76
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Erfahrungsbericht von lost_hero

"My Home Is My Castle" - Wirklich?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Story
Nichts kann es Schlimmeres geben als ein Gefangener in den eigenen vier Wänden zu sein. Dies ist der Grundgedanke, auf dem der neueste Thriller von David Fincher basiert.
Die Story ist dabei eigentlich recht schnell erzählt: Meg Altman (gespielt von einer überragenden Jodie Foster) zieht mit ihrer an Diabetes leidenden Tochter Sarah (Kristen Stewart) in ein äußerst düster und bedrohlich wirkendes Haus ein. Die Besonderheit des Hauses ist dabei neben seiner Größe, das Vorhandensein eines sogenannten Panic Rooms, einen vollkommen nach außen abgeschotteten Sicherheitsraum mit sämtlichen Notvorkehrungen, wie z.B. separater Telefonleitung, eigenem Belüftungssystem , einer ausgeklügelten Kamera-Überwachungsanlage, usw., in den man sich bei Gefahr hineinflüchten kann. (Kleine Anmerkung: Solche Panic Rooms gehören unter den Reichen Amerikas derzeit zu einem der beliebtesten Trends).
Natürlich kommt es dann auch, wie es kommen muss: Bereits in der ersten Nacht dringen drei Einbrecher (Forest Whitaker, Jared Leto und Dwight Yoakam) in das Gebäude ein und versuchen, an das dort versteckte Erbe des Vorbesitzers zu gelangen. Nicht ahnend, dass dabei gerade der Panic Room das Ziel der Eindringlinge darstellt, flüchten sich Meg und ihre Tochter dort hinein. Es kommt nun mehr und mehr zu einer Patt-Situation, denn die Einbrecher, die mehr und mehr zum Einsatz brutaler Gewalt bereit sind, können nicht ins Innere des Panic Rooms gelangen, und die beiden, die drin sitzen, können nicht hinaus. Mit der Zeit entwickelt sich so ein mörderischer Wettkampf um Leben und Tod, der durch den Krankheitszustand von Megs Tochter (leider ein bisschen zu klischeehaft geraten) sowie Streitereien zwischen den Einbrechern (teilweise richtiggehend amüsant, dann aber auch wieder sehr gewalttätig) immer weiter angeheizt wird.

Umsetzung:
Soviel zur eigentlich recht einfachen Story. Und auch bei der Wahl der Örtlichkeiten hat sich Fincher auf das Nötigste beschränkt, der ganze Film spielt nahezu ausschließlich im Inneren des Hauses. Dagegen hat sich Fincher bei der Gestaltung und der Kameraführung keinerlei Beschränkungen auferlegen lassen. Beeindruckende Kamerafahrten durch das Haus, ja sogar durch Schlüssellöcher sowie eine gelungene Lichtmalerei bringen zusammen mit der extrem düsteren und teilweise wirklich erschreckenden Gesamtatmosphäre den typischen Fincher-Stil zur Geltung. Dazu kommt, dass sich die Schauspieler, allen voran die „intelligenteste Schönheit Hollywoods“, Jodie Foster, in ausgezeichneter Spiellaune befinden, was natürlich auch seinen (beträchtlichen) Teil zum Ganzen beträgt.

Fazit:
Mir hat der Film sehr gut gefallen, trotz oder genauer gesagt, vor allem wegen seiner beklemmenden Atmosphäre. Dieser Film gibt dem Sprichwort „My home is my castle“ eine ganz neue Bedeutung, indem er dieses Sprichwort ins Extreme treibt und damit eigentlich völlig umkehrt, denn letztlich wird der Schutzraum darin zu einem Gefängnis für die beiden Bewohnerinnen.
Dies jetzt als Parabel für die amerikanische Gesellschaft nach den Terroranschlägen im September zu deuten, wie das „Der Spiegel“ und „stern“ in ihren Artikeln über „Panic Room“ ansatzweise getan haben, so weit würde ich dabei aber keinesfalls gehen. Vor allem nicht, weil der Film zu diesem Zeitpunkt schon größtenteils fertig abgedreht war.
So ist „Panic Room“ für mich also ein spannender, gut durchgestylter Thriller, dessen geradlinige Story dem Ganzen keinen Abbruch tut, denn dadurch gelingt es dem Film erst, die klaustrophobische Atmosphäre aufzubauen und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

14 Bewertungen, 2 Kommentare

  • BadRussian

    08.06.2002, 16:53 Uhr von BadRussian
    Bewertung: sehr hilfreich

    Innovativer Überschrift!

  • kulosa

    08.06.2002, 16:50 Uhr von kulosa
    Bewertung: sehr hilfreich

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