Panic Room (VHS) Testbericht

Panic-room-vhs-thriller
ab 10,76
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Erfahrungsbericht von Joebln

Achtung Falle!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein Panikraum soll – nach dem Vorbild geheimer Räume in mittelalterlichen Schlössern - im noblen Wohnviertel des New Yorker Stadtteils Manhatten dafür sorgen, dass sich die Bewohner der eleganten und großen Stadtvilla im Falle eines Einbruchs ohne Umwege in Sicherheit bringen können. Der versteckte, mit Stahlbeton ausgekleidete und mit eigener Belüftung, eigenem Strom und Telefon sowie ausgeklügelter Videotechnik versorgte Raum soll seinen Insassen absolute Sicherheit bieten, bis die Polizei da ist.

Meg Altmann (Jodie Foster) hat sich gerade von ihrem schwerreichen Mann getrennt. Und schon in der ersten Nacht im neuen Heim werden sie und ihre Tochter von Einbrechern überrascht und müssen kurzer Hand in den Panikraum fliehen. Das Dumme ist nur, was die Einbrecher wollen, befindet sich in eben diesem Raum. Und der separate Telefonanschluß wurde noch nicht freigeschaltet. So kommt es zu einer Pattsituation, da weder Meg den Raum verlassen will/kann noch die Einbrecher wieder abziehen.

Für den Zuschauer beginnt hier ein psychologisches Katz-und-Maus Spiel, dessen Ende bei einem Hollywoodfilm natürlich von vornherein bekannt sein dürfte. Trotzdem gelingt es Regisseur Fincher, ein Maß an Spannung aufzubauen, dass den Zuschauer fesselt und den Film genießen lässt.

\"Panic Room\" ist weder ein Psychoschocker noch eine Gewaltorgie. Der Film greift sich aus beiden Stilrichtungen, dass was er braucht und sorgt somit für passable Spannung.
Interessant fand ich wieder einmal, dass man auch auf kleinem Raum und mit wenigen Schauspielern eine sehr gute Story exzellent umsetzen kann. Trotzdem muss man sagen, dass die Figuren komischerweise recht eindimensional wirken. Von den Einbrechern erfährt man nur vom Sympathieträger die Hintergrundgeschichte. Und auch Meg und ihre Tochter Sarah werden kaum näher beleuchtet. Dafür hat sich der Autor einige Elemente einfallen lassen, um die Handlung voranzutreiben und den Zuschauer bei der Stange zu halten: So hat Megs Tochter Epilepsie oder Zucker – leider wird das nicht ganz deutlich. Meg hingegen plagt eine kleine Klaustrophobie. Doch das hindert beide nicht daran, den Gangstern in MacGyver Manier Paroli zu bieten.
Na gut. Da muss man drüber stehen und nicht weiter drüber nachdenken. Denn wer weiß schon, welche Kräfte man in solchen Situationen wirklich mobilisieren kann.
Und außerdem spielen alle Schauspieler hervorragend, so dass es schon ein Vergnügen ist, immer wieder den Großaufnahmen der Mimik zu folgen.

Wirklich beeindruckt war ich aber von Kamera und Schnitt. Schon der Vorspan allein lohnte den Weg ins Kino. Mit einer völlig neuen Idee und einer absolut gelungenen und exzellenten Umsetzung hatte der Film mich da schon auf seine Seite gezogen. Dann ging es aber auch noch so klasse weiter. So wird zum Beispiel nicht mit hektischen Schnitten gearbeitet, sondern lange und ruhige Kamerafahrten quer durch das Haus erzeugen ein spannendes und eigentümlich mulmiges Gefühl, dass gleich was passieren wird. In einer anderen eigentlich total hektischen Szene wird sogar in Zeitlupe und dem damit üblichen verzerrten Ton gearbeitet. Man weiß als Zuschauer, was passieren wird, aber die Zeitlupe reißt in diesem Moment förmlich an den Nerven, weil es nicht voran zu gehen scheint.
Das Ganze wird noch von einer unaufdringlichen aber passenden Musik untermalt.

Fazit: ein spannender Film der mit einigen erfreulich innovativen visuellen Ideen aufwartet und den Zuschauer fesselt – ohne ihn zu schocken.

27 Bewertungen, 2 Kommentare

  • andymulan

    09.06.2002, 22:37 Uhr von andymulan
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schön, deine Kommentare auch hier lesen zu können! CU Andy.

  • Indigo

    29.05.2002, 13:10 Uhr von Indigo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Genau danach habe ich gerade gesucht. Danke