Panic Room (VHS) Testbericht

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ab 10,76
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Erfahrungsbericht von T-Shirt

Ein klaustrophober Albtraum

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bei lebendigem Leib begraben – in einer Höhle verschüttet ohne Hoffnung, gefunden zu werden – in einem abstürzenden Flugzeug ohne rettenden Fallschirm ... das alles sind Albtraum-Situationen, die niemand jemals erleben möchte. Mit dieser menschlichen Urangst, in der Falle zu sitzen und keinen Ausweg zu haben, spielt der neue Film von David Fincher meisterhaft.

Die Falle, in der Meg (Jodie Foster) und ihre halbwüchsige Tochter Sarah (Kristen Stewart) sitzen, ist der „Panic Room“ in ihrer neuen Wohnung im Herzen New Yorks. In diesen Raum, den ihr Vormieter einrichten ließ, flüchten die beiden, als eines Nachts drei Gangster bei ihnen auftauchen. Doch ebendieser Raum, ein nur wenige Quadratmeter großer Mini-Bunker mit unkaputtbarer Stahltür und ohne Kontakt zur Außenwelt, ist dummerweise auch das Ziel der Gauner. Der frisch verstorbene Vormieter hat nämlich ausgerechnet dort eine große Menge Geld gelagert. Die Situation spitzt sich zu, als die zuckerkranke Tochter dringend Insulin benötigt ...

Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich ein unheimlich spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das in doppelter Hinsicht klaustrophob ist: Nicht nur, dass Mutter und Tochter in einer kaum mehr als sechs Quadrameter großen Kammer eingesperrt sind – die ganze Handlung spielt sich darüber hinaus ausschließlich in diesem einen Haus ab. Durch diese räumliche Beengtheit und die ständige Bedrohungssituation entwickelt sich eine äußerst beklemmende Atmosphäre, die durch die pechschwarze Nacht außerhalb bzw. durch das grelle Neonlicht innerhalb des Panic Rooms noch weiter verstärkt wird.

Neben seiner beklemmenden Atmosphäre bietet der Film vor allem eines: Spannung! Das liegt zum einen an der Grundkonstellation – die Eindringlinge versuchen alles, um Meg und Sarah aus ihrem Bunker zu vertreiben, während Mutter und Tochter weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten und auf sich selbst gestellt sind und fieberhaft nach Wegen suchen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Zum anderen beweist Fincher aber auch ein sehr gutes Händchen für perfektes Timing: Wenn es Meg gelingt, unbeobachtet von den Gegenspielern den Panic Room zu verlassen, um an ein Handy oder eine Insulin-Spritze für die Tochter zu gelangen, ist es immer ein Wettlauf, bei dem es um Sekunden, ja sogar nur um Sekundenbruchteile geht – immer wieder die Frage: Ist sie rasch genug wieder im sicheren Bunker, oder sind die Gangster schneller? Das ist bei derartigen Filmen zwar eine oft verwendete Masche, aber sie funktioniert und sorgt immer wieder dafür, dass der Zuschauer für einige Sekunden die Luft anhält.

Leider beschreitet der Film aber mitunter auch etwas zu sehr die ausgetretenen Pfade des Thriller-Genres. Dass Meg bei der Suche nach dem Handy außerhalb des Panic Rooms etwas umstößt oder ein anderes verdächtiges Geräusch produziert, das sofort die Einbrecher auf den Plan ruft, ist schon in dem Moment klar, in dem sie ihr sicheres Versteck verlässt – das hat man nun wirklich schon viel zu oft gesehen, um davon noch überrascht zu sein.

Auch die Zusammenstellung des Einbrecher-Trios ist nicht wirklich originell: Einer ist ein gutmütiger Bär, der niemandem etwas zuleide tun will, der Zweite ist skrupellos und denkt an nichts anderes als den erhofften Geldsegen und der Dritte ist ein unberechenbarer, schießwütiger Psychopath. Auch die Tatsache, dass sich diese drei gegensätzlichen Figuren innerhalb kürzester Zeit in die Haare bekommen, ist jedem auch nur halbwegs geübten Kinogänger schon nach wenigen Augenblicken klar.

Die Zuckerkrankheit der Tochter wirkt ebenfalls ein wenig konstruiert. Vielversprechender erscheint da schon die Tatsache, dass Meg nach wenigen Augenblicken im Panic Room erste leichte Anzeichen von Platzangst zeigt – das würde weitaus weniger konstruiert wirken als die Diabetes-Story ... doch der Erzählfaden, der auf klaustrophobische Zustände der Mutter abhebt, wird während des ganzen Films nie wieder aufgenommen. Schade, hier wurde etwas Potenzial verschenkt.

Doch auch so birgt der Film eine ganze Menge Potenzial. Was ihn dabei noch weit über den Kino-Durchschnitt hebt, ist die exzellente Kameraführung von Conrad W. Hall und Darius Khondji. Die Kamera-Fahrten durch die dunkle Wohnung sind wahrlich beeindruckend – vor allem, wenn die Wände durchsichtig zu werden scheinen oder der Zuschauer das Gefühl hat, plötzlich vom der zweiten Etage aus durch das Treppenhaus mehrere Meter in die Tiefe zu stürzen, um dann zu erleben, wie der Sturz urplötzlich wieder aufgefangen wird – großartig!

Jodie Foster, die die Rolle kurzfristig von Nicole Kidman übernommen hatte, spielt zwar nicht überragend, aber gut. Positive Überraschung des Films ist Kristen Stewart als Sarah: ob pfiffig, aufmüpig oder verängstigt – sie zeigt sich in ihrer Rolle jederzeit überzeugend. Leider sind die Charaktere der drei Einbrecher etwas holzschnittartig geraten, so dass dort schauspielerisch nicht all zu viel zu holen war.

Doch trotz einzelner Minuspunkte ist „Panic Room“ ein ausgesprochen gelungener Thriller: atmosphärisch dicht, voller atemloser Spannung und mit hervorragenden, teilweise sehr ungewöhnlicher Bilder. Auch wenn David Fincher nicht das Niveau seiner Meisterwerke „Sieben“ und „Fight Club“ erreicht, ist doch zumindest ein Kinoabend mit jeder Menge Nervenkitzel garantiert.

21 Bewertungen, 4 Kommentare

  • novia

    04.09.2003, 16:56 Uhr von novia
    Bewertung: sehr hilfreich

    der war auch richtig gut!

  • lauraloreen

    19.10.2002, 22:31 Uhr von lauraloreen
    Bewertung: sehr hilfreich

    super film :-)

  • Gulli

    07.05.2002, 01:03 Uhr von Gulli
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Film ist trotzdem nichts für mich, zu viel Psycho...

  • Gabri

    07.05.2002, 00:53 Uhr von Gabri
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab auch nur gutes gehört lg gabri