Panic Room (VHS) Testbericht

Panic-room-vhs-thriller
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Erfahrungsbericht von 2nd_Starlight

Panic Room? Was is\'n das?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Panic Rooms
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Als ich den Titel Panic Room hörte, dachte ich erst einmal: „Nicht schon wieder so ein Horrorstreifen!„ Panic Room was soll das denn sein? Da musste ich unweigerlich an George Orwells „1984„ denken – da gab es einen Raum, in dem ein Mensch seiner schlimmsten Angst begegnete und so was stellte ich mir hier vor ... Tja, bis ich durch Zufall eine Reportage über Panic Rooms sah - Was? Das gibt’s wirklich?! Oh ja. Dabei handelt es sich nämlich um Schutzräume, die meistens auf den ersten Blick gar nicht wie solche aussehen ... ein Badezimmer zum Beispiel. Erst beim zweiten Hinsehen fallen einem dann die dicke Stahltür auf mit den Bolzenschlossern und der Fernseher mit dem man das ganze Haus über Kameras beobachten kann ... nette Idee. Der Grundgedanke beim Bau solcher Panic Rooms ist es, die Einwohner vor ungebetenen Gästen zu schützen bis die Polizei eintritt, also maximal 30 Minuten – das läuft bei unseren Protagonisten etwas anders ...


Inhalt
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Meg Altmann hat sich von ihrem Ehemann getrennt und sucht nun für sich und ihre Tochter Sarah eine Wohnung in Manhattan. Schnell wird sie fündig: ein riesiges Haus über 800 Quadratmeter, mehreren Etagen und Fahrstuhl und einer ganz besonderen Besonderheit: hinter einem Spiegel ist ein Panic Room versteckt.
Und dieser soll schon in der ersten Nacht nach dem Einzug zum Einsatz kommen. Der Sohn des Vorbesitzers nämlich will aus dem Tresor im Panic Room zusammen mit 2 Komplizen ein paar Millionen rausholen. Doch als die drei ins Haus eindringen, stellen sie verwundert fest, dass es nicht wie erwartet leer steht ...
Nur mit viel Glück können sich Meg und ihre Tochter in den Schutzraum retten, doch die Polizei können sie nicht verständigen, da Meg noch keinen Telefonanschluss beantragt hat und die Einbrecher ..., die werden nicht verschwinden, bis die zwei aus dem Raum kommen, denn von außen hineinkommen wird schwer und dann ist da ja noch Sarahs Diabetes – ohne Zucker oder Insulin im Raum ...


Kritik
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Also ich muss sagen, dass war ein echt starker Film. Ich war von Anfang an beeindruckt. Das fing schon beim Vorspann an, denn mit den eingeblendeten Namen der Schauspieler und Producer, sowie sonstigen Mitwirkenden haben sich die Macher echt was einfallen lassen. Die Schrift und das Stadtbild im Hintergrund sind so aufeinander abgestimmt, dass der Zuschauer meinen könnte, die Schriftzüge wären ähnlich wie Labelnamen an den Häusern befestigt ... teilweise sogar in Vogel- und Froschperspektive – echt stark.

Das nächste, was mir auffiel war die Kameraführung!
Meistens ist die ja nichts besonderes, aber hier ist sie ein Erlebnis. So verfolgt die Kamera gleich zu Anfang die Einbrecher ... fährt durch die ganze untere Etage durch die Küche, unter eine Durchreiche hindurch, in das Schlüsselloch, das von außen gerade aufgeschlossen werden soll, aber der Schlüssel passt nicht, also wieder zurück mit der Kamera und durch die Decke hindurch in die zweite Etage. Hierauf ist einer der Eindringlinge über die Feuerleiter gelangt. Und so geht das noch eine Weile weiter.

Dass zusätzlich auch noch die Story genial ist, ist beinahe schon zuviel der Guten Dinge. Hier ist bemerkenswert, dass der Film ohne große Explosionen und sonstige Aktion auskommt. Allein schon das große Haus – so leer und kahl macht Angst. (Fakerinfo: Originalbericht von 2nd Starlight) Da tut auch der Panic Room sein Übriges, ein absoluter Stahlklotz in kaltes grünliches Licht getaucht, vollgestellt mit lauter grauer Kisten – echt gemütlich sag ich euch.
Und wenn Meg zu Anfang bemerkt, dass sich drei Männer im Haus sind und sie ihre Tochter aus einem Stockwerk höher holen muss beginnt schon jetzt ein Katz- und Mausspiel. Das zerrt an den Nerven.
Nun könnte man natürlich meinen: ‚Toll! Jetzt sind die Frauen im Raum und die Gauner draußen – Langweilig!’ Aber dem ist nicht so. Denn so einfach lassen sich die Herrschaften nicht vertreiben, denn es geht um Millionen und da wird alles versucht um die beiden rauszulocken, dabei sind die drei nicht gerade zimperlich und die Tatsache, dass sich die Einbrecher nicht ganz grün sind, sorgt auch für eine Menge Aktion.
Natürlich versuchen Meg und die Tochter alles, um auf sich aufmerksam zu machen, was ebenfalls für Dramatik sorgt. Was hab ich mitgefiebert, als Meg das Handy holen möchte. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber gerade diese Szene ist geradezu nervenzerreißend – in Zeitlupe und totaler Stille – zumindest, wenn nicht gerade neben dir jemand in seine Popcorntüte greift :)

Ebenfalls nicht zu vergessen, ist der Humor. Den hätte ich ja ehrlich gesagt nicht erwartet, immerhin ist das ein Thriller und oft geht es in die Hose, wenn ein übermütiger Regisseur sich mal wieder nicht für ein Genre entscheiden kann und aus allem einen Cocktail mixt. Aber diesmal ist ein wirklich guter Cocktail vom „Fight Club„ Regisseur David Fincher. Die Lacher entstehen nicht etwa unfreiwillig, sondern aus witzigen Dialogen der Gauner heraus, zum Beispiel wenn man sie streitet, wieso schon Bewohner im Haus sind, immerhin ist die Einzugsfrist von „Vierzehn Tage fast drei Wochen„ ...;)

Auch die Personenzeichnung ist klasse ... 5 Personen und alles völlig unterschiedliche Charaktere. Die verlassene Meg, die im Laufe des Film glatt zu einer weiblichen Ausgabe von McGyver mutiert und die trotzige Sarah überzeugt spätestens während ihres Anfalls im Panic Room. Ja und dann die ‚Bösen’: Als erstes der Nachkomme vom Vorbesitzer, der das ganze geplant hat und ein bisschen blöde ist und dem die Sache bald über den Kopf wächst. Schuld daran ist Raoul, der vom Anführer spontan hinzugeholt wurde und eine Waffe ins Spiel bringt. Raoul ist mindestens genauso dumm, dafür aber auch verdammt brutal und ebenso skrupellos. Bernham, das Gehirn der Truppe, wusste von Raoul nichts und hält noch weniger von ihm. Gerade er ist daran interessiert, dass die Sache ohne Verletzte ausgeht. Und er ist die einzige Hoffnung für die drei Einbrecher, in den Raum zu kommen, denn er selbst konstruiert solche Panic Rooms...

Der Vollständigkeit halber noch ein paar Worte zu der schauspielerischen Leistung, obwohl sich die eigentlich fast erübrigen, denn Jodie Foster als Meg sollte eh allen bekannt sein und ihr Talent ist unbestritten. Die Rolle nehme ich ihr ohne Zweifel ab. Die trotzige Tochter ist ebenfalls überzeugend, besonders in der Szene mit dem Schock – auch so eine Stelle mit hoher Dramatik! Am besten finde ich den Anführer der Gaunertruppe, gespielt von Jeared Leto. Ich hab ihn erst gar nicht erkannt im Latino-Outfit und Rastalocken. Dazu diese trottelige Art, wirklich gut. Bernham, als Guter unter den Bösen, gewinnt die Herzen der Zuschauer mit seiner friedlichen und gutmütigen Art – das allein spricht für sich. Ja und Raoul? Das genaue Gegenteil von Bernham ... ihm gönnt man echt jede Panne und Verletzung und lasst euch gesagt sein: die wird richtig übel! Nimm immer die Finger von der Tür bevor sie zugeht ...

Noch ein paar Worte zur Aktion: Wie schon gesagt, wer Explosionen erwartet soll zu Hause bleiben, aber auch in Panic Room gibt’s einen Showdown mit so einigen brutalen Szenen, die nichts für Zartbesaitete sind, trotzdem ist die Altersbegrenzung von 16 Jahren gerechtfertigt.

Nach soviel Lob muss noch eine kleine negative Kleinigkeit genannt werden – das Salz in der Suppe :) ... Diese ist aber nicht die Schuld der Macher, sondern, der Übersetzung. Also besonders alte Leute regen sich ja immer wieder über Anglismen auf und ja, teilweise finde ich, dass wir damit langsam aber sicher übertreiben, aber Panic Room hätte man nicht in Panik Raum übersetzen müssen! Ich sag mal der Name hat auch seinen Effekt – typisch Amerikanisch, denn eigentlich hätte es ja auch die Bezeichnung ‚Schutzraum’ getan, vielleicht sogar besser, sie ist konkreter, aber darum geht es hier nicht. Ich empfand es auf alle Fälle als störend, aber das soll den Film nicht schlecht machen.


Fazit
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Mit Panic Room kann man gar nichts falsch machen, wenn man einen guten Thriller sehen möchte. Gute Story, klasse Schauspieler, GENIALE Kameraführung! Ein Film, der mitreißt und zwar von Anfang an, ohne unnötige Special Effects und trotzdem einen guten Showdown bietet, der einem, soviel sei verraten, regelrecht leid tut ...
Also dann: Ab ins Kino mit euch, oder ihr werdet es bereuen *gg*

23 Bewertungen, 2 Kommentare

  • martinius

    05.05.2002, 18:27 Uhr von martinius
    Bewertung: sehr hilfreich

    werd ich mir am dienstag ansehen! danke für den guten bericht

  • transmechanicus

    05.05.2002, 01:40 Uhr von transmechanicus
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt spannend: vielleicht hat der Film es dir zu verdanken dass er bald einen weiteren Zuschauer hat!