Panic Room (VHS) Testbericht

Panic-room-vhs-thriller
ab 10,76
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Erfahrungsbericht von MatthiasHuehr

Endlich mal ein guter Thriller

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Von sogenannten Thrillern hatte ich nach dem Reinfall mit „Spy Game“ erst einmal die Schnauze voll. Es ist darum auch kein Wunder daß ich von mir aus nie in diesen Film gegangen wäre. Aber erstens kommt es anders und zweites als man denkt und so gab es in diesem Monat „Panic Room“ in der Sneak Preview zu sehen. Meine Begeisterung für den Film wuchs aber erst mit der Handlung, da die dazugehörige Werbung nicht gerade sehr überzeugend ausgefallen ist. Aber wie sage ich immer so schön: es war wenigstens kein Disneyfilm.

Der Vorspann des Films erscheint in einem hellen Licht. Wir sehen darin die glitzernden Wolkenkratzer von New York, an denen die Einblendungen projiziert werden, was einen krassen Gegensatz zu dem Haus darstellt, das die frisch geschiedene Meg Altman (Jodie Foster) mit ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart) besichtigen. Recht düster ist es in dem riesigen und luxuriösen Prachtbau, welches sie sich kaufen wollen. Bei der Besichtigung fällt Mag etwas Merkwürdiges an dem Haus auf, was der Makler ihr auch bestätigt. Der Vorbesitzer, ein alter etwas paranoider Millionär, hatte sich ein Zufluchtsmöglichkeit in das Haus einbauen lassen, nämlich einen sogenannten „Panic Room“. Ummantelt mit zentimeterdicken Stahlplatten, mit eigener Strom- und Luftversorgung und Telefonanschluß ist er quasi uneinnehmbar, so wie früher der Bergfried in einer Burg. Meg ist nicht wirklich von dem Raum begeistert und versucht die Funktionen zu deaktivieren, was sich leider als ein schwerwiegender Fehler herausstellen wird.

Der Vorbesitzer hatte einen Teil seines Geldes in einem Tresor, der sich in diesem Raum befindet, versteckt, welches sich sein Enkel Junior (Jared Leto) aneignen will. Er bricht zusammen mit zwei anderen Verbrechern, dem besonnen Burnham (Forest Whitaker) und den psychopathischen Raoul (Dwight Yoakam), in das Haus ein. Meg wacht durch die Geräusche auf und bemerkt die Eindringlinge. Sie weckt daraufhin ihre Tochter auf und die Einbrecher bemerken die Beiden, worauf eine Jagt durch das Haus beginnt. Meg und Sarah schaffen es, sich in den „Panic Room“ zu flüchten und damit beginnt die Spannung zu steigen. Da Meg das Telefon nicht angeschlossen hat, sitzen sie aber in der Falle. Sie können die Polizei nicht alarmieren und die Einbrecher, die in diesen Raum wollen, sind viel zu gefährlich, um einfach die Tür öffnen zu können. Wie bekommt man also die Tür auf? Der Kampf um Leben und Tod kann beginnen ...

Daß es bei dem Versuch die Tür zu öffnen, nicht gerade zimperlich zugehen wird, daß dürfte fast selbstverständlich sein und so erwartet den Zuschauer eine Menge Gewalt und Spannung, viel Blut und mehr als eine Leiche. Also alles, was ein guter Thriller haben muß. Unerwartete Wendungen sorgen für eine Handlung, die nicht vorhersehbar ist, so daß es zu einer stetig wachsenden Spannungskurfe kommt, mit der die angewendete Gewalt ansteigt. Die Charaktere sorgen für weiteren Zündstoff. Mag ist klaustrophobisch und ihre Tochter hat ein gesundheitliches Problem, weshalb für sie ihr Aufenthalt in diesem Raum nicht gerade sehr angenehm ist und sie liebend gerne raus wollen. Die Charakter der Eindringlinge ist auch total unterschiedlich. Der Anführer ist recht trottelig und hat keine Ideen, wie er das Ziel erreichen könnte. Burnham ist der ruhige Pol in der Truppe, kann sich aber nicht gegen die übrigen Zwei durchsetzen. Raoul ist ein Psychopath, der am liebsten nur rohe Gewalt anwenden würde um die Tür aufzubekommen. Daß es dadurch genug Konfliktpotential im Lager der Einbrecher gibt, dürfte wohl klar sein und so findet die Gewalt auch untereinander statt.

Ein gutes Stilelement ist die interessante Kameraführung, welche in diesem Film verwendet worden ist. Statt mit plumpen Schnitten, wurde mit fließenden Bildern gearbeitet, was soviel heißt, daß die Kamera Wände durchdringt. Sie verfolgt Kabel, die in einem Schacht liegen, nur damit sie in den Raum gelangen kann, zu dem sie führen. In einer anderen Szene wiederum fällt der Blick der Kamera das Treppenhaus herab um in das Erdgeschoß zu sehen und um anschließend von dort aus eine Reise durch das ganze Haus zu unternehmen, bei dem der Versuch der Eindringlinge beobachtet wird, bei dem sie versuchen in das Haus einzudringen. Es ist einfach genial, welche Bildergewalten der Regisseur David Fincher geschaffen hat, damit der Film nicht nur sehr viel Spannung vermittelt, sondern auch etwas fürs Auge bietet. Durch die oben erwähnte Düsterheit im Haus war schon vor dem Vorfall eine gewisse Stimmung vorhanden, die die Morbidität des alten Gemäuers unterstreichen konnte. Da die Wohnung aufgrund des Einzuges noch nicht vollständig eingerichtet worden ist, verlor die Kamera nicht zuviel Aufmerksamkeit an Details, da die Umzugskartons nicht viel Anschauungsfläche bieten können. Die Aufmerksamkeit wird so fast vollständig auf die Handlung und die Personen gelenkt, was für die sich aufbauende Spannung sehr förderlich war.

Die Schauspieler waren sehr gut besetzt, obwohl die Rolle der Meg eigentlich Nicole Kidman spielen sollte. Da sie sich aber bei den Dreharbeiten von „Moulin Rouge“ einen Knöchel gebrochen hatte, mußte man sich nach einer neuen Darstellerin umsehen. Daß die Wahl auf Jodie Foster gefallen ist, ist ein rechter Glücksgriff, denn seit „Schweigen der Lämmer“ ist sie für Rollen in Thrillern geradezu prädestiniert. Weshalb sie nicht von Anfang an für diese Rolle vorgesehen wurde ist mir en Rätsel. Das Aussehen der Gangster wurde den Charakteren angepaßt, so daß dadurch die notwendige Glaubwürdigkeit dieser Rollen sehr bestärkt werden konnte.

Meine Meinung über diesen Film ist schlicht und einfach, daß er ein guter Thriller geworden ist. Er bietet alles was ein Thriller bieten muß um überhaupt gut zu sein. Er hat einen Spannungsbogen, der stetig ansteigt und in einem actiongeladenen Finale gipfelt. Der Film schafft es die Zuschauer von Anfang an und sogar bis zum Schluß zu fesseln und wird zu keiner Zeit langweilig, da auf unnötige Dialoge oder sonstige Szenen, die den Film nur strecken sollen, verzichtet wurde. Der Film ist kein absoluter Höhepunkt was Thriller betrifft, aufgrund der genialen Kameraführung ist er aber sehr empfehlenswert. Ich würde diesem Film 4,5 von 5 möglichen Sternchen geben, dazu kommen ein paar Bonuspünktchen, da es eine Sneak Preview war und so runde ich auf 5 volle Sternchen auf. Wer mal wieder in einem Kinosessel etwas Zittern möchte, der sollte statt in „Spy Game“ lieber in „Panic Room“ gehen, denn dieser Film ist wirklich gut geworden.

28 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Baby1

    24.12.2006, 14:32 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    * ~~ * Lieben Gruss Anita * ~~ *

  • anonym

    25.08.2006, 10:53 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • anonym

    13.08.2006, 17:49 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lieben Gruß :-)) Marianne

  • jamesi_bg

    29.04.2002, 13:34 Uhr von jamesi_bg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich mag ja Jodie Foster so gerne, drum werd ich mir den Film sicher auch noch anschauen.... und nach dem Bericht, bin ich jetzt richtig neugierig! Bis dann, Bianca!