Erfahrungsbericht von screenboy
Ein Adrenalin-Pusher !
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ein Indiz dafür, dass ein Regisseur es geschafft hat, sich einen Namen zu machen, ist, dass man bei seinem jeweils neuesten Film nicht die Hauptdarsteller in den Vordergrund stellt (wenn man z.B. sagt: "Der neue Film mit Tom Cruise" oder "Der neue Film mit Jodie Foster"), sondern wenn man den Regisseur hervorhebt (z.B. "Der neue Film von David Lynch" oder "Der neue Film von Steven Spielberg"). Ich wage zu behaupten, dass David Fincher, der Regisseur von "Panic Room" gerade das fertiggebracht hat. Man spricht mittlerweile schon von dem "neuen David-Fincher-Film", nachdem der Regisseur in Filmen wie "Alien 3", "Sieben", "The Game" und "Fight Club" seinen ganz eigenen Stil entwickelt und sich somit einen Namen gemacht hat.
Mit "Panic Room" legt er nunmehr ein weiteres Beweisstück seines Könnens vor.
Die Story
---------------------------------------------
Mag Altman (gespielt von Jodie Foster) ist frisch von ihrem reichen Ehemann geschieden und zusammen mit ihrer Tochter auf der Suche nach einem neuen Heim in New York. Da der unterhaltspflichtige Ehemann stinkreich ist, ist Geld genug vorhanden, um sich in einem schicken vierstöckigen Stadthaus einzumieten. Bestandteil des Hauses ist u.a. auch ein sogenannter Panik-Raum, ein bunkerähnlicher Schutzraum, in den sich die Bewohner bei Gefahr zurückziehen können. Der Raum zu 100 % einbruchsicher, rundum mit 20 cm dicken Stahlwänden umgeben, mit einem eigenen Telefonnetz versehen, mit Vorräten für ca. 1 Monat ausgestattet und mit Videomonitoren, von denen aus man die restlichen Räume des Hauses überwachen kann.
Mag und ihre zuckerkranke Tochter ziehen – anders als mit dem Vermieter vereinbart – bereits 2 Wochen früher in das Objekt ein. Schon in ihrer ersten Nacht in dem neuen Zuhause dringen 3 bewaffnete Männer in das Haus ein. Ihr Ziel: Der Panik-Raum, in dem der Vorbesitzer des Hauses eine beträchtliche Summe Geld versteckt hat. Die beiden neuen Mieter, die keine Ahnung von dieser Tatsache haben und in den Eindringlingen gewöhnliche Einbrecher vermuten, flüchten in den Panik-Raum in der Hoffnung, diesen nach kurzer Zeit wieder verlassen zu können.
Die 3 Männer jedoch verbarrikadieren das Haus und belagern Mutter und Tochter. An einen Ausweg ist nicht zu denken. Es beginnt ein rasantes und fesselndes Katz-und-Maus-Spiel um den Panik-Raum. Die Verbrecher wollen rein und Jodie Foster und ihre Tochter wollen heil raus.
Die ohnehin dramatische Lage spitzt sich zu, als Mag`s Tochter im Panik-Raum einen Zuckerschock erleidet und dringend süße Nahrung oder eine Insulin-Spritze benötigt, was beides im Raum natürlich nicht vorhanden ist. Zudem beginnen die drei Verbrecher sich auch untereinander zu bekämpfen (bei einer solchen Summe Geld geht schließlich jede Freundschaft in die Brüche). Besondere Gefahr geht dabei von dem skrupellosen Raoul aus, der offen erkennen lässt, dass ihm am Überleben der beiden Frauen nichts gelegen ist; er ist der brutalste der drei Gangster, geht sprichwörtlich "über Leichen". Einzige Chance für die Eingeschlossen ist Burnham, der lediglich am Geld interessiert ist und sich bei den anderen beiden vehement dafür einsetzt, dass niemandem im Haus ein Haar gekrümmt wird. Letztendlich taucht plötzlich auch noch Mags Ehemann auf. Mag wird immer klarer, dass sie den Raum verlassen muss, koste es was es wolle.
Der Film
---------------------------------------------
David Fincher hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte auf. Unmittelbar zu Beginn des Films ziehen seine Protagonisten in das Haus ein. Nachdem Fincher dem Kino-Zuschauer in atemberaubenden Kamerafahrten das Haus und seine Räume vorstellt und es dabei wunderbar versteht, klaustrophobische Gefühle zu erzeugen, geht er direkt ans Eingemachte. Bereits nach ca. 10 Minuten bricht das Unglück über Jodie Foster herein und lässt ihr und auch dem Publikum von nun an kaum noch Zeit zum Atemholen. Einer Achterbahnfahrt par excellence beginnt, die beim thriller-verwöhnten Publikum keine Wünsche offenläßt.
Wie schon in seinen früheren Filmen legt Fincher dabei besonderen Wert auf die Optik, "Panic Room" überzeugt vor allem auf der visuellen Ebene. Das Geschehen spielt sich vorwiegend in düster ausgeleuchteten Räumen ab, was logisch erscheint angesichts der Tatsache, dass der Film nachts spielt und die Verbrecher auf Lichtquellen weitestgehend verzichten, um nicht aufzufallen. In einer besondere Szene des Films, als Jodie Foster den Panik-Raum einmal verläßt, arbeitet Fincher mit Zeitraffer, womit er die Spannung fast ins Unerträgliche steigert.
Die düstere Filmmusik von Howard Shore hält sich meist dezent im Hintergrund und sorgt an den richtigen Stellen eingesetzt für eine zusätzliche Steigerung der Spannung.
Jodie Foster spielt wie immer souverän und teilweise brillant. Dass sie die erste Wahl für eine in die Enge getriebene und zu allem fähige Frau ist, hat sie ja bereits im "Schweigen der Lämmer" bewiesen. Ursprünglich war Nicole Kidman für den Part der Mag Altman vorgesehen, diese musste aber wegen Terminschwierigkeiten kurzfristig absagen, so dass Jodie Foster die Rolle angeboten wurde. Ein Glücksfall, wie ich finde. Nicole Kidman hat zwar in "The Others" auch schon Thriller-Qualitäten gezeigt, aber der "Panic Room" scheint wie maßgeschneidert für Jodie Foster.
Forest Withaker (bekannt aus "Species" und "The Crying Game") spielt den gutmütigen Gangster Burnham ebenfalls sehr überzeugend. Der gutaussehende Jared Leto, der eigentlich auf Herzenbrecher-Rollen festgelegt zu sein schien, überrascht als brutaler, äußerst dummer und geldgeiler Verbrecher. Schon in "Requiem for a Dream" hatte er gezeigt, dass er nicht nur durch seinen Look, sondern auch durch schauspielerisches Können überzeugt.
Fazit
---------------------------------------------
"Panic Room" ist ein echter Adrenalin-Pusher, ein Thriller, der die Spannung von Minute zu Minute steigert bis zur gewalttätigen Entladung zum Schluss des Films. Ich war von Anfang an an den Kinosessel gefesselt und habe vor lauter Mitfiebern vollkommen die Zeit vergessen. Für zartbesaitete Gemüter ist der Film nur eingeschränkt zu empfehlen, da einige Szenen doch ziemlich brutal ausgefallen sind. Wer zudem noch an Platzangst leidet, sollte dieses klaustrophobische Spektakel gänzlich meiden. Denn an Enge und Platzmangel fehlt es in "Panic Room" ganz bestimmt nicht.
All diejenigen, die ihre Nerven mal wieder bis zum äußersten belasten wollen, sollten sich diesen "Thrill des Jahres" nicht entgehen lassen.
---------------------------------------------
Diese Meinung habe ich auch bei dooyoo eingestellt !
Mit "Panic Room" legt er nunmehr ein weiteres Beweisstück seines Könnens vor.
Die Story
---------------------------------------------
Mag Altman (gespielt von Jodie Foster) ist frisch von ihrem reichen Ehemann geschieden und zusammen mit ihrer Tochter auf der Suche nach einem neuen Heim in New York. Da der unterhaltspflichtige Ehemann stinkreich ist, ist Geld genug vorhanden, um sich in einem schicken vierstöckigen Stadthaus einzumieten. Bestandteil des Hauses ist u.a. auch ein sogenannter Panik-Raum, ein bunkerähnlicher Schutzraum, in den sich die Bewohner bei Gefahr zurückziehen können. Der Raum zu 100 % einbruchsicher, rundum mit 20 cm dicken Stahlwänden umgeben, mit einem eigenen Telefonnetz versehen, mit Vorräten für ca. 1 Monat ausgestattet und mit Videomonitoren, von denen aus man die restlichen Räume des Hauses überwachen kann.
Mag und ihre zuckerkranke Tochter ziehen – anders als mit dem Vermieter vereinbart – bereits 2 Wochen früher in das Objekt ein. Schon in ihrer ersten Nacht in dem neuen Zuhause dringen 3 bewaffnete Männer in das Haus ein. Ihr Ziel: Der Panik-Raum, in dem der Vorbesitzer des Hauses eine beträchtliche Summe Geld versteckt hat. Die beiden neuen Mieter, die keine Ahnung von dieser Tatsache haben und in den Eindringlingen gewöhnliche Einbrecher vermuten, flüchten in den Panik-Raum in der Hoffnung, diesen nach kurzer Zeit wieder verlassen zu können.
Die 3 Männer jedoch verbarrikadieren das Haus und belagern Mutter und Tochter. An einen Ausweg ist nicht zu denken. Es beginnt ein rasantes und fesselndes Katz-und-Maus-Spiel um den Panik-Raum. Die Verbrecher wollen rein und Jodie Foster und ihre Tochter wollen heil raus.
Die ohnehin dramatische Lage spitzt sich zu, als Mag`s Tochter im Panik-Raum einen Zuckerschock erleidet und dringend süße Nahrung oder eine Insulin-Spritze benötigt, was beides im Raum natürlich nicht vorhanden ist. Zudem beginnen die drei Verbrecher sich auch untereinander zu bekämpfen (bei einer solchen Summe Geld geht schließlich jede Freundschaft in die Brüche). Besondere Gefahr geht dabei von dem skrupellosen Raoul aus, der offen erkennen lässt, dass ihm am Überleben der beiden Frauen nichts gelegen ist; er ist der brutalste der drei Gangster, geht sprichwörtlich "über Leichen". Einzige Chance für die Eingeschlossen ist Burnham, der lediglich am Geld interessiert ist und sich bei den anderen beiden vehement dafür einsetzt, dass niemandem im Haus ein Haar gekrümmt wird. Letztendlich taucht plötzlich auch noch Mags Ehemann auf. Mag wird immer klarer, dass sie den Raum verlassen muss, koste es was es wolle.
Der Film
---------------------------------------------
David Fincher hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte auf. Unmittelbar zu Beginn des Films ziehen seine Protagonisten in das Haus ein. Nachdem Fincher dem Kino-Zuschauer in atemberaubenden Kamerafahrten das Haus und seine Räume vorstellt und es dabei wunderbar versteht, klaustrophobische Gefühle zu erzeugen, geht er direkt ans Eingemachte. Bereits nach ca. 10 Minuten bricht das Unglück über Jodie Foster herein und lässt ihr und auch dem Publikum von nun an kaum noch Zeit zum Atemholen. Einer Achterbahnfahrt par excellence beginnt, die beim thriller-verwöhnten Publikum keine Wünsche offenläßt.
Wie schon in seinen früheren Filmen legt Fincher dabei besonderen Wert auf die Optik, "Panic Room" überzeugt vor allem auf der visuellen Ebene. Das Geschehen spielt sich vorwiegend in düster ausgeleuchteten Räumen ab, was logisch erscheint angesichts der Tatsache, dass der Film nachts spielt und die Verbrecher auf Lichtquellen weitestgehend verzichten, um nicht aufzufallen. In einer besondere Szene des Films, als Jodie Foster den Panik-Raum einmal verläßt, arbeitet Fincher mit Zeitraffer, womit er die Spannung fast ins Unerträgliche steigert.
Die düstere Filmmusik von Howard Shore hält sich meist dezent im Hintergrund und sorgt an den richtigen Stellen eingesetzt für eine zusätzliche Steigerung der Spannung.
Jodie Foster spielt wie immer souverän und teilweise brillant. Dass sie die erste Wahl für eine in die Enge getriebene und zu allem fähige Frau ist, hat sie ja bereits im "Schweigen der Lämmer" bewiesen. Ursprünglich war Nicole Kidman für den Part der Mag Altman vorgesehen, diese musste aber wegen Terminschwierigkeiten kurzfristig absagen, so dass Jodie Foster die Rolle angeboten wurde. Ein Glücksfall, wie ich finde. Nicole Kidman hat zwar in "The Others" auch schon Thriller-Qualitäten gezeigt, aber der "Panic Room" scheint wie maßgeschneidert für Jodie Foster.
Forest Withaker (bekannt aus "Species" und "The Crying Game") spielt den gutmütigen Gangster Burnham ebenfalls sehr überzeugend. Der gutaussehende Jared Leto, der eigentlich auf Herzenbrecher-Rollen festgelegt zu sein schien, überrascht als brutaler, äußerst dummer und geldgeiler Verbrecher. Schon in "Requiem for a Dream" hatte er gezeigt, dass er nicht nur durch seinen Look, sondern auch durch schauspielerisches Können überzeugt.
Fazit
---------------------------------------------
"Panic Room" ist ein echter Adrenalin-Pusher, ein Thriller, der die Spannung von Minute zu Minute steigert bis zur gewalttätigen Entladung zum Schluss des Films. Ich war von Anfang an an den Kinosessel gefesselt und habe vor lauter Mitfiebern vollkommen die Zeit vergessen. Für zartbesaitete Gemüter ist der Film nur eingeschränkt zu empfehlen, da einige Szenen doch ziemlich brutal ausgefallen sind. Wer zudem noch an Platzangst leidet, sollte dieses klaustrophobische Spektakel gänzlich meiden. Denn an Enge und Platzmangel fehlt es in "Panic Room" ganz bestimmt nicht.
All diejenigen, die ihre Nerven mal wieder bis zum äußersten belasten wollen, sollten sich diesen "Thrill des Jahres" nicht entgehen lassen.
---------------------------------------------
Diese Meinung habe ich auch bei dooyoo eingestellt !
25 Bewertungen, 3 Kommentare
-
16.01.2003, 01:44 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichAber so angsteinflößend fand ich ihn net...
-
05.05.2002, 15:59 Uhr von Mesalina
Bewertung: sehr hilfreich*waaah* da bekomme ich ja schon beim lesen angst... da gehe ich nicht rein.... cu mesalina
-
28.04.2002, 21:08 Uhr von Flo0711
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht! Gruß Flo
Bewerten / Kommentar schreiben